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Richtig zitieren: Regeln, Zitatarten und Rechtslage

Seit 2024 steht in Österreich im Gesetz, was ein Plagiat ist, und die paraphrasierte Übernahme ist ausdrücklich dabei. Was das für deine Zitate heißt, steht hier.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Co-Gründervon Marvin DeppingAktualisiert am 4. September 2026Lesezeit 13 Min.

Vor dir liegt ein Absatz, der deine These besser formuliert, als du es könntest. Nimmst du ihn wortgetreu, brauchst du Anführungszeichen. Formulierst du ihn um, scheint das Problem gelöst zu sein.

Richtig zitieren heißt: Du machst bei jeder fremden Idee kenntlich, woher sie stammt, und zwar so genau, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wortgetreu Übernommenes steht dabei in Anführungszeichen, sinngemäß Übernommenes in deinen eigenen Worten, und beide bekommen einen Beleg mit Autor, Jahr und Seite. Österreich ist dabei ein Sonderfall, weil hier ein Bundesgesetz definiert, was ein Plagiat ist.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Das HS-QSG definiert das Plagiat seit 2024 gesetzlich.
  • Die Definition nennt paraphrasierte und übersetzte Übernahmen ausdrücklich.
  • Missbräuchliche KI-Nutzung zählt gesetzlich als unerlaubtes Hilfsmittel.
  • Die Abkürzung „Vgl." gehört zur deutschen Zitierweise, nicht zu APA.
  • Maßgeblich bleibt die Vorgabe deines Instituts.

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Warum richtig zitieren Pflicht ist und was das Gesetz als Plagiat versteht

Zitieren ist keine Formsache, sondern die Bedingung dafür, dass deine Arbeit überprüfbar bleibt. Wer eine Behauptung liest, muss nachschlagen können, worauf sie beruht. Fehlt der Beleg, wirkt der fremde Gedanke wie dein eigener, und genau diese Verwechslung macht die Übernahme zum Plagiat.

Österreich unterscheidet sich an dieser Stelle von den meisten Ländern. Seit dem 1. Juli 2024 steht die Plagiatsdefinition in § 2a Abs. 3 Z 4 Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz und gilt einheitlich für Universitäten, Fachhochschulen, Privathochschulen und Pädagogische Hochschulen. Ergänzend beschreiben die Richtlinien der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität die gute wissenschaftliche Praxis für den Forschungsbetrieb.

Warum Umformulieren allein keine Quellenangabe ersetzt

Der Gesetzestext ist an diesem Punkt ungewöhnlich deutlich. Er erfasst die Übernahme von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkenntnissen und Daten und nennt dabei die direkte, die paraphrasierte und die übersetzte Übernahme in einem Atemzug. Damit ist der verbreitetste Irrtum beim Zitieren gesetzlich erledigt: Wer einen fremden Gedanken in eigene Worte fasst oder ihn aus dem Englischen überträgt und keinen Beleg setzt, hat ihn übernommen. Der Text sieht anders aus, der Inhalt ist derselbe.

Was bei einem Verstoß an einer österreichischen Hochschule droht

Die Rechtsfolgen stehen im selben Paragrafen. Bei schwerem und vorsätzlichem Fehlverhalten sieht § 2a Abs. 4 HS-QSG einen Ausschluss vom Studium von bis zu zwei Semestern vor, gegen den eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offensteht. Für den Regelfall der fahrlässig vergessenen Quelle greift zuerst die Satzung deiner Hochschule, und dort reicht die Bandbreite von der Nachbesserung bis zur Nichtbeurteilung.

Bemerkenswert ist außerdem, dass dieselbe Bestimmung die missbräuchliche Verwendung von Werkzeugen der künstlichen Intelligenz ausdrücklich zu den unerlaubten Hilfsmitteln zählt. Das ist keine Hausordnung einer einzelnen Universität, sondern Bundesrecht. Ob und wie du KI-Werkzeuge einsetzen darfst, steht trotzdem in der Vorgabe deines Instituts, weil das Gesetz nur den Missbrauch benennt. Was bei einem Verdachtsfall auf dich zukommt, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit.

Direktes Zitat: wortgetreu übernehmen, ohne etwas zu verändern

Ein direktes Zitat ist die wortgetreue Übernahme einer Textstelle aus einer fremden Quelle, gekennzeichnet durch doppelte Anführungszeichen und einen Beleg mit Seitenzahl. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Hervorhebungen bleiben dabei genau so, wie sie im Original stehen, auch wenn sie veraltet oder fehlerhaft sind.

Die Treuepflicht gegenüber dem Original ist der Grund, warum das direkte Zitat sparsamer eingesetzt wird, als die meisten Studierenden vermuten. Eine wortgetreue Übernahme zeigt zunächst nur, dass du eine Stelle gefunden hast, nicht dass du sie verstanden hast. Sie lohnt sich bei Definitionen, bei besonders prägnanten Formulierungen und überall dort, wo du den Wortlaut anschließend analysierst.

Innerhalb des Zitats darfst du eingreifen, aber jeder Eingriff wird sichtbar gemacht. Vier Formen decken praktisch alles ab, was in einer Diplom- oder Masterarbeit vorkommt.

  • Auslassung: drei Punkte in eckigen Klammern, also [...]. Ältere Leitfäden unterscheiden zusätzlich zwischen einem und mehreren ausgelassenen Wörtern, das ist heute unüblich.
  • Eigene Ergänzung: in eckige Klammern setzen und mit einem Kürzel kennzeichnen, etwa [Anm. d. Verf.].
  • Fehler im Original: unmittelbar dahinter [sic] setzen, damit erkennbar ist, dass der Fehler nicht von dir stammt.
  • Eigene Hervorhebung: im Beleg vermerken, üblich ist der Zusatz „Hervorhebung durch die Verfasserin" beziehungsweise „durch den Verfasser".

Ab wann ein direktes Zitat eingerückt wird

Längere wortgetreue Zitate werden als eigener eingerückter Block gesetzt und verlieren dabei die Anführungszeichen. Wo die Grenze verläuft, legt der Zitierstil fest, und die Angaben unterscheiden sich deutlich. Die American Psychological Association zieht sie bei einer klaren Zahl: Nach den APA-Richtlinien zu Quotations wird jedes Zitat ab 40 Wörtern als Blockzitat gesetzt, eingerückt und ohne Anführungszeichen.

Im deutschsprachigen Raum gibt es für die Grenze zum Blockzitat keine vergleichbar feste Zahl. Verbreitet ist die Faustregel, ab etwa drei Zeilen einzurücken, festgelegt ist sie nirgends. Steht im Merkblatt deines Instituts eine andere Grenze, gilt diese. Steht dort gar nichts, wählst du eine Grenze und hältst sie in der gesamten Arbeit durch.

💡 Tipp

Notiere dir die Seitenzahl in dem Moment, in dem du eine Stelle kopierst, nicht später. Direkte Zitate ohne Seitenzahl sind der häufigste Grund dafür, dass in den letzten Tagen vor der Abgabe noch einmal ganze Bücher durchgeblättert werden.

Indirektes Zitat: mit eigenen Worten, aber mit Beleg

Ein indirektes Zitat, auch Paraphrase genannt, gibt den Inhalt einer fremden Quelle sinngemäß in eigenen Worten wieder und trägt trotzdem einen vollständigen Beleg. Anführungszeichen entfallen, die Quellenangabe nicht. Das indirekte Zitat ist in wissenschaftlichen Arbeiten der Normalfall, das direkte die Ausnahme.

Eine echte Paraphrase erkennst du daran, dass sich Satzbau und Wortwahl verändert haben, nicht nur einzelne Begriffe. Wer bloß Synonyme einsetzt und die Satzstruktur des Originals stehen lässt, produziert kein indirektes Zitat, sondern ein schlecht getarntes direktes. Da das HS-QSG die paraphrasierte Übernahme ausdrücklich nennt, ist dieser Fall in Österreich besonders heikel.

Wann „Vgl." vor dem Beleg steht und wann nicht

Die Abkürzung „Vgl." für „vergleiche" ist kein allgemeines Kennzeichen der Paraphrase, sondern an einen Zitierstil gebunden. In der deutschen Zitierweise leitet sie die Fußnote zu einem indirekten Zitat ein und trennt es sichtbar vom wortgetreuen. In der Harvard-Zitierweise wird sie an österreichischen Instituten uneinheitlich gehandhabt. In APA 7 gibt es kein Äquivalent dazu, dort steht die Paraphrase schlicht mit Autor und Jahr.

ZitierstilBeleg bei der ParaphraseSeitenzahl
Deutsche ZitierweiseFußnote, eingeleitet mit „Vgl."in der Regel verlangt
Harvard(Gruber 2023, S. 45), „vgl." je nach Vorgabemeist verlangt
APA 7(Gruber, 2023)empfohlen, nicht vorgeschrieben
Chicago 18Fußnote ohne feste Einleitungsformelin der Regel verlangt

Stand: September 2026, Änderungen möglich.

Der Konjunktiv bei der Paraphrase ist ein Werkzeug, keine Pflicht

Viele Leitfäden schreiben, die Paraphrase gehöre in den Konjunktiv. Das trifft den Kern nicht ganz. Der Konjunktiv der indirekten Rede zeigt an, dass hier eine fremde Position wiedergegeben wird und nicht deine eigene, und genau dafür ist er gedacht. Er wird deshalb dort gebraucht, wo sonst unklar bliebe, wer spricht.

Über mehrere Absätze hinweg wird derselbe Konjunktiv allerdings schwer lesbar. In vielen Fächern ist es üblich, die Distanz stattdessen über eine Redeeinleitung herzustellen: „Nach Gruber (2023) hängt die Rücklaufquote vor allem von der Länge des Fragebogens ab." Wer spricht, ist damit ebenso eindeutig geklärt. Welche der beiden Formen dein Institut erwartet, steht in seinem Leitfaden.

Sekundärzitat: wenn du an die Originalquelle nicht herankommst

Ein Sekundärzitat ist die Übernahme einer Aussage, die du nicht im Original gelesen hast, sondern in einem anderen Werk, das sie ihrerseits zitiert. Gekennzeichnet wird es mit dem Zusatz „zit. n." für „zitiert nach", im Englischen mit „as cited in". Beide Quellen werden dabei genannt, gelesen hast du nur eine.

Erlaubt ist das Sekundärzitat nur, wenn die Primärquelle tatsächlich nicht erreichbar ist, etwa bei einem vergriffenen Werk, einem unveröffentlichten Manuskript oder einer Quelle in einer Sprache, die du nicht liest. Nicht erreichbar heißt nicht: nicht in der eigenen Institutsbibliothek vorhanden. Der österreichische Bibliothekenverbund und die Fernleihe kosten dich ein paar Tage und sind der übliche Weg.

Ein Sekundärzitat sieht in den beiden verbreitetsten Systemen so aus. Das Muster bleibt gleich, nur die Anordnung ändert sich.

  • Deutsche Zitierweise, Fußnote: Vgl. Steiner 1998, S. 112, zit. n. Gruber 2023, S. 45.
  • APA 7, im Text: (Steiner, 1998, as cited in Gruber, 2023)

Im Literaturverzeichnis steht in beiden Fällen nur das Werk, das du wirklich in der Hand hattest, also Gruber. Wer beide Titel aufnimmt, behauptet eine Lektüre, die nicht stattgefunden hat.

⚠️ Achtung

Ein Sekundärzitat übernimmt auch die Fehler der Zwischenquelle. Falsche Jahreszahlen, verkürzte Aussagen und aus dem Zusammenhang gerissene Sätze wandern ungeprüft in deine Arbeit. Häufen sich Sekundärzitate in einem Kapitel, liest sich das für die Begutachtung wie ein Hinweis darauf, dass die Grundlagenliteratur nicht gelesen wurde.

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Zitierfähig und zitierwürdig: welche Quellen du verwenden darfst

Vor der Frage, wie du zitierst, steht die Frage, was du überhaupt zitieren darfst. Dafür gibt es im wissenschaftlichen Arbeiten zwei getrennte Kriterien, die regelmäßig verwechselt werden: Zitierfähigkeit und Zitierwürdigkeit. Eine Quelle muss beide erfüllen, nicht nur eines von beiden.

Zitierfähig ist eine Quelle, wenn sie veröffentlicht und für Dritte dauerhaft auffindbar ist. Das ist eine reine Zugangsfrage. Zitierwürdig ist sie, wenn ihr Inhalt wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, also nachvollziehbar entstanden, fachlich geprüft und einer verantwortlichen Person oder Institution zuzuordnen ist. Das ist eine Qualitätsfrage.

Quellen, die beide Kriterien erfüllen

  • Fachaufsätze aus begutachteten Zeitschriften, mit DOI auffindbar.
  • Monografien und Sammelbände aus Wissenschaftsverlagen.
  • Amtliche Statistiken, etwa von Statistik Austria.
  • Approbierte Diplomarbeiten und Dissertationen aus dem Hochschulschriftenverzeichnis.

Quellen, an denen es scheitert, und woran genau

  • Vorlesungsunterlagen aus Moodle sind nicht öffentlich und damit meist nicht zitierfähig.
  • Wikipedia-Artikel sind zitierfähig, nennen aber keine verantwortliche Person und sind deshalb nicht zitierwürdig.
  • Antworten von Sprachmodellen sind nicht reproduzierbar und scheitern schon an der Zitierfähigkeit.
  • Boulevardzeitungen sind zitierfähig, als Beleg für Sachaussagen aber nicht zitierwürdig.

Der Fall der Boulevardzeitung zeigt, warum sich Zitierwürdigkeit nicht pauschal beantworten lässt. Wer über Pensionspolitik schreibt, zitiert dort keine Zahlen. Wer über die mediale Darstellung von Pensionspolitik schreibt, zitiert genau diese Artikel, und zwar als Material, nicht als Beleg. Entscheidend ist die Rolle, die die Quelle in deiner Arbeit spielt.

Bei Onlinequellen kommt die Frage der Stabilität dazu, weil Seiten verschwinden und Adressen sich ändern. Welche Angaben eine Internetquelle vollständig machen und wie du sie gegen Linkverlust sicherst, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen. Für gedruckte Werke gilt die Systematik aus dem Beitrag zum Zitieren von Büchern.

Welchen Zitierstil du nimmst: vier Systeme im Vergleich

Ein Zitierstil legt fest, wo der Beleg steht und in welcher Reihenfolge seine Bestandteile angeordnet sind. Inhaltlich verlangen alle Stile dasselbe, nämlich Autor, Jahr, Titel und Fundstelle. Sie unterscheiden sich in der Form, nicht in der Substanz, und genau deshalb ist die Wahl weniger dramatisch, als sie sich anfühlt.

Die vier in Österreich verbreiteten Systeme lassen sich in zwei Gruppen sortieren. Autor-Jahr-Systeme setzen den Kurzbeleg in Klammern direkt in den Fließtext. Fußnotensysteme setzen ihn ans Seitenende und halten den Text frei von Klammern. Wer beides in einer Arbeit mischt, macht den häufigsten Formfehler überhaupt.

ZitierstilBeleg im TextVerbreitet in
Deutsche ZitierweiseFußnote am SeitenendeRechtswissenschaft, Geschichte, Geisteswissenschaften
Harvard(Gruber 2023, S. 45)Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
APA 7(Gruber, 2023, S. 45)Psychologie, Bildungswissenschaft
Chicago 18Fußnote oder Autor-Jahrenglischsprachige Fachliteratur

Die Reihenfolge, in der du entscheidest, ist immer dieselbe. Zuerst gilt die Vorgabe deines Instituts oder deiner Studienrichtung, und zwar auch dann, wenn sie von der Fachüblichkeit abweicht. Gibt es keine Vorgabe, orientierst du dich am Stil der Fachliteratur, die du ohnehin liest. Einen österreichweit festgelegten Zitierstil gibt es nicht, und keine der Rechtsgrundlagen schreibt einen vor.

Auch eine verbindliche Norm nimmt dir die Entscheidung nicht ab. DIN ISO 690:2013-10 ist zurückgezogen (Stand: September 2026), und die internationale ISO 690:2021 ist kostenpflichtig und an österreichischen Hochschulen kaum flächendeckend eingeführt. Wie die beiden im deutschsprachigen Raum meistgenutzten Systeme im Detail funktionieren, zeigen unsere Beiträge zur deutschen Zitierweise und zur Harvard-Zitierweise.

Seitenangaben richtig setzen: S., f. und ff.

Die Seitenangabe führt vom Beleg zur konkreten Stelle und ist damit der Teil, an dem sich die geforderte Kenntlichmachung praktisch entscheidet. Im deutschsprachigen Raum wird sie mit „S." eingeleitet, gefolgt von der Zahl. Für Bereiche gibt es zwei Kurzformen, die häufig falsch verwendet werden.

Die Abkürzung „f." steht für die zitierte Seite und die folgende, also für genau zwei Seiten. „ff." steht für die zitierte Seite und mehrere folgende, ohne dass festgelegt wäre, wie viele. Genau diese Unbestimmtheit ist der Grund, warum „ff." in vielen Leitfäden inzwischen unerwünscht ist: Wer sie liest, weiß nicht, wo er aufhören soll zu suchen.

Gemeint istDeutsche SchreibweiseAPA 7
Eine SeiteS. 64p. 64
Zwei aufeinanderfolgende SeitenS. 64 f.pp. 64–65
Mehrere folgende SeitenS. 64 ff.pp. 64–71
Zwei getrennte SeitenS. 64 und S. 78pp. 64, 78

APA 7 kennt keine Entsprechung zu „f." und „ff." und verlangt stattdessen die ausgeschriebene Spanne mit Anfangs- und Endseite. Wer eine deutschsprachige Gewohnheit in eine englischsprachige Arbeit mitnimmt, produziert dort einen Formfehler. Dasselbe gilt umgekehrt für Chicago und MLA, die ebenfalls mit vollständigen Seitenbereichen arbeiten.

Bei Quellen ohne Seitenzahlen, also bei vielen Onlinetexten, tritt eine andere Fundstellenangabe an ihre Stelle. Üblich sind die Absatznummer, die Nummer des Abschnitts oder die Zwischenüberschrift, unter der die Aussage steht. Eine Angabe ganz wegzulassen ist nur bei kurzen Texten sinnvoll, in denen die Stelle ohnehin sofort auffindbar ist.

Typische Fehler beim Zitieren

Die meisten Beanstandungen entstehen nicht aus Unwissen über Zitierregeln, sondern in den letzten Tagen vor der Abgabe, wenn Belege nachgetragen statt mitgeschrieben werden. Vier Fehler tauchen dabei so regelmäßig auf, dass sich ein gezielter Durchgang durch die fertige Arbeit lohnt.

Jeder der vier Fehler lässt sich in wenigen Minuten prüfen, wenn du gezielt danach suchst. Am günstigsten ist eine Runde für die ganze Arbeit, statt Kapitel für Kapitel. Wo das Zitieren in den Gesamtablauf gehört, zeigt unser Beitrag zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Ein Beleg am Absatzende soll den ganzen Absatz decken

Ein Beleg gilt für den Satz, an dem er steht, nicht rückwirkend für alles davor. Wer fünf Sätze aus einer Quelle zusammenfasst und erst hinter den fünften eine Fußnote setzt, lässt vier Sätze unbelegt. Der saubere Weg ist eine Redeeinleitung zu Beginn der Passage, etwa „Gruber unterscheidet drei Verfahren", gefolgt vom Beleg am Ende der Passage.

Zwei Zitierstile in einer Arbeit

Fußnotensystem und Autor-Jahr-System nebeneinander zu verwenden, ist der häufigste Formfehler in Abschlussarbeiten. Entstanden ist er meist beim Zusammenkopieren eigener Seminararbeiten aus verschiedenen Semestern. Entscheide dich früh für ein System und prüfe vor der Abgabe gezielt das Kapitel, das du zuerst geschrieben hast.

Die Übersetzung wurde nicht als Übernahme behandelt

Eine aus dem Englischen übersetzte Passage ist eine Übernahme, und das HS-QSG nennt sie ausdrücklich. Übersetzt du wortgetreu, entsteht ein direktes Zitat, das üblicherweise mit dem Hinweis auf die eigene Übersetzung versehen wird. Fasst du den Inhalt zusammen, entsteht eine Paraphrase. Ohne Beleg ist beides ein Plagiat.

Die Quelle steht im Text, aber nicht im Literaturverzeichnis

Jede im Text belegte Quelle steht auch im Literaturverzeichnis, und umgekehrt taucht dort nichts auf, was im Text nie vorkommt. Beides fällt beim Gegenlesen sofort auf und wirkt unsauber. Am schnellsten findest du solche Lücken, indem du das Verzeichnis von hinten nach vorn durchgehst und jeden Eintrag im Text suchst.

Fazit

Richtig zitieren ist in Österreich weniger eine Stilfrage als eine Rechtsfrage, weil das HS-QSG das Plagiat selbst definiert. Kläre zuerst, welchen Stil dein Institut verlangt, notiere Autor, Jahr und Seitenzahl im Moment des Lesens statt später, und behandle Paraphrase und Übersetzung genauso streng wie das wortgetreue Zitat.

Wer beim Lesen mitschreibt, muss beim Schreiben nichts suchen. Fast jeder Zitierfehler entsteht erst danach.

Wie es weitergeht


Du erhebst eigene Daten statt fremde zu zitieren?

Ergebnisse aus einer eigenen Befragung musst du nicht zitieren, sie sind deine Datengrundlage und gehören in den Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erstellst du dafür kostenlos eine Umfrage. Wie du den Fragebogen aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Richtig zitieren bedeutet, jede fremde Idee so kenntlich zu machen, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wortgetreu Übernommenes steht in doppelten Anführungszeichen, sinngemäß Übernommenes in eigenen Worten, und beide tragen einen Beleg mit Autor, Jahr und Fundstelle. Welche Form der Beleg hat, legt der Zitierstil deines Instituts fest.

Seit 1. Juli 2024 definiert § 2a Abs. 3 Z 4 Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz das Plagiat einheitlich für alle österreichischen Hochschulen. Erfasst ist die Übernahme von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkenntnissen und Daten in direkter, paraphrasierter oder übersetzter Form ohne Kenntlichmachung der Quelle und der Urheberschaft.

Ja. Das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz nennt die paraphrasierte Übernahme ausdrücklich neben der direkten. Maßgeblich ist der Inhalt, nicht der Wortlaut. Eine Paraphrase ohne Beleg ist damit genauso ein Plagiat wie eine wortgetreue Übernahme ohne Anführungszeichen, auch wenn kein einziger Satz übereinstimmt.

Ja. Das österreichische Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz nennt die übersetzte Übernahme in derselben Aufzählung wie die direkte und die paraphrasierte. Wer eine englischsprachige Passage ins Deutsche überträgt und keinen Beleg setzt, begeht ein Plagiat, auch wenn im Text kein Satz mit dem Original übereinstimmt.

Die Abkürzung f. steht für die genannte Seite und die folgende, umfasst also genau zwei Seiten. Die Abkürzung ff. steht für die genannte Seite und mehrere folgende, ohne die Anzahl festzulegen. APA 7 kennt beide Formen nicht und verlangt stattdessen den ausgeschriebenen Seitenbereich mit Anfangs- und Endseite.

Vorrang hat immer die Vorgabe deines Instituts oder deiner Studienrichtung. Einen österreichweit festgelegten Zitierstil gibt es nicht. Gibt es keine Vorgabe, orientierst du dich an der Fachliteratur deines Faches: Rechtswissenschaft und Geschichte arbeiten überwiegend mit der Fußnotenzitierweise, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Harvard oder APA.

Bei schwerem und vorsätzlichem Fehlverhalten sieht § 2a Abs. 4 Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz einen Ausschluss vom Studium von bis zu zwei Semestern vor, gegen den eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht möglich ist. In leichteren Fällen greift zuerst die Satzung der jeweiligen Hochschule, meist mit Nachbesserung oder Nichtbeurteilung.

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