Das korrekte Zitieren ist immer wieder ein zentrales Thema beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, da der richtige Einsatz hier über die mögliche Entstehung eines Plagiats und somit über das Bestehen der Arbeit entscheidet. Daher erfährst du im folgenden Artikel alle relevanten Regeln im Umgang mit Zitaten und lernst die wichtigsten Zitierstile kennen.
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Jetzt kostenlos startenWarum ist das Zitieren so wichtig?
Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten greifen auf bestehende Forschungsergebnisse anderer Autoren zurück bzw. setzen sich kritisch mit dem aktuellen Forschungsstand auf ihrem jeweiligen Themengebiet auseinander. Da die Einbindung fremden Gedankenguts in die eigene Arbeit zwingend als solches gekennzeichnet werden muss, sind Zitate eines der wesentlichen Merkmale wissenschaftlicher Arbeiten. So werden zum einen Aussagen im Text belegt und, für den Leser transparent nachvollziehbar, die wissenschaftliche Leistung anderer Autoren honoriert.
Daher ist ein sicherer Umgang mit dem Einsatz von Zitaten essentiell wichtig für jeden, der plant im akademischen Rahmen eine Arbeit zu verfassen. Andernfalls besteht das Risiko ein Plagiat in der eigenen Arbeit zu begehen. Dies ist nicht nur “nicht wissenschaftlich”, sondern de facto auch der Diebstahl fremden geistigen Eigentums und kann deshalb Konsequenzen bis hin zum Nichtbestehen der Arbeit haben.
Direkte Zitate
Bei einem direkten Zitat übernimmt man wortwörtlich ein Wort, einen Satz oder eine ganze Passage aus einer anderen Quelle. Wichtig dabei ist das Zitat mit Anführungszeichen zu kennzeichnen und auf jeden Fall komplett unverändert zu lassen. Zusätzlich darf durch die Einbettung in einen anderen Kontext natürlich der ursprüngliche Sinn nicht verfälscht werden. Es ist anzumerken, dass direkte Zitate nur bei besonders prägnanten Aussagen verwendet werden sollten, da wortwörtliche Übernahmen erst einmal keine Eigenleistung darstellen.
Ein paar Formalien gilt es hier noch zu beachten:
- Einzelne ausgelassene Wörter werden mit “[..]”, mehrere mit “[...]” gekennzeichnet
- Bei Fehlern im direkten Zitat, werden diese mit einem hinter dem betroffenen Wort folgenden “[sic!]” gekennzeichnet
- Fremdsprachige Zitate müssen in der Fußnote übersetzt werden (ausgenommen Englisch)
Indirekte Zitate
Bei indirekten Zitaten bezieht man sich in der eigenen Arbeit sinngemäß auf Inhalte anderer Quellen - das eigentliche Zitat wird also in eigenen Worten paraphrasiert. Die Wiedergabe des Zitats erfolgt dabei im Konjunktiv, wobei der ursprüngliche Sinn der Aussage beibehalten werden muss. Der Verweis auf die Originalquelle erfolgt hier mit einem “Vgl.” und nachfolgend der Quelle in Klammern.
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Jetzt kostenlos startenSekundärzitate
Bei wissenschaftlichen Arbeiten wird zunächst in jedem Fall versucht bei Zitaten die jeweilige Primärquelle zu verwenden. Dennoch können sogenannte Sekundärzitate eingesetzt werden, wenn die Primärquelle nicht verfügbar ist. So bezieht man sich hier auf ein Werk, bei welchem wiederum ein anderer Autor auf die Primärquelle verweist, was in diesem Fall zusätzlich mit einem “zit. n.” (zitiert nach) gekennzeichnet werden muss.
Zitierstile
Zumeist wird bei den Zitierstilen zwischen der amerikanischen, welche die Stile “APA” und “Harvard” umfasst, und dem deutschen Zitierstil unterschieden. Bei der Auswahl der Zitierweise solltest du die Vorgaben und etwaige Besonderheiten deiner Uni, Fakultät und Dozenten beachten. Wichtig ist in jedem Fall, dass ein einheitlicher Stil verwendet wird.
- Deutsche Zitierweise
Bei der deutschen Zitierweise werden Zitate durch eine hochgestellte Zahl hinter dem jeweiligen Zitat gekennzeichnet. Diese Zahl wird dann in der Fußnote auf der entsprechenden Seite aufgegriffen und dort mit einem Kurz- oder Vollbeleg als Angabe zur Quelle vermerkt. Zusätzlich wird die verwendete Quelle mit vollständigen Quellenangaben wie Auflage, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr etc. in das Literaturverzeichnis eingepflegt.
Mehr Infos und weitere Beispiele zur Deutschen Zitierweise findest du hier.
- Harvard Zitierweise
Bei der Harvard Zitierweise wird die Quelle direkt im Fließtext angegeben und nicht, wie bei der Deutschen Zitierweise, über den “Umweg” einer Fußnote. So erfolgt nach dem Zitat die Angabe von Autorenname, Jahreszahl und Seitenzahl in Klammern, wobei auch hier weiterführende Informationen zur Quelle im Literaturverzeichnis zu finden sind. Während Kritiker diesen Zitierstil als unvollständig ansehen, ist zugleich positiv, dass der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Mehr Infos und weitere Beispiele zur Harvard Zitierweise findest du hier.
- APA Zitierweise
Die APA Zitierweise wurde von der American Psychological Association (APA) herausgegeben und wird häufig in Psychologie und Sozialwissenschaften verwendet. Ähnlich wie beim Zitieren nach Harvard werden die Verweise direkt im Fließtext mit der Angabe des Autors sowie der Jahres- und Seitenzahl eingefügt.
Zitierfähige Quellen
Vor dem Einsatz von Zitaten ist zunächst einmal ein besonderes Augenmerk auf die Zitierfähigkeit der Quelle zu richten. So gibt es eine Vielzahl an Quellentypen (Bücher, Zeitschriften, Internet etc.), die Informationen über das Themengebiet der eigenen wissenschaftlichen Forschung enthalten. Jedoch sollte man vor dem Zitieren überprüfen, ob es sich bei der Quelle auch um eine valide wissenschaftliche Ausarbeitung handelt. So kann man Fachliteratur, wissenschaftliche Journale, Konferenzbände etc. gewöhnlicherweise bedenkenlos zitieren, wobei man populärwissenschaftliche Literatur- und Zeitschriften meiden sollte. Bei Internetquellen ist jeweils individuell abzuwägen, ob diese im jeweiligen Einzelfall verwendet werden kann, wobei Kriterien wie das Vorhandensein bibliografischer Daten, Renommee des Autors bzw. der Institution etc. eine entscheidende Rolle spielen.
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Jetzt kostenlos startenSeitenangaben
Auch bei den Seitenangaben zu einer Quelle müssen ein paar Formalitäten beachtet werden:
- Eine Seite:
"S. 64” - Zwei Seiten, die nicht hintereinander folgend sind:
“S. 64 und 78” - Seite X bis Seite Y:
“S. 64-78” - Zwei hintereinander folgende Seiten:
“S. 64f.” - Mehrere hintereinander folgende Seiten:
“S. 64ff.”
Nach den Grundlagen der wissenschaftlichen Arbeiten kommt nun die empirische Forschung
Nun hast du die Grundlagen der Wissenschaft und den grundsätzlichen Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit kennengelernt. In den folgenden Kapiteln zeigen wir dir nun Schritt für Schritt, wie eine Forschungsarbeit aussieht, wenn du diese mit einer empirischen Forschung unterlegen möchtest.
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