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Richtig zitieren: Regeln, Zitatarten und Beispiele

Ein wörtliches Zitat erkennt jeder an den Anführungszeichen. Bei der Paraphrase wird der Beleg viel öfter vergessen, obwohl sie genauso einen braucht. Hier stehen die Regeln für beide.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Co-Gründervon Marvin DeppingAktualisiert am 4. September 2026Lesezeit 13 Min.

Du sitzt vor einem Absatz, der genau das sagt, was du auch schreiben willst, nur besser. Übernimmst du ihn wörtlich, brauchst du Anführungszeichen. Schreibst du ihn um, halten viele die Sache damit für erledigt.

Richtig zitieren heißt: Du machst bei jeder fremden Idee kenntlich, woher sie stammt, und zwar so genau, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wörtlich Übernommenes steht dabei in Anführungszeichen, sinngemäß Übernommenes in deinen eigenen Worten, und beide bekommen einen Beleg mit Autor, Jahr und Seite. Am Ende dieses Beitrags kennst du die drei Zitatarten und hast für jede ein Musterbeispiel zum Übernehmen.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Ein Plagiat ist die Übernahme ohne hinreichende Quellenangabe.
  • Auch die Paraphrase in eigenen Worten braucht einen Beleg.
  • Direkte Zitate stehen unverändert in doppelten Anführungszeichen.
  • Die Abkürzung „Vgl." gehört zur deutschen Zitierweise, nicht zu APA.
  • Maßgeblich bleibt die Vorgabe deines Fachbereichs.

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Warum richtig zitieren Pflicht ist und was als Plagiat gilt

Zitieren ist keine Formsache, sondern die Bedingung dafür, dass deine Arbeit überprüfbar bleibt. Wer eine Behauptung liest, muss nachschlagen können, worauf sie beruht. Fehlt der Beleg, sieht es aus, als hättest du den Gedanken selbst entwickelt, und genau diese Verwechslung macht die Übernahme zum Plagiat.

Die maßgebliche Definition steht nicht in einem Ratgeber, sondern in der Verfahrensordnung zum Kodex der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nach § 4 Nr. 1 der DFG-Verfahrensordnung begeht ein Plagiat, wer wissenschaftliche Inhalte, die er nicht allein erarbeitet hat, „ohne hinreichende Quellenangabe" übernimmt. Drei Wörter dieser Formulierung entscheiden im Zweifel über den Fall.

Warum Umformulieren allein keine Quellenangabe ersetzt

Die DFG-Verfahrensordnung spricht von Inhalten, nicht vom Wortlaut. Damit ist der verbreitetste Irrtum beim Zitieren erledigt: Wer einen fremden Gedanken in eigene Worte fasst und keinen Beleg setzt, hat ihn genauso übernommen wie jemand, der ihn wörtlich abschreibt. Der Text sieht anders aus, der Inhalt ist derselbe. Genau deshalb steht die Paraphrase in diesem Beitrag gleichberechtigt neben dem wörtlichen Zitat.

Was „hinreichend" für deine Quellenangabe bedeutet

Hinreichend ist eine Quellenangabe dann, wenn eine andere Person mit ihr allein die Stelle wiederfindet. Das ist ein Ergebnismaßstab, kein Formmaßstab. Eine formal makellose Angabe, die auf die Startseite eines Statistikportals statt auf die konkrete Tabelle zeigt, erfüllt ihn nicht. Eine schlicht gebaute Angabe mit Autor, Jahr, Titel und Seitenzahl erfüllt ihn dagegen sofort.

Bemerkenswert ist außerdem, was in der DFG-Definition fehlt: eine Absicht. Ob du eine Quelle bewusst verschwiegen oder beim Zusammenschreiben schlicht vergessen hast, spielt für die Einordnung als Plagiat keine Rolle. Wie deine Hochschule den Fall anschließend bewertet, steht in ihrer Prüfungsordnung, und dort ist die Fahrlässigkeit oft sehr wohl von Bedeutung. Was bei einem Verstoß auf dich zukommt, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit.

Direktes Zitat: wörtlich übernehmen, ohne etwas zu verändern

Ein direktes Zitat ist die wortgetreue Übernahme einer Textstelle aus einer fremden Quelle, gekennzeichnet durch doppelte Anführungszeichen und einen Beleg mit Seitenzahl. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Hervorhebungen bleiben dabei genau so, wie sie im Original stehen, auch wenn sie veraltet oder fehlerhaft sind.

Die Treuepflicht gegenüber dem Original ist der Grund, warum das direkte Zitat sparsamer eingesetzt wird, als die meisten Studierenden vermuten. Eine wörtliche Übernahme zeigt zunächst nur, dass du eine Stelle gefunden hast, nicht dass du sie verstanden hast. Sie lohnt sich deshalb bei Definitionen, bei besonders prägnanten Formulierungen und überall dort, wo du den genauen Wortlaut anschließend analysierst.

Innerhalb des Zitats darfst du eingreifen, aber jeder Eingriff wird sichtbar gemacht. Vier Formen decken praktisch alles ab, was in einer Abschlussarbeit vorkommt.

  • Auslassung: drei Punkte in eckigen Klammern, also [...]. Ältere Leitfäden unterscheiden zusätzlich zwischen einem und mehreren ausgelassenen Wörtern, das ist heute unüblich.
  • Eigene Ergänzung: in eckige Klammern setzen und mit einem Kürzel kennzeichnen, etwa [Anm. d. Verf.].
  • Fehler im Original: unmittelbar dahinter [sic] setzen, damit erkennbar ist, dass der Fehler nicht von dir stammt.
  • Eigene Hervorhebung: im Beleg vermerken, üblich ist der Zusatz „Hervorhebung durch die Verfasserin" beziehungsweise „durch den Verfasser".

Ab wann ein direktes Zitat eingerückt wird

Längere wörtliche Zitate werden als eigener eingerückter Block gesetzt und verlieren dabei die Anführungszeichen. Wo die Grenze verläuft, legt der Zitierstil fest, und die Angaben unterscheiden sich deutlich. Die American Psychological Association zieht sie bei einer klaren Zahl: Nach den APA-Richtlinien zu Quotations wird jedes Zitat ab 40 Wörtern als Blockzitat gesetzt, eingerückt und ohne Anführungszeichen.

Im deutschsprachigen Raum gibt es für die Grenze zum Blockzitat keine vergleichbar feste Zahl. Verbreitet ist die Faustregel, ab etwa drei Zeilen einzurücken, festgelegt ist sie nirgends. Steht im Merkblatt deines Lehrstuhls eine andere Grenze, gilt diese. Steht dort gar nichts, wählst du eine Grenze und hältst sie in der gesamten Arbeit durch.

💡 Tipp

Notiere dir die Seitenzahl in dem Moment, in dem du eine Stelle kopierst, nicht später. Direkte Zitate ohne Seitenzahl sind der häufigste Grund dafür, dass in den letzten Tagen vor der Abgabe noch einmal ganze Bücher durchgeblättert werden.

Indirektes Zitat: mit eigenen Worten, aber mit Beleg

Ein indirektes Zitat, auch Paraphrase genannt, gibt den Inhalt einer fremden Quelle sinngemäß in eigenen Worten wieder und trägt trotzdem einen vollständigen Beleg. Anführungszeichen entfallen, die Quellenangabe nicht. Das indirekte Zitat ist in wissenschaftlichen Arbeiten der Normalfall, das direkte die Ausnahme.

Eine echte Paraphrase erkennst du daran, dass sich Satzbau und Wortwahl verändert haben, nicht nur einzelne Begriffe. Wer lediglich Synonyme einsetzt und die Satzstruktur des Originals stehen lässt, produziert kein indirektes Zitat, sondern ein schlecht getarntes direktes. Prüfsoftware findet solche Stellen zuverlässig, und Prüfende erkennen sie am Bruch im Schreibstil.

Wann „Vgl." vor dem Beleg steht und wann nicht

Die Abkürzung „Vgl." für „vergleiche" ist kein allgemeines Kennzeichen der Paraphrase, sondern an einen Zitierstil gebunden. In der deutschen Zitierweise leitet sie die Fußnote zu einem indirekten Zitat ein und trennt es damit sichtbar vom wörtlichen. In der Harvard-Zitierweise wird sie im deutschsprachigen Raum uneinheitlich gehandhabt. In APA 7 gibt es kein Äquivalent dazu, dort steht die Paraphrase schlicht mit Autor und Jahr.

ZitierstilBeleg bei der ParaphraseSeitenzahl
Deutsche ZitierweiseFußnote, eingeleitet mit „Vgl."in der Regel verlangt
Harvard(Müller 2023, S. 45), „vgl." je nach Vorgabemeist verlangt
APA 7(Müller, 2023)empfohlen, nicht vorgeschrieben
Chicago 18Fußnote ohne feste Einleitungsformelin der Regel verlangt

Stand: September 2026, Änderungen möglich.

Der Konjunktiv bei der Paraphrase ist ein Werkzeug, keine Pflicht

Viele Leitfäden schreiben, die Paraphrase gehöre in den Konjunktiv. Das trifft den Kern nicht ganz. Der Konjunktiv der indirekten Rede zeigt an, dass hier eine fremde Position wiedergegeben wird und nicht deine eigene, und genau dafür ist er gedacht. Er wird deshalb dort gebraucht, wo sonst unklar bliebe, wer spricht.

Über mehrere Absätze hinweg wird derselbe Konjunktiv allerdings schwer lesbar. In vielen Fächern ist es üblich, die Distanz stattdessen über eine Redeeinleitung herzustellen: „Nach Müller (2023) hängt die Rücklaufquote vor allem von der Länge des Fragebogens ab." Wer spricht, ist damit ebenso eindeutig geklärt. Welche der beiden Formen dein Fachbereich erwartet, steht in seinem Leitfaden.

Sekundärzitat: wenn du an die Originalquelle nicht herankommst

Ein Sekundärzitat ist die Übernahme einer Aussage, die du nicht im Original gelesen hast, sondern in einem anderen Werk, das sie ihrerseits zitiert. Gekennzeichnet wird es mit dem Zusatz „zit. n." für „zitiert nach", im Englischen mit „as cited in". Beide Quellen werden dabei genannt, gelesen hast du nur eine.

Erlaubt ist das Sekundärzitat nur, wenn die Primärquelle tatsächlich nicht erreichbar ist, etwa bei einem vergriffenen Werk, einem unveröffentlichten Manuskript oder einer Quelle in einer Sprache, die du nicht liest. Nicht erreichbar heißt nicht: nicht in der eigenen Bibliothek vorhanden. Die Fernleihe kostet dich ein paar Tage und ist der übliche Weg.

Ein Sekundärzitat sieht in den beiden verbreitetsten Systemen so aus. Das Muster bleibt gleich, nur die Anordnung ändert sich.

  • Deutsche Zitierweise, Fußnote: Vgl. Schmidt 1998, S. 112, zit. n. Müller 2023, S. 45.
  • APA 7, im Text: (Schmidt, 1998, as cited in Müller, 2023)

Im Literaturverzeichnis steht in beiden Fällen nur das Werk, das du wirklich in der Hand hattest, also Müller. Wer beide Titel aufnimmt, behauptet eine Lektüre, die nicht stattgefunden hat.

⚠️ Achtung

Ein Sekundärzitat übernimmt auch die Fehler der Zwischenquelle. Falsche Jahreszahlen, verkürzte Aussagen und aus dem Zusammenhang gerissene Sätze wandern ungeprüft in deine Arbeit. Häufen sich Sekundärzitate in einem Kapitel, liest sich das für Prüfende wie ein Hinweis darauf, dass die Grundlagenliteratur nicht gelesen wurde.

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Zitierfähig und zitierwürdig: welche Quellen du verwenden darfst

Vor der Frage, wie du zitierst, steht die Frage, was du überhaupt zitieren darfst. Dafür gibt es im wissenschaftlichen Arbeiten zwei getrennte Kriterien, die regelmäßig verwechselt werden: Zitierfähigkeit und Zitierwürdigkeit. Eine Quelle muss beide erfüllen, nicht nur eines von beiden.

Zitierfähig ist eine Quelle, wenn sie veröffentlicht und für Dritte dauerhaft auffindbar ist. Das ist eine reine Zugangsfrage. Zitierwürdig ist sie, wenn ihr Inhalt wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, also nachvollziehbar entstanden, fachlich geprüft und einer verantwortlichen Person oder Institution zuzuordnen ist. Das ist eine Qualitätsfrage.

Quellen, die beide Kriterien erfüllen

  • Fachaufsätze aus begutachteten Zeitschriften, mit DOI auffindbar.
  • Monografien und Sammelbände aus Wissenschaftsverlagen.
  • Amtliche Statistiken, etwa des Statistischen Bundesamtes.
  • Veröffentlichte Dissertationen und Habilitationsschriften.

Quellen, an denen es scheitert, und woran genau

  • Vorlesungsskripte sind selten öffentlich zugänglich und damit meist nicht zitierfähig.
  • Wikipedia-Artikel sind zitierfähig, nennen aber keine verantwortliche Person und sind deshalb nicht zitierwürdig.
  • Antworten von Sprachmodellen sind nicht reproduzierbar und scheitern schon an der Zitierfähigkeit.
  • Boulevardzeitungen sind zitierfähig, als Beleg für Sachaussagen aber nicht zitierwürdig.

Der Fall der Boulevardzeitung zeigt, warum sich Zitierwürdigkeit nicht pauschal beantworten lässt. Wer über Rentenpolitik schreibt, zitiert dort keine Zahlen. Wer über mediale Darstellung von Rentenpolitik schreibt, zitiert genau diese Artikel, und zwar als Material, nicht als Beleg. Entscheidend ist die Rolle, die die Quelle in deiner Arbeit spielt.

Bei Onlinequellen kommt die Frage der Stabilität dazu, weil Seiten verschwinden und Adressen sich ändern. Welche Angaben eine Internetquelle vollständig machen und wie du sie gegen Linkverlust sicherst, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen. Für gedruckte Werke gilt die Systematik aus dem Beitrag zum Zitieren von Büchern.

Welchen Zitierstil du nimmst: vier Systeme im Vergleich

Ein Zitierstil legt fest, wo der Beleg steht und in welcher Reihenfolge seine Bestandteile angeordnet sind. Inhaltlich verlangen alle Stile dasselbe, nämlich Autor, Jahr, Titel und Fundstelle. Sie unterscheiden sich in der Form, nicht in der Substanz, und genau deshalb ist die Wahl weniger dramatisch, als sie sich anfühlt.

Die vier im deutschsprachigen Raum verbreiteten Systeme lassen sich in zwei Gruppen sortieren. Autor-Jahr-Systeme setzen den Kurzbeleg in Klammern direkt in den Fließtext. Fußnotensysteme setzen ihn ans Seitenende und halten den Text frei von Klammern. Wer beides in einer Arbeit mischt, macht den häufigsten Formfehler überhaupt.

ZitierstilBeleg im TextVerbreitet in
Deutsche ZitierweiseFußnote am SeitenendeJura, Geschichte, Geisteswissenschaften
Harvard(Müller 2023, S. 45)Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
APA 7(Müller, 2023, S. 45)Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften
Chicago 18Fußnote oder Autor-Jahrenglischsprachige Fachliteratur

Die Reihenfolge, in der du entscheidest, ist immer dieselbe. Zuerst gilt die Vorgabe deines Lehrstuhls oder deiner Prüfungsordnung, und zwar auch dann, wenn sie von der Fachüblichkeit abweicht. Gibt es keine Vorgabe, orientierst du dich am Stil der Fachliteratur, die du ohnehin liest. Der Leitfaden Zitieren der LMU München (2021) formuliert es ähnlich und betont, dass die gewählte Form durchgängig anzuwenden ist.

Eine verbindliche deutsche Norm, die dir die Entscheidung abnehmen würde, gibt es nicht. DIN ISO 690:2013-10 ist zurückgezogen (Stand: September 2026), und die internationale ISO 690:2021 ist kostenpflichtig und an deutschen Hochschulen kaum flächendeckend eingeführt. Wie die beiden im deutschsprachigen Raum meistgenutzten Systeme im Detail funktionieren, zeigen unsere Beiträge zur deutschen Zitierweise und zur Harvard-Zitierweise.

Seitenangaben richtig setzen: S., f. und ff.

Die Seitenangabe führt vom Beleg zur konkreten Stelle und ist damit der Teil, an dem sich „hinreichende Quellenangabe" praktisch entscheidet. Im deutschsprachigen Raum wird sie mit „S." eingeleitet, gefolgt von der Zahl. Für Bereiche gibt es zwei Kurzformen, die häufig falsch verwendet werden.

Die Abkürzung „f." steht für die zitierte Seite und die folgende, also für genau zwei Seiten. „ff." steht für die zitierte Seite und mehrere folgende, ohne dass festgelegt wäre, wie viele. Genau diese Unbestimmtheit ist der Grund, warum „ff." in vielen Leitfäden inzwischen unerwünscht ist: Wer sie liest, weiß nicht, wo er aufhören soll zu suchen.

Gemeint istDeutsche SchreibweiseAPA 7
Eine SeiteS. 64p. 64
Zwei aufeinanderfolgende SeitenS. 64 f.pp. 64–65
Mehrere folgende SeitenS. 64 ff.pp. 64–71
Zwei getrennte SeitenS. 64 und S. 78pp. 64, 78

APA 7 kennt keine Entsprechung zu „f." und „ff." und verlangt stattdessen die ausgeschriebene Spanne mit Anfangs- und Endseite. Wer eine deutsche Gewohnheit in eine englischsprachige Arbeit mitnimmt, produziert dort einen Formfehler. Dasselbe gilt umgekehrt für Chicago und MLA, die ebenfalls mit vollständigen Seitenbereichen arbeiten.

Bei Quellen ohne Seitenzahlen, also bei vielen Onlinetexten, tritt eine andere Fundstellenangabe an ihre Stelle. Üblich sind die Absatznummer, die Nummer des Abschnitts oder die Zwischenüberschrift, unter der die Aussage steht. Eine Angabe ganz wegzulassen ist nur bei kurzen Texten sinnvoll, in denen die Stelle ohnehin sofort auffindbar ist.

Typische Fehler beim Zitieren

Die meisten Beanstandungen entstehen nicht aus Unwissen über Zitierregeln, sondern in den letzten Tagen vor der Abgabe, wenn Belege nachgetragen statt mitgeschrieben werden. Vier Fehler tauchen dabei so regelmäßig auf, dass sich ein gezielter Durchgang durch die fertige Arbeit lohnt.

Jeder der vier Fehler lässt sich in wenigen Minuten prüfen, wenn du gezielt danach suchst. Am günstigsten ist eine Runde für die ganze Arbeit, statt Kapitel für Kapitel. Wo das Zitieren in den Gesamtablauf gehört, zeigt unser Beitrag zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Ein Beleg am Absatzende soll den ganzen Absatz decken

Ein Beleg gilt für den Satz, an dem er steht, nicht rückwirkend für alles davor. Wer fünf Sätze aus einer Quelle zusammenfasst und erst hinter den fünften eine Fußnote setzt, lässt vier Sätze unbelegt. Der saubere Weg ist eine Redeeinleitung zu Beginn der Passage, etwa „Müller unterscheidet drei Verfahren", gefolgt vom Beleg am Ende der Passage.

Zwei Zitierstile in einer Arbeit

Fußnotensystem und Autor-Jahr-System nebeneinander zu verwenden, ist der häufigste Formfehler in Abschlussarbeiten. Entstanden ist er meist beim Zusammenkopieren eigener Vorarbeiten aus verschiedenen Semestern. Entscheide dich früh für ein System und prüfe vor der Abgabe gezielt das Kapitel, das du zuerst geschrieben hast.

Das direkte Zitat wurde stillschweigend geglättet

Ein wörtliches Zitat, in dem eine Endung angepasst, ein Wort ergänzt oder eine alte Rechtschreibung modernisiert wurde, ist kein wörtliches Zitat mehr. Jede Anpassung gehört in eckige Klammern. Wenn das Zitat mit Klammern unleserlich wird, ist das ein Hinweis darauf, dass an dieser Stelle eine Paraphrase die bessere Wahl ist.

Die Quelle steht im Text, aber nicht im Literaturverzeichnis

Jede im Text belegte Quelle steht auch im Literaturverzeichnis, und umgekehrt taucht dort nichts auf, was im Text nie vorkommt. Beides fällt beim Gegenlesen sofort auf und wirkt unsauber. Am schnellsten findest du solche Lücken, indem du das Verzeichnis von hinten nach vorn durchgehst und jeden Eintrag im Text suchst.

Fazit

Richtig zitieren ist weniger eine Frage von Regelwissen als von Disziplin beim Mitschreiben. Kläre zuerst, welchen Stil dein Fachbereich verlangt, notiere Autor, Jahr und Seitenzahl im Moment des Lesens statt später, und behandle die Paraphrase genauso streng wie das wörtliche Zitat. Damit sind die meisten Fälle erledigt, bevor sie entstehen.

Wer beim Lesen mitschreibt, muss beim Schreiben nichts suchen. Fast jeder Zitierfehler entsteht erst danach.

Wie es weitergeht


Du erhebst eigene Daten statt fremde zu zitieren?

Ergebnisse aus einer eigenen Befragung musst du nicht zitieren, sie sind deine Datengrundlage und gehören in den Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erstellst du dafür kostenlos eine Umfrage. Wie du den Fragebogen aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Richtig zitieren bedeutet, jede fremde Idee so kenntlich zu machen, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wörtlich Übernommenes steht in doppelten Anführungszeichen, sinngemäß Übernommenes in eigenen Worten, und beide tragen einen Beleg mit Autor, Jahr und Fundstelle. Welche Form der Beleg hat, legt der Zitierstil deines Fachbereichs fest.

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut unverändert und steht in Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat gibt denselben Inhalt in eigenen Worten wieder und kommt ohne Anführungszeichen aus. Der Beleg ist in beiden Fällen Pflicht. In der deutschen Zitierweise wird das indirekte Zitat zusätzlich mit der Abkürzung Vgl. in der Fußnote gekennzeichnet.

Ja. Die Verfahrensordnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft definiert ein Plagiat als Übernahme wissenschaftlicher Inhalte ohne hinreichende Quellenangabe. Maßgeblich ist der Inhalt, nicht der Wortlaut. Eine Paraphrase ohne Beleg ist damit genauso ein Plagiat wie eine wörtliche Übernahme ohne Anführungszeichen, auch wenn kein einziger Satz übereinstimmt.

Ein Sekundärzitat ist nur zulässig, wenn die Originalquelle tatsächlich nicht erreichbar ist, etwa bei einem vergriffenen Werk oder einem unveröffentlichten Manuskript. Gekennzeichnet wird es mit zit. n. für zitiert nach, im Englischen mit as cited in. Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du selbst gelesen hast.

Die Abkürzung f. steht für die genannte Seite und die folgende, umfasst also genau zwei Seiten. Die Abkürzung ff. steht für die genannte Seite und mehrere folgende, ohne die Anzahl festzulegen. APA 7 kennt beide Formen nicht und verlangt stattdessen den ausgeschriebenen Seitenbereich mit Anfangs- und Endseite.

Vorrang hat immer die Vorgabe deines Lehrstuhls oder deiner Prüfungsordnung. Gibt es keine, orientierst du dich an der Fachliteratur deines Faches: Jura und Geschichte arbeiten überwiegend mit der deutschen Fußnotenzitierweise, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Harvard oder APA. Entscheidend ist, dass du den gewählten Stil in der gesamten Arbeit durchhältst.

Nein, in Deutschland gilt keine DIN-Norm zum Zitieren (Stand: September 2026). DIN ISO 690:2013-10 ist zurückgezogen, die internationale ISO 690:2021 ist kostenpflichtig und an deutschen Hochschulen kaum flächendeckend eingeführt. Verbindlich ist deshalb die Vorgabe deiner Hochschule, nicht eine Norm.

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