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Richtig zitieren: Regeln, Zitatarten und Schweizer Praxis

In der Schweiz gibt es keine landesweite Plagiatsregel für Studierende, dafür eine überraschend präzise Definition im Kodex der Akademien. Was daraus folgt, steht hier.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Mitgründervon Marvin DeppingAktualisiert am 4. September 2026Lesezeit 12 Min.

Vor dir liegt eine Passage, die deinen Gedanken präziser fasst, als es dir gelingt. Nimmst du sie wörtlich, brauchst du Anführungszeichen. Formulierst du sie um, scheint die Sache erledigt zu sein.

Richtig zitieren heisst: Du machst bei jeder fremden Idee kenntlich, woher sie stammt, und zwar so genau, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wörtlich Übernommenes steht dabei in Anführungszeichen, sinngemäss Übernommenes in deinen eigenen Worten, und beide bekommen einen Beleg mit Autor, Jahr und Seite. In der Schweiz kommt eine Besonderheit dazu: Es gibt keine landesweite Regel, sondern die Richtlinie deiner eigenen Hochschule.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Plagiat heisst: eigene und fremde Leistung sind nicht unterscheidbar.
  • Der Bund regelt nur die Forschung, nicht das Studium.
  • Selektives Zitieren gilt im Kodex als eigenes Fehlverhalten.
  • In der Schweiz sind Guillemets « » als Anführungszeichen üblich.
  • Massgeblich bleibt die Richtlinie deiner Hochschule.

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Warum richtig zitieren Pflicht ist und wer die Regeln setzt

Zitieren ist keine Formsache, sondern die Bedingung dafür, dass deine Arbeit überprüfbar bleibt. Wer eine Behauptung liest, muss nachschlagen können, worauf sie beruht. Fehlt der Beleg, wirkt der fremde Gedanke wie dein eigener, und genau diese Verwechslung macht die Übernahme zum Plagiat.

Der Kodex für wissenschaftliche Integrität der Akademien der Wissenschaften Schweiz (2021) formuliert die Definition ungewöhnlich präzise: Ein Plagiat liegt dort vor, wo sich die eigene Leistung nicht hinreichend von fremder oder von früherer eigener Leistung unterscheiden lässt. Der Prüfmassstab ist also die Unterscheidbarkeit, nicht die Zahl der übereinstimmenden Wörter.

Warum Umformulieren allein keine Quellenangabe ersetzt

Der Kodex nennt in derselben Fallgruppe die Verwendung von Arbeiten, Ideen und Formulierungen Dritter ohne korrekte Angabe der Quelle und zählt dabei die Struktur einer Argumentation ausdrücklich mit. Damit ist der verbreitetste Irrtum beim Zitieren erledigt: Wer einen fremden Gedankengang übernimmt und nur die Wörter austauscht, hat die fremde Leistung nicht unterscheidbar gemacht. Der Text sieht anders aus, die Leistung dahinter bleibt fremd.

Weshalb es keine schweizweite Plagiatsregel für Studierende gibt

Auf Bundesebene regelt allein das Forschungs- und Innovationsförderungsgesetz die wissenschaftliche Integrität. Es verpflichtet die Hochschulen in Artikel 26 FIFG lediglich dazu, eigene Vorschriften zu erlassen, und nennt als Beispiel für Fehlverhalten die Verwendung von Forschungsergebnissen Dritter ohne Angabe der Quelle. Eine Definition für studentische Arbeiten steht dort nicht.

Praktisch bedeutet das: Verbindlich ist immer die Richtlinie deiner Hochschule, und die unterscheidet sich zwischen ETH, kantonaler Universität und Fachhochschule spürbar. Wer eine Vorlage aus einem deutschen Ratgeber übernimmt, liegt deshalb häufig neben der eigenen Vorgabe. Was bei einem Verdachtsfall auf dich zukommt, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit.

Direktes Zitat: wörtlich übernehmen, ohne etwas zu verändern

Ein direktes Zitat ist die wortgetreue Übernahme einer Textstelle aus einer fremden Quelle, gekennzeichnet durch Anführungszeichen und einen Beleg mit Seitenzahl. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Hervorhebungen bleiben dabei genau so, wie sie im Original stehen, auch wenn sie veraltet oder fehlerhaft sind.

Die Treuepflicht gegenüber dem Original ist der Grund, warum das direkte Zitat sparsamer eingesetzt wird, als die meisten Studierenden vermuten. Eine wörtliche Übernahme zeigt zunächst nur, dass du eine Stelle gefunden hast, nicht dass du sie verstanden hast. Sie lohnt sich bei Definitionen, bei besonders prägnanten Formulierungen und überall dort, wo du den Wortlaut anschliessend analysierst.

Guillemets oder deutsche Anführungszeichen

In der Schweiz sind Guillemets in der Form « Zitat » üblich, während in Deutschland und Österreich die Form mit unterem und oberem Anführungszeichen vorherrscht. Die Bundeskanzlei schreibt die Guillemets für Bundestexte vor, für Hochschularbeiten gilt diese Weisung nicht. Verbindlich ist auch hier das Merkblatt deiner Hochschule, und wo es schweigt, entscheidest du dich für eine Form und behältst sie in der gesamten Arbeit bei.

Innerhalb des Zitats darfst du eingreifen, aber jeder Eingriff wird sichtbar gemacht. Vier Formen decken praktisch alles ab, was in einer Bachelor- oder Masterarbeit vorkommt.

  • Auslassung: drei Punkte in eckigen Klammern, also [...]. Ältere Leitfäden unterscheiden zusätzlich zwischen einem und mehreren ausgelassenen Wörtern, das ist heute unüblich.
  • Eigene Ergänzung: in eckige Klammern setzen und mit einem Kürzel kennzeichnen, etwa [Anm. d. Verf.].
  • Fehler im Original: unmittelbar dahinter [sic] setzen, damit erkennbar ist, dass der Fehler nicht von dir stammt.
  • Eigene Hervorhebung: im Beleg vermerken, üblich ist der Zusatz «Hervorhebung durch die Verfasserin» beziehungsweise «durch den Verfasser».

💡 Tipp

Notiere dir die Seitenzahl in dem Moment, in dem du eine Stelle kopierst, nicht später. Direkte Zitate ohne Seitenzahl sind der häufigste Grund dafür, dass in den letzten Tagen vor der Abgabe noch einmal ganze Bücher durchgeblättert werden.

Indirektes Zitat: mit eigenen Worten, aber mit Beleg

Ein indirektes Zitat, auch Paraphrase genannt, gibt den Inhalt einer fremden Quelle sinngemäss in eigenen Worten wieder und trägt trotzdem einen vollständigen Beleg. Anführungszeichen entfallen, die Quellenangabe nicht. Das indirekte Zitat ist in wissenschaftlichen Arbeiten der Normalfall, das direkte die Ausnahme.

Eine echte Paraphrase erkennst du daran, dass sich Satzbau und Wortwahl verändert haben, nicht nur einzelne Begriffe. Wer bloss Synonyme einsetzt und die Satzstruktur des Originals stehen lässt, produziert kein indirektes Zitat, sondern ein schlecht getarntes direktes. Prüfsoftware findet solche Stellen zuverlässig, und die Betreuung erkennt sie am Bruch im Schreibstil.

Wann «Vgl.» vor dem Beleg steht und wann nicht

Die Abkürzung «Vgl.» für «vergleiche» ist kein allgemeines Kennzeichen der Paraphrase, sondern an einen Zitierstil gebunden. In der deutschen Zitierweise leitet sie die Fussnote zu einem indirekten Zitat ein und trennt es sichtbar vom wörtlichen. In der Harvard-Zitierweise wird sie an Schweizer Hochschulen uneinheitlich gehandhabt. In APA 7 gibt es kein Äquivalent dazu, dort steht die Paraphrase schlicht mit Autor und Jahr.

ZitierstilBeleg bei der ParaphraseSeitenzahl
Deutsche ZitierweiseFussnote, eingeleitet mit «Vgl.»in der Regel verlangt
Harvard(Meier 2023, S. 45), «vgl.» je nach Vorgabemeist verlangt
APA 7(Meier, 2023)empfohlen, nicht vorgeschrieben
Chicago 18Fussnote ohne feste Einleitungsformelin der Regel verlangt

Stand: September 2026, Änderungen möglich.

Der Konjunktiv bei der Paraphrase ist ein Werkzeug, keine Pflicht

Viele Leitfäden schreiben, die Paraphrase gehöre in den Konjunktiv. Das trifft den Kern nicht ganz. Der Konjunktiv der indirekten Rede zeigt an, dass hier eine fremde Position wiedergegeben wird und nicht deine eigene, und genau dafür ist er gedacht. Er wird deshalb dort gebraucht, wo sonst unklar bliebe, wer spricht.

Über mehrere Absätze hinweg wird derselbe Konjunktiv allerdings schwer lesbar. In vielen Fächern ist es üblich, die Distanz stattdessen über eine Redeeinleitung herzustellen: «Nach Meier (2023) hängt die Rücklaufquote vor allem von der Länge des Fragebogens ab.» Wer spricht, ist damit ebenso eindeutig geklärt. Welche der beiden Formen dein Institut erwartet, steht in seinem Leitfaden.

Sekundärzitat: wenn du an die Originalquelle nicht herankommst

Ein Sekundärzitat ist die Übernahme einer Aussage, die du nicht im Original gelesen hast, sondern in einem anderen Werk, das sie ihrerseits zitiert. Gekennzeichnet wird es mit dem Zusatz «zit. n.» für «zitiert nach», im Englischen mit «as cited in». Beide Quellen werden dabei genannt, gelesen hast du nur eine.

Erlaubt ist das Sekundärzitat nur, wenn die Primärquelle tatsächlich nicht erreichbar ist, etwa bei einem vergriffenen Werk, einem unveröffentlichten Manuskript oder einer Quelle in einer Sprache, die du nicht liest. Nicht erreichbar heisst nicht: nicht in der eigenen Institutsbibliothek vorhanden. Der Verbund swisscovery und die Fernleihe kosten dich ein paar Tage und sind der übliche Weg.

Ein Sekundärzitat sieht in den beiden verbreitetsten Systemen so aus. Das Muster bleibt gleich, nur die Anordnung ändert sich.

  • Deutsche Zitierweise, Fussnote: Vgl. Bernasconi 1998, S. 112, zit. n. Meier 2023, S. 45.
  • APA 7, im Text: (Bernasconi, 1998, as cited in Meier, 2023)

Im Literaturverzeichnis steht in beiden Fällen nur das Werk, das du wirklich in der Hand hattest, also Meier. Wer beide Titel aufnimmt, behauptet eine Lektüre, die nicht stattgefunden hat.

⚠️ Achtung

Ein Sekundärzitat übernimmt auch die Fehler der Zwischenquelle. Falsche Jahreszahlen, verkürzte Aussagen und aus dem Zusammenhang gerissene Sätze wandern ungeprüft in deine Arbeit. Häufen sich Sekundärzitate in einem Kapitel, liest sich das für die Betreuung wie ein Hinweis darauf, dass die Grundlagenliteratur nicht gelesen wurde.

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Selektives Zitieren: der Fehler, den kaum jemand kennt

Selektives Zitieren bedeutet, aus der Literatur nur das auszuwählen, was die eigene These stützt, und widersprechende Befunde wegzulassen. Der Kodex der Akademien der Wissenschaften Schweiz führt diesen Fall als eigenständiges wissenschaftliches Fehlverhalten und stellt ihn damit neben das Plagiat. In den meisten Zitierratgebern taucht er überhaupt nicht auf.

Der Unterschied zum Plagiat ist wichtig. Beim Plagiat fehlt eine Quellenangabe. Beim selektiven Zitieren stimmt jede einzelne Angabe, und trotzdem entsteht ein falsches Bild vom Forschungsstand. Genau deshalb fällt der Fehler in einer Plagiatsprüfung nicht auf, sondern erst im Fachgespräch mit der Betreuung.

Drei Prüffragen decken die häufigsten Fälle ab, und du kannst sie an jedem Kapitel deiner Arbeit stellen.

  • Gegenposition: Kommt in deinem Theorieteil mindestens eine Studie vor, die deiner Erwartung widerspricht?
  • Zeitraum: Stammen deine Belege aus einem breiten Zeitfenster oder alle aus denselben zwei Jahren?
  • Selbstzitat: Zitierst du eigene frühere Arbeiten häufiger, als der Inhalt es rechtfertigt?

Das dritte Stichwort verdient einen eigenen Satz, weil der Kodex es ausdrücklich mitführt. Ungerechtfertigte Selbstzitierung ist dort ebenso als Fehlverhalten benannt, und dieselbe Logik greift bei früheren eigenen Texten: Wer eine Seminararbeit ohne Kennzeichnung weiterverwendet, macht die frühere eigene Leistung nicht unterscheidbar. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern nach der Schweizer Definition ein Plagiat.

Zitierfähig und zitierwürdig: welche Quellen du verwenden darfst

Vor der Frage, wie du zitierst, steht die Frage, was du überhaupt zitieren darfst. Dafür gibt es zwei getrennte Kriterien, die regelmässig verwechselt werden: Zitierfähigkeit und Zitierwürdigkeit. Eine Quelle muss beide erfüllen, nicht nur eines von beiden.

Zitierfähig ist eine Quelle, wenn sie veröffentlicht und für Dritte dauerhaft auffindbar ist. Das ist eine reine Zugangsfrage. Zitierwürdig ist sie, wenn ihr Inhalt wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, also nachvollziehbar entstanden, fachlich geprüft und einer verantwortlichen Person oder Institution zuzuordnen ist. Das ist eine Qualitätsfrage.

Quellen, die beide Kriterien erfüllen

  • Fachaufsätze aus begutachteten Zeitschriften, mit DOI auffindbar.
  • Monografien und Sammelbände aus Wissenschaftsverlagen.
  • Amtliche Statistiken, etwa des Bundesamtes für Statistik.
  • Veröffentlichte Dissertationen aus dem Verbund swisscovery.

Quellen, an denen es scheitert, und woran genau

  • Vorlesungsunterlagen sind selten öffentlich zugänglich und damit meist nicht zitierfähig.
  • Wikipedia-Artikel sind zitierfähig, nennen aber keine verantwortliche Person und sind deshalb nicht zitierwürdig.
  • Antworten von Sprachmodellen sind nicht reproduzierbar und scheitern schon an der Zitierfähigkeit.
  • Die eigene Maturitätsarbeit ist meist unveröffentlicht und damit nicht zitierfähig.

Der letzte Punkt betrifft in der Schweiz besonders viele Studierende, weil die Maturitätsarbeit als wissenschaftspropädeutische Vorstufe fest zum Bildungsweg gehört. Sie eignet sich als eigene Vorarbeit und als Ideenspeicher, nicht als Beleg. Willst du dich darauf beziehen, sprich es mit deiner Betreuung ab und kennzeichne es als frühere eigene Leistung.

Bei Onlinequellen kommt die Frage der Stabilität dazu, weil Seiten verschwinden und Adressen sich ändern. Welche Angaben eine Internetquelle vollständig machen und wie du sie gegen Linkverlust sicherst, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen. Für gedruckte Werke gilt die Systematik aus dem Beitrag zum Zitieren von Büchern.

Welchen Zitierstil du nimmst: vier Systeme im Vergleich

Ein Zitierstil legt fest, wo der Beleg steht und in welcher Reihenfolge seine Bestandteile angeordnet sind. Inhaltlich verlangen alle Stile dasselbe, nämlich Autor, Jahr, Titel und Fundstelle. Sie unterscheiden sich in der Form, nicht in der Substanz, und genau deshalb ist die Wahl weniger dramatisch, als sie sich anfühlt.

Die vier an Schweizer Hochschulen verbreiteten Systeme lassen sich in zwei Gruppen sortieren. Autor-Jahr-Systeme setzen den Kurzbeleg in Klammern direkt in den Fliesstext. Fussnotensysteme setzen ihn ans Seitenende und halten den Text frei von Klammern. Wer beides in einer Arbeit mischt, macht den häufigsten Formfehler überhaupt.

ZitierstilBeleg im TextVerbreitet in
Deutsche ZitierweiseFussnote am SeitenendeRechtswissenschaft, Geschichte, Theologie
Harvard(Meier 2023, S. 45)Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
APA 7(Meier, 2023, S. 45)Psychologie, Erziehungswissenschaft
Chicago 18Fussnote oder Autor-Jahrenglischsprachige Fachliteratur

Der Kodex der Akademien ordnet die Zitierregeln ausdrücklich den Fachdisziplinen zu und legt selbst keinen Stil fest. Einen national verbindlichen Zitierstil gibt es in der Schweiz deshalb nicht. Zuerst gilt die Vorgabe deines Instituts, danach der Stil der Fachliteratur, die du ohnehin liest.

Auch eine Norm nimmt dir die Entscheidung nicht ab. ISO 690:2021 gibt es, sie ist allerdings kostenpflichtig und an Schweizer Hochschulen kaum flächendeckend eingeführt (Stand: September 2026). Wie die beiden im deutschsprachigen Raum meistgenutzten Systeme im Detail funktionieren, zeigen unsere Beiträge zur deutschen Zitierweise und zur Harvard-Zitierweise.

Seitenangaben richtig setzen: S., f. und ff.

Die Seitenangabe führt vom Beleg zur konkreten Stelle und entscheidet damit praktisch darüber, ob fremde und eigene Leistung unterscheidbar bleiben. Im deutschsprachigen Raum wird sie mit «S.» eingeleitet, gefolgt von der Zahl. Für Bereiche gibt es zwei Kurzformen, die häufig falsch verwendet werden.

Die Abkürzung «f.» steht für die zitierte Seite und die folgende, also für genau zwei Seiten. «ff.» steht für die zitierte Seite und mehrere folgende, ohne dass festgelegt wäre, wie viele. Genau diese Unbestimmtheit ist der Grund, warum «ff.» in vielen Leitfäden inzwischen unerwünscht ist: Wer sie liest, weiss nicht, wo er aufhören soll zu suchen.

Gemeint istDeutsche SchreibweiseAPA 7
Eine SeiteS. 64p. 64
Zwei aufeinanderfolgende SeitenS. 64 f.pp. 64–65
Mehrere folgende SeitenS. 64 ff.pp. 64–71
Zwei getrennte SeitenS. 64 und S. 78pp. 64, 78

APA 7 kennt keine Entsprechung zu «f.» und «ff.» und verlangt stattdessen die ausgeschriebene Spanne mit Anfangs- und Endseite. Nach den APA-Richtlinien zu Quotations wird ausserdem jedes Zitat ab 40 Wörtern eingerückt und ohne Anführungszeichen gesetzt. Im deutschsprachigen Raum gibt es dafür keine feste Zahl, verbreitet ist die Faustregel von etwa drei Zeilen.

Bei Quellen ohne Seitenzahlen, also bei vielen Onlinetexten, tritt eine andere Fundstellenangabe an ihre Stelle. Üblich sind die Absatznummer, die Nummer des Abschnitts oder die Zwischenüberschrift, unter der die Aussage steht. Eine Angabe ganz wegzulassen ist nur bei kurzen Texten sinnvoll, in denen die Stelle ohnehin sofort auffindbar ist.

Fazit

Richtig zitieren heisst in der Schweiz vor allem, die eigene Richtlinie zu kennen, weil es keine landesweite gibt. Kläre zuerst, welchen Stil dein Institut verlangt, notiere Autor, Jahr und Seitenzahl im Moment des Lesens statt später, und prüfe am Ende, ob dein Theorieteil auch die Gegenposition zeigt.

Wer beim Lesen mitschreibt, muss beim Schreiben nichts suchen. Fast jeder Zitierfehler entsteht erst danach.

Wie es weitergeht


Du erhebst eigene Daten statt fremde zu zitieren?

Ergebnisse aus einer eigenen Befragung musst du nicht zitieren, sie sind deine Datengrundlage und gehören in den Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erstellst du dafür kostenlos eine Umfrage. Wie du den Fragebogen aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Richtig zitieren bedeutet, jede fremde Idee so kenntlich zu machen, dass eine andere Person die Stelle nachschlagen kann. Wörtlich Übernommenes steht in Anführungszeichen, sinngemäss Übernommenes in eigenen Worten, und beide tragen einen Beleg mit Autor, Jahr und Fundstelle. Welche Form der Beleg hat, legt die Richtlinie deiner Hochschule fest.

Der Kodex für wissenschaftliche Integrität der Akademien der Wissenschaften Schweiz von 2021 beschreibt ein Plagiat als Situation, in der sich die eigene Leistung nicht hinreichend von fremder oder von früherer eigener Leistung unterscheiden lässt. Erfasst sind Arbeiten, Ideen einschliesslich der Argumentationsstruktur und Formulierungen Dritter ohne korrekte Quellenangabe.

Nein, eine schweizweite gesetzliche Plagiatsdefinition für studentische Arbeiten gibt es nicht. Artikel 26 des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes verpflichtet die Hochschulen lediglich, eigene Vorschriften zur wissenschaftlichen Integrität zu erlassen. Verbindlich ist deshalb immer die Richtlinie deiner Hochschule.

Ja. Massgeblich ist, ob fremde und eigene Leistung unterscheidbar bleiben, nicht ob Wörter übereinstimmen. Der Kodex der Akademien der Wissenschaften Schweiz nennt neben Formulierungen ausdrücklich Ideen und deren Struktur. Eine Paraphrase ohne Beleg ist damit genauso ein Plagiat wie eine wörtliche Übernahme ohne Anführungszeichen.

In der Schweiz sind Guillemets in der Form « Zitat » üblich, während in Deutschland und Österreich die Form mit unterem und oberem Anführungszeichen vorherrscht. Die Bundeskanzlei schreibt Guillemets für Bundestexte vor, für Hochschularbeiten gilt das nicht. Entscheidend ist, dass du eine Form in der gesamten Arbeit beibehältst.

Selektives Zitieren bedeutet, aus der Literatur nur die Befunde auszuwählen, die die eigene These stützen, und widersprechende Ergebnisse wegzulassen. Der Kodex der Akademien der Wissenschaften Schweiz führt diesen Fall als eigenständiges wissenschaftliches Fehlverhalten. In einer Plagiatsprüfung fällt er nicht auf, weil jede einzelne Quellenangabe stimmt.

Die Abkürzung f. steht für die genannte Seite und die folgende, umfasst also genau zwei Seiten. Die Abkürzung ff. steht für die genannte Seite und mehrere folgende, ohne die Anzahl festzulegen. APA 7 kennt beide Formen nicht und verlangt stattdessen den ausgeschriebenen Seitenbereich mit Anfangs- und Endseite.

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