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Buch zitieren in Österreich: Regeln und Musterbeispiele

Eine ÖNORM fürs Zitieren gibt es nicht, auch wenn sich das hartnäckig hält. Welche Angaben ein Buchbeleg braucht und wie du Sammelband, E-Book und fehlende Autoren löst, zeigen wir dir.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Co-Gründervon Marvin DeppingAktualisiert am 28. August 2026Lesezeit 16 Min.

Ein Buch liegt aufgeschlagen vor dir, die Stelle ist markiert, und trotzdem stockt die Arbeit genau jetzt. Auf dem Titelblatt fehlt der Verlagsort, auf der Copyright-Seite stehen zwei Jahreszahlen nebeneinander, und die Muster im Netz widersprechen einander.

Für die Quellenangabe eines Buchs brauchst du sieben Angaben: wer das Buch geschrieben hat, Erscheinungsjahr, Titel samt Untertitel, Band, Auflage, Verlag und je nach Zitierstil den Erscheinungsort. Im Text kommt ein Kurzbeleg in Klammern oder eine Fußnote dazu. Welche Reihenfolge gilt und wo der Beistrich steht, gibt der Zitierstil deines Instituts vor. An österreichischen Universitäten kommt eine Eigenheit hinzu, die anderswo selten vorkommt: In einzelnen Fächern entfällt nicht nur der Ort, sondern auch der Verlag.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Sieben Bestandteile ergeben die vollständige Angabe zu einem Buch.
  • APA 7 und Chicago 18 verzichten auf den Verlagsort.
  • Eine ÖNORM zum Zitieren gibt es in Österreich nicht.
  • In der kunsthistorischen Zitierweise entfällt zusätzlich der Verlag.
  • Ein Beitrag aus einem Sammelband wird mit „In“ zitiert.

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Die sieben Bestandteile einer Buchangabe

Eine vollständige Buchangabe versammelt sieben Informationen: wer das Buch geschrieben hat, Erscheinungsjahr, Titel samt Untertitel, Band, Auflage, Verlag und Erscheinungsort. Kein Zitierstil verlangt in jedem Fall alle sieben, aber jeder Stil greift auf dieselbe Liste zurück.

Alle sieben Angaben stecken im Buch selbst, verteilt auf zwei Seiten am Anfang. Das Titelblatt trägt die Verfassenden, Titel, Untertitel und Verlag. Auf der Rückseite, also im Impressum, stehen Auflage, Erscheinungsjahr, Verlagsort und die ISBN. Der Umschlag scheidet als Quelle aus, weil dort Werbetexte und gekürzte Titel zu finden sind.

AngabeWo sie im Buch stehtWenn sie fehlt
VerfassendeTitelblatt, obenInstitution als Urheberin, sonst „o. A.“
ErscheinungsjahrImpressum, Copyright-Seite„o. J.“ in den deutschsprachigen Stilen, „n.d.“ in APA
Titel und UntertitelTitelblatt, nicht der Umschlagohne Titel gibt es keinen Beleg
BandTitelblatt oder Reihenangabenur bei mehrbändigen Werken nötig
AuflageImpressum, meist über der ISBNdie erste Auflage bleibt ungenannt
VerlagTitelblatt unten und Impressumin manchen Fächern ohnehin nicht verlangt
ErscheinungsortImpressum, beim Verlagsnamen„o. O.“, in APA 7 nicht mehr nötig

Am häufigsten fehlt die Auflage. Gemeint sind damit alle Exemplare eines Buchs, die zusammen gedruckt wurden. Eine neue Auflage entsteht, wenn die vorige ausverkauft ist oder wenn der Inhalt überarbeitet wurde. Nur im zweiten Fall verschieben sich die Seitenzahlen, und genau deshalb gehört die Auflage in jede Angabe: Deine Seitenzahl gilt sonst für ein anderes Buch.

Erscheinungsjahr, Copyright-Jahr oder Jahr der Auflage?

Maßgeblich ist das Jahr jener Auflage, die du in der Hand hältst. Auf der Copyright-Seite stehen oft zwei Jahreszahlen nebeneinander, nämlich das Jahr der Erstausgabe und das Jahr der aktuellen Auflage. Nur zur zweiten passen deine Seitenzahlen. Bei einem unveränderten Nachdruck bleibt dagegen das Jahr der zugrunde liegenden Auflage stehen.

Häufig liest man, anzugeben sei immer das Copyright-Jahr und nie das Jahr der Auflage. Zutreffend ist der Satz nur, solange beide zusammenfallen. Jede überarbeitete Auflage bekommt ein eigenes Copyright-Jahr, und genau dieses gehört in die Angabe. Wer stattdessen das Jahr der Erstausgabe übernimmt, datiert eine Auflage von 2024 versehentlich auf 1998.

Erscheinungsort und Verlag: Wer verlangt was?

Den Erscheinungsort verlangen heute nur noch die Fußnotenzitierweise der Geisteswissenschaften und ein Teil der Harvard-Varianten. APA hat ihn mit der im Oktober 2019 erschienenen 7. Auflage gestrichen, die das Copyright-Jahr 2020 trägt, das Chicago Manual of Style mit der 18. Auflage von 2024. Chicago Notes-Bibliography ist dabei selbst ein Fußnotensystem und führt den Ort trotzdem nicht mehr: Ob ein Stil in der Fußnote belegt, sagt also nichts darüber aus, ob er einen Ort verlangt.

Bei Harvard hängt die Antwort davon ab, welche Variante dein Institut führt, denn ein einheitliches Harvard-Regelwerk gibt es nicht. Leeds Harvard führt den Ort weiterhin und schreibt das Muster „Family name, INITIAL(S). Year. Title. Edition (if not first edition). Place of publication: Publisher.“ vor, im Beispiel „Finch, E. and Fafinski, S. 2015. Legal skills. 5th ed. Oxford: Oxford University Press.“ Die Variante Cite Them Right Harvard nennt dagegen keinen Ort mehr: „Surname, Initial. (Year of publication) Title. Edition (if not the first). Publisher.“, im Beispiel „Grix, J. and Watkins, G. (2010) Information skills: finding and using the right resources. Palgrave Macmillan.“ Die Hausstile unterscheiden sich an genau drei Punkten: ob das Jahr in Klammern steht, wie die Auflage abgekürzt wird und ob der Erscheinungsort dazugehört.

Hinter der Streichung steht ein praktischer Gedanke. Früher sagte der Verlagsort etwas darüber aus, wo ein Buch zu bekommen war. Seit Verlage international ausliefern und Titel digital vorliegen, trägt die Angabe keine Information mehr. Das APA-Kurzmanual der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fasst die Regel in vier Worten zusammen: „Nennen Sie keinen Verlagsort.“ Nachzulesen ist sie im Kurz-Manual zum Zitieren gemäß APA 7. Für Chicago hält der Citation Quick Guide fest, dass ein Erscheinungsort in Buchangaben nicht mehr verlangt wird.

Was gilt, wenn dein Institut vom APA-Manual abweicht?

Das Original-Manual der APA nennt seit der 7. Auflage keinen Verlagsort mehr. In Österreich hält sich die alte Form trotzdem hartnäckig, und zwar nicht nur in Ratgebern: Die Zitierregeln des Instituts für Soziologie der Universität Wien führen in ihren Buchbeispielen weiterhin „Berlin: Suhrkamp“ und regeln sogar ausdrücklich, welcher Ort zu nennen ist, wenn ein Buch mehrere Erscheinungsorte angibt. Für dich heißt das: Maßgeblich ist die Handreichung deines Instituts, nicht das Manual. Weicht sie vom Original ab, folgst du der Handreichung und bleibst dabei im ganzen Literaturverzeichnis konsistent.

In manchen österreichischen Fächern entfällt sogar der Verlag

Einen Schritt weiter geht das Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. In seiner Handreichung zur Fußnotenzitierweise heißt es wörtlich: „In der kunsthistorischen Zitierweise wird der Verlag nicht genannt.“ Angegeben werden dort Titel, Ort und Jahr, der Verlagsname entfällt. Wer in einem solchen Fach schreibt, streicht also nicht den Ort aus einer APA-Vorlage, sondern umgekehrt den Verlag aus einer deutschen Vorlage. Die vollständigen Regeln stehen in den Zitierregeln des Instituts für Kunstgeschichte.

ZitierstilErscheinungsortWas das für dich heißt
APA 7neinnach dem Titel folgt direkt der Verlag
Chicago 18neinseit 2024 gestrichen, Verlag und Jahr genügen
Harvardje nach VarianteLeeds Harvard führt ihn, Cite Them Right nicht mehr
Deutsche ZitierweisejaOrt vor dem Verlag
Kunstgeschichte, Universität WienjaOrt ja, Verlag nein

Stand: August 2026, Änderungen möglich.

Verlangt dein Stil den Ort, findest du ihn im Impressum direkt beim Verlagsnamen, meist in derselben Zeile. Nennt das Buch mehrere Orte, nimmst du den ersten und ergänzt „u. a.“, oder du trennst zwei Orte mit einem Schrägstrich, etwa „Wien/Graz“. Beide Formen sind verbreitet. Entscheidend ist, dass du im gesamten Literaturverzeichnis bei einer bleibst. Fehlt der Ort ganz, kennzeichnest du die Lücke mit „o. O.“ für „ohne Ort“.

Buch zitieren: vier Muster zum Übernehmen

Alle vier gängigen Zitierstile ordnen dieselben sieben Angaben unterschiedlich an und verlangen nichts darüber hinaus. Für die Beispiele unten dient durchgehend dasselbe Musterbuch: Anna Weber, „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“, 3. Auflage, 2024 in Wien beim Beispielverlag erschienen, zitiert wird Seite 87.

Vorweg ein Punkt, an dem Diplom- und Masterarbeiten regelmäßig Formfehler sammeln: Ein Zitierstil ist ein geschlossenes System und kein Baukasten. APA und Harvard belegen im Fließtext mit einer Klammer, die deutsche Zitierweise und Chicago belegen in der Fußnote. Wer beides mischt, sammelt Abzüge, auch wenn jede einzelne Angabe für sich stimmt.

Welcher Stil für dich gilt, steht in der Handreichung deines Instituts. Am Institut für Soziologie der Universität Wien etwa heißt es: „Das Institut für Soziologie orientiert sich am Zitierstil des siebten ‚Publication Manual‘ der American Psychological Association 7 (APA 7).“ Im selben Dokument steht allerdings auch der Satz: „Die hier dargestellten Zitierregeln sind ein Vorschlag.“ Und das Dokument weicht selbst vom Manual ab: In seinen Buchbeispielen steht weiterhin ein Verlagsort in der Form „Berlin: Suhrkamp“. Auch hier gilt, was oben steht: Maßgeblich ist die Handreichung deines Instituts, und im Zweifel fragst du vor der Abgabe lieber einmal zu viel bei deiner Betreuung nach. Nachzulesen sind die Vorgaben in den Zitierregeln des Instituts für Soziologie, die Grundlagen erklärt unser Leitfaden zum richtigen Zitieren.

Buch nach APA 7 zitieren

Am Anfang stehen in APA 7 Nachname und Jahr, der Titel wird kursiv gesetzt, danach folgt unmittelbar der Verlag. In einer Klammer hinter dem Titel steht die Auflage, und zwar ohne Kursivsetzung. Ein Verlagsort taucht nicht auf. Liegt ein DOI vor, schließt er den Eintrag als vollständiger Link ab. Eine ISBN sieht APA nicht vor.

Literaturverzeichnis: Weber, A. (2024). Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit (3. Aufl.). Beispielverlag.

Im Text: (Weber, 2024, S. 87)

Buch nach Harvard zitieren

Auch Harvard führt Nachname und Jahr vorn. Ein einheitliches Regelwerk existiert jedoch nicht, sondern eine Familie von Hausstilen, die sich an drei Punkten unterscheiden: ob das Jahr in Klammern steht, wie die Auflage abgekürzt wird und ob der Erscheinungsort dazugehört. Leeds Harvard führt den Ort weiterhin und trennt ihn mit einem Doppelpunkt vom Verlag, Cite Them Right Harvard nennt ihn nicht mehr. Deshalb stehen unten beide Varianten desselben Musterbuchs untereinander. Welche deine Hochschule führt, klärt unser Beitrag zur Harvard-Zitierweise.

Literaturverzeichnis nach Leeds Harvard, mit Ort: Weber, A. 2024. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Wien: Beispielverlag.

Literaturverzeichnis nach Cite Them Right Harvard, ohne Ort: Weber, A. (2024) Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag.

Im Text: (Weber 2024: 87)

Buch in der Fußnote: die deutsche Zitierweise

Belegt wird in der deutschen Zitierweise jede Quelle in einer Fußnote am Seitenende. Beim ersten Mal steht dort der Vollbeleg mit allen Angaben, ab dem zweiten Mal reichen Nachname, Jahr und Seitenzahl. Bei zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Fußnoten zur selben Quelle genügen „Ebd.“ und die Seite. Im Literaturverzeichnis erscheint stets der Vollbeleg, dort ohne die zitierte Seite. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur deutschen Zitierweise.

Fußnote, Vollbeleg bei der ersten Nennung: Vgl. Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wien: Beispielverlag 2024, S. 87.

Fußnote, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung: Vgl. Weber 2024, S. 87.

Buch nach Chicago 18 zitieren

Von den beiden Chicago-Systemen kommt Notes-Bibliography dem Fußnotenmodell an österreichischen Instituten am nächsten. In der Fußnote geht der Vorname voran, im Literaturverzeichnis der Nachname. Seit der 18. Auflage von 2024 fällt der Verlagsort weg, Verlag und Jahr reichen aus. Nach der Klammer folgt in der Fußnote die Seitenzahl, und zwar ohne „S.“.

Fußnote: Anna Weber, Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Aufl. (Beispielverlag, 2024), 87.

Literaturverzeichnis: Weber, Anna. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag, 2024.

Ganzes Buch, Herausgeberwerk oder Beitrag daraus?

Ein Beitrag aus einem Sammelband wird nicht wie ein ganzes Buch angegeben, sondern mit dem Wörtchen „In“ zwischen Beitrag und Band. Zitiert wird immer die kleinste Einheit, die du tatsächlich gelesen hast, also der einzelne Aufsatz und nicht der Band, in dem er steht.

Drei Fälle sehen im Regal ähnlich aus und werden unterschiedlich angegeben. Bei einer Monographie stammt der ganze Text von denselben Verfassenden. Beim Herausgeberwerk rücken die Herausgebenden an die Autorenstelle, gekennzeichnet mit „(Hrsg.)“. Beim Beitrag aus einem Sammelband stehen vorn die Verfassenden des Beitrags, danach der Beitragstitel, dann „In“ und die Angaben zum Band samt Seitenspanne.

FallWoran du ihn erkennstWas an die erste Stelle rückt
Monographieein durchgehender Text derselben Verfassendenwer das Buch geschrieben hat
Herausgeberwerkdas Titelblatt nennt „Hrsg.“ statt Autorennamendie Herausgebenden mit „(Hrsg.)“
Beitrag im Sammelbandeigenes Kapitel mit eigenem Verfasser und Seitenspannewer den Beitrag geschrieben hat

Übertragen auf das Musterbuch sieht ein Beitrag in APA 7 so aus: Weber, A. (2024). Stichproben in der Praxis. In M. Gruber & L. Berger (Hrsg.), Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit (3. Aufl., S. 80–102). Beispielverlag. Die Seitenspanne des Beitrags steht in derselben Klammer wie die Auflage. Chicago verlangt sie im Literaturverzeichnis seit der 18. Auflage nicht mehr, in der Fußnote steht dort die konkret zitierte Seite.

⚠️ Achtung

Genau ein Eintrag im Literaturverzeichnis gehört zum Beitrag, ein zusätzlicher zum Sammelband nicht. Ein zweiter Eintrag für den ganzen Band ist nur dann richtig, wenn du dich im Text an mindestens einer Stelle auf den Band als Ganzes beziehst.

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E-Book, PDF und DOI: was sich digital ändert

Ein E-Book gibst du wie das gedruckte Buch an und ergänzt den DOI, sofern das Buch einen hat. Die Datenbank, aus der du es geladen hast, gehört nicht in die Angabe, und ein Abrufdatum brauchst du bei einem Buch nicht, weil sich ein Buch nach dem Erscheinen nicht mehr ändert.

Ein DOI ist eine dauerhafte Kennung, die auf ein Dokument zeigt, auch wenn der Verlag die Adresse wechselt. In APA 7 steht er als vollständiger Link am Ende des Eintrags und beginnt mit https://doi.org/ vor der eigentlichen Kennung. Eine ISBN verwendet APA ausdrücklich nicht. In den Fußnotenstilen ist sie ebenfalls unüblich, auch wenn einzelne Studienpläne sie verlangen.

  • PDF mit identischer Seitenzählung: genau wie die Druckfassung angeben, ohne URL.
  • E-Book ohne feste Seitenzahlen: an die Stelle der Seite tritt das Kapitel oder der Abschnitt.
  • E-Book aus einer Fachdatenbank ohne DOI: nach dem Verlagsnamen endet der Eintrag.
  • Frei zugängliches Buch aus dem Netz: hinter dem Verlag die URL der Verlagsseite ergänzen.
  • Digitale Fassung mit eigener Seitenzählung: jene Ausgabe zitieren, die dir vorlag.

Beim letzten Punkt lohnt genaues Hinsehen, weil er in Abschlussarbeiten regelmäßig auffällt. Stimmen die Seitenzahlen von digitaler und gedruckter Ausgabe nicht überein, handelt es sich für die Quellenangabe um zwei Publikationen. Belege deshalb durchgehend jene Ausgabe, mit der du gearbeitet hast, und führe nicht beide nebeneinander im Literaturverzeichnis. Für Quellen, die nur online existieren, gelten eigene Regeln, nachzulesen in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen.

Sonderfälle: mehrere Verfassende, kein Autor, kein Jahr, Übersetzung

Sonderfälle beim Zitieren von Büchern folgen einer einzigen Regel: Was fehlt, wird ersetzt oder gekennzeichnet, aber nie geraten. Ein geschätztes Jahr in der Quellenangabe ist ein Fehler, eine ehrliche Kennzeichnung wie „o. J.“ dagegen nicht.

Österreichische Handreichungen arbeiten mit einer Reihe kurzer Kürzel, die alle nach demselben Muster gebaut sind und ein Spatium zwischen den Teilen tragen: „o. A.“ für ohne Autorenangabe, „o. O.“ für ohne Ort, „o. J.“ für ohne Jahr, „o. S.“ für ohne Seitenangabe und „o. T.“ für ohne Titel. Gegenüber dem in Deutschland verbreiteten „o. V.“ hat diese Reihe einen Vorteil: Jedes Kürzel bezeichnet genau eine Lücke.

Sechs Konstellationen decken fast alles ab, was dir in einer Abschlussarbeit begegnet. Weil die Kennzeichnungen zwischen den Stilen auseinandergehen, steht bei jeder dabei, welcher Stil welche Form verlangt.

  • Zwei Verfassende: Zwischen den Namen steht in APA ein „&“, die deutschsprachigen Stile setzen ein ausgeschriebenes „und“.
  • Drei und mehr Verfassende: Ab drei Namen nennt der Kurzbeleg in APA 7 nur den ersten und hängt „et al.“ an. Im Literaturverzeichnis werden bis zu 20 Namen ausgeschrieben, ab 21 Namen die ersten 19, drei Punkte und der letzte Name.
  • Kein Autor: Trägt das Titelblatt eine Institution als Urheberin, etwa ein Ministerium oder eine Kammer, rückt diese an die Autorenstelle. Fehlt auch das, beginnt der Eintrag in APA 7 mit dem Titel.
  • Kein Jahr: An die Stelle der Jahreszahl tritt „o. J.“ in den deutschsprachigen Stilen und „n.d.“ in APA, und zwar auch im Kurzbeleg im Text.
  • Übersetzung: Hinter den Titel kommt in einer Klammer, wer übersetzt hat, ganz am Ende folgt das Jahr der Originalausgabe, in APA als „(Originalwerk veröffentlicht 1940)“.
  • Band in einer Reihe: Mit „Bd.“ steht der Band hinter dem Titel, in derselben Klammer wie die Auflage. Den Reihentitel nennst du nur, wenn die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen.

💡 Tipp

Fehlt dir eine Angabe im Buch, schlag den Titel im Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbunds nach. Zusammengeführt sind dort die Bestände der österreichischen Universitätsbibliotheken, sodass du Verlag, Ort, Auflage und Jahr in geprüfter Form findest. Den Einstieg bietet die OBVSG, die den Verbund betreibt.

Typische Fehler beim Zitieren von Büchern

Die meisten Abzüge bei Buchquellen entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus Angaben, die von der falschen Seite stammen. Vier Fehler kommen so regelmäßig vor, dass sich ein gezielter Blick lohnt, bevor die Arbeit in die Begutachtung und später in die Defensio geht.

Jeder der vier Fehler ist in wenigen Minuten behoben, wenn du das Literaturverzeichnis am Stück prüfst statt Eintrag für Eintrag. Wie streng deine Hochschule Formfehler bewertet, steht im Studienplan, und welche Folgen fehlende Belege haben, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung.

Sich auf eine ÖNORM zum Zitieren berufen

Eine österreichische Norm fürs Zitieren gibt es nicht, auch wenn in Foren regelmäßig das Gegenteil behauptet wird. Die ÖNORM A 2662 in der Fassung von 2023 regelt die Angaben für den bibliographischen Nachweis wissenschaftlicher Abschlussarbeiten und behandelt dabei Titelblätter und Abstracts, damit Bibliotheken Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen erfassen können. Zur Zitierweise im Text und zum Aufbau des Literaturverzeichnisses sagt sie nichts. Die ältere Fassung von 1993 trug den Titel „Äußere Gestaltung von Hochschulschriften“ und ist durch die Fassung von 2023 ersetzt worden. Nachprüfen lässt sich beides bei Austrian Standards.

Angaben vom Umschlag statt vom Titelblatt übernehmen

Werbefläche und Quelle sind zweierlei, und der Umschlag ist Ersteres. Verlage kürzen dort Titel, lassen Untertitel weg und nennen bei Herausgeberwerken gelegentlich nur einen von drei Namen. Wer diese Fassung übernimmt, produziert einen Eintrag, den kein Bibliothekskatalog bestätigt. Nimm Titel und Untertitel vom Titelblatt und die Zahlen aus dem Impressum.

Die Auflage weglassen, obwohl es nicht die erste ist

Ohne Auflagenangabe läuft jede Prüfung deiner Belege ins Leere: Wer die Erstauflage aufschlägt und deine Seitenzahl sucht, findet dort einen anderen Text. Nachzulesen ist die Auflage im Impressum, meist eine Zeile über der ISBN. Ungenannt bleibt allein die erste Auflage, weil sie den Standardfall bildet.

Den Erscheinungsort nach APA 7 trotzdem angeben

Fast immer stammt ein Verlagsort in einer APA-Angabe aus einer Vorlage, die noch auf APA 6 beruht. Viele Ratgeberseiten führen die alte Form bis heute, obwohl die 7. Auflage seit 2019 gilt. Geh dein Literaturverzeichnis einmal gezielt nach dem Muster „Ort: Verlag“ durch und streich den Ortsteil, wenn dein Institut APA 7 verlangt.

Fazit

Über die Qualität einer Buchangabe entscheidet weniger das Regelwissen als die Herkunft der Angaben: Titelblatt und Impressum, nicht Umschlag und Onlineshop. Klär zuerst, welchen Stil dein Institut verlangt, und halte ihn im gesamten Literaturverzeichnis durch. Ob Ort und Verlag dazugehören, ist die einzige Frage, in der sich die Vorgaben wirklich unterscheiden, und in der Kunstgeschichte fällt sogar der Verlagsname weg. Eine ÖNORM, die dir die Entscheidung abnimmt, gibt es nicht.

Zuständig für die Form ist damit immer dein Institut: Maßgeblich ist dessen Handreichung, auch dort, wo sie vom Original-Manual abweicht. Bleibt danach eine Frage offen, entscheidet deine Betreuung, und dieser Beitrag ersetzt keine Prüfungsberatung.

Wie es weitergeht


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Zahlen aus einer eigenen Befragung zitierst du nicht als fremde Quelle, sondern beschreibst sie im Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erhebst du sie kostenlos. Wie du den Fragebogen dazu aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Ein Buch zitierst du mit den Verfassenden, dem Erscheinungsjahr, dem Titel samt Untertitel, gegebenenfalls Band und Auflage, dem Verlag und je nach Zitierstil dem Erscheinungsort. Im Text belegst du die Stelle mit einem Kurzbeleg in Klammern oder in einer Fußnote. Die vollständige Angabe steht zusätzlich im Literaturverzeichnis, dort ohne die zitierte Seitenzahl.

Nein, eine ÖNORM zum Zitieren gibt es nicht. Die ÖNORM A 2662 aus dem Jahr 2023 regelt die Angaben für den bibliographischen Nachweis wissenschaftlicher Abschlussarbeiten und behandelt dabei Titelblätter und Abstracts, damit Bibliotheken die Arbeiten erfassen können. Zur Zitierweise im Text und zum Literaturverzeichnis sagt sie nichts. Maßgeblich bleibt die Handreichung deines Instituts.

Alle Angaben stehen auf dem Titelblatt und auf dessen Rückseite, dem Impressum. Das Titelblatt trägt die Verfassenden, Titel, Untertitel und Verlag, das Impressum trägt Auflage, Erscheinungsjahr, Verlagsort und ISBN. Der Umschlag taugt nicht als Quelle, weil dort Titel gekürzt und Namen weggelassen werden. Fehlt eine Angabe, hilft der Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbunds weiter.

Das hängt vom Stil ab. In der deutschen Zitierweise gehört er dazu, in APA 7 und Chicago 18 nicht mehr. Harvard ist keine einheitliche Norm: Leeds Harvard führt den Erscheinungsort weiterhin, Cite Them Right Harvard nennt ihn nicht mehr. Österreichische Handreichungen weichen ohnehin ab, die Zitierregeln des Instituts für Soziologie der Universität Wien führen in ihren Buchbeispielen weiterhin einen Ort. Maßgeblich ist deshalb die Handreichung deines Instituts.

Angegeben wird das Jahr jener Auflage, die du gelesen hast, und nicht das Jahr der Erstausgabe. Überarbeitete Auflagen haben eigene Seitenzahlen, deshalb passt nur dieses Jahr zu deinem Beleg. Bei einem unveränderten Nachdruck bleibt das Jahr der zugrunde liegenden Auflage stehen. Auf der Copyright-Seite stehen häufig beide Jahreszahlen nebeneinander.

Ein E-Book zitierst du wie das gedruckte Buch und ergänzt den DOI, falls das Buch einen hat. Die Datenbank, aus der du es geladen hast, gehört nicht in die Angabe, und ein Abrufdatum entfällt. Fehlen feste Seitenzahlen, nennst du statt der Seite das Kapitel oder den Abschnitt.

Die Kürzel stehen für fehlende Angaben: „o. A.“ für ohne Autorenangabe, „o. O.“ für ohne Ort, „o. J.“ für ohne Jahr, „o. S.“ für ohne Seitenangabe und „o. T.“ für ohne Titel. Österreichische Handreichungen setzen zwischen die beiden Teile ein Spatium. Anders als das mehrdeutige „o. V.“ bezeichnet jedes dieser Kürzel genau eine Lücke.

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