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Kreuztabelle: So wertest du deine Umfrage richtig aus

Gruppen in deiner Umfrage vergleichen: Kreuztabelle in vier Schritten erstellen, die passenden Prozente ablesen und Unterschiede mit dem Chi-Quadrat-Test prüfen.

Autor bei empirio.ai - Marco Warzecha, Co-Gründervon Marco WarzechaAktualisiert am 22. Oktober 2026Lesezeit 13 Min.

Euer Musikverein überlegt, den Mitgliedsbeitrag anzuheben. Der Vorstand will heuer noch darüber abstimmen lassen. Von 100 Mitgliedern kommen 50 Ja und 50 Nein zurück. Ein klassisches Unentschieden? Sortierst du die Antworten nach Alter, kippt das Bild: Bei den Jungen sind sieben von zehn dafür, bei den Älteren gerade einmal drei von zehn.

Eine Kreuztabelle erstellst du, indem du zwei Fragen mit fixen Antwortmöglichkeiten aus deiner Umfrage nimmst, die Antworten der ersten als Zeilen und die der zweiten als Spalten anordnest und für jedes Feld auszählst, wie viele Personen genau diese Kombination von Antworten angekreuzt haben. Bei empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, gibt es Kreuztabellen und Filter ab dem Tarif Plus. Nach dem Lesen weißt du, welche Prozentzahl in deinen Bericht gehört und ab wann ein Unterschied kein Zufall mehr ist.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Mit empirio.ai erstellst du Kreuztabellen für Umfragen mit wenigen Klicks.
  • Eine Kreuztabelle zählt, wie oft zwei Antworten zusammen auftreten.
  • Für Gruppenvergleiche nimmst du Zeilenprozente, keine Gesamtprozente.
  • Ob ein Unterschied bloß Zufall ist, prüft der Chi-Quadrat-Test.
  • empirio.ai filtert nach Zeitraum und exportiert als Excel oder CSV.

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Was ist eine Kreuztabelle?

Eine Kreuztabelle, auch Kontingenztabelle oder Kontingenztafel genannt, stellt zwei Fragen einer Umfrage einander gegenüber und zeigt in jedem Feld, wie viele Befragte eine bestimmte Kombination von Antworten gewählt haben.

Das Prinzip ist schnell erklärt. Jede Antwortmöglichkeit der ersten Frage bekommt eine eigene Zeile, jede Antwortmöglichkeit der zweiten Frage eine eigene Spalte. Im Schnittpunkt landen alle, die beides angekreuzt haben, im Musikverein etwa jene Mitglieder unter 30, die dem höheren Beitrag zustimmen. Ganz rechts und ganz unten stehen die Summen jeder Zeile und Spalte. Fachleute nennen sie Randhäufigkeiten. Sie verraten dir, wie sich eine Frage für sich allein verteilt, so als gäbe es die andere gar nicht.

Für unser Beispiel mit 100 Mitgliedern haben wir die Zahlen erfunden, das Muster begegnet dir in echten Umfragen aber ständig. Die Werte in Klammern geben hier den Anteil innerhalb der jeweiligen Altersgruppe an, jede Zeile kommt also auf 100 Prozent. Achtung: In der Ergebnisansicht von empirio.ai steht in Klammern stattdessen der Anteil an allen Antworten.

Alter der MitgliederJa zum höheren BeitragNein zum höheren Beitrag
Unter 3021 (70 %)9 (30 %)
30 bis 5920 (50 %)20 (50 %)
60 und älter9 (30 %)21 (70 %)
Gesamt50 (50 %)50 (50 %)

In der letzten Zeile steht, was du auch ohne Kreuztabelle gesehen hättest: ein glattes Unentschieden. Die Zeilensummen liefern die Altersverteilung der Antwortenden mit 30 Jungen, 40 Mittleren und 30 Älteren, macht zusammen 100. Interessant wird es erst in den drei Zeilen dazwischen, denn dort stimmen die Altersgruppen klar unterschiedlich ab.

Haben beide Fragen nur zwei Antwortmöglichkeiten, entsteht ein Sonderfall mit genau vier Feldern, die Vierfeldertafel. Sie kommt in der Praxis sehr oft vor, etwa wenn du eine Ja-Nein-Frage für zwei Gruppen vergleichst.

Kreuztabellen in der amtlichen Statistik

Kreuztabellen sind übrigens kein Spezialwerkzeug für Umfragen. Auch die amtliche Statistik arbeitet damit: In STATcube, der statistischen Datenbank von Statistik Austria, stellst du Tabellen zusammen, indem du Klassifikationen miteinander verkreuzt. Als Gast kannst du dort kostenlos eigene Auswertungen online erstellen.

Im Ablauf einer Auswertung kommt die Kreuztabelle gleich nach der Grundauszählung jeder einzelnen Frage. Wie es von den Rohdaten bis zum fertigen Befund weitergeht, zeigt unser Leitfaden Fragebogen auswerten.

Wofür du eine Kreuztabelle brauchst

Immer wenn dich interessiert, ob verschiedene Gruppen unterschiedlich antworten, ist die Kreuztabelle das passende Werkzeug. Die Grundauszählung liefert dir ein Ergebnis über alle Befragten hinweg. Die Kreuztabelle zerlegt dieses Ergebnis und zeigt, welche Gruppen dahinterstecken: Filialen, Jahrgänge, Stammkundschaft oder Studienrichtungen.

Typische Anlässe aus dem Alltag:

  • Im Betrieb: Die Zufriedenheit nach Standort oder Schicht aufgeschlüsselt zeigt, ob der Ärger im Büro sitzt oder in der Produktion. Wie du so eine Befragung planst, liest du in unserem Leitfaden zu Mitarbeiterbefragungen.
  • Im Geschäft: Wer erst seit ein paar Monaten bei dir einkauft, erlebt den Service oft anders als langjährige Stammkundschaft. In Kundenbefragungen wird dieser Unterschied erst durch eine Kreuztabelle sichtbar.
  • Im Studium: Eine Hypothese wie „Studierende an Fachhochschulen nutzen KI-Tools öfter als Studierende an Universitäten“ prüfst du mit einer einzigen Kreuztabelle. Wie die Befragung dafür aussieht, erklärt unser Beitrag zur Umfrage für Bachelor- und Masterarbeit, der genauso für die Diplomarbeit gilt.
  • Im Verein und in der Schule: Der Wunschtermin fürs Sommerfest nach Altersgruppe oder die Rückmeldung zur Maturavorbereitung, getrennt nach Klasse.

Damit eine Kreuztabelle funktioniert, brauchst du zwei Fragen mit fixen Antwortkategorien: Einfach-Auswahl, Mehrfach-Auswahl, Bewertung oder Skala. Offene Textantworten taugen dafür nicht, weil jede Person anders formuliert. Bei Mehrfach-Auswahl kann dieselbe Person in mehreren Feldern auftauchen. Die Zeilenprozente summieren sich dann auf mehr als 100 Prozent, außerdem ist der Chi-Quadrat-Test für solche Tabellen nicht gedacht. Zahlenangaben wie das Alter in Jahren fasst du vorher zu Gruppen zusammen. Sonst bekommt jeder einzelne Jahrgang eine eigene Zeile. Welche Berechnungen zu welcher Antwortart passen, hängt vom Skalenniveau ab.

Wenig bringt eine Kreuztabelle, wenn kaum Antworten vorliegen. Verteilen sich 20 Antworten auf 15 Felder, sitzen in den meisten Feldern nur ein oder zwei Personen. Jede einzelne davon verschiebt die Prozente gleich um etliche Punkte.

Kreuztabelle richtig lesen: Zeilen-, Spalten- und Gesamtprozente

Richtig liest du eine Kreuztabelle, wenn du die Prozente innerhalb jener Gruppen rechnest, die du miteinander vergleichen willst. Geht es darum, ob die Jungen eher für den höheren Beitrag sind, teilst du jedes Feld durch die Zahl der Mitglieder seiner Altersgruppe.

Grafik zur Kreuztabelle: Altersgruppen in den Zeilen, Ja und Nein in den Spalten, in jedem Feld Anzahl und Anteil an allen Antworten, am Rand die Summen

Aus ein und demselben Feld lassen sich drei Prozentwerte ableiten. Jeder davon beantwortet eine andere Frage. Nimm die 21 Mitglieder unter 30, die mit Ja gestimmt haben: Je nach Bezugsgröße sind das 70, 42 oder 21 Prozent.

Art der ProzenteSo rechnest du im MusikvereinWelche Frage damit beantwortet wird
Zeilenprozent21 von 30 Mitgliedern unter 30 = 70 %Wie stimmt die Altersgruppe ab?
Spaltenprozent21 von 50 Ja-Stimmen = 42 %Wer steckt hinter dem Ja?
Gesamtprozent21 von 100 Antworten = 21 %Wie häufig ist diese Kombination insgesamt?

Welcher Wert der passende ist, beantwortet eine Faustregel aus der Methodenlehre: Prozentuiert wird innerhalb der Gruppen jenes Merkmals, nach dem du einteilst. Am übersichtlichsten wird es, wenn dieses Merkmal in den Zeilen steht. Dann ergibt jede Zeile 100 Prozent und du kannst die Zeilen direkt untereinander vergleichen: 70 Prozent Ja bei den Jungen, 50 Prozent in der Mitte, 30 Prozent bei den Älteren.

Rechne Prozente immer innerhalb der Gruppe, die du vergleichst.

In Berichten stehen gern Prozentzahlen nebeneinander, die sich auf verschiedene Grundmengen beziehen. „42 Prozent der Ja-Stimmen stammen von unter 30-Jährigen“ bedeutet nicht, dass 42 Prozent der unter 30-Jährigen zustimmen. Der erste Satz beschreibt das Ja-Lager, der zweite die Altersgruppe. Gib deshalb bei jeder Prozentzahl an, worauf sie sich bezieht. Nenn außerdem immer die Zahl der Antworten.

Kreuztabelle in empirio.ai erstellen: Schritt für Schritt

Eine Kreuztabelle legst du in empirio.ai im Bereich Ergebnisse unter Analyse an: Du wählst eine Frage für die Zeilen und eine für die Spalten, filterst bei Bedarf nach Zeitraum und unvollständigen Antworten und lädst das Ergebnis als Excel- oder CSV-Datei herunter. Kreuztabellen und Filter sind ab dem Tarif Plus um 39 Euro im Monat enthalten (Stand: Oktober 2026).

Du brauchst dafür mindestens zwei geeignete Fragen mit festen Antwortmöglichkeiten, etwa Einfach-Auswahl, Bewertung oder Skala. Fehlen sie, erscheint anstelle der Tabelle der Hinweis „Für eine Kreuztabelle werden mindestens zwei geeignete Fragen benötigt“. Die Fragen selbst legst du wie gewohnt im Editor an. Hast du noch gar keine Daten gesammelt, kannst du bei empirio.ai zuerst kostenlos eine Umfrage erstellen.

Die Screenshots unten zeigen die englische Oberfläche. Wie Felder und Schaltflächen in der deutschen Ansicht heißen, steht jeweils im Text.

Schritt 1: Kreuztabelle unter Analyse öffnen

Öffne deine Umfrage und klick oben auf Ergebnisse. Links findest du die Punkte Zusammenfassung, Antworten, Diagramme, Analyse und KI-Assistent. Hinter Analyse liegen die Analyse-Funktionen als Kacheln, darunter Kreuztabelle, Statistische Kennzahlen und Trendanalyse. Mit einem Klick auf Kreuztabelle geht die Ansicht auf.

Ergebnisbereich von empirio.ai mit den Analyse-Funktionen als Kacheln, darunter die Kachel für die Kreuztabelle

Schritt 2: Zeilen und Spalten festlegen

Ganz oben findest du zwei Auswahlfelder, Frage 1 (Zeilen) und Frage 2 (Spalten), jeweils mit dem Platzhalter Frage auswählen.... In die Zeilen kommt das Merkmal, nach dem du die Befragten einteilst, im Musikverein also das Alter. In die Spalten kommt die Frage, deren Antworten du zwischen den Gruppen vergleichen möchtest. Jede geeignete Frage lässt sich mit jeder anderen kombinieren. Die Auswahl kannst du jederzeit ändern.

Schritt 3: Zeitraum und unvollständige Antworten filtern

Über die Filter bestimmst du, welche Antworten überhaupt in die Tabelle einfließen. Mit Von und Bis schränkst du den Zeitraum ein, zum Beispiel auf alles, was nach dem Rundschreiben an die Mitglieder eingegangen ist. Die Option Unvollständige Antworten einbeziehen zählt auch jene Personen mit, die mittendrin ausgestiegen sind. Lässt du sie aus, gehen nur vollständig ausgefüllte Fragebögen ein. Für die meisten Auswertungen ist das die sauberere Basis.

Schritt 4: Ergebnis lesen und als Excel oder CSV exportieren

Jedes Feld zeigt die Anzahl der Antworten und in Klammern deren Anteil an der Gesamtzahl. Je größer der Anteil, desto kräftiger die Farbe, sodass Häufungen sofort ins Auge springen. Unten steht die Zeile Gesamt mit den Spaltensummen. Mit Exportieren speicherst du die Tabelle wahlweise als XLSX-Datei mit Anzahl und Anteilen oder als CSV-Datei, die nur die Anzahlen enthält. Läuft gerade ein Filter, hält die Excel-Datei das fest. So verwechselt später niemand eine gefilterte Tabelle mit einer über alle Antworten.

Fertige Kreuztabelle in empirio.ai mit Frage 1 in den Zeilen, Frage 2 in den Spalten, Anzahl und Anteil je Feld und Schaltfläche zum Exportieren

Da empirio.ai im Feld den Anteil an der Gesamtzahl anzeigt, rechnest du die Zeilenprozente aus den Anzahlen selbst nach: Feld geteilt durch die Summe seiner Zeile.

So kommst du in Excel zu Zeilenprozenten

Lade die Kreuztabelle als XLSX-Datei herunter und dividiere in Excel jede Anzahl durch die Summe ihrer Zeile. Als Prozent formatiert ergibt jede Zeile genau 100 Prozent. Die Gruppen lassen sich dann direkt nebeneinander lesen.

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Chi-Quadrat-Test: Zufall oder echter Unterschied in der Kreuztabelle?

Der Chi-Quadrat-Test prüft, ob ein Unterschied in der Kreuztabelle echt ist oder bloß zufällig. Er stellt die beobachteten Häufigkeiten jenen gegenüber, die du erwarten würdest, wenn die beiden Fragen nichts miteinander zu tun hätten. Ist die Abweichung groß genug, spricht man von einem signifikanten Zusammenhang.

Dahinter steckt eine nüchterne Überlegung: Vielleicht denken alle Altersgruppen im gesamten Musikverein gleich und das Muster ist rein zufällig in deiner Stichprobe entstanden. Bei 100 Antworten ist dieser Verdacht berechtigt, bei 1.000 Antworten wird so ein Zufall deutlich unwahrscheinlicher.

So rechnet der Test: erwartete Häufigkeiten

Die erwartete Häufigkeit eines Feldes ergibt sich aus Zeilensumme mal Spaltensumme, geteilt durch die Gesamtzahl. Wären Alter und Meinung völlig unabhängig, müsste im Musikverein in jeder Altersgruppe genau die Hälfte zustimmen, also 15 der 30 Jungen, 20 der 40 Mittleren und 15 der 30 Älteren. Tatsächlich sind es 21, 20 und 9. Aus diesen Abweichungen ergibt sich ein Chi-Quadrat-Wert von 9,6 bei zwei Freiheitsgraden. Der p-Wert liegt bei rund 0,008, also unter 0,01. Würden in Wahrheit alle Altersgruppen im Verein gleich denken, käme ein so deutlicher Unterschied in weniger als einer von 100 Stichproben vor. Der Zusammenhang ist damit signifikant.

Umgekehrt gilt: Ein nicht signifikantes Ergebnis beweist nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt. Es heißt nur, dass deine Daten keinen belegen. Der Test startet mit der Annahme, dass die beiden Fragen unabhängig sind. Ein signifikantes Ergebnis spricht gegen genau diese Annahme.

Wo der Chi-Quadrat-Test an seine Grenzen kommt

Verlässlich rechnet der Test nur, wenn die Felder ausreichend besetzt sind. Das Skriptum zur Statistik-Übung in der Pflegewissenschaft, abrufbar über den Webserver der Universität Wien, rät vom Test ab, wenn in mehr als 20 Prozent der Zellen eine erwartete Häufigkeit unter 5 liegt. Stattdessen empfiehlt es, Kategorien nach Möglichkeit gröber zusammenzufassen. Manche Lehrbücher sind strenger und verlangen in jedem Feld eine erwartete Häufigkeit von mindestens 5. Bei kleinen Vierfeldertafeln weicht man dann auf den exakten Test nach Fisher aus. Fasst du seltene Antworten schon vor der Auswertung zu größeren Gruppen zusammen, erledigt sich das Problem meistens von selbst.

Cramérs V: Wie stark ist der Zusammenhang?

Signifikant heißt noch nicht stark. Bei sehr vielen Antworten werden selbst winzige Unterschiede signifikant. Für die Stärke gibt es Cramérs V, das zwischen 0 für keinen und 1 für einen vollständigen Zusammenhang liegt. Im Musikverein kommt Cramérs V auf etwa 0,31, nach gängiger Einteilung ein mittlerer Zusammenhang. Für Vierfeldertafeln, also zwei Gruppen und eine Ja-Nein-Frage, kannst du mit unserem kostenlosen Rechner ohne Anmeldung die Signifikanz berechnen und bekommst Cramérs V gleich dazu.

Häufige Fehler bei der Kreuztabelle

Wo Kreuztabellen schiefgehen, liegt es selten an der Tabelle selbst. Meist hakt es an dem Satz, der im Bericht daraus wird. Rechnen kann das Tool, die Interpretation bleibt bei dir.

In Berichten, Seminararbeiten und Abschlussarbeiten begegnen uns vier Fehler besonders oft. Drei passieren beim Lesen einer einzelnen Tabelle, einer beim Gegenüberstellen mehrerer Tabellen.

Prozente in die falsche Richtung gerechnet

Am häufigsten werden Spaltenprozente verglichen, obwohl Zeilenprozente gemeint sind. „Die meisten Ja-Stimmen kommen von den Jungen“ ist eine andere Aussage als „die meisten Jungen stimmen mit Ja“. Ein Beispiel abseits des Vereins: Bei der Kundenbefragung einer Bäckerei können die meisten Beschwerden von Stammkunden stammen, einfach weil sie die größte Gruppe sind. Anteilig beschweren sie sich trotzdem seltener als Laufkundschaft. Leg also das Einteilungsmerkmal in die Zeilen, rechne Zeilenprozente und schreib die Bezugsgröße zu jeder Zahl.

Zu dünn besetzte Felder

Kleine Felder erzeugen große Sprünge. Sitzen nur vier Personen in einer Gruppe, steht jede für 25 Prozent. Eine einzige abweichende Antwort wirkt dann wie ein Trend. Fass kleine Gruppen zusammen oder berichte bei ihnen nur absolute Zahlen. Für den Test gilt dasselbe: Sind die Felder zu dünn besetzt, legst du Gruppen zusammen oder greifst zum exakten Test nach Fisher.

Vorsicht bei anonymen Befragungen

Kreuzt du in einer Mitarbeiterbefragung die Abteilung mit der Zufriedenheit, zeigt ein Team mit drei Leuten praktisch Einzelantworten. Lassen sich Personen so erkennen, sind die Antworten womöglich nicht mehr anonym, sondern personenbezogene Daten im Sinn der DSGVO. In Österreich ergänzt das Datenschutzgesetz die Verordnung, die Aufsicht liegt bei der Datenschutzbehörde (DSB). Wertest du eine anonyme Umfrage aus, zeig deshalb nur Gruppen ab etwa fünf Antworten und leg kleinere Abteilungen vorher zusammen.

Verschiedene Filter vermischt

Zwei Kreuztabellen aus derselben Umfrage lassen sich nur vergleichen, wenn beide auf denselben Antworten beruhen. Stellst du eine Tabelle über alle Teilnahmen einer zweiten gegenüber, in der die unvollständigen Antworten fehlen oder ein anderer Zeitraum gilt, misst du den Filter statt der Gruppen. Verwende in einem Bericht für alle Tabellen dieselben Filter und notier sie dazu.

Zusammenhang für Ursache gehalten

Eine Kreuztabelle zeigt, dass zwei Antworten gemeinsam auftreten, aber nicht, warum. Vielleicht sind die älteren Mitglieder gar nicht wegen ihres Alters gegen den höheren Beitrag, sondern weil viele schon in Pension sind und jeder zusätzliche Euro sie mehr schmerzt. Solche Vermutungen prüfst du, indem du dieselbe Kreuztabelle getrennt für jede Gruppe eines dritten Merkmals erstellst, etwa mit einer Pivot-Tabelle aus den exportierten Rohdaten. Hält sich der Altersunterschied sowohl bei Mitgliedern in Pension als auch bei Berufstätigen, liegt es eher am Alter als am Einkommen.

Checkliste vor dem Bericht

Geh diese Punkte durch, bevor eine Kreuztabelle in deinen Bericht, deine Präsentation oder deine Masterarbeit wandert. Kannst du überall Ja sagen, hält die Auswertung auch kritischen Fragen aus dem Team oder von deiner Betreuerin oder deinem Betreuer stand.

  • Das Merkmal, nach dem du einteilst, steht in den Zeilen.
  • Du hast Zeilenprozente gerechnet und die Bezugsgröße genannt.
  • Bei jeder Tabelle steht die Zahl der Antworten.
  • Kleine Gruppen sind zusammengelegt oder nur in absoluten Zahlen angegeben.
  • Alle Tabellen, die du vergleichst, haben dieselben Filter.
  • „Signifikant“ steht erst da, wenn der Test es bestätigt.
  • Kein Zusammenhang ist als Ursache formuliert.

Fazit

Mit einer Kreuztabelle siehst du, welche Gruppen hinter einem Gesamtergebnis stecken. Zwei Fragen und ein genauer Blick auf die Prozente genügen dafür. Unsere Empfehlung: Stell das Gruppenmerkmal in die Zeilen, rechne Zeilenprozente und prüf auffällige Unterschiede mit dem Chi-Quadrat-Test, bevor du sie berichtest. Bei kleinen Gruppen lieber zusammenfassen als zu viel hineinlesen.

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Gruppen vergleichen, ohne Daten abzutippen?

Mit empirio.ai erstellst du Kreuztabellen direkt im Ergebnisbereich, filterst nach Zeitraum und exportierst als Excel oder CSV, ab dem Tarif Plus.

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Häufig gestellte Fragen

Eine Kreuztabelle, auch Kontingenztabelle oder Kontingenztafel genannt, stellt zwei Fragen einer Umfrage einander gegenüber und zeigt in jedem Feld, wie viele Befragte eine bestimmte Kombination von Antworten gewählt haben. Die Antwortmöglichkeiten der einen Frage bilden die Zeilen, jene der anderen die Spalten. Haben beide Fragen nur zwei Antwortmöglichkeiten, spricht man von einer Vierfeldertafel.

Für eine Kreuztabelle wählst du zwei Fragen mit fixen Antwortmöglichkeiten, ordnest die eine als Zeilen und die andere als Spalten an und zählst für jede Kombination, wie oft sie vorkommt. In empirio.ai findest du die Funktion ab dem Tarif Plus unter Ergebnisse, Analyse und Kreuztabelle. In Excel klappt es mit einer Pivot-Tabelle aus den exportierten Rohdaten.

Richtig gelesen wird eine Kreuztabelle, wenn die Prozente innerhalb der Gruppen berechnet werden, die du vergleichen willst. Steht das Gruppenmerkmal in den Zeilen, rechnest du Zeilenprozente, damit jede Zeile 100 Prozent ergibt. Danach vergleichst du die Zeilen untereinander und gibst zu jeder Prozentzahl die Bezugsgröße sowie die Zahl der Antworten an.

Randhäufigkeiten sind die Summen, die rechts und unten am Rand einer Kreuztabelle stehen, also die Summe jeder Zeile und jeder Spalte. Sie zeigen, wie sich die Antworten auf eine einzelne Frage verteilen, ohne Rücksicht auf die zweite Frage. Aus ihnen berechnest du außerdem Zeilen- und Spaltenprozente sowie die erwarteten Häufigkeiten für den Chi-Quadrat-Test.

Den Chi-Quadrat-Test brauchst du, sobald du aus einem Unterschied in der Kreuztabelle schließen willst, dass er nicht bloß zufällig in deiner Stichprobe aufgetreten ist. Der Test vergleicht beobachtete mit erwarteten Häufigkeiten. Strenge Lehrbücher verlangen mindestens 5 erwartete Häufigkeiten je Feld, großzügigere erlauben, dass höchstens 20 Prozent der Felder darunter liegen.

Die Kreuztabelle ist eine statistische Darstellung, die Pivot-Tabelle dagegen ein Werkzeug in Tabellenkalkulationen wie Excel, mit dem du unter anderem Kreuztabellen erstellen kannst. Jede Kreuztabelle lässt sich als Pivot-Tabelle anlegen. Umgekehrt kann eine Pivot-Tabelle auch Summen oder Mittelwerte zeigen, während eine Kreuztabelle immer Häufigkeiten von Antwortkombinationen auszählt.

Gratis erstellst du eine Kreuztabelle von Hand oder mit einer Pivot-Tabelle in einer Tabellenkalkulation, sofern deine Rohdaten vorliegen. Bei empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, sind Kreuztabellen und Filter im Tarif Plus um 39 Euro im Monat enthalten, der Download der Rohdaten als CSV oder Excel ab dem Tarif Lite (Stand: Oktober 2026). Die Umfrage selbst erstellst du kostenlos.

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