Vor der Generalversammlung hast du die Mitglieder deines Turnvereins online gefragt, ob der Jahresbeitrag steigen soll. 100 Antworten sind eingegangen, genau 50 dafür und 50 dagegen. Ein klassisches Unentschieden? Erst als du die Antworten nach Alter trennst, kippt das Bild: Von den Mitgliedern unter 30 sagen sieben von zehn Ja, von jenen ab 60 nur drei von zehn.
Für eine Kreuztabelle nimmst du zwei Fragen aus deiner Umfrage, schreibst die Antwortmöglichkeiten der ersten Frage untereinander in die Zeilen, jene der zweiten nebeneinander in die Spalten und trägst in jedes Feld ein, wie viele Personen genau diese beiden Antworten kombiniert haben. Bei empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, gibt es Kreuztabellen und Filter ab dem Tarif Plus. Nach diesem Artikel weisst du, welche Prozentwerte in deinen Bericht gehören und ab wann du einen Gruppenunterschied nicht mehr dem Zufall zuschreiben kannst.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Mit empirio.ai erstellst du mit wenigen Klicks Kreuztabellen für Umfragen.
- Eine Kreuztabelle zeigt, wie oft zwei Antworten zusammentreffen.
- Für Gruppenvergleiche zählen Zeilenprozente, nicht der Anteil an allen.
- Der Chi-Quadrat-Test trennt echte Unterschiede vom Zufall.
- empirio.ai filtert nach Zeitraum und exportiert als Excel oder CSV.
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Was ist eine Kreuztabelle?
Eine Kreuztabelle stellt zwei Fragen einer Umfrage einander gegenüber und hält in jedem Feld fest, wie viele Befragte eine bestimmte Kombination von Antworten gewählt haben. In Statistikvorlesungen an Universitäten und Fachhochschulen hörst du dafür auch die Begriffe Kontingenztafel oder Kontingenztabelle.
Zeilen und Spalten teilen sich die Arbeit: Die Antwortoptionen der ersten Frage stehen links untereinander, jene der zweiten Frage oben nebeneinander. Wo sich eine Zeile und eine Spalte kreuzen, liegt ein Feld, etwa «unter 30 und für den höheren Jahresbeitrag». Ganz rechts und ganz unten kommen die Summen hin, in der Fachsprache Randhäufigkeiten genannt. An ihnen liest du ab, wie sich jede Frage für sich verteilt, so als gäbe es die andere gar nicht.
Im Turnverein mit seinen 100 Antworten sieht die Tabelle so aus. Die Zahlen sind erfunden, ein solches Muster kommt in echten Umfragen aber oft vor. Die Prozentwerte in Klammern beziehen sich hier auf die jeweilige Altersgruppe, jede Zeile ergibt also 100 Prozent. empirio.ai zeigt in seiner Ergebnisansicht in Klammern stattdessen den Anteil an allen Antworten.
| Alter | Für den höheren Jahresbeitrag | Dagegen |
|---|---|---|
| Unter 30 Jahre | 21 (70 %) | 9 (30 %) |
| 30 bis 59 Jahre | 20 (50 %) | 20 (50 %) |
| 60 Jahre und älter | 9 (30 %) | 21 (70 %) |
| Total | 50 (50 %) | 50 (50 %) |
Die unterste Zeile entspricht der gewohnten Auszählung: 50 zu 50. Zählst du jede Zeile zusammen, ergeben sich die Gruppengrössen, nämlich 30 Mitglieder unter 30, 40 im Alter von 30 bis 59 und 30 ab 60, total 100. Spannend wird es erst in den einzelnen Zeilen, denn dort entscheiden die Altersgruppen klar verschieden.
Sonderfall Vierfeldertafel
Hat jede der zwei Fragen nur zwei Antwortmöglichkeiten, besteht die Tabelle aus genau vier Feldern. Man spricht dann von einer Vierfeldertafel. Sie begegnet dir sehr oft, zum Beispiel bei einer Ja-Nein-Frage, aufgeteilt nach zwei Gruppen.
Auch das Bundesamt für Statistik arbeitet ständig mit solchen Tabellen. Im Angebot STAT-TAB des BFS erstellst du Tabellen nach eigenen Bedürfnissen, indem du Merkmale eines Datenwürfels miteinander kombinierst. Heraus kommen im Kern Kreuztabellen aus amtlichen Daten.
Meist ist die Kreuztabelle an der Reihe, wenn du jede Frage bereits einzeln ausgezählt hast. Wie du von den Rohdaten Schritt für Schritt zu belastbaren Aussagen kommst, erklärt unser Ratgeber zum Thema Fragebogen auswerten.
Wofür brauchst du eine Kreuztabelle?
Immer wenn dich interessiert, ob verschiedene Gruppen unterschiedlich antworten, ist die Kreuztabelle das passende Werkzeug: Abteilungen, Sprachregionen, Kundensegmente oder Studiengänge. Die Gesamtauswertung liefert dir ein Ergebnis über alle Befragten hinweg. Erst die Kreuztabelle zerlegt es in die Gruppen, aus denen es sich zusammensetzt.
Typische Einsatzfelder aus der Praxis:
- Mitarbeiterbefragung: Wie zufrieden sind die Mitarbeitenden in Zürich, in der Romandie und im Tessin? Getrennt nach Standort siehst du, wo der Schuh drückt. Wie du so eine Befragung planst, steht in unserem Ratgeber zu Mitarbeiterbefragungen.
- Kundenbefragung: Wer seit Jahren bei dir einkauft, beurteilt Lieferzeit oder Beratung oft anders als jemand, der zum ersten Mal bestellt hat. Bei Kundenbefragungen holt erst die Kreuztabelle diesen Unterschied ans Licht.
- Bachelor-, Master- oder Maturaarbeit: Eine Hypothese wie «Studierende an Fachhochschulen nutzen KI-Tools öfter als Studierende an Universitäten» testest du mit einer einzigen Kreuztabelle. Wie du die Befragung dafür planst, liest du im Beitrag zur Umfrage für Bachelor- und Masterarbeit.
- Verein und Schule: Welches Datum fürs Vereinsfest den jüngeren und welches den älteren Mitgliedern passt oder wie die einzelnen Klassen das Skilager bewertet haben.
Voraussetzung sind zwei Fragen mit vorgegebenen Antworten: Einfachauswahl, Mehrfachauswahl, Bewertung oder Skala. Offene Textantworten taugen nicht, weil jede Person ihre eigenen Worte wählt. Bei Mehrfachauswahl landet eine Person unter Umständen in mehreren Feldern, sodass die Zeilenprozente über 100 Prozent hinausgehen. Für solche Tabellen ist der Chi-Quadrat-Test auch nicht ausgelegt. Zahlenangaben wie das Alter fasst du vorab in Klassen zusammen, sonst erhält jeder Jahrgang eine eigene Zeile. Welche Berechnungen zu welcher Antwortart passen, hängt vom Skalenniveau ab.
Wenig bringt eine Kreuztabelle, wenn kaum Antworten vorliegen. Verteilst du 20 Antworten auf 15 Felder, sitzen in den meisten nur ein oder zwei Personen. Jede zusätzliche Antwort lässt die Prozente dann gleich um etliche Punkte springen.
Kreuztabelle interpretieren: Welche Prozente du vergleichst
Damit du eine Kreuztabelle korrekt interpretierst, berechnest du die Prozente jeweils innerhalb der Gruppen, die du einander gegenüberstellen möchtest. Geht es darum, ob jüngere Mitglieder eher Ja zum höheren Jahresbeitrag sagen, teilst du jedes Feld durch die Anzahl Mitglieder seiner Altersgruppe.

Ein und dasselbe Feld liefert drei unterschiedliche Prozentwerte, je nachdem, worauf du dich beziehst. Nimm die 21 Mitglieder unter 30, die Ja gesagt haben. Sie stehen je nach Basis für 70, 42 oder 21 Prozent:
| Prozentwert | Rechnung im Turnverein | Antwort auf die Frage |
|---|---|---|
| Zeilenprozent | 21 von 30 Mitgliedern unter 30 = 70 % | Wie entscheidet diese Altersgruppe? |
| Spaltenprozent | 21 von 50 Ja-Stimmen = 42 % | Wer bildet das Ja-Lager? |
| Gesamtprozent | 21 von 100 Antworten = 21 % | Wie häufig ist diese Kombination insgesamt? |
Für die Wahl der richtigen Prozente gibt es eine bewährte Faustregel aus der Methodenlehre: Prozentuiert wird innerhalb der Kategorien des Merkmals, nach dem du gruppierst. Legst du dieses Merkmal in die Zeilen, rechnest du Zeilenprozente. Jede Zeile kommt so auf 100 Prozent und du vergleichst sie direkt miteinander: 70 Prozent Ja bei den Mitgliedern unter 30, 50 Prozent in der mittleren Gruppe, 30 Prozent ab 60.
Prozentuiere immer innerhalb der Gruppe, die du vergleichen möchtest.
In Berichten stehen oft Prozentwerte mit unterschiedlicher Basis nebeneinander. Der Satz «42 Prozent der Ja-Stimmen stammen von unter 30-Jährigen» bedeutet nicht, dass 42 Prozent der unter 30-Jährigen Ja gesagt haben. Die erste Aussage beschreibt das Ja-Lager, die zweite eine Altersgruppe. Gib darum bei jeder Prozentzahl die Basis an und nenne die Anzahl Antworten.
Kreuztabelle in empirio.ai erstellen: Anleitung in vier Schritten
In empirio.ai findest du die Kreuztabelle unter Ergebnisse > Analyse > Kreuztabelle. Dort bestimmst du eine Frage für die Zeilen und eine für die Spalten, grenzt die Antworten bei Bedarf nach Zeitraum ein, entscheidest über unvollständige Antworten und lädst das Resultat als Excel- oder CSV-Datei herunter. Die Funktion samt Filtern ist ab dem Tarif Plus enthalten, der 39 Euro im Monat kostet (Stand: Oktober 2026). Abgerechnet wird auch in der Schweiz in Euro.
Damit die Tabelle erscheint, braucht deine Umfrage mindestens zwei geeignete Fragen mit vorgegebenen Antworten, zum Beispiel Multiple Choice, Bewertung oder Skala. Sonst zeigt empirio.ai statt der Tabelle diesen Hinweis: «Für eine Kreuztabelle werden mindestens zwei geeignete Fragen benötigt (z.B. Multiple Choice, Rating, Skala).» Neue Fragen ergänzt du wie gewohnt im Editor. Hast du noch gar keine Befragung, kannst du bei empirio.ai kostenlos eine Umfrage erstellen.
Schritt 1: Im Ergebnisbereich die Kreuztabelle aufrufen
Öffne die Umfrage und klicke oben auf Ergebnisse. Links erscheint eine Leiste mit Zusammenfassung, Antworten, Diagramme, Analyse und KI-Assistent. Wählst du Analyse, siehst du die verfügbaren Auswertungen als Kacheln, unter anderem Kreuztabelle, Statistische Kennzahlen und Trendanalyse. Mit einem Klick auf Kreuztabelle öffnet sich die Ansicht.

Schritt 2: Zeilenfrage und Spaltenfrage festlegen
Im oberen Teil der Ansicht gibt es zwei Auswahlfelder, Frage 1 (Zeilen) und Frage 2 (Spalten). In die Zeilen kommt das Merkmal, nach dem du gruppierst, im Turnverein also das Alter. In die Spalten setzt du die Frage, deren Antworten du zwischen den Gruppen vergleichst. Jede passende Frage lässt sich mit jeder anderen kombinieren und du kannst die Auswahl beliebig oft wechseln.
Schritt 3: Zeitraum eingrenzen und unvollständige Antworten steuern
Über die Filter entscheidest du, welche Antworten in die Tabelle einfliessen. Mit Von und Bis beschränkst du dich auf einen bestimmten Zeitraum, etwa auf alle Antworten, die nach dem Erinnerungsschreiben vor der Generalversammlung eingegangen sind. Aktivierst du Unvollständige Antworten einbeziehen, zählen auch Personen mit, die mittendrin ausgestiegen sind. Lässt du die Option aus, bleiben nur komplette Teilnahmen in der Tabelle. Meist ist das die solidere Basis, weil dann alle Zahlen von Leuten stammen, die den ganzen Fragebogen beantwortet haben.
Schritt 4: Ergebnis ablesen und als Excel oder CSV herunterladen
Jedes Feld zeigt die Anzahl Antworten und dahinter in Klammern den Anteil an der Gesamtzahl. Je grösser dieser Anteil, desto kräftiger die Farbe des Feldes, sodass Häufungen sofort ins Auge springen. Ganz unten fasst die Zeile Gesamt die Spalten zusammen. Mit Exportieren sicherst du die Tabelle wahlweise als XLSX · Anzahl und Anteile oder als CSV mit dem Vermerk Nur Anzahl · alle Programme, die sich in jedem Tabellenprogramm öffnen lässt. Ist ein Filter gesetzt, steht das in der Excel-Datei. So verwechselt später niemand gefilterte Zahlen mit dem Gesamtbestand.

Da empirio.ai im Feld den Anteil an allen Antworten anzeigt, ermittelst du die Zeilenprozente aus den Anzahlen selbst: Feldwert geteilt durch Zeilensumme.
Zeilenprozente in Excel ausrechnen
Lade die Kreuztabelle als XLSX herunter, teile in Excel jede Anzahl durch die Summe ihrer Zeile und formatiere das Ergebnis als Prozent. Jede Zeile kommt dann auf genau 100 Prozent. So liest du die Gruppen bequem nebeneinander.
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Chi-Quadrat-Test: Zufall oder echter Zusammenhang?
Der Chi-Quadrat-Test klärt, ob ein Unterschied in deiner Kreuztabelle über den Zufall hinausgeht. Er stellt die tatsächlich gezählten Häufigkeiten jenen gegenüber, die du erwarten würdest, wenn die beiden Fragen völlig unabhängig voneinander wären. Liegen beide weit genug auseinander, gilt der Zusammenhang als signifikant.
Konkret fragst du dich: Könnte es sein, dass im ganzen Turnverein alle Altersgruppen gleich denken und sich das Muster bloss zufällig in deiner Stichprobe zeigt? Bei 100 Antworten ist der Verdacht berechtigt, bei 1'000 Antworten wäre ein solcher Zufall deutlich unwahrscheinlicher.
So rechnet der Test mit erwarteten Häufigkeiten
Für jedes Feld ergibt sich die erwartete Häufigkeit aus Zeilensumme mal Spaltensumme, geteilt durch die Gesamtzahl. Wären Alter und Meinung im Turnverein unabhängig, müsste in jeder Altersgruppe die Hälfte zustimmen: 15 von 30 Jüngeren, 20 von 40 in der mittleren Gruppe und 15 von 30 Älteren. Gezählt hast du 21, 20 und 9. Aus diesen Abweichungen errechnet sich ein Chi-Quadrat-Wert von 9,6 bei zwei Freiheitsgraden. Der p-Wert liegt bei etwa 0,008 und damit unter 0,01. Würden alle Altersgruppen im ganzen Verein in Wirklichkeit gleich abstimmen, träte ein so deutlicher Unterschied also in weniger als einer von 100 Stichproben auf. Dein Ergebnis ist signifikant.
Ist ein Test nicht signifikant, beweist das umgekehrt nicht, dass kein Zusammenhang besteht. Es heisst lediglich, dass deine Daten keinen belegen. Der Test startet mit der Annahme der Unabhängigkeit und ein signifikantes Resultat spricht gegen genau diese Annahme.
Wann du den Chi-Quadrat-Test besser nicht verwendest
Verlässlich arbeitet der Test nur, wenn die Felder ausreichend gefüllt sind. Die Methodenberatung der Universität Zürich nennt als Voraussetzung, dass die erwarteten Zellhäufigkeiten grösser als 5 sind. Ist das nicht erfüllt, empfiehlt sie den exakten Test nach Fisher. Daneben ist eine etwas grosszügigere Faustregel verbreitet, nach der höchstens 20 Prozent der Felder eine erwartete Häufigkeit unter 5 haben dürfen. Am einfachsten umgehst du das Problem, indem du seltene Antwortkategorien schon vor dem Test zu grösseren Gruppen zusammenlegst.
Cramérs V: Wie stark hängen die Antworten zusammen?
Signifikanz allein verrät nicht, wie stark ein Zusammenhang ist. Mit sehr vielen Antworten wird selbst ein winziger Unterschied signifikant. Für die Stärke gibt es Cramérs V, das zwischen 0 für keinen und 1 für einen vollständigen Zusammenhang liegt. Im Turnverein kommt Cramérs V auf etwa 0,31, was nach üblicher Einteilung als mittlerer Zusammenhang gilt. Hast du eine Vierfeldertafel mit zwei Gruppen und einer Ja-Nein-Frage, kannst du mit unserem kostenlosen Rechner ohne Registrierung direkt die Signifikanz berechnen und bekommst Cramérs V gleich mitgeliefert.
Häufige Fehler beim Auswerten von Kreuztabellen
Wo Kreuztabellen schiefgehen, liegt es selten an der Tabelle selbst. Der Fehler entsteht meist im Satz, den jemand daraus für den Bericht formuliert. Rechnen kann das Tool, interpretieren musst du.
In Berichten, Präsentationen und Abschlussarbeiten begegnen uns vier Fehler besonders oft: drei beim Lesen einer einzelnen Tabelle, einer beim Vergleich mehrerer Tabellen.
Prozente mit der falschen Basis
Am häufigsten werden Spaltenprozente verglichen, obwohl Zeilenprozente gefragt wären. «Die meisten Ja-Stimmen kommen von jüngeren Mitgliedern» und «die meisten jüngeren Mitglieder stimmen Ja» klingen ähnlich, behaupten aber Verschiedenes. Die eine Aussage kann zutreffen, während die andere falsch ist. Setz das Gruppenmerkmal in die Zeilen, rechne Zeilenprozente und schreib bei jeder Zahl dazu, worauf sie sich bezieht.
Felder mit zu wenigen Antworten
Dünn besetzte Felder führen zu sprunghaften Prozenten. Sitzen in einer Gruppe nur vier Personen, macht jede davon 25 Prozent aus und eine einzige Abweichung wirkt plötzlich wie ein Trend. Leg kleine Gruppen zusammen oder weise bei ihnen nur absolute Zahlen aus. Beim Test gilt dasselbe: Sind die Felder zu schwach besetzt, fasst du Kategorien zusammen oder greifst zum exakten Test nach Fisher.
Vorsicht bei anonymen Umfragen
Kreuzt du Abteilung und Zufriedenheit, zeigt die Tabelle bei einem Team mit drei Mitarbeitenden praktisch einzelne Antworten. Werte bei einer anonymen Umfrage deshalb nur Gruppen mit rund fünf oder mehr Antworten aus und fasse kleine Abteilungen vorher zusammen. Wird eine Person über ein kleines Feld bestimmbar, können ihre Angaben als Personendaten im Sinne des revidierten Datenschutzgesetzes (DSG) gelten, das seit dem 1. September 2023 in Kraft ist. Über dessen Einhaltung wacht der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB). Im Zweifel klärst du solche Fragen vorab mit einer Fachperson für Datenschutz.
Verschiedene Filter durcheinandergebracht
Zwei Kreuztabellen aus derselben Umfrage lassen sich nur vergleichen, wenn beide auf denselben Antworten beruhen. Stellst du eine Tabelle mit allen Teilnahmen neben eine, in der unvollständige Antworten fehlen oder ein anderer Zeitraum gilt, misst du am Ende den Filter und nicht die Gruppen. Verwende für alle Tabellen eines Berichts dieselben Filter und halte sie schriftlich fest.
Zusammenhang als Ursache missverstanden
Eine Kreuztabelle zeigt dir, dass zwei Antworten gemeinsam auftreten, aber nicht, weshalb. Möglicherweise lehnen die älteren Mitglieder den höheren Jahresbeitrag gar nicht wegen ihres Alters ab, sondern weil viele pensioniert sind und mit der Rente jeder zusätzliche Franken stärker ins Gewicht fällt. Solche Vermutungen prüfst du, indem du dieselbe Kreuztabelle für jede Gruppe eines dritten Merkmals separat erstellst, etwa mit einer Pivot-Tabelle aus den exportierten Rohdaten. Zeigt sich der Altersunterschied bei Pensionierten wie bei Erwerbstätigen, spricht mehr für das Alter als für das Einkommen.
Checkliste vor dem Bericht
Bevor eine Kreuztabelle in deinen Bericht oder deine Präsentation wandert, prüfst du diese Punkte. Kannst du jeden abhaken, übersteht deine Auswertung auch kritische Fragen aus dem Vorstand, dem Team oder von deiner Betreuungsperson.
- Die Gruppen stehen in den Zeilen.
- Zeilenprozente sind berechnet und die Basis ist angegeben.
- Zu jeder Tabelle gehört die Anzahl Antworten.
- Kleine Gruppen sind zusammengelegt oder nur in absoluten Zahlen genannt.
- Alle verglichenen Tabellen beruhen auf denselben Filtern.
- Signifikant heisst ein Unterschied erst nach dem Test.
- Kein Satz macht aus einem Zusammenhang eine Ursache.
Fazit
Mit einer Kreuztabelle siehst du, welche Gruppen sich hinter einem Gesamtergebnis verbergen. Zwei Fragen und ein sauberer Umgang mit den Prozenten genügen dafür. Unsere Empfehlung: Gruppenmerkmal in die Zeilen, Zeilenprozente rechnen und auffällige Unterschiede mit dem Chi-Quadrat-Test absichern, bevor sie in den Bericht kommen. Bei kleinen Gruppen gilt: lieber zusammenfassen als zu viel hineinlesen.
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