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Buch zitieren in der Schweiz: Regeln und Muster

Beim Verlagsort widersprechen sich die Schweizer Vorgaben, sonst braucht ein Buchbeleg überall dieselben Angaben. Muster für Sammelband, E-Book und fehlende Autoren findest du dazu.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Mitgründervon Marvin DeppingAktualisiert am 28. August 2026Lesezeit 15 Min.

Dein Zitat steht, die Seitenzahl ist notiert, und trotzdem bleibt die Arbeit bei der Quellenangabe liegen. Auf dem Titelblatt fehlt der Verlagsort, im Impressum stehen zwei Jahreszahlen nebeneinander, und zwei Schweizer Leitfäden geben an derselben Stelle Verschiedenes vor.

Für die Quellenangabe eines Buchs brauchst du sieben Informationen: wer das Buch geschrieben hat, Erscheinungsjahr, Titel samt Untertitel, Band, Auflage, Verlag und je nach Zitierstil den Erscheinungsort. Im Fliesstext kommt ein Kurzbeleg in Klammern oder eine Fussnote dazu. Welcher Stil gilt, hängt in der Schweiz stark vom Fach ab: Die ZHAW School of Management and Law hält fest, dass in den Rechtswissenschaften üblicherweise mit Fussnoten zitiert wird, während sich in den Sozialwissenschaften der APA-Standard etabliert hat.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Sieben Bestandteile ergeben die vollständige Angabe zu einem Buch.
  • APA 7 und Chicago 18 verzichten auf den Verlagsort.
  • Eine eigene Schweizer Zitiernorm gibt es nicht.
  • Abkürzungen bleiben auch in APA deutsch, also „Hrsg.“ statt „Ed.“.
  • Ein Beitrag aus einem Sammelband wird mit „In“ zitiert.

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Die sieben Bestandteile einer Buchangabe

Eine vollständige Buchangabe versammelt sieben Informationen: wer das Buch geschrieben hat, Erscheinungsjahr, Titel samt Untertitel, Band, Auflage, Verlag und Erscheinungsort. Kein Zitierstil verlangt in jedem Fall alle sieben, doch jeder Stil greift auf dieselbe Liste zurück.

Alle sieben Angaben stecken im Buch selbst, verteilt auf zwei Seiten am Anfang. Vom Titelblatt nimmst du die Verfassenden, Titel, Untertitel und Verlag. Aus dem Impressum auf der Rückseite stammen Auflage, Erscheinungsjahr, Verlagsort und ISBN. Der Umschlag scheidet als Quelle aus, weil dort Werbetexte und gekürzte Titel stehen.

AngabeWo sie im Buch stehtWenn sie fehlt
VerfassendeTitelblatt, obenInstitution als Urheberin, sonst „o. A.“
ErscheinungsjahrImpressum, Copyright-Seite„o. J.“ in den deutschsprachigen Stilen, „n.d.“ in APA
Titel und UntertitelTitelblatt, nicht der Umschlagohne Titel gibt es keinen Beleg
BandTitelblatt oder Reihenangabenur bei mehrbändigen Werken nötig
AuflageImpressum, meist über der ISBNdie erste Auflage bleibt ungenannt
VerlagTitelblatt unten und Impressum„ohne Verlag“ ausschreiben
ErscheinungsortImpressum, beim Verlagsnamen„o. O.“, in APA 7 nicht mehr nötig

Am häufigsten fehlt die Auflage. Gemeint sind damit alle Exemplare eines Buchs, die zusammen gedruckt wurden. Eine neue Auflage entsteht, wenn die vorige ausverkauft ist oder wenn der Inhalt überarbeitet wurde. Nur im zweiten Fall verschieben sich die Seitenzahlen, und genau deshalb gehört die Auflage in jede Angabe: Deine Seitenzahl gilt sonst für ein anderes Buch.

Erscheinungsjahr, Copyright-Jahr oder Jahr der Auflage?

Massgeblich ist das Jahr jener Auflage, die dir vorliegt. Im Impressum stehen oft zwei Jahreszahlen nebeneinander, nämlich das Jahr der Erstausgabe und das Jahr der aktuellen Auflage. Nur zur zweiten passen deine Seitenzahlen. Bei einem unveränderten Nachdruck bleibt dagegen das Jahr der zugrunde liegenden Auflage stehen.

Häufig liest man, anzugeben sei immer das Copyright-Jahr und nie das Jahr der Auflage. Zutreffend ist der Satz nur, solange beide zusammenfallen. Jede überarbeitete Auflage bekommt ein eigenes Copyright-Jahr, und genau dieses gehört in die Angabe. Wer stattdessen das Jahr der Erstausgabe übernimmt, datiert eine Auflage von 2024 versehentlich auf 1998.

Der Erscheinungsort: In der Schweiz zwei Antworten

Ob der Erscheinungsort in die Quellenangabe gehört, beantworten Schweizer Hochschulen unterschiedlich, und beide Antworten sind innerhalb ihres Stils richtig. In ihrem Kapitel zu den Änderungen von APA 6 auf APA 7 schreibt die ZHAW School of Management and Law: „Im Literaturverzeichnis wird der Verlagsort nicht mehr angegeben.“ Das Historische Institut der Universität Bern nennt im Fussnotenstil dagegen Ort und Jahr, im Muster „Tübingen 1999“ und ohne Doppelpunkt.

Hinter dem Unterschied steht kein Versehen, sondern die Stilfamilie. APA hat den Verlagsort mit der im Oktober 2019 erschienenen 7. Auflage gestrichen, die das Copyright-Jahr 2020 trägt, das Chicago Manual of Style mit der 18. Auflage von 2024. Der Grund ist praktisch: Früher sagte der Ort etwas darüber aus, wo ein Buch zu bekommen war, heute liefern Verlage international aus. Die Fussnotenstile der Geschichts- und Rechtswissenschaften halten am Ort fest, weil er dort zur Beschreibung der Ausgabe gehört. Auf die Belegtechnik allein kommt es dabei nicht an: Chicago Notes-Bibliography ist selbst ein Fussnotensystem und führt den Ort trotzdem nicht mehr. Nachlesen kannst du beide Vorgaben im Zitierleitfaden der ZHAW und im Merkblatt zum Zitieren des Historischen Instituts der Universität Bern. Für Chicago hält der Citation Quick Guide fest, dass ein Erscheinungsort in Buchangaben nicht mehr verlangt wird.

Bei Harvard hängt die Antwort zusätzlich von der Variante ab, denn ein einheitliches Harvard-Regelwerk gibt es nicht. Leeds Harvard führt den Ort weiterhin und schreibt das Muster „Family name, INITIAL(S). Year. Title. Edition (if not first edition). Place of publication: Publisher.“ vor, im Beispiel „Finch, E. and Fafinski, S. 2015. Legal skills. 5th ed. Oxford: Oxford University Press.“ Die Variante Cite Them Right Harvard nennt dagegen keinen Ort mehr: „Surname, Initial. (Year of publication) Title. Edition (if not the first). Publisher.“, im Beispiel „Grix, J. and Watkins, G. (2010) Information skills: finding and using the right resources. Palgrave Macmillan.“ Die Hausstile unterscheiden sich an genau drei Punkten: ob das Jahr in Klammern steht, wie die Auflage abgekürzt wird und ob der Erscheinungsort dazugehört.

Warum die Schweizer Vorgaben beim Verlagsort auseinandergehen

Eine eigene Schweizer Zitiernorm, die den Fall entscheiden würde, gibt es nicht. Verbindlich ist immer der Leitfaden deines Instituts oder Departements, und der weicht zwischen zwei Fakultäten derselben Hochschule voneinander ab. Kläre die Frage deshalb, bevor du das Literaturverzeichnis anlegst, und nicht danach.

ZitierstilErscheinungsortWas das für dich heisst
APA 7neinnach dem Titel folgt direkt der Verlag
Chicago 18neinseit 2024 gestrichen, Verlag und Jahr genügen
Harvardje nach VarianteLeeds Harvard führt ihn, Cite Them Right nicht mehr
Deutsche ZitierweisejaOrt vor dem Verlag
Fussnotenstil Universität BernjaOrt und Jahr ohne Doppelpunkt

Stand: August 2026, Änderungen möglich.

Verlangt dein Stil den Ort, findest du ihn im Impressum direkt beim Verlagsnamen, meist in derselben Zeile. Nennt das Buch mehrere Orte, nimmst du den ersten und ergänzt „u. a.“, oder du trennst zwei Orte mit einem Schrägstrich, etwa „Zürich/Basel“. Beide Formen sind verbreitet, entscheidend ist eine einheitliche Wahl im ganzen Literaturverzeichnis. Fehlt der Ort ganz, kennzeichnest du die Lücke mit „o. O.“ für „ohne Ort“.

Buch zitieren: vier Muster zum Übernehmen

Alle vier gängigen Zitierstile ordnen dieselben sieben Angaben unterschiedlich an und verlangen nichts darüber hinaus. Für die Beispiele unten dient durchgehend dasselbe Musterbuch: Anna Weber, „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“, 3. Auflage, 2024 in Zürich beim Beispielverlag erschienen, zitiert wird Seite 87.

Vorweg ein Punkt, an dem Bachelor- und Masterarbeiten regelmässig Formfehler sammeln: Ein Zitierstil ist ein geschlossenes System und kein Baukasten. APA und Harvard belegen im Fliesstext mit einer Klammer, die deutsche Zitierweise und Chicago belegen in der Fussnote. Wer beides mischt, sammelt Abzüge, auch wenn jede einzelne Angabe für sich stimmt. Die Grundlagen erklärt unser Leitfaden zum richtigen Zitieren.

Für wörtliche Zitate gilt in Schweizer Leitfäden zudem eine eigene Konvention. Der Zitierleitfaden der ZHAW formuliert die Regel so: „Zitat durch Anführungs- und Schlusszeichen («») kennzeichnen.“ Gemeint sind die spitzen Guillemets und nicht die deutschen Zeichen. Prüfe vor der Abgabe, welche Form dein Departement verlangt, und halte sie in der ganzen Arbeit durch.

Buch nach APA 7 zitieren

Am Anfang stehen in APA 7 Nachname und Jahr, der Titel wird kursiv gesetzt, danach folgt unmittelbar der Verlag. In einer Klammer hinter dem Titel steht die Auflage, und zwar ohne Kursivsetzung. Ein Verlagsort taucht nicht auf. Liegt ein DOI vor, schliesst er den Eintrag als vollständiger Link ab. Eine ISBN sieht APA nicht vor.

Literaturverzeichnis: Weber, A. (2024). Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit (3. Aufl.). Beispielverlag.

Im Text: (Weber, 2024, S. 87)

Buch nach Harvard zitieren

Auch Harvard führt Nachname und Jahr vorn. Ein einheitliches Regelwerk existiert jedoch nicht, sondern eine Familie von Hausstilen, die sich an drei Punkten unterscheiden: ob das Jahr in Klammern steht, wie die Auflage abgekürzt wird und ob der Erscheinungsort dazugehört. Leeds Harvard führt den Ort weiterhin und trennt ihn mit einem Doppelpunkt vom Verlag, Cite Them Right Harvard nennt ihn nicht mehr. Deshalb stehen unten beide Varianten desselben Musterbuchs untereinander. Welche deine Hochschule führt, klärt unser Beitrag zur Harvard-Zitierweise.

Literaturverzeichnis nach Leeds Harvard, mit Ort: Weber, A. 2024. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Zürich: Beispielverlag.

Literaturverzeichnis nach Cite Them Right Harvard, ohne Ort: Weber, A. (2024) Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag.

Im Text: (Weber 2024: 87)

Buch in der Fussnote: die deutsche Zitierweise

Belegt wird in der deutschen Zitierweise jede Quelle in einer Fussnote am Seitenende. Beim ersten Mal steht dort der Vollbeleg mit allen Angaben, ab dem zweiten Mal reichen Nachname, Jahr und Seitenzahl. Bei zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Fussnoten zur selben Quelle genügen „Ebd.“ und die Seite. Im Literaturverzeichnis erscheint stets der Vollbeleg, dort ohne die zitierte Seite. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur deutschen Zitierweise.

Fussnote, Vollbeleg bei der ersten Nennung: Vgl. Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Zürich: Beispielverlag 2024, S. 87.

Fussnote, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung: Vgl. Weber 2024, S. 87.

Buch nach Chicago 18 zitieren

Von den beiden Chicago-Systemen kommt Notes-Bibliography dem Fussnotenmodell an Schweizer Instituten am nächsten. In der Fussnote geht der Vorname voran, im Literaturverzeichnis der Nachname. Seit der 18. Auflage von 2024 fällt der Verlagsort weg, Verlag und Jahr reichen aus. Nach der Klammer folgt in der Fussnote die Seitenzahl, und zwar ohne „S.“.

Fussnote: Anna Weber, Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Aufl. (Beispielverlag, 2024), 87.

Literaturverzeichnis: Weber, Anna. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag, 2024.

Ganzes Buch, Herausgeberwerk oder Beitrag daraus?

Ein Beitrag aus einem Sammelband wird nicht wie ein ganzes Buch angegeben, sondern mit dem Wörtchen „In“ zwischen Beitrag und Band. Zitiert wird immer die kleinste Einheit, die du tatsächlich gelesen hast, also der einzelne Aufsatz und nicht der Band, in dem er steht.

Drei Fälle sehen im Regal ähnlich aus und werden unterschiedlich angegeben. Bei einer Monographie stammt der ganze Text von denselben Verfassenden. Beim Herausgeberwerk rücken die Herausgebenden an die Autorenstelle, gekennzeichnet mit „(Hrsg.)“. Beim Beitrag aus einem Sammelband stehen vorn die Verfassenden des Beitrags, danach der Beitragstitel, dann „In“ und die Angaben zum Band samt Seitenspanne.

FallWoran du ihn erkennstWas an die erste Stelle rückt
Monographieein durchgehender Text derselben Verfassendenwer das Buch geschrieben hat
Herausgeberwerkdas Titelblatt nennt „Hrsg.“ statt Autorennamendie Herausgebenden mit „(Hrsg.)“
Beitrag im Sammelbandeigenes Kapitel mit eigenem Verfasser und Seitenspannewer den Beitrag geschrieben hat

Übertragen auf das Musterbuch sieht ein Beitrag in APA 7 so aus: Weber, A. (2024). Stichproben in der Praxis. In M. Gruber & L. Berger (Hrsg.), Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit (3. Aufl., S. 80–102). Beispielverlag. Beachte dabei, dass „Hrsg.“ auch in einer APA-Angabe deutsch bleibt, solange die Arbeit deutschsprachig ist. Chicago verlangt die Seitenspanne im Literaturverzeichnis seit der 18. Auflage nicht mehr, in der Fussnote steht dort die konkret zitierte Seite.

⚠️ Achtung

Genau ein Eintrag im Literaturverzeichnis gehört zum Beitrag, ein zusätzlicher zum Sammelband nicht. Ein zweiter Eintrag für den ganzen Band ist nur dann richtig, wenn du dich im Text an mindestens einer Stelle auf den Band als Ganzes beziehst.

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E-Book, PDF und DOI: was sich digital ändert

Ein E-Book gibst du wie das gedruckte Buch an und ergänzt den DOI, sofern das Buch einen hat. Die Datenbank, aus der du es heruntergeladen hast, gehört nicht in die Angabe, und ein Abrufdatum brauchst du bei einem Buch nicht, weil sich ein Buch nach dem Erscheinen nicht mehr ändert.

Ein DOI ist eine dauerhafte Kennung, die auf ein Dokument zeigt, auch wenn der Verlag die Adresse wechselt. In APA 7 steht er als vollständiger Link am Ende des Eintrags und beginnt mit https://doi.org/ vor der eigentlichen Kennung. Eine ISBN verwendet APA ausdrücklich nicht. In den Fussnotenstilen ist sie ebenfalls unüblich, auch wenn einzelne Leitfäden sie verlangen.

  • PDF mit identischer Seitenzählung: genau wie die Druckfassung angeben, ohne URL.
  • E-Book ohne feste Seitenzahlen: an die Stelle der Seite tritt das Kapitel oder der Abschnitt.
  • E-Book aus einer Fachdatenbank ohne DOI: nach dem Verlagsnamen endet der Eintrag.
  • Frei zugängliches Buch aus dem Netz: hinter dem Verlag die URL der Verlagsseite ergänzen.
  • Digitale Fassung mit eigener Seitenzählung: jene Ausgabe zitieren, die dir vorlag.

Beim letzten Punkt lohnt genaues Hinsehen, weil er in Abschlussarbeiten regelmässig auffällt. Stimmen die Seitenzahlen von digitaler und gedruckter Ausgabe nicht überein, handelt es sich für die Quellenangabe um zwei Publikationen. Belege deshalb durchgehend jene Ausgabe, mit der du gearbeitet hast, und führe nicht beide nebeneinander im Literaturverzeichnis. Für Quellen, die nur online existieren, gelten eigene Regeln, nachzulesen in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen.

Sonderfälle: mehrere Verfassende, kein Autor, kein Jahr, Übersetzung

Sonderfälle beim Zitieren von Büchern folgen einer einzigen Regel: Was fehlt, wird ersetzt oder gekennzeichnet, aber nie geraten. Ein geschätztes Jahr in der Quellenangabe ist ein Fehler, eine ehrliche Kennzeichnung wie „o. J.“ dagegen nicht.

Für fehlende Angaben nennt das Historische Institut der Universität Bern eine kurze Reihe: „o. J.“ für ohne Erscheinungsjahr, „o. O.“ für ohne Erscheinungsort, „o. D.“ für ohne Datum und „o. A.“ für eine fehlende Autorenangabe. Jedes dieser Kürzel bezeichnet genau eine Lücke, anders als das mehrdeutige „o. V.“.

Sechs Konstellationen decken fast alles ab, was dir in einer Abschlussarbeit begegnet. Weil die Kennzeichnungen zwischen den Stilen auseinandergehen, steht bei jeder dabei, welcher Stil welche Form verlangt.

  • Zwei Verfassende: Zwischen den Namen steht in APA ein „&“, die deutschsprachigen Stile setzen ein ausgeschriebenes „und“.
  • Drei und mehr Verfassende: Ab drei Namen nennt der Kurzbeleg in APA 7 nur den ersten und hängt „et al.“ an. Im Literaturverzeichnis werden bis zu 20 Namen ausgeschrieben, ab 21 Namen die ersten 19, drei Punkte und der letzte Name.
  • Kein Autor: Trägt das Titelblatt eine Institution als Urheberin, etwa ein Bundesamt oder einen Verband, rückt diese an die Autorenstelle. Fehlt auch das, beginnt der Eintrag in APA 7 mit dem Titel.
  • Kein Jahr: An die Stelle der Jahreszahl tritt „o. J.“ in den deutschsprachigen Stilen und „n.d.“ in APA, und zwar auch im Kurzbeleg im Text.
  • Übersetzung: Hinter den Titel kommt in einer Klammer, wer übersetzt hat, ganz am Ende folgt das Jahr der Originalausgabe, in APA als „(Originalwerk veröffentlicht 1940)“.
  • Band in einer Reihe: Mit „Bd.“ steht der Band hinter dem Titel, in derselben Klammer wie die Auflage. Den Reihentitel nennst du nur, wenn die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen.

Abkürzungen bleiben deutsch, auch in APA

Wer nach APA zitiert und dabei deutsch schreibt, übernimmt oft die englischen Kürzel aus dem Originalmanual. Der Zitierleitfaden der ZHAW stellt dazu klar: „Wenn der Zitierleitfaden die Sprache der Abkürzungen nicht spezifisch regelt, ist die deutsche Form zu verwenden.“ In einer deutschsprachigen Arbeit heisst es also „Hrsg.“ statt „Ed.“ und „S.“ statt „p.“, auch wenn der Rest der Angabe dem APA-Muster folgt.

💡 Tipp

Fehlt dir eine Angabe im Buch, schlag den Titel im Katalog der Schweizerischen Nationalbibliothek nach. Gesammelt wird dort, was in der Schweiz erscheint oder die Schweiz betrifft, samt Verlag, Ort, Auflage und Jahr in geprüfter Form. Den Einstieg findest du bei der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Typische Fehler beim Zitieren von Büchern

Die meisten Abzüge bei Buchquellen entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus Angaben, die von der falschen Seite stammen. Vier Fehler kommen so regelmässig vor, dass sich ein gezielter Blick lohnt, egal ob du an einer Maturaarbeit, einer Bachelor- oder einer Masterarbeit sitzt.

Jeder der vier Fehler ist in wenigen Minuten behoben, wenn du das Literaturverzeichnis am Stück prüfst statt Eintrag für Eintrag. Wie streng deine Hochschule Formfehler bewertet, steht im Reglement deines Studiengangs, und welche Folgen fehlende Belege haben, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung.

Zwei Schweizer Leitfäden in einer Arbeit mischen

Wer Vorgaben aus zwei Fachbereichen kombiniert, produziert Einträge, die es in keinem Stil gibt. Beim APA-Muster der ZHAW entfällt der Verlagsort, beim Fussnotenstil des Historischen Instituts der Universität Bern steht der Ort dagegen samt Jahr im Beleg. Eine Angabe mit Ort und gleichzeitig mit APA-Klammer im Fliesstext gehört in keine der beiden Familien. Entscheide dich für den Leitfaden deines Departements und lass die andere Vorlage geschlossen.

Angaben vom Umschlag statt vom Titelblatt übernehmen

Werbefläche und Quelle sind zweierlei, und der Umschlag ist Ersteres. Verlage kürzen dort Titel, lassen Untertitel weg und nennen bei Herausgeberwerken gelegentlich nur einen von drei Namen. Wer diese Fassung übernimmt, produziert einen Eintrag, den kein Bibliothekskatalog bestätigt. Nimm Titel und Untertitel vom Titelblatt und die Zahlen aus dem Impressum.

Die Auflage weglassen, obwohl es nicht die erste ist

Ohne Auflagenangabe läuft jede Prüfung deiner Belege ins Leere: Wer die Erstauflage aufschlägt und deine Seitenzahl sucht, findet dort einen anderen Text. Nachzulesen ist die Auflage im Impressum, meist eine Zeile über der ISBN. Ungenannt bleibt allein die erste Auflage, weil sie den Standardfall bildet.

Den Erscheinungsort nach APA 7 trotzdem angeben

Fast immer stammt ein Verlagsort in einer APA-Angabe aus einer Vorlage, die noch auf APA 6 beruht. Viele Ratgeberseiten führen die alte Form bis heute, obwohl die 7. Auflage seit 2019 gilt. Geh dein Literaturverzeichnis einmal gezielt nach dem Muster „Ort: Verlag“ durch und streich den Ortsteil, wenn dein Departement APA 7 verlangt.

Fazit

Über die Qualität einer Buchangabe entscheidet weniger das Regelwissen als die Herkunft der Angaben: Titelblatt und Impressum, nicht Umschlag und Onlineshop. Klär zuerst, welchen Leitfaden dein Departement verlangt, und halte ihn im gesamten Literaturverzeichnis durch. Eine schweizweit einheitliche Zitiernorm gibt es nicht, und beim Verlagsort widersprechen sich zwei anerkannte Leitfäden aus dem eigenen Land.

Zuständig für die Form ist damit immer dein Institut: Verbindlich ist dessen Merkblatt, auch dort, wo es vom Original-Manual abweicht. Bleibt danach eine Frage offen, entscheidet deine Betreuung, und dieser Beitrag ersetzt keine Prüfungsberatung.

Wie es weitergeht


Fehlt dir für deine Arbeit eine eigene Datengrundlage?

Zahlen aus einer eigenen Befragung zitierst du nicht als fremde Quelle, sondern beschreibst sie im Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erhebst du sie kostenlos. Wie du den Fragebogen dazu aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.

Häufig gestellte Fragen

Zitiert wird ein Buch mit den Verfassenden, dem Erscheinungsjahr, dem Titel samt Untertitel, gegebenenfalls Band und Auflage, dem Verlag und je nach Zitierstil dem Erscheinungsort. Im Text belegst du die Stelle mit einem Kurzbeleg in Klammern oder in einer Fussnote. Im Literaturverzeichnis steht dieselbe Angabe noch einmal vollständig, dort ohne die zitierte Seitenzahl.

Nein, eine eigene Schweizer Zitiernorm gibt es nicht. Verbindlich ist der Leitfaden deines Instituts oder Departements, und der unterscheidet sich von Fach zu Fach. Die ZHAW School of Management and Law hält fest, dass in den Rechtswissenschaften üblicherweise mit Fussnoten zitiert wird, während sich in den Sozialwissenschaften der APA-Standard etabliert hat.

Das hängt vom Stil ab. APA 7 und Chicago 18 verzichten auf den Ort, die geisteswissenschaftlichen Fussnotenstile führen ihn. Harvard ist keine einheitliche Norm: Leeds Harvard nennt den Erscheinungsort weiterhin, Cite Them Right Harvard nicht mehr. Der Zitierleitfaden der ZHAW streicht ihn für APA, das Historische Institut der Universität Bern nennt dagegen Ort und Jahr im Muster „Tübingen 1999“.

In einer deutschsprachigen Arbeit schreibst du „Hrsg.“ und nicht „Ed.“. Der Zitierleitfaden der ZHAW regelt das so: Wenn der Leitfaden die Sprache der Abkürzungen nicht eigens festlegt, ist die deutsche Form zu verwenden. Entsprechend steht auch „S.“ statt „p.“, selbst wenn der Rest der Angabe dem APA-Muster folgt.

Alle Angaben stehen auf dem Titelblatt und im Impressum auf dessen Rückseite. Vom Titelblatt nimmst du Verfassende, Titel, Untertitel und Verlag, aus dem Impressum Auflage, Erscheinungsjahr, Verlagsort und ISBN. Der Umschlag scheidet aus, weil dort Titel gekürzt und Namen weggelassen werden. Fehlt eine Angabe, hilft der Katalog der Schweizerischen Nationalbibliothek weiter.

Angegeben wird das Jahr der Auflage, die dir tatsächlich vorliegt, und nicht das Jahr der Erstausgabe. Überarbeitete Auflagen bringen eigene Seitenzahlen mit, deshalb passt nur dieses Jahr zu deinem Beleg. Bei einem unveränderten Nachdruck bleibt das Jahr der zugrunde liegenden Auflage stehen. Im Impressum stehen häufig beide Jahreszahlen nebeneinander.

Ein E-Book gibst du wie das gedruckte Buch an und ergänzt den DOI, sofern das Buch einen hat. Die Datenbank, aus der du es heruntergeladen hast, gehört nicht in die Angabe, ein Abrufdatum ebenfalls nicht. Ohne feste Seitenzahlen nennst du statt der Seite das Kapitel oder den Abschnitt.

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