Du hast das Buch gelesen, die Stelle markiert, und jetzt fehlt nur noch die Quellenangabe. Bei genau diesem Schritt geht Zeit verloren: Der Verlagsort steht nicht auf dem Titelblatt, das Jahr auf der Copyright-Seite passt nicht zur Auflage, und die Muster im Netz widersprechen sich.
Für die Quellenangabe eines Buchs brauchst du Autor, Erscheinungsjahr, Titel, gegebenenfalls Band und Auflage, den Verlag und je nach Zitierstil den Erscheinungsort. Im Text steht dazu ein Kurzbeleg in Klammern oder eine Fußnote. Welche Reihenfolge und welche Zeichensetzung gelten, entscheidet der Stil, den dein Fachbereich vorgibt. Für die vier gängigen Stile findest du hier je ein Musterbeispiel zum Übernehmen.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Eine Quellenangabe für ein Buch hat sieben Bestandteile.
- APA 7 und Chicago 18 nennen keinen Verlagsort mehr.
- Die deutsche Zitierweise verlangt den Erscheinungsort weiterhin.
- Ein Beitrag aus einem Sammelband wird mit „In“ zitiert.
- E-Book mit DOI: DOI ergänzen, sonst wie das gedruckte Buch.
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Woraus die Quellenangabe für ein Buch besteht
Die vollständige Quellenangabe für ein Buch besteht aus sieben Angaben: Autor, Erscheinungsjahr, Titel samt Untertitel, Band, Auflage, Verlag und Erscheinungsort. Nicht jeder Zitierstil verlangt alle sieben, aber jeder Stil baut auf derselben Liste auf.
Alle sieben Angaben stehen im Buch selbst, verteilt auf zwei Seiten am Anfang. Das Titelblatt nennt Autor, Titel, Untertitel und Verlag. Die Rückseite davon, also das Impressum oder die Copyright-Seite, trägt Auflage, Erscheinungsjahr, Verlagsort und die ISBN. Der Umschlag taugt nicht als Quelle, weil dort Werbetexte und gekürzte Titel stehen können.
| Angabe | Wo sie im Buch steht | Wenn sie fehlt |
|---|---|---|
| Autor | Titelblatt, oben | Institution als Urheberin, sonst Titel vorziehen |
| Erscheinungsjahr | Impressum, Copyright-Seite | „o. J.“ in deutschen Stilen, „n.d.“ in APA |
| Titel und Untertitel | Titelblatt, nicht der Umschlag | ohne Titel gibt es keinen Beleg |
| Band | Titelblatt oder Reihenangabe | nur bei mehrbändigen Werken nötig |
| Auflage | Impressum, meist über der ISBN | die erste Auflage wird nie genannt |
| Verlag | Titelblatt unten und Impressum | „ohne Verlag“ ausschreiben |
| Erscheinungsort | Impressum, beim Verlagsnamen | „o. O.“, in APA 7 gar nicht mehr nötig |
Die Auflage ist die Angabe, die am häufigsten fehlt. Der Begriff umfasst alle Exemplare eines Buchs, die zusammen gedruckt wurden. Eine neue Auflage entsteht, wenn die vorige ausverkauft ist oder wenn der Inhalt überarbeitet wurde. Nur im zweiten Fall verschieben sich die Seitenzahlen, und genau deshalb gehört die Auflage in die Angabe: Deine Seitenzahl gilt sonst für ein anderes Buch.
Erscheinungsjahr, Copyright-Jahr oder Jahr der Auflage?
Das Erscheinungsjahr in deiner Quellenangabe ist das Jahr der Auflage, die du in der Hand hältst. Auf der Copyright-Seite stehen oft zwei Jahre nebeneinander: das Jahr der Erstausgabe und das Jahr der aktuellen Auflage. Maßgeblich ist das zweite, denn nur dazu passen deine Seitenzahlen. Bei einem unveränderten Nachdruck bleibt dagegen das Jahr der zugrunde liegenden Auflage stehen.
Häufig liest man, es sei immer das Copyright-Jahr anzugeben und nie das Jahr der Auflage. Das stimmt nur, solange beide zusammenfallen. Jede überarbeitete Auflage bekommt ein eigenes Copyright-Jahr, und genau dieses gehört in die Angabe. Wer stattdessen das Jahr der Erstausgabe übernimmt, datiert eine Auflage von 2024 versehentlich auf 1998.
Der Erscheinungsort: Wann er in die Quellenangabe gehört
Den Erscheinungsort gibst du heute nur noch in der deutschen Fußnotenzitierweise und in einem Teil der Harvard-Varianten an. APA hat ihn mit der 7. Auflage gestrichen, die im Oktober 2019 erschienen ist und das Copyright-Jahr 2020 trägt. Das Chicago Manual of Style ist ihm 2024 mit der 18. Auflage gefolgt, obwohl Chicago selbst ein Fußnotensystem führt. An der Belegtechnik hängt die Ortsangabe also nicht.
Der Grund für die Streichung ist praktischer Natur. Der Verlagsort sagte früher etwas darüber aus, wo ein Buch zu bekommen war. Seit Verlage international ausliefern und Titel digital verfügbar sind, trägt die Angabe keine Information mehr. Das APA-Kurzmanual der Johannes Gutenberg-Universität Mainz formuliert die Regel in vier Worten: „Nennen Sie keinen Verlagsort.“ Nachzulesen ist sie im Kurz-Manual zum Zitieren gemäß APA 7 des Instituts für Publizistik. Das Chicago Manual of Style hält im Citation Quick Guide fest, dass ein Erscheinungsort in Buchangaben nicht mehr verlangt wird.
| Zitierstil | Erscheinungsort | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| APA 7 | nein | nach dem Titel folgt direkt der Verlag |
| Chicago 18 | nein | seit 2024 gestrichen, Verlag und Jahr genügen |
| Harvard | je nach Variante | Leeds Harvard führt ihn, Cite Them Right nicht mehr |
| Deutsche Zitierweise | ja | Ort vor dem Verlag, an manchen Lehrstühlen statt seiner |
Stand: August 2026, Änderungen möglich.
Die Zeile zu Harvard ist der Grund, warum zwei Kommilitonen mit derselben Quelle zwei verschiedene Einträge bauen können und beide recht haben. Harvard ist kein einziges Regelwerk, sondern eine Familie von Hausstilen. Die Buchvorlage von Leeds Harvard führt den Ort weiterhin im Muster „Place of publication: Publisher“, während das Cite-Them-Right-Merkblatt der Newcastle University nur noch den Verlag nennt. Welche Variante für dich gilt, steht in der Handreichung deines Fachbereichs.
Eine Ausnahme kennt Chicago weiterhin: Bei Büchern, die vor 1900 erschienen sind, nennt der Citation Quick Guide den Ort anstelle des Verlags, im Muster „New York, 1851“. Für alles, was du im Studium üblicherweise zitierst, spielt der Fall keine Rolle.
Verlangt dein Stil den Ort, findest du den Erscheinungsort im Impressum direkt beim Verlagsnamen, meist in derselben Zeile. Nennt das Buch mehrere Orte, nimmst du den ersten und ergänzt „u. a.“, oder du trennst zwei Orte mit einem Schrägstrich, also „München/Berlin“. Beide Formen sind verbreitet. Entscheidend ist, dass du im gesamten Literaturverzeichnis bei einer bleibst. Fehlt der Ort ganz, kennzeichnest du die Lücke mit „o. O.“ für „ohne Ort“.
Buch zitieren: Musterbeispiele für vier Zitierstile
Die vier gängigen Zitierstile ordnen dieselben sieben Angaben unterschiedlich an und verlangen keine zusätzlichen Informationen. In allen Beispielen unten steht deshalb dasselbe Musterbuch: Anna Weber, „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“, 3. Auflage, 2024 in Wiesbaden beim Beispielverlag erschienen, zitiert wird Seite 87.
Vorweg ein Punkt, an dem viele Arbeiten Formfehler sammeln: Ein Zitierstil ist ein geschlossenes System, kein Baukasten. APA und Harvard belegen im Fließtext mit einer Klammer, die deutsche Zitierweise und Chicago belegen in der Fußnote. Wer beides mischt, sammelt Abzüge, auch wenn jede einzelne Angabe stimmt. Welcher Stil für dich gilt, steht in der Handreichung deines Instituts. Die Grundlagen dazu erklärt unser Leitfaden zum richtigen Zitieren.
Buch nach APA 7 zitieren
APA 7 stellt Autor und Jahr an den Anfang, kursiviert den Titel und nennt danach direkt den Verlag. Die Auflage steht in einer Klammer hinter dem Titel, ohne Kursivsetzung. Ein Verlagsort kommt nicht vor. Hat das Buch einen DOI, hängst du ihn als vollständigen Link an das Ende. Eine ISBN wird in APA nicht angegeben.
Literaturverzeichnis: Weber, A. (2024). Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit (3. Aufl.). Beispielverlag.
Im Text: (Weber, 2024, S. 87)
Buch nach Harvard zitieren
Die Harvard-Zitierweise arbeitet ebenfalls mit Autor und Jahr, ist aber kein einziges Regelwerk, sondern eine Familie von Hausstilen. Sie unterscheiden sich an drei Stellen: ob das Jahr in Klammern steht, wie die Auflage abgekürzt wird, und ob der Erscheinungsort dazugehört. Leeds Harvard führt den Ort, Cite Them Right nennt nur noch den Verlag. Beide Fassungen stehen unten, damit du deine wiedererkennst. Die Feinheiten stehen in unserem Beitrag zur Harvard-Zitierweise.
Leeds Harvard: Weber, A. 2024. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Wiesbaden: Beispielverlag.
Cite Them Right Harvard: Weber, A. (2024) Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag.
Im Text: (Weber 2024: 87)
Buch in der Fußnote: die deutsche Zitierweise
Die deutsche Zitierweise belegt jede Quelle in einer Fußnote am Seitenende. Bei der ersten Nennung steht dort der Vollbeleg mit allen Angaben, ab der zweiten nur noch der Kurzbeleg aus Nachname, Jahr und Seitenzahl. Folgen zwei Fußnoten mit derselben Quelle unmittelbar aufeinander, genügt „Ebd.“ und die Seitenzahl. Das Literaturverzeichnis führt in jedem Fall den Vollbeleg, dort allerdings ohne die zitierte Seite. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur deutschen Zitierweise.
Fußnote, Vollbeleg bei der ersten Nennung: Vgl. Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 87.
Fußnote, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung: Vgl. Weber 2024, S. 87.
Buch nach Chicago 18 zitieren
Chicago führt zwei Systeme, von denen das Notes-Bibliography-System dem deutschen Fußnotenmodell am nächsten kommt. In der Fußnote steht der Vorname vor dem Nachnamen, im Literaturverzeichnis rückt der Nachname nach vorn. Die 18. Auflage von 2024 verlangt keinen Verlagsort mehr, Verlag und Jahr genügen. Die Seitenzahl folgt in der Fußnote direkt hinter der Klammer, ohne „S.“.
Fußnote: Anna Weber, Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Aufl. (Beispielverlag, 2024), 87.
Literaturverzeichnis: Weber, Anna. Empirisch forschen: Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Aufl. Beispielverlag, 2024.
Ganzes Buch, Herausgeberwerk oder Beitrag daraus?
Ein Beitrag aus einem Sammelband wird nicht wie ein ganzes Buch zitiert, sondern mit dem Wörtchen „In“ zwischen dem Beitrag und dem Band. Zitiert wird immer die kleinste Einheit, die du tatsächlich gelesen hast, also der einzelne Aufsatz und nicht der Band, in dem er steht.
Drei Fälle sehen im Regal ähnlich aus und werden unterschiedlich angegeben. Bei der Monographie stammt der ganze Text von denselben Verfassenden. Beim Herausgeberwerk stehen die Herausgebenden an der Autorenstelle, gekennzeichnet mit „(Hrsg.)“. Beim Beitrag aus einem Sammelband stehen vorn die Verfassenden des Beitrags, danach der Beitragstitel, dann „In“ und die Angaben zum Band samt Seitenspanne.
| Fall | Woran du ihn erkennst | Was an die erste Stelle rückt |
|---|---|---|
| Monographie | ein durchgehender Text derselben Verfassenden | der Autor des Buchs |
| Herausgeberwerk | das Titelblatt nennt „Hrsg.“ statt Autoren | die Herausgebenden mit „(Hrsg.)“ |
| Beitrag im Sammelband | eigenes Kapitel mit eigenem Verfasser und Seitenspanne | der Verfasser des Beitrags |
Wie die Form in APA 7 aussieht, zeigt ein Beispiel aus dem Kurz-Manual der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Huta, V. (2017). An overview of hedonic and eudaimonic well-being concepts. In L. Reinecke & M. B. Oliver (Hrsg.), The Routledge handbook of media use and well-being. International perspectives on theory and research on positive media effects (S. 14–33). Routledge. Die Seitenspanne des Beitrags steht in derselben Klammer wie eine etwaige Auflage. Chicago verlangt die Seitenspanne im Literaturverzeichnis seit der 18. Auflage nicht mehr, in der Fußnote steht dort die konkret zitierte Seite.
⚠️ Achtung
Der Beitrag bekommt genau einen Eintrag im Literaturverzeichnis, der Sammelband selbst keinen zusätzlichen. Ein zweiter Eintrag für den ganzen Band gehört nur dann dazu, wenn du dich im Text an mindestens einer Stelle auf den Band als Ganzes beziehst.
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E-Book, PDF und DOI: was sich beim digitalen Buch ändert
Ein E-Book zitierst du wie das gedruckte Buch und ergänzt den DOI, falls das Buch einen hat. Die Datenbank, aus der du es heruntergeladen hast, gehört nicht in die Angabe, und ein Abrufdatum brauchst du bei einem Buch nicht, weil ein Buch sich nach dem Erscheinen nicht mehr ändert.
Der DOI ist eine dauerhafte Kennung, die auf ein Dokument zeigt, auch wenn der Verlag die Adresse wechselt. In APA 7 steht er als vollständiger Link am Ende des Eintrags, in der Form https://doi.org/10.1007/978-3-531-92529-5. Eine ISBN wird in APA ausdrücklich nicht verwendet. In den deutschen Fußnotenstilen ist sie ebenfalls unüblich, auch wenn einzelne Prüfungsordnungen sie verlangen.
- PDF mit identischer Seitenzählung: wie das gedruckte Buch zitieren, ohne URL.
- E-Book ohne feste Seitenzahlen: statt der Seite das Kapitel oder den Abschnitt angeben.
- E-Book aus einer Fachdatenbank ohne DOI: der Eintrag endet nach dem Verlagsnamen.
- Frei im Netz veröffentlichtes Buch: nach dem Verlag die URL der Verlagsseite ergänzen.
- Abweichende Seitenzählung gegenüber der Printfassung: die Fassung zitieren, die du gelesen hast.
Für den letzten Fall lohnt ein zweiter Blick, weil er in Abschlussarbeiten regelmäßig auffällt. Weichen die Seitenzahlen der digitalen Fassung von der gedruckten ab, sind es für die Quellenangabe zwei verschiedene Publikationen. Zitiere dann die Fassung, die du tatsächlich vor dir hattest, und mische die beiden nicht in einem Literaturverzeichnis. Wie du Quellen behandelst, die es ausschließlich online gibt, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen.
Sonderfälle: mehrere Autoren, kein Autor, kein Jahr, Übersetzung
Sonderfälle beim Zitieren von Büchern folgen einer einzigen Regel: Was fehlt, wird ersetzt oder gekennzeichnet, aber nie geraten. Ein geschätztes Jahr in der Quellenangabe ist ein Fehler, eine ehrliche Kennzeichnung wie „o. J.“ dagegen nicht.
Sechs Fälle decken fast alles ab, was in einer Abschlussarbeit vorkommt. Die Kennzeichnungen unterscheiden sich zwischen den Stilen, deshalb steht bei jedem Fall dabei, welcher Stil welche Form verlangt.
- Zwei Verfassende: APA verbindet beide Namen mit einem „&“, die deutschen Stile schreiben „und“ aus. Beide Namen stehen auch im Kurzbeleg.
- Drei und mehr Verfassende: APA 7 nennt im Kurzbeleg nur den ersten Namen, gefolgt von „et al.“. Im Literaturverzeichnis stehen dagegen bis zu 20 Namen ausgeschrieben. Ab 21 Namen stehen dort die ersten 19, drei Punkte und der letzte Name.
- Kein Autor: Steht eine Institution als Urheberin auf dem Titelblatt, rückt sie an die Autorenstelle. Ist auch das nicht möglich, beginnt der Eintrag in APA 7 mit dem Titel.
- Kein Jahr: „o. J.“ in den deutschen Stilen, „n.d.“ in APA. Die Kennzeichnung steht auch im Kurzbeleg im Text.
- Übersetzung: Die übersetzende Person kommt in eine Klammer hinter den Titel, am Ende folgt das Jahr der Originalausgabe, in APA in der Form „(Originalwerk veröffentlicht 1940)“.
- Band in einer Reihe: Der Band steht mit „Bd.“ hinter dem Titel, in derselben Klammer wie die Auflage. Den Reihentitel nennst du nur, wenn die Bände inhaltlich aufeinander aufbauen.
💡 Tipp
Fehlt dir eine Angabe im Buch, schlag den Titel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek nach. Dort stehen zu fast jedem in Deutschland erschienenen Buch Verlag, Ort, Auflage und Jahr in geprüfter Form. Wie der Katalog aufgebaut ist, erklärt die Deutsche Nationalbibliothek selbst.
Typische Fehler beim Zitieren von Büchern
Die meisten Abzüge bei Buchquellen entstehen nicht durch Unwissen, sondern durch Angaben, die von der falschen Seite stammen. Vier Fehler kommen so regelmäßig vor, dass sich ein gezielter Blick darauf lohnt.
Jeder der vier Fehler ist in wenigen Minuten behoben, wenn du das Literaturverzeichnis am Stück prüfst statt Eintrag für Eintrag. Wie streng deine Hochschule Formfehler bewertet, steht in der Prüfungsordnung; welche Folgen fehlende Belege haben, beschreibt unser Beitrag zur Plagiatsprüfung der Bachelorarbeit.
Angaben vom Umschlag statt vom Titelblatt übernehmen
Der Umschlag eines Buchs, oft auch Cover genannt, ist Werbefläche und keine Quelle. Verlage kürzen dort Titel, lassen Untertitel weg und nennen bei Herausgeberwerken manchmal nur einen von drei Namen. Übernimmst du diese Fassung, stimmt dein Eintrag mit keinem Bibliothekskatalog überein und ist schwer zu prüfen. Nimm den Titel vom Titelblatt und die Zahlen aus dem Impressum.
„o. V.“ verwenden, ohne zu sagen, was fehlt
Die Abkürzung „o. V.“ wird in Ratgebern gleichzeitig für „ohne Verfasser“ und für „ohne Verlag“ benutzt. Wer sie ohne Erklärung setzt, lässt offen, welche Angabe tatsächlich fehlt. Schreib im Zweifel aus, was fehlt, und nutze sonst die eindeutigen Kürzel: „o. J.“ für ein fehlendes Jahr und „o. O.“ für einen fehlenden Ort.
Die Auflage weglassen, obwohl es nicht die erste ist
Eine fehlende Auflagenangabe führt bei der Prüfung deiner Belege ins Leere: Wer die Erstauflage aufschlägt und deine Seitenzahl nachschlägt, findet dort etwas anderes. Die Auflage steht im Impressum, meist in einer Zeile über der ISBN. Nur die erste Auflage bleibt ungenannt, weil sie der Standardfall ist.
Den Erscheinungsort nach APA 7 trotzdem angeben
Der Verlagsort in einer APA-Angabe stammt fast immer aus einer Vorlage, die noch auf APA 6 beruht. Viele Ratgeberseiten führen die alte Form bis heute, obwohl die 7. Auflage seit 2019 gilt. Prüfe deine Einträge einmal gezielt auf das Muster „Ort: Verlag“ und lösch den Ortsteil, wenn dein Fachbereich APA 7 verlangt.
Fazit
Beim Zitieren eines Buchs entscheidet weniger das Regelwissen als die Herkunft deiner Angaben: Titelblatt und Impressum, nicht Umschlag und Onlineshop. Klär zuerst, welchen Stil dein Fachbereich verlangt, und halte ihn dann im ganzen Literaturverzeichnis durch. Ob der Erscheinungsort dazugehört, ist die einzige Frage, in der sich die vier Stile wirklich unterscheiden.
Maßgeblich ist in jedem Fall die Handreichung deines Instituts, und zwar auch dann, wenn sie von den Regeln abweicht, die das jeweilige Manual vorsieht. Bei Zweifeln entscheidet deine Betreuung, nicht ein Ratgeber im Netz. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfungsberatung.
Wie es weitergeht
- Du willst die Grundlagen von vorn? Richtig zitieren: der Leitfaden
- Du zitierst eine Website oder ein PDF? Internetquellen zitieren
- Du schreibst gerade die ganze Arbeit? Bachelorarbeit: Leitfaden und Aufbau
Fehlt dir für deine Arbeit eine eigene Datengrundlage?
Zahlen aus einer eigenen Befragung zitierst du nicht als fremde Quelle, sondern beschreibst sie im Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erhebst du sie kostenlos. Wie du den Fragebogen dafür aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.
