empirio.ai

Empirische oder theoretische Abschlussarbeit?

Empirisch oder theoretisch: die drei Arbeitstypen im Vergleich, der Vorlauf für Ethik und Datenschutz in der Schweiz und vier Fragen für das Gespräch mit der Betreuungsperson.

Autorin bei empirio.ai - Maria Malzewvon Maria MalzewAktualisiert am 21. September 2026Lesezeit 11 Min.

Zwei Bachelorarbeiten am selben Institut, dasselbe Thema. Die eine ordnet sechzig Studien zur Mediennutzung neu, die andere befragt zweihundert Studierende selbst. Beide sind Forschung, und beide können eine 5.5 werden.

Über den Typ deiner Abschlussarbeit entscheidet nicht deine Vorliebe, sondern der Zuschnitt der Forschungsfrage: Wer nach Häufigkeiten, Zusammenhängen oder Wirkungen fragt, braucht Daten und landet bei der Empirie, wer Begriffe klärt, Widersprüche aufdeckt oder Theorien gegeneinander abwägt, landet bei der theoretischen Arbeit. Dieser Beitrag zeigt dir, woran du beide Typen auseinanderhältst, wie viel Vorlauf sie kosten und was in der Schweiz rechtlich dazugehört.


📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Die Forschungsfrage entscheidet über empirisch oder theoretisch.
  • Eine theoretische Bachelorarbeit ist nicht der bequemere Weg.
  • Das systematische Review zählt zur Empirie, ohne eigene Erhebung.
  • Ethikabklärung, Pretest und Rücklauf kosten mehrere Wochen Vorlauf.
  • Die Note richtet sich nach dem Bewertungsraster, nicht nach dem Typ.

Kostenlos Umfrage erstellen

Mit empirio.ai erstellst du in wenigen Minuten eine moderne Online-Umfrage – mit Hosting in der EU.

  • Umfrage per KI
  • Per Drag & Drop anpassen
  • Auswertung in Echtzeit
Jetzt kostenlos starten

Theorie und Empirie ergänzen sich: worauf es wirklich ankommt

Theorie und Empirie stehen sich nicht gegenüber, sie sind zwei Arbeitsschritte, die in nahezu jeder Abschlussarbeit vorkommen. Zu klären ist einzig, wo der Schwerpunkt liegt: Stammt die Erkenntnis, auf die deine Arbeit zuläuft, aus bereits vorhandenem Wissen oder aus neuen Daten?

Der theoretische Teil liefert das Begriffsgerüst. Aus ihm holst du die Definitionen, die Vorarbeiten und die Annahmen, aus denen du eine eigene Fragestellung oder eine Hypothese aufstellen kannst. Die Empirie konfrontiert diese Annahmen mit der Wirklichkeit.

Werner Heisenberg schildert in «Der Teil und das Ganze» ein Gespräch mit Albert Einstein, in dem ein Satz fällt, der dieses Verhältnis auf den Punkt bringt: «Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann.» (Einstein, wiedergegeben bei Heisenberg 1969, S. 92) Ohne theoretischen Rahmen fehlt dir das Kriterium dafür, wonach du in deinen Daten überhaupt suchst.

Festlegen solltest du dich früh, spätestens mit dem Exposé. Eine Arbeit, die sich nicht entscheidet, trägt am Schluss einen zu dünnen Theorieteil und eine zu dünne Erhebung.

Theoretische Arbeit, Literaturarbeit, Review: der Unterschied

Theoretische Arbeit und Literaturarbeit meinen nicht dasselbe, auch wenn in beiden Fällen niemand selbst Daten erhebt. Sauber auseinanderhalten lassen sich drei Typen, und nur der erste ist im engeren Sinn theoretisch.

Die Unterscheidung ist mehr als Terminologie. An ihr hängt, ob deine Arbeit ein Methodenkapitel braucht und ob dein Institut sie als eigenständige Forschungsleistung anerkennt.

ArbeitstypWoher die Erkenntnis kommtMethodenkapitel
Theoretisch-konzeptionelle ArbeitBegriffe, Modelle, rivalisierende Theoriennein, aber begründete Quellenwahl
Systematisches ReviewBefunde bestehender Primärstudienja, mit Suchstrategie und Einschlusskriterien
Primärempirische Arbeitselbst erhobene Datenja, mit Instrument, Stichprobe und Analyseplan

Ein systematisches Review gehört fachlich zur Empirie, obwohl dafür niemand ins Feld geht. Ausgewertet werden Daten aus zweiter Hand, und zwar so genau dokumentiert, dass eine andere Person die Suche wiederholen könnte. Genau das verlangt die ZHAW für die Literaturarbeit: Datenbanken, Stichworte, Trefferzahlen und Abfragedatum gehören ins Kapitel zur methodischen Vorgehensweise.

Wer dagegen zwei Theorien gegeneinanderstellt oder einen Begriff schärft, schreibt eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, in den Geisteswissenschaften auch hermeneutische Arbeit genannt.

Wann gilt eine Arbeit als theoretisch?

Als theoretisch gilt eine Arbeit, die ihre Forschungsfrage aus vorhandenem Wissen beantwortet: aus Theorien, Begriffen und dem Forschungsstand, den du zusammenträgst, gegeneinanderstellst und aus einer offengelegten Perspektive beurteilst. Eigene Daten kommen nicht dazu.

Drei Bereiche prägen eine solche Ausarbeitung:

  1. Recherche und Auswahl. Du trägst die einschlägigen Quellen zusammen und legst offen, warum gerade diese.
  2. Darstellung und Gegenüberstellung. Du gibst die Theorien wieder und arbeitest heraus, an welchen Stellen sie sich widersprechen.
  3. Beurteilung und eigene Schlussfolgerung. Du prüfst das Material an deiner Fragestellung und ziehst einen Schluss, der über das Zusammenfassen hinausgeht.

Am dritten Punkt scheitern die meisten theoretischen Arbeiten. Eine Arbeit, die nur wiedergibt, was andere geschrieben haben, bleibt eine Zusammenfassung. Die eigene Leistung steckt in der Auswahl, im Vergleich und im Urteil.

Verbreitet ist dieser Typ vor allem in Philosophie, Rechtswissenschaft, Theologie sowie Literatur- und Kulturwissenschaft. Ausgeschlossen ist er in keinem Fach: Selbst in den Life Sciences führt die ZHAW die Literaturarbeit als eigene Form studentischer Arbeiten.

Wie schreibt man eine theoretische Arbeit?

Eine theoretische Arbeit folgt einem von drei Mustern: Du vergleichst mehrere Theorien, du prüfst einen Gegenstand im Licht einer einzigen Theorie, oder du entwickelst aus mehreren Ansätzen eine eigene Systematik. Das gewählte Muster bestimmt die Gliederung.

Drei Beispielthemen zeigen, wie das aussieht, eines je Muster:

  • Gemeindefusionen in der Schweiz: Legitimitätsbegriffe der Demokratietheorie im Vergleich.
  • Durchlässigkeit der Berufsbildung: die Habitus-Theorie von Pierre Bourdieu als Deutungsrahmen.
  • Solidarität im Gesundheitswesen: konkurrierende Gerechtigkeitsbegriffe in der Debatte um die Krankenkassenprämien.

Der Aufwandstreiber ist bei diesem Typ der Umfang der Lektüre. Du liest weit mehr, als am Schluss sichtbar wird, und viel Zeit geht ins Ordnen und Verwerfen. Plane das ein, bevor du deiner Betreuungsperson einen Zeitplan zusagst.

Achtung

Manche Institute setzen für Abschlussarbeiten einen empirischen Teil voraus, andere lassen beide Wege offen. Im Studienreglement steht das selten, in den Merkblättern des Instituts fast immer. Kläre es, bevor du dich in ein Thema verliebst.

Kostenlos Umfrage erstellen

Mit empirio.ai erstellst du in wenigen Minuten eine moderne Online-Umfrage – mit Hosting in der EU.

  • Umfrage per KI
  • Per Drag & Drop anpassen
  • Auswertung in Echtzeit
Jetzt kostenlos starten

Wann gilt eine Arbeit als empirisch?

Als empirisch gilt eine Arbeit, die ihre Forschungsfrage mit Daten beantwortet, die sie selbst erhebt oder systematisch auswertet. Der Begriff stammt vom altgriechischen «empeiria», der Erfahrung: Grundlage der Aussage ist die Beobachtung am Gegenstand, nicht das Nachdenken über ihn.

Jürgen Raithel gliedert den empirischen Forschungsprozess in «Quantitative Forschung» in sieben Phasen (Raithel 2008, S. 27):

  1. Untersuchungsziel, Problemformulierung und Forschungsfrage
  2. Theorie- und Hypothesenbildung
  3. Konzeptualisierung: Operationalisierung, Erhebungsinstrument, Design, Stichprobe und Pretest
  4. Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung
  5. Datenaufbereitung
  6. Datenanalyse
  7. Interpretation und Dissemination

Die Reihenfolge ist kein Formalismus. Wer Phase drei überspringt und ohne Pretest ins Feld geht, merkt oft erst beim Auswerten, dass eine Frage missverständlich war, und dann sind die Daten nicht mehr zu retten.

Ob du qualitativ oder quantitativ vorgehst, ist eine Entscheidung innerhalb der empirischen Arbeit, keine Alternative dazu. Zwei publizierte Studien zeigen die Bandbreite: Lange, Manz und Kuntz (2017) werten im Journal of Health Monitoring Befragungsdaten zum riskanten Alkoholkonsum Erwachsener aus, Szász-Janocha, Vonderlin und Lindenberg (2020) prüfen die mittelfristige Wirksamkeit eines Frühinterventionsprogramms für Jugendliche.

Wie schreibt man eine empirische Arbeit?

Eine empirische Arbeit lohnt sich, sobald deine Forschungsfrage eine Aussage über die Wirklichkeit verlangt, die so noch nirgends steht. Typisch sind Fragen nach Häufigkeiten, nach Zusammenhängen zwischen zwei Merkmalen oder nach der Wirkung einer Massnahme.

Im Schweizer Kontext sehen solche Fragen zum Beispiel so aus:

  • Wie bewerten Pendlerinnen und Pendler die Zuverlässigkeit der SBB im Vergleich zum Auto?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Prämienhöhe und der Wahl des Krankenkassenmodells?
  • Wie begründen Lernende den Wechsel von der Berufsbildung in eine gymnasiale Ausbildung?

Der unmittelbare Praxisbezug macht diesen Typ in den Sozial-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Naturwissenschaften zum Normalfall. In den Geistes- und Kulturwissenschaften ist er seltener und meist Ergänzung zu einem theoretischen Hauptteil.

Empirisch arbeiten ohne eigene Erhebung

Eigene Teilnehmende sind nicht der einzige Weg in die Empirie. Wer Sekundärdaten auswertet, arbeitet genauso empirisch und spart sich die gesamte Feldphase.

Für die Schweiz führt der Weg über FORS, das Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften: Über den Datenservice von FORS beziehst du Datensätze aus Erhebungen wie dem Schweizer Haushalt-Panel, der Wahlstudie Selects oder der Bildungsverlaufsstudie TREE. Der Bezug läuft über die Plattform SWISSUbase und setzt ein Konto bei SWITCH edu-ID voraus, der Download ist kostenlos. Amtliche Zahlen liefert das Bundesamt für Statistik. Ein Datensatz mit 9'000 Befragten liegt weit jenseits dessen, was du in einer Abschlussarbeit selbst erheben kannst.

Wie viel Vorlauf eine eigene Erhebung braucht

Der Zeitplan einer empirischen Arbeit bricht fast immer an derselben Stelle, nämlich zwischen Fragebogen und Auswertung. Rechne vom Abgabetermin rückwärts und setze feste Daten für Pretest, Feldstart, Feldende und Auswertungsbeginn.

Die Ethikfrage ist in der Schweiz zweistufig geregelt. Fällt dein Projekt unter das Humanforschungsgesetz, also unter Forschung zu Krankheiten des Menschen oder zu Aufbau und Funktion des Körpers, entscheidet die kantonale Ethikkommission. Alles übrige läuft über die Kommission deiner Hochschule. Bist du unsicher, beantragst du bei der kantonalen Kommission eine Zuständigkeitsabklärung, und erklärt sie sich für nicht zuständig, legst du die Nichtzuständigkeitserklärung dem Antrag an deiner Hochschule bei. Die ETH Zürich beschreibt diesen Ablauf Schritt für Schritt.

Beim Datenschutz gilt seit dem 1. September 2023 das Datenschutzgesetz (DSG). Aufsichtsbehörde ist der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte. Befragst du zusätzlich Personen mit Wohnsitz in der EU, kann daneben die DSGVO greifen. Kläre das rechtzeitig mit deiner Hochschule ab.

Vier Posten kosten regelmässig mehr Zeit, als dafür eingeplant wird:

  • Ethikvotum oder Zuständigkeitsabklärung, je nach Fach mit Wochen Vorlauf
  • Einwilligungserklärung und Datenschutzkonzept nach DSG
  • Pretest mit fünf bis zehn Personen, danach die Überarbeitung
  • Plan B bei schwachem Rücklauf: Feldzeit verlängern oder qualitativ auswerten

Tipp

Halte die geplante Auswertung schon im Exposé fest, in einem einzigen Satz: «Ich vergleiche die Mittelwerte zweier Gruppen.» Fehlt dir dieser Satz, ist der Fragebogen noch nicht fertig, wie vollständig er auch wirkt.

Die Entscheidung treffen

Die Entscheidung fällt an drei Fragen: Verlangt deine Forschungsfrage neue Daten? Kommst du in der verbleibenden Zeit an sie heran? Und lässt dein Institut den gewünschten Typ überhaupt zu? Interesse und Geschmack kommen danach.

Die Kriterien, an denen die Wahl praktisch hängt, stehen hier nebeneinander:

KriteriumTheoretische ArbeitEmpirische Arbeit
Datengrundlagepublizierte Theorien und Quellenselbst erhobene oder bezogene Daten
Aufwandsschwerpunktvorne: lesen, sortieren, argumentierenhinten: Feldphase und Analyse
Planbarkeithoch, niemand hält dich aufgering, Rücklauf und Feldzugang sind Risiken
Methodenkapitelnur im Review-Format Pflichtimmer
Typisches ScheiternReferat ohne eigene Positionzu kleine Stichprobe, geplatzter Zeitplan
Passt zuFragen nach Begriffen und SystematikFragen nach Häufigkeit und Wirkung

Wird eine empirische Arbeit besser benotet?

Einen Notenbonus für empirische Arbeiten gibt es nicht. Bewertet wird nach dem Raster deines Instituts: Präzision der Fragestellung, methodische Stringenz, Eigenleistung, Argumentation und Formalia. Eine sorgfältige Theoriearbeit schlägt eine empirische Arbeit mit neunzehn Befragten aus dem eigenen Bekanntenkreis. Massgeblich ist das Studienreglement deiner Hochschule, im Zweifel entscheidet deine Betreuungsperson.

Was du vorher mit deiner Betreuungsperson klärst

Der Rat, die Betreuungsperson zu fragen, hilft nur mit einer Vorlage im Gepäck. Das Instrument dafür ist das Exposé: Fragestellung, geplantes Design, Machbarkeit und Zeitplan auf zwei bis drei Seiten. Nimm vier Fragen mit ins Gespräch: Akzeptiert das Institut eine rein theoretische Arbeit? Gibt es ein verbindliches Bewertungsraster? Brauche ich ein Ethikvotum oder eine Zuständigkeitsabklärung? Gibt es Zugang zu bestehenden Datensätzen?

Typische Fehler bei der Wahl des Arbeitstyps

Die meisten Probleme entstehen nicht aus der Wahl selbst, sondern daraus, dass sie zu spät oder aus dem falschen Grund getroffen wird. Vier Muster wiederholen sich in Abschlussarbeiten so regelmässig, dass jede Betreuungsperson sie kennt.

Der gemeinsame Nenner bleibt derselbe: Entschieden wird nach Aufwand statt nach Forschungsfrage. Wer die Muster kennt, merkt rechtzeitig, in welches er gerade hineinläuft.

Die theoretische Arbeit als vermeintliche Abkürzung

Wer theoretisch arbeitet, um sich die Suche nach Teilnehmenden zu ersparen, unterschätzt den Leseaufwand. Eine Theoriearbeit verschiebt den Aufwand nach vorn, sie senkt ihn nicht. Statt der Feldphase stehen Wochen Recherche an, mit realer Gefahr, sich in der Literatur zu verlieren.

Der Theorieteil als Lehrbuchkapitel

Ein Theorieteil, der bei null beginnt und alles referiert, was je zum Thema erschienen ist, wird zum Lehrbuchauszug. Hinein gehört nur, was du später für Argumentation oder Hypothesen brauchst. Der Rest fliegt raus, so schwer das nach Wochen Lesearbeit fällt.

Die Erhebung ohne Auswertungsplan

Wer den Fragebogen verschickt, bevor die Auswertung feststeht, sitzt am Schluss auf Daten, mit denen sich die Forschungsfrage nicht beantworten lässt. Lege vor dem Feldstart fest, welches Verfahren du rechnest und wie viele Fälle es mindestens braucht. Die Methodenberatung der Universität Zürich ordnet die Verfahren für Unterschiedsfragen nach Skalenniveau und Voraussetzungen.

Thema gefunden, Forschungsfrage vergessen

Ein Thema ist noch keine Forschungsfrage, und erst die Frage legt den Arbeitstyp fest. «Nachhaltigkeit im Schweizer Gewerbe» lässt beides zu. «Wie begründen Schweizer KMU ihre Nachhaltigkeitsberichte?» verlangt Daten, «Was leisten konkurrierende Nachhaltigkeitsbegriffe für die Unternehmensethik?» verlangt Theorie.

Weiterführende Literatur

Sechs Titel und zwei Schweizer Hochschulquellen gehen über das hinaus, was hier Platz findet. Die Bücher erklären wissenschaftliches Arbeiten und den Forschungsprozess, die Hochschulquellen zeigen die Praxis der Institute.

  • Beller, Sieghard (2016): Empirisch forschen lernen. 3. Auflage, Bern: Hogrefe.
  • Raithel, Jürgen (2008): Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Buff Keller, Eva und Jörissen, Stefan (2015): Abschlussarbeiten im Studium anleiten, betreuen und bewerten. Opladen und Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Hunziker, Alexander W. (2013): Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. 5. Auflage, Zürich: Verlag SKV.
  • Heisenberg, Werner (1969): Der Teil und das Ganze. München: Piper.
  • Endruweit, Günter und Trommsdorff, Gisela (Hrsg.) (1989): Wörterbuch der Soziologie. München und Stuttgart: dtv und Enke.
  • Methodenberatung der Universität Zürich, mit Entscheidungshilfen für die Wahl des Auswertungsverfahrens
  • ZHAW: Arbeitsanleitung für die Abfassung studentischer Arbeiten, mit den Vorgaben für die Literaturarbeit

Fazit

Empirisch oder theoretisch ist keine Typfrage, sondern eine Folge aus Forschungsfrage und Zeitplan. Verlangt die Frage neue Daten und hast du Zugang zu Teilnehmenden oder zu einem Archivdatensatz, ist die Empirie der stärkere Weg. Fehlt eines von beidem, ist die saubere theoretische Arbeit die bessere Wahl und keine Notlösung.

Zuerst steht die Frage, danach erst die Methode.

Wie es weitergeht


Hast du dich für die empirische Variante entschieden?

Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erstellst du den Fragebogen für deine Abschlussarbeit kostenlos, mit KI vom ersten Entwurf bis zur fertigen Auswertung und mit Speicherung in der EU.

Kostenlos starten

Häufig gestellte Fragen

Eine Bachelorarbeit muss nicht empirisch sein. Ob eine rein theoretische Arbeit zugelassen ist, regeln das Studienreglement und die Merkblätter deines Instituts, und beide Wege kommen in fast allen Fächern vor. Manche Institute setzen allerdings einen empirischen Teil voraus, ohne dass das im Studienreglement steht. Kläre das vor der Themenwahl mit deiner Betreuungsperson.

Eine rein theoretische Bachelorarbeit ist möglich und in Philosophie, Rechtswissenschaft, Theologie sowie Literatur- und Kulturwissenschaft der Normalfall. Beantwortet wird die Forschungsfrage aus Theorien und Begriffen statt aus eigenen Daten. Verlangt wird dabei eine eigene Position: Wer nur zusammenfasst, was andere geschrieben haben, liefert keine Forschungsleistung.

Eine theoretische Abschlussarbeit ist nicht einfacher, sie verschiebt den Aufwand nur nach vorn. Statt Feldphase und Auswertung stehen Recherche, Ordnen und Argumentieren an, oft über mehrere Wochen. Dafür lässt sie sich besser planen, weil du weder von Rücklaufquoten noch vom Zugang zu Teilnehmenden abhängst.

Eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit vergleicht Theorien, schärft Begriffe oder entwickelt eine Systematik. Eine Literaturarbeit im Sinne eines systematischen Reviews wertet dagegen die Befunde bestehender Primärstudien aus und zählt damit zur Empirie. Der praktische Unterschied liegt im Methodenkapitel: Das Review braucht eine dokumentierte Suchstrategie, die konzeptionelle Arbeit nicht.

Bei einer theoretisch-konzeptionellen Arbeit ist ein eigenes Methodenkapitel meist nicht vorgesehen. Begründen musst du trotzdem, nach welchen Kriterien du deine Quellen ausgewählt hast. Schreibst du dagegen ein systematisches Review, gehört ein Methodenteil mit Suchbegriffen, Datenbanken sowie Ein- und Ausschlusskriterien zwingend dazu.

Eine empirische Abschlussarbeit bringt keinen automatischen Notenvorteil. Bewertet wird nach dem Raster deines Instituts, also nach Präzision der Fragestellung, methodischer Stringenz, Eigenleistung, Argumentation und Formalia. Eine sorgfältige Theoriearbeit schneidet regelmässig besser ab als eine empirische Arbeit mit zu kleiner Stichprobe. Massgeblich ist das Studienreglement deiner Hochschule.

Empirisch arbeiten geht auch ohne eigene Erhebung, nämlich über eine Sekundärdatenanalyse. FORS, das Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften, stellt Datensätze wie das Schweizer Haushalt-Panel oder die Bildungsverlaufsstudie TREE bereit, der Bezug läuft über SWISSUbase mit einem Konto bei SWITCH edu-ID. Amtliche Zahlen kommen vom Bundesamt für Statistik.

Das könnte dich auch interessieren

Empirische Forschung

Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben: So klappt's

Abschlussarbeit im Unternehmen: der Ablauf vom Gesuch bis zur Abgabe, was eine Geheimhaltungsvereinbarung wirklich regelt und wie du im Betrieb an Daten kommst, die deine Hochschule anerkennt.