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Wissenschaftliches Schreiben: Stil, Zeitform und Ich-Form

Das Passiv gilt als der wissenschaftliche Satzbau. Schweizer Hochschulen raten inzwischen davon ab. Wir zeigen dir, was stattdessen gilt und welche Zeitform wohin gehört.

Autor bei empirio.ai - Marvin Depping, Mitgründervon Marvin DeppingAktualisiert am 2. September 2026Lesezeit 11 Min.

Das Thema steht, die Gliederung auch, und die ersten Seiten sind geschrieben. Dann kommt das dritte Kapitel, der Text klingt plötzlich wie eine Betriebsanleitung, und du kannst nicht sagen, woran das liegt. Am Rand steht „bitte wissenschaftlicher formulieren“, und damit ist genau nichts geklärt.

Wissenschaftliches Schreiben heisst: Du formulierst so, dass jede Aussage nachprüfbar ist und niemand raten muss, wer etwas behauptet. Konkret bedeutet das Präsens als Grundzeitform, sparsame Selbstnennung, Aktiv statt Passiv, wo es geht, durchgehaltene Fachbegriffe und keine Wörter, die nur Zeilen füllen. Jede Regel in diesem Beitrag stammt aus dem Leitfaden einer Schweizer Hochschule, nicht aus einem Ratgeberblog.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Präsens ist die Grundzeitform, der Methodenteil steht im Präteritum.
  • Die FHNW rät ausdrücklich vom Passiv ab, nicht zu ihm.
  • Die Ich-Form ist im Deutschen seltener als im englischsprachigen Raum.
  • Die Leserschaft wird nicht mit „Sie“ oder „du“ angesprochen.
  • Die Legaldefinition zur männlichen Form gilt als überholt.

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Wissenschaftliches Schreiben: was guten Stil ausmacht

Wissenschaftliches Schreiben ist die Art zu formulieren, bei der jede Behauptung ihre Herkunft mitliefert und der einzelne Satz auch ohne Nachfrage eindeutig bleibt. Es ist kein Ton, den man aufsetzt, sondern die Summe aus vier Entscheidungen: Zeitform, Satzbau, Wortwahl und die Frage, wie sichtbar du als schreibende Person im Text vorkommst.

Der Academic Guide der Fachhochschule Nordwestschweiz (Stand 25.02.2025) nennt fünf Eigenschaften, die eine wissenschaftliche Arbeit haben soll: objektiv, klar, präzise, zuverlässig und gut strukturiert. Alle fünf zielen auf dasselbe. Wer deine Bachelor- oder Masterarbeit liest, soll jeden Gedankenschritt nachgehen können, ohne dich fragen zu müssen.

Genau hier liegt das Missverständnis, das viele Seminararbeiten schwer lesbar macht. Wer wissenschaftlich klingen will, baut längere Sätze und grössere Wörter. Wer wissenschaftlich schreibt, tut das Gegenteil und nimmt jeden Satz so weit auseinander, bis nur noch das übrig bleibt, was jemand nachprüfen kann. Das ist anstrengender als der geschraubte Satz, aber es ist die eigentliche Leistung.

Der Schreibstil ist damit die letzte Schicht über allem, was vorher steht. Thema, Forschungsfrage und Gliederung deiner Arbeit entscheiden, ob der Inhalt trägt. Der Stil entscheidet, ob jemand ihn erkennt. Wie beides zusammenhängt, zeigt der Überblick über die Grundlagen empirischer Forschung.

Welche Zeitform gehört in welchen Teil der Arbeit?

Wissenschaftliche Arbeiten stehen überwiegend im Präsens. Perfekt und Präteritum kommen dort hinzu, wo es um tatsächlich abgelaufene Vorgänge geht. Der Academic Guide der FHNW ordnet die Zeitform nicht dem ganzen Text zu, sondern jedem Abschnitt einzeln, und genau diese Aufschlüsselung fehlt in den meisten Ratgebern.

Abschnitt der ArbeitZeitformBeispielsatz
Literaturübersicht, gegenwärtiges WissenPräsensForschende sind sich einig, dass ...
Literaturübersicht, fremde HandlungPräteritumMartin (2020) stellte fest, dass ...
Methode, bekanntes VerfahrenPräsensNachhaltiges Management beinhaltet ...
Methode, eigene ArbeitsschrittePerfekt oder PräteritumAn der Befragung nahmen 1500 Personen teil.
Eigene und fremde ErgebnissePerfekt oder PräteritumDie Befragung hat ergeben, dass ...
Diskussion und SchlussfolgerungenPräsens, teils FuturKünftige Studien sollten sich damit befassen.

Die Logik dahinter ist einfacher, als die Tabelle aussehen lässt. Was zum Zeitpunkt des Lesens noch gilt, steht im Präsens: der Forschungsstand, eine Theorie, ein bekanntes Verfahren. Was einmal geschehen und dann vorbei ist, steht im Perfekt oder Präteritum: deine Erhebung, deine Auswertung, die Feststellung einer einzelnen Autorin. An dieser Frage lässt sich fast jeder Zweifelsfall entscheiden.

Massgeblich bleibt am Ende, was dein Studiengang vorgibt. In naturwissenschaftlichen Fächern ist die Trennung nach Abschnitten strenger als in den Geisteswissenschaften, und das Studienreglement deiner Hochschule sticht jede allgemeine Empfehlung.

Darf man in einer wissenschaftlichen Arbeit „ich“ schreiben?

Ein förmliches Ich-Verbot gibt es nicht, wohl aber eine deutschsprachige Gewohnheit. Der Academic Guide der FHNW hält dazu einen Punkt fest, der in deutschen Ratgebern meist fehlt: In deutschsprachigen wissenschaftlichen Arbeiten findet sich die Ich-Form selten, im Gegensatz zu englischsprachigen. Die Zurückhaltung ist also eine Frage der Sprachtradition, nicht der Wissenschaftlichkeit.

Der Guide empfiehlt, die Ich-Form zu umgehen, nennt aber ausdrücklich eine Ausnahme. Manchmal, nicht immer, brauche es die Ich-Form bei der Beschreibung der Methode, weil sie hilft, einen längeren Methodenteil klar und präzise darzustellen. Wer bei jeder eigenen Entscheidung ins Passiv ausweicht, macht den Methodenteil unnötig undurchsichtig, und genau dort braucht ihn die Beurteilung am klarsten.

Wofür „ich“ im Fachtext funktioniert

Nützlich ist die erste Person überall dort, wo du dein eigenes Vorgehen beschreibst oder deine Position begründest. „Im zweiten Kapitel vergleiche ich beide Verfahren“ ordnet den Text. „Ich habe die Stichprobe auf Mitglieder mit aktivem Abonnement begrenzt, weil …“ macht eine methodische Entscheidung überprüfbar. Beides ist klarer als eine Konstruktion, in der niemand entschieden hat.

Wofür „ich“ im Fachtext nicht funktioniert

Störend wird die erste Person, sobald sie autobiografisch wird. „Schon während meines Praktikums hat mich das Thema fasziniert“ gehört in ein Motivationsschreiben, nicht in eine Bachelorarbeit. Diese eine Verwendung ist der Grund, aus dem das pauschale Verbot überhaupt entstanden ist, und sie lässt sich sauber von der methodischen Selbstnennung trennen.

Für die Gegenrichtung ist der Guide dagegen eindeutig: Die zweite Person solltest du meiden. Sätze wie „In den folgenden Kapiteln erfahren Sie …“ sind zu ersetzen durch „Die folgenden Kapitel zeigen …“. Ebenso wenig gehören Vermutungen über die Haltung oder das Verständnis der Lesenden in den Text. Massgeblich ist am Ende das Studienreglement deines Studiengangs.

⚠️ Achtung

„Man“ ist kein sicherer Ersatz für „ich“. Wer „man kann feststellen“ schreibt, verbirgt nur, wer feststellt, und erzeugt genau die Unklarheit, die wissenschaftliche Sprache vermeiden soll. Ist eine allgemein geteilte Auffassung gemeint, gehört eine Quelle dahinter. Bist du selbst gemeint, formuliere über den Text: „Das dritte Kapitel zeigt, dass …“

Passiv oder Aktiv in wissenschaftlichen Texten?

Aktiv ist in wissenschaftlichen Texten die bessere Wahl, und die FHNW sagt das ungewöhnlich direkt. Ihr Academic Guide beschreibt passive Sätze als steif und schwerfällig, hält fest, dass sie dem Text Präzision und Fluss nehmen, und empfiehlt, sie zu vermeiden. Damit steht der Guide gegen eine Gewohnheit, die viele Studierende für die eigentliche Wissenschaftssprache halten.

Die Prüffrage, die der Guide dafür anbietet, ist eine einzige: Wer handelt? Aus „Es werden 300 Personen entlassen“ wird „Die Bank X entlässt 300 Personen“. Aus „Die Zustimmung konnte nicht erteilt werden“ wird „Die Zürcher Baudirektion hat das Solarprojekt nicht bewilligt“. Die aktive Form ist nach dieser Darstellung präziser, kürzer und verständlicher, und sie verschleiert die handelnde Instanz nicht.

Das Passiv macht einen Satz nicht objektiver. Es verschweigt nur, wer gehandelt hat.

Der Widerspruch, in den viele Arbeiten geraten, entsteht aus dem Ich-Verbot: Wer die erste Person meidet, greift zum Passiv. Der Ausweg ist ein dritter Weg, bei dem der Gegenstand selbst handelt. Diese Personifikation umgeht das Ich und das Passiv gleichzeitig.

Vier Wege, die ohne „ich“ und ohne Passiv auskommen

  • Der Text handelt: „Das zweite Kapitel vergleicht beide Verfahren.“
  • Die Sache handelt: „Die Stichprobe umfasst 212 Personen.“
  • Das Ergebnis handelt: „Die Auswertung zeigt einen deutlichen Unterschied.“
  • Die Quelle handelt: „Autor (Jahr) widerspricht dieser Deutung.“

Zwei Wir-Formen solltest du dagegen meiden. Das majestätische Wir, mit dem eine einzelne Person von sich im Plural schreibt, wirkt heute altmodisch statt bescheiden. Das vereinnahmende Wir in Sätzen wie „In Tabelle 2 erkennen wir …“ unterstellt der Leserschaft eine Einsicht, die sie noch gar nicht hatte. Ein echtes Wir bleibt richtig, wenn die Arbeit mehrere Verfassende hat.

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Diese Wörter kannst du streichen

Streichen kannst du in einer wissenschaftlichen Arbeit vor allem drei Sorten von Formulierungen: Füllwörter ohne eigene Bedeutung, Phrasen, die eine Aussage vage machen, und Sätze, die nur ankündigen, was ohnehin gleich kommt. Zusammen machen sie oft ein Zehntel des Textes aus, ohne ein einziges Argument zu tragen.

Der Grund, warum das mehr ist als Kosmetik: Jedes abschwächende Wort verschiebt die Aussage, ohne dass du es merkst. „Diese Methode ist eigentlich geeignet“ behauptet etwas anderes als „Diese Methode ist geeignet“, und die Beurteilung liest den Unterschied mit.

Füllwörter und Phrasen, die eine Aussage abschwächen

Die Kandidaten sind fast immer dieselben, und sie tauchen genau dann auf, wenn die schreibende Person sich ihrer Sache nicht sicher ist. Das Füllwort ersetzt dann die fehlende Begründung. Die Suchfunktion findet sie in wenigen Minuten, und jede Streichung macht den Satz überprüfbarer.

  • eigentlich, gewissermaßen, relativ: nehmen der Aussage ihre Prüfbarkeit.
  • im Grunde genommen: sinnvoll nur, wenn wirklich ein Gegensatz besteht.
  • letztendlich, letzten Endes: in sich doppelt und dazu vage.
  • schliesslich: täuscht eine Begründung vor, die nicht folgt.

Absatzbau statt Satzkosmetik

Der Academic Guide der FHNW setzt beim Absatz an, nicht beim einzelnen Wort. Ein Absatz behandelt genau eine Kernidee und besteht aus mindestens zwei Sätzen. Ein längerer Absatz beginnt mit einem einleitenden Satz, der diese Kernidee benennt, danach folgen stützende Sätze mit Beispielen oder Kausalzusammenhängen, und am Schluss steht ein zusammenfassender Satz.

Verbunden werden die Sätze über Bindewörter wie daher, jedoch und damit. Denselben Dienst leisten Überleitungen zwischen den Kapiteln, etwa „Um die genannte Forschungslücke zu schliessen, wird im Folgenden …“. Der Guide nennt das den roten Faden, und er entsteht nicht beim Formulieren einzelner Sätze, sondern beim Verbinden der Teile.

💡 Tipp

Lies nur die jeweils ersten Sätze deiner Absätze hintereinander. Ergeben sie zusammen eine schlüssige Kurzfassung deiner Argumentation, stimmt der Aufbau. Bleibt eine Lücke oder ein Sprung, fehlt an dieser Stelle ein Absatz oder eine Überleitung. Der Durchgang dauert wenige Minuten und findet Strukturfehler, die beim normalen Lesen untergehen.

Geschlechtergerechte Sprache in wissenschaftlichen Arbeiten

Wissenschaftliche Arbeiten sind an Schweizer Hochschulen in geschlechtergerechter Sprache zu verfassen, und die früher übliche Abkürzung dafür gilt als überholt. Der Academic Guide der FHNW nennt die sogenannte Legaldefinition beim Namen: den Hinweis, im Text werde der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet, die weibliche sei selbstverständlich eingeschlossen.

Die Legaldefinition wird an der FHNW School of Business nicht akzeptiert und dort ausdrücklich als veraltet und unangemessen bezeichnet. Wer sie auf Seite zwei einer Bachelorarbeit stehen lässt, riskiert also nicht nur einen Stilhinweis, sondern eine formale Beanstandung. Ob dein Studiengang das genauso streng handhabt, steht im Studienreglement oder im Leitfaden deines Instituts.

Der Weg, den der Guide empfiehlt, kommt ohne Sonderzeichen aus: Pluralformen und geschlechtsneutrale Bezeichnungen. Aus Student oder Studentin werden Studierende, aus Leser oder Leserin Lesende. Dieselbe Umformulierung löst die meisten Fälle, ohne dass der Satz umständlich wird. Der Guide weist zudem darauf hin, dass Voreingenommenheit über Pronomen hinausgeht und dass Verallgemeinerungen über Personengruppen im Fachtext nichts zu suchen haben.

Typische Fehler beim wissenschaftlichen Schreiben

Die folgenden vier Fehler tauchen in Seminar- und Abschlussarbeiten immer wieder auf, und sie haben eine Gemeinsamkeit: Alle vier entstehen aus dem Versuch, besonders wissenschaftlich zu wirken. Wer sie kennt, findet sie beim Korrekturlesen in wenigen Minuten.

Am schnellsten geht das mit der Suchfunktion. Drei der vier Fehler lassen sich über einzelne Wörter oder Satzzeichen aufspüren, ohne die Arbeit noch einmal ganz zu lesen.

Der Satz, der über zehn Zeilen geht

Der vielfach geschachtelte Satz galt in der deutschsprachigen Wissenschaft lange als Ausweis gedanklicher Leistung. Für die Leserschaft war er nie ein Gewinn, und heute gilt er als überholt. Praktisch heisst das: Ein Satz trägt einen Gedanken. Wer beim lauten Lesen zweimal Luft holen muss, hat einen Punkt vergessen.

Der Zeitformwechsel mitten im Abschnitt

Der Wechsel zwischen Präsens und Präteritum innerhalb eines Absatzes ist der häufigste formale Fehler in empirischen Arbeiten. Er passiert fast immer an der Nahtstelle zwischen fremder Literatur und eigener Erhebung. Die Zuordnung der FHNW hilft hier weiter, weil sie nach Abschnitten trennt: Prüfe deshalb abschnittsweise, nicht satzweise.

Der Absatz, in dem unklar bleibt, wer etwas behauptet

Steht am Ende eines Absatzes eine Quellenangabe, gilt der Beleg für den ganzen Absatz oder nur für den letzten Satz? Diese Frage darf beim Lesen nicht entstehen. Ob der Beleg als Fussnote oder in Klammern im Text erscheint, entscheidet dabei die gewählte Zitierweise, nicht die Wissenschaftlichkeit: Die Harvard-Zitierweise setzt Kurzbelege in den Text, die deutsche Zitierweise arbeitet mit Fussnoten. Welche Form wann greift, zeigt der Leitfaden zum richtigen Zitieren.

Die Vokabel, die im Text die Bedeutung wechselt

Ein Begriff, der im ersten Kapitel eingeführt und im vierten anders verwendet wird, macht eine ganze Argumentation angreifbar. Besonders oft trifft es Wörter wie Befragung, Umfrage, Erhebung und Studie, die im Alltag austauschbar wirken und im Fachtext nicht dasselbe meinen. Lege deine Begriffe einmal fest, notiere sie dir und halte sie über alle Kapitel durch.

Fazit

Wissenschaftlicher Schreibstil ist kein Ton, sondern eine Reihe nachvollziehbarer Entscheidungen, und die meisten davon fallen in Richtung Klarheit. Präsens als Grundzeitform, eine sparsame und bewusste Selbstnennung, Aktiv statt Passiv und durchgehaltene Fachbegriffe bringen dich weiter als jede geschraubte Formulierung. Im Zweifel gilt: Das Studienreglement deiner Hochschule sticht jede allgemeine Empfehlung, auch diese.

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Häufig gestellte Fragen

Wissenschaftliche Arbeiten stehen überwiegend im Präsens. Der Academic Guide der Fachhochschule Nordwestschweiz ordnet die Zeitform abschnittsweise zu: Präsens für gegenwärtiges Wissen, bekannte Verfahren und die Diskussion, Perfekt oder Präteritum für eigene Arbeitsschritte und Ergebnisse. Für Ausblicke auf künftige Studien nennt der Guide zusätzlich das Futur.

Der Academic Guide der FHNW empfiehlt, die Ich-Form zu umgehen, nennt aber eine Ausnahme: Bei der Beschreibung der Methode hilft sie manchmal, einen längeren Methodenteil klar und präzise darzustellen. Der Guide hält zudem fest, dass die Ich-Form in deutschsprachigen Arbeiten seltener vorkommt als in englischsprachigen. Massgeblich ist das Studienreglement deines Studiengangs.

Nein, die zweite Person gehört nicht in eine wissenschaftliche Arbeit. Der Academic Guide der FHNW rät ausdrücklich davon ab, Du, Sie oder Ihr zu verwenden, um als forschende Person die nötige Distanz zu wahren. Statt „In den folgenden Kapiteln erfahren Sie …“ heisst es besser „Die folgenden Kapitel zeigen …“.

Aktiv ist die bessere Wahl. Der Academic Guide der Fachhochschule Nordwestschweiz beschreibt passive Sätze als steif und schwerfällig und hält fest, dass sie dem Text Präzision und Fluss nehmen. Die Prüffrage lautet: Wer handelt? Aus „Es werden 300 Personen entlassen“ wird so „Die Bank X entlässt 300 Personen“.

Der Academic Guide der FHNW bezeichnet die Formel, im Text werde der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet, als veraltet und unangemessen. An der FHNW School of Business wird sie nicht akzeptiert. Empfohlen werden stattdessen Pluralformen und geschlechtsneutrale Bezeichnungen wie Studierende statt Student oder Studentin.

Ein Absatz behandelt genau eine Kernidee und besteht aus mindestens zwei Sätzen. Der Academic Guide der FHNW beschreibt den Aufbau so: ein einleitender Satz mit der Kernidee, danach stützende Sätze mit Beispielen oder Kausalzusammenhängen, zum Schluss ein zusammenfassender Satz. Verbunden werden die Sätze über Bindewörter wie daher, jedoch und damit.

Bei Fachbegriffen sind Wortwiederholungen erwünscht, weil ein Wechsel der Bezeichnung den Verdacht weckt, es sei etwas anderes gemeint. Wer eine Stichprobe später Auswahl nennt, macht daraus für die Leserschaft zwei verschiedene Dinge. Bei allen anderen Wörtern darfst du variieren, solange jedes Pronomen genau ein mögliches Bezugswort hat.

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