Deine Quellen sind beisammen, und für deine Arbeit gilt die deutsche Zitierweise: Belege in Fussnoten am Seitenende statt in Klammern im Fliesstext. Ab hier kommen die Fragen. Wie viel gehört in die erste Fussnote, wie wenig in die zweite, und wann darfst du „ebd.“ schreiben?
Bei der deutschen Zitierweise steht jeder Quellennachweis in einer Fussnote, auf die eine hochgestellte Ziffer im Text verweist. Die erste Nennung einer Quelle bekommt den Vollbeleg mit allen Angaben, jede weitere einen Kurzbeleg aus Nachname, Jahr und Seitenzahl. Was diese Zitierweise in der Schweiz von der Nummern-Zitierweise und von Harvard unterscheidet, siehst du gleich an einem durchgehenden Musterfall.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Die deutsche Zitierweise belegt jede Quelle in einer Fussnote.
- Die erste Fussnote zu einer Quelle trägt den Vollbeleg.
- Ab der zweiten Nennung genügt der Kurzbeleg.
- Die Ziffer vor dem Punkt belegt den Satz, danach den Absatz.
- In der Schweiz konkurrieren drei Zitiersysteme miteinander.
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Jetzt kostenlos startenWas ist die deutsche Zitierweise?
Die deutsche Zitierweise ist ein Belegsystem, bei dem jede Quellenangabe in einer Fussnote am Seitenende steht. Eine hochgestellte Ziffer hinter der belegten Stelle führt zur Fussnote, und dort stehen Autor, Titel, Erscheinungsangaben und Seitenzahl.
Der Gewinn liegt beim Lesen: Der Fliesstext bleibt frei von Klammern. Genau so begründet die Kantonsschule Willisau ihre Wahl in der Wegleitung zur Maturaarbeit. Angewendet wird das System vor allem in den Geisteswissenschaften, also in Sprachwissenschaften, Philosophie, Geschichte oder Musik.
Die drei Zitiersysteme, die in der Schweiz nebeneinander gelten
In der Schweiz stehen drei Systeme nebeneinander, und welches gilt, hängt vom Fachbereich ab. Neben der deutschen Zitierweise sind das die Harvard-Zitierweise, oft unter dem Namen APA geführt, und die Nummern-Zitierweise. Letztere arbeitet mit durchnummerierten Quellen und ist laut der Wegleitung der Kantonsschule Willisau an der ETH üblich, wird in den Naturwissenschaften aber zunehmend von Harvard verdrängt.
| Zitierstil | Wo der Beleg steht | Wie er aussieht |
|---|---|---|
| Deutsche Zitierweise | Fussnote am Seitenende | Vgl. Weber (2024), S. 87. |
| Harvard und APA | Klammer im Fliesstext | (Weber, 2024, S. 87) |
| Nummern-Zitierweise | Ziffer im Text, Liste am Ende | [12] |
| Chicago 18 | Fussnote am Seitenende | Weber, Empirisch forschen, 87. |
Chicago belegt zwar ebenfalls in Fussnoten, ordnet die Angaben aber anders an und stellt den Vornamen vor den Nachnamen. Deutsche Zitierweise und Chicago sind deshalb zwei getrennte Systeme. Wie sich das an einem Buch auswirkt, zeigt unser Beitrag zum Zitieren von Büchern.
Ist die deutsche Zitierweise eine Norm?
Die deutsche Zitierweise ist keine Norm, sondern eine Fachkonvention. Es gibt kein zentrales Handbuch wie bei APA und keine SNV-Vorgabe dafür. Verbindlich ist immer die Vorgabe deiner Hochschule, deines Departements oder deiner Betreuungsperson.
Der Zitierleitfaden der ETH Zürich mit Stand vom 17. Februar 2025 stellt das gleich an den Anfang: Die an der ETH vertretenen Wissenschaftsgebiete verwenden unterschiedliche Zitierstile, und welche Vorgaben gelten, ist im eigenen Departement abzuklären. Dieselbe Feststellung trifft die Wegleitung der Kantonsschule Willisau vom Februar 2024 für die Hochschulen insgesamt: Ein einheitliches Zitiersystem existiert nicht.
Vollbeleg und Kurzbeleg: was in welche Fussnote gehört
Der Vollbeleg steht in der ersten Fussnote zu einer Quelle und enthält alle bibliografischen Angaben. Jede weitere Fussnote zu derselben Quelle trägt den Kurzbeleg, der auf Nachname, Jahr in Klammern und Seitenzahl zusammenschrumpft.
Der Vollbeleg heisst je nach Wegleitung auch Langform oder Vollzitat, der Kurzbeleg entsprechend Kurzform. Gemeint ist dasselbe. Alle Beispiele hier belegen dieselbe Stelle: Anna Weber, „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“, 3. Auflage, 2024 in Zürich beim Beispielverlag erschienen, zitiert wird Seite 87.
Fussnote 1, Vollbeleg bei der ersten Nennung: Vgl. Weber, Anna (2024): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Auflage, Zürich, Beispielverlag, S. 87.
Fussnote 2, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung: Vgl. Weber (2024), S. 87.
Fussnote 3, dieselbe Quelle unmittelbar danach: Vgl. ebd., S. 88.
Das „Vgl.“ vor dem Beleg kennzeichnet ein sinngemässes Zitat, also eine Paraphrase. Bei einem wörtlichen Zitat in Anführungszeichen fällt es weg, die Fussnote beginnt dann direkt mit dem Namen. Die Wegleitung der Kantonsschule Willisau führt beide Formen nebeneinander auf.
Deutsche Zitierweise mit mehreren Autoren
Zwei Verfassende trennst du mit einem Schrägstrich. Ab drei Verfassenden nennt die Willisauer Wegleitung nur noch den ersten Namen und hängt „u. a.“ oder „et al.“ an, wobei beide Abkürzungen dasselbe bedeuten. Andere Schweizer Wegleitungen führen bis zu drei Namen aus, bevor sie kürzen.
Zwei Verfassende, Literaturverzeichnis: Weber, Anna/Schulze, Paul (2024): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Auflage, Zürich, Beispielverlag.
Vier Verfassende, Literaturverzeichnis: Weber, Anna et al. (2024): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Auflage, Zürich, Beispielverlag.
Vier Verfassende, Kurzbeleg: Vgl. Weber et al. (2024), S. 87.
Entscheidend ist weniger, welche Variante du wählst, als dass sie in der ganzen Arbeit dieselbe bleibt. Die Willisauer Wegleitung setzt genau diesen Punkt an den Anfang: Die Zitierweise muss zum Fachgebiet passen und durchgehend einheitlich sein.
Fussnote vor oder nach dem Punkt? In der Schweiz mit eigener Bedeutung
Die Stellung der Fussnotenziffer entscheidet in Schweizer Wegleitungen darüber, wie weit der Beleg reicht. Steht die Ziffer vor dem Satzpunkt, bezieht sich die Quellenangabe ausschliesslich auf diesen einen Satz. Steht sie nach dem Punkt, gilt sie für den ganzen Absatz.
Diese Unterscheidung ist praktischer, als sie klingt. In einer Maturaarbeit oder Bachelorarbeit stützen sich oft ganze Abschnitte auf eine einzige Darstellung. Statt vier Fussnoten hintereinander setzt du dann eine einzige nach dem letzten Punkt des Absatzes. Die Wegleitung der Kantonsschule Willisau schreibt diese Lesart ausdrücklich vor und hält zugleich fest, dass die gewählte Handhabung in der ganzen Arbeit gleich bleiben muss.
Beleg für einen Satz: Die Stichprobe umfasste 480 Personen¹.
Beleg für den ganzen Absatz: Die Stichprobe umfasste 480 Personen.¹
Bei einem wörtlichen Zitat folgt die Ziffer immer direkt auf das schliessende Anführungszeichen. Ist das Zitat nur ein Satzteil, endet es ohne Punkt, die Ziffer folgt, und erst danach geht der Satz weiter oder wird abgeschlossen.
⚠️ Achtung
Übernimmst du die Absatzregel, muss der ganze Absatz wirklich aus dieser einen Quelle stammen. Mischst du zwei Darstellungen in einem Absatz und setzt nur eine Fussnote nach dem Punkt, ist die eine Hälfte unbelegt. Trenn den Absatz dann lieber in zwei.
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Jetzt kostenlos startenFussnoten richtig setzen: Grossschreibung, Punkt, Seitenzahlen
Jede Fussnote wird mit einem Punkt abgeschlossen, auch wenn sie nur aus drei Wörtern besteht. Die Wegleitung der Kantonsschule Willisau hebt genau diese Kleinigkeit hervor, weil sie in Maturaarbeiten regelmässig fehlt. Beginnen tut eine Fussnote mit einem Grossbuchstaben.
Fussnoten sind ausserdem nicht auf Quellenangaben beschränkt. Zusatzbemerkungen, Erläuterungen und Kommentare, die den Textfluss stören würden, gehören ebenfalls dorthin. Verwende Fussnoten und keine Endnoten, sonst muss deine Leserschaft für jeden Beleg ans Ende der Arbeit blättern.
„f.“ und „ff.“ bei Seitenzahlen
In Schweizer Wegleitungen sind die Abkürzungen üblich, und die Willisauer Wegleitung definiert sie eindeutig: „S. 17f.“ meint zwei aufeinanderfolgende Seiten, „S. 17ff.“ mehr als zwei. Bei „ff.“ bleibt damit offen, ob drei oder zwanzig Seiten gemeint sind. Wer die Spanne ausschreibt, also „S. 17–19“, macht nichts falsch und erspart der Betreuung das Nachzählen.
Welche Anführungszeichen in der Schweiz gelten
Guillemets in der Form «» sind die Schweizer Standardform und werden in vielen Wegleitungen vorausgesetzt. Die Kantonsschule Willisau hält die Wahl zwischen «», " und „“ dagegen für unbedeutend und stellt allein die Einheitlichkeit in den Vordergrund. Klär die Form mit deiner Betreuungsperson und wechsle sie danach nicht mehr.
KI-Antworten gehören nicht in die Fussnote
Antworten von Chatbots gelten weder in der Willisauer Wegleitung noch im Zitierleitfaden der ETH Zürich als zitierfähige Quelle. Die ETH begründet das damit, dass der Output weder reproduzierbar noch einer Autorschaft zuweisbar ist. Verwendest du solche Werkzeuge, musst du das transparent deklarieren; eine fehlende Deklaration wertet die ETH als Sonderform von Ghostwriting.
„Ebd.“ und „a. a. O.“: wann die Kürzel erlaubt sind
„Ebd.“ steht für „ebenda“ und ersetzt den Kurzbeleg, wenn dieselbe Quelle in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Fussnoten belegt wird. Ändert sich nur die Seitenzahl, hängst du sie an, also „Ebd., S. 30.“. Die Wegleitung der Kantonsschule Willisau führt genau dieses Muster als Beispiel.
Zwei Bedingungen entscheiden darüber, ob das Kürzel trägt. Erstens muss die gemeinte Fussnote unmittelbar davorstehen, nicht drei Fussnoten weiter oben. Zweitens darf sie nur ein einziges Werk nennen, sonst bleibt offen, welcher Titel gemeint ist. Ausgeschrieben lautet die Form „Ebenda“, beide Varianten sind zulässig.
Warum „a. a. O.“ seltener geworden ist
„a. a. O.“ steht für „am angegebenen Ort“ und verweist auf eine Quelle, die irgendwo vorher vollständig belegt wurde. Anders als „ebd.“ meint das Kürzel nicht zwingend die unmittelbar vorhergehende Fussnote, und darin liegt sein Nachteil: Wer den Beleg prüfen will, muss zurückblättern, bis er die Stelle findet. Ein Kurzbeleg mit Namen und Jahr kostet zwei Wörter mehr und ist sofort auflösbar.
Ein Kürzel, das die Lesenden zum Zurückblättern zwingt, spart an der falschen Stelle.
In der Willisauer Wegleitung kommt „a. a. O.“ gar nicht vor, dort steht ausschliesslich „Ebenda“ beziehungsweise „Ebd.“. Steht in deiner Vorgabe nichts dazu, bist du mit dem Kurzbeleg auf der sicheren Seite.
Deutsche Zitierweise: Beispiele für vier Quellenarten
Die vier Quellenarten, die in einer Matura- oder Abschlussarbeit am häufigsten vorkommen, folgen demselben Grundmuster und unterscheiden sich nur in den Angaben, die dazukommen. Beim Buch bleibt die Angabe am kürzesten, beim Beitrag aus einem Sammelband wird sie am längsten, weil dort zwei Werke ineinanderstecken.
Unten steht jeweils der vollständige Eintrag, wie er ins Literaturverzeichnis gehört. In der Fussnote steht davon nur die Kurzform, also „Vgl. Weber (2024), S. 87.“. Reihenfolge und Zeichensetzung können in deiner Wegleitung abweichen.
Buch in der deutschen Zitierweise zitieren
Beim Buch nennst du Nachname, Vorname, Jahr in Klammern, Titel samt Untertitel, Auflage, Ort und Verlag. Die Auflage wird erst ab der zweiten erwähnt. Fehlt eine Angabe, kennzeichnest du die Lücke mit „o. J.“ für ein fehlendes Jahr oder „o. O.“ für einen fehlenden Ort.
Literaturverzeichnis: Weber, Anna (2024): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Auflage, Zürich, Beispielverlag.
Beitrag aus einem Sammelband zitieren
Beim Sammelbandbeitrag stehen vorn die Verfassenden des Beitrags, danach folgt „In:“ mit den Angaben zum Band und seinen Herausgebenden. Am Schluss steht die Seitenspanne des Kapitels, aus dem du zitiert hast. Der Band selbst bekommt keinen zweiten Eintrag im Verzeichnis.
Literaturverzeichnis: Weber, Anna (2024): Stichproben in der Praxis. In: Schulze, Paul (Hrsg.): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit. 3. Auflage, Zürich, Beispielverlag, S. 80–95.
Zeitschriftenaufsatz zitieren
Beim Zeitschriftenaufsatz entfallen Verlag und Erscheinungsort. An ihre Stelle treten der Titel der Zeitschrift, der Jahrgang, die Ausgabe in Klammern und die Seitenspanne des Beitrags. Im Kurzbeleg nennt die Willisauer Wegleitung zusätzlich den Zeitschriftentitel.
Literaturverzeichnis: Weber, Anna (2024): Stichproben in der Praxis. In: Zeitschrift für Methodenlehre, 12 (2), S. 80–95.
Internetquelle in der Fussnote zitieren
Bei einer Internetquelle tritt die Adresse an die Stelle des Verlags, und das Datum des Abrufs ist zwingend anzugeben. Die Willisauer Wegleitung ist an diesem Punkt deutlich: Die Adresse allein genügt nicht, weil sie sich zu häufig ändert und die Quelle danach nicht mehr auffindbar ist.
Literaturverzeichnis: Weber, Anna: Stichproben in der Praxis. 2024, www.beispielportal.ch/stichproben (15.8.2026).
Welche Bestandteile bei Onlinequellen sonst noch dazugehören, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen.
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Jetzt kostenlos startenDas Literaturverzeichnis in der deutschen Zitierweise
Das Literaturverzeichnis führt alle verwendeten Quellen alphabetisch auf, jeweils vollständig bibliografiert. Zwei Dinge unterscheiden den Eintrag von der Fussnote: Das „Vgl.“ fällt weg, und die konkret zitierte Seite steht nicht dabei.
Der Zitierleitfaden der ETH Zürich fasst den Zweck in einem Satz: Das Literaturverzeichnis enthält nur die im Text verwendeten Quellen. Bei umfangreichen Verzeichnissen gliedern manche Wegleitungen zusätzlich nach Materialtyp, also Bücher, Zeitschriften und Internetquellen getrennt.
| Angabe | In der Fussnote | Im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| „Vgl.“ | bei sinngemässen Zitaten | nie |
| Seitenzahl beim Buch | die zitierte Seite | keine |
| Seitenzahl beim Aufsatz | die zitierte Seite | die volle Spanne |
| Abbildungen | keine | eigenes Abbildungsverzeichnis |
Abbildungen und Tabellen bekommen in Schweizer Arbeiten ein eigenes Verzeichnis, in dem auch selbst erstellte Grafiken und Fotos mit Erstellungsdatum stehen. Abbildungen werden unter dem Bild beschriftet, Tabellen darüber.
Bibliografie oder Literaturverzeichnis?
Bibliografie und Literaturverzeichnis werden oft gleichbedeutend verwendet, meinen aber nicht dasselbe. Das Literaturverzeichnis listet ausschliesslich die in der Arbeit zitierte Literatur. Eine Bibliografie darf darüber hinaus weiterführende Werke enthalten und unterscheidet dann zwischen verwendeter und weiterführender Literatur. So hält es die Wegleitung der Kantonsschule Willisau, und in den Geisteswissenschaften sind beide Begriffe gebräuchlich.
💡 Tipp
Prüf vor der Abgabe einmal in beide Richtungen: Jedes Werk aus einer Fussnote steht im Verzeichnis, und jeder Eintrag im Verzeichnis ist irgendwo belegt. Ein Titel ohne Beleg fällt bei der Bewertung genauso auf wie eine Fussnote ohne Eintrag.
Typische Fehler in der deutschen Zitierweise
Die meisten Abzüge entstehen nicht durch falsche Angaben, sondern durch uneinheitliche. Vier Fehler kommen so oft vor, dass sich ein eigener Durchgang durch den Fussnotenapparat lohnt, bevor du abgibst.
Alle vier lassen sich in einer Stunde beheben, wenn du den Apparat am Stück liest statt Fussnote für Fussnote im Schreibfluss. Wie streng Formfehler gewichtet werden, steht in der Wegleitung deiner Schule oder Hochschule.
Zwei Belegsysteme in einer Arbeit mischen
Belege in Fussnoten und Klammerbelege im Fliesstext gehören zu zwei verschiedenen Systemen. Wer beides mischt, sammelt Abzüge, auch wenn jede einzelne Angabe stimmt. Am häufigsten passiert das beim Übernehmen von Textbausteinen aus früheren Arbeiten, die nach einer anderen Vorgabe entstanden sind.
Die Fussnote nach dem Punkt setzen, ohne es zu meinen
Wer die Ziffer nach den Satzpunkt setzt, belegt in Schweizer Wegleitungen den ganzen Absatz. Steht in diesem Absatz auch nur ein Satz aus einer anderen Quelle, ist die Angabe falsch. Entscheide bewusst, ob du einen Satz oder einen Absatz belegst, und halte die Entscheidung in der ganzen Arbeit durch.
„Ebd.“ über eine fremde Fussnote hinweg verwenden
Zwischen der Fussnote mit „ebd.“ und der gemeinten Quelle darf keine andere Fussnote stehen. Nachträgliche Einschübe sind die häufigste Ursache: Du ergänzt einen Satz mit einer neuen Quelle, und das „ebd.“ darunter zeigt plötzlich auf das falsche Werk. Prüf nach jedem Einschub die folgende Fussnote.
Auf die Bildersuche verlinken statt auf die Bildquelle
Ein Link auf eine Trefferliste der Bildersuche ist keine Quellenangabe, weil er nicht zur Seite führt, auf der das Bild veröffentlicht wurde. Die Willisauer Wegleitung führt genau diesen Fall als Negativbeispiel vor. Suche stattdessen die Seite, auf der das Bild tatsächlich steht, und gib deren Titel und Adresse an.
Fazit
Die deutsche Zitierweise ist im Kern einfach: ein Vollbeleg bei der ersten Nennung, danach Kurzbelege, und ein Literaturverzeichnis mit denselben Angaben ohne die zitierte Seite. Der Aufwand steckt nicht in den Regeln, sondern darin, sie über hundert Fussnoten hinweg gleich anzuwenden.
In der Schweiz kommt hinzu, dass drei Zitiersysteme nebeneinander gelten und schon zwei Departemente derselben Hochschule verschiedene Vorgaben machen können. Massgeblich ist deshalb immer die Wegleitung, die für deine Arbeit gilt. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfungsberatung.
Wie es weitergeht
- Du willst die Grundlagen von vorn? Richtig zitieren: der Leitfaden
- Deine Hochschule verlangt doch Klammerbelege? Harvard-Zitierweise einfach erklärt
- Du zitierst gerade ein Buch? Buch zitieren: Regeln und Beispiele
Fehlt deiner Arbeit noch eine eigene Datengrundlage?
Eigene Umfragedaten zitierst du nicht als fremde Quelle, sondern beschreibst sie im Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erhebst du sie kostenlos. Wie du den Fragebogen dafür aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.
Häufig gestellte Fragen
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