Du hast deine Quellen beisammen, und dein Institut verlangt die deutsche Zitierweise: Belege in Fußnoten am Seitenende statt in Klammern im Fließtext. Genau hier fangen die Fragen an. Was gehört in die erste Fußnote, was in jede weitere, und wann reicht ein „ebd.“?
Bei der deutschen Zitierweise steht jeder Quellennachweis in einer Fußnote, auf die eine hochgestellte Zahl im Text verweist. Die erste Nennung einer Quelle bekommt den Vollbeleg mit allen Angaben, jede weitere einen Kurzbeleg aus Nachname, einer Kennung des Werks und der Seitenzahl. Alle Beispiele auf dieser Seite belegen dieselbe Quelle, damit du Vollbeleg, Kurzbeleg und Literaturverzeichnis direkt vergleichen kannst.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Die deutsche Zitierweise belegt jede Quelle in einer Fußnote.
- Die erste Fußnote zu einer Quelle trägt den Vollbeleg.
- Ab der zweiten Nennung genügt der Kurzbeleg.
- „Ebd.“ meint nur die unmittelbar vorhergehende Fußnote.
- Die deutsche Zitierweise ist keine Norm, sondern Fachkonvention.
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Was ist die deutsche Zitierweise?
Die deutsche Zitierweise ist ein Belegsystem, bei dem jede Quellenangabe in einer Fußnote am Seitenende steht. Eine hochgestellte Zahl hinter der belegten Stelle verweist auf die Fußnote, und dort stehen Autor, Titel, Erscheinungsangaben und Seitenzahl der Quelle.
Der Fließtext bleibt dadurch frei von Klammern. Das ist der praktische Grund, warum Fächer mit vielen Quellen pro Seite bei diesem System geblieben sind: Geschichte, Jura, Theologie und Teile der Wirtschaftswissenschaften. Wer stattdessen Autor und Jahr in Klammern in den Satz setzt, arbeitet mit der Harvard- oder der APA-Zitierweise.
Deutsche Zitierweise, Fußnotenzitierweise oder klassische Zitierweise?
Die deutsche Zitierweise trägt keinen offiziellen Namen, weil es keine Stelle gibt, die ihn vergeben hätte. In Handreichungen begegnen dir dieselben Regeln unter „Fußnotenzitierweise“, „klassische Zitierweise“ oder schlicht „Zitieren mit Fußnoten“. Gemeint ist jeweils dasselbe Prinzip. Nicht dasselbe ist die juristische Zitierweise, die eigene Regeln für Gesetze, Kommentare und Urteile mitbringt.
Der Unterschied zur Harvard- und zur APA-Zitierweise
Der Unterschied zwischen der deutschen Zitierweise und den Klammersystemen liegt nicht im Inhalt der Angabe, sondern an ihrem Ort. Dieselben bibliografischen Daten landen einmal unten auf der Seite und einmal mitten im Satz. Ein Literaturverzeichnis lässt sich zwischen den Systemen deshalb fast unverändert übernehmen, ein Beleg im Text dagegen nicht.
| Zitierstil | Wo der Beleg steht | Wie er aussieht |
|---|---|---|
| Deutsche Zitierweise | Fußnote am Seitenende | Vgl. Weber 2024, S. 87. |
| Harvard | Klammer im Fließtext | (Weber 2024: 87) |
| APA 7 | Klammer im Fließtext | (Weber, 2024, S. 87) |
| Chicago 18 | Fußnote am Seitenende | Weber, Empirisch forschen, 87. |
Chicago belegt zwar ebenfalls in Fußnoten, ordnet die Angaben aber anders an und stellt den Vornamen vor den Nachnamen. Die deutsche Zitierweise und Chicago sind deshalb zwei getrennte Systeme, auch wenn beide unten auf der Seite belegen. Wie sich das an einem Buch auswirkt, zeigt unser Beitrag zum Zitieren von Büchern.
Ist die deutsche Zitierweise eine Norm?
Die deutsche Zitierweise ist keine Norm, sondern eine Fachkonvention. Es gibt kein zentrales Handbuch wie bei APA und keine gültige DIN-Vorgabe dafür. Verbindlich ist die Handreichung deines Lehrstuhls, und die Handreichungen unterscheiden sich in Details, die auf den ersten Blick nebensächlich wirken.
Wie weit das auseinandergeht, zeigt der Vergleich zweier Leitfäden. Der Leitfaden Zitieren des Historischen Seminars der LMU München in der Version von April 2021 schreibt das Fußnotensystem vor und regelt es auf 18 Seiten. Der Leitfaden des Management-Departments der Freien Universität Berlin mit Stand vom 23.08.2022 verlangt dagegen APA und bittet ausdrücklich darum, Fußnoten nur sparsam einzusetzen. Beide gelten, nur eben in verschiedenen Fächern.
Vollbeleg und Kurzbeleg: was in welche Fußnote gehört
Der Vollbeleg steht in der ersten Fußnote zu einer Quelle und enthält alle bibliografischen Angaben. Jede weitere Fußnote zu derselben Quelle trägt den Kurzbeleg, der auf Nachname, eine Kennung des Werks und die Seitenzahl zusammenschrumpft.
Der Vollbeleg heißt je nach Leitfaden auch Vollzitat oder Langbeleg, der Kurzbeleg entsprechend Kurzzitat. Gemeint ist dasselbe. Alle Beispiele auf dieser Seite belegen dieselbe Stelle: Anna Weber, „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“, 3. Auflage, 2024 in Wiesbaden beim Beispielverlag erschienen, zitiert wird Seite 87.
Fußnote 1, Vollbeleg bei der ersten Nennung: Vgl. Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 87.
Fußnote 2, Kurzbeleg ab der zweiten Nennung: Vgl. Weber 2024, S. 87.
Fußnote 3, dieselbe Quelle unmittelbar danach: Vgl. ebd., S. 88.
Das „Vgl.“ vor dem Beleg gehört zu indirekten Zitaten, also zu Stellen, die du in eigenen Worten wiedergibst. Bei einem wörtlichen Zitat in Anführungszeichen entfällt es, die Fußnote beginnt dann direkt mit dem Namen. Der Leitfaden des Historischen Seminars der LMU München formuliert die Regel genau so.
Deutsche Zitierweise mit mehreren Autoren
Mehrere Verfassende trennst du im Vollbeleg mit einem Schrägstrich, in der Form „Nachname, Vorname/Nachname, Vorname“. Ab wie vielen Namen gekürzt wird, ist die Stelle, an der sich die Leitfäden unterscheiden. Der LMU-Leitfaden nennt in Fußnoten bis zu drei Namen und fasst alle weiteren mit „u. a.“ oder „et al.“ zusammen. Im Literaturverzeichnis stehen dort ausnahmslos alle Namen.
Zwei Verfassende, Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna/Schulze, Paul: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 87.
Vier Verfassende, Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna/Schulze, Paul/Meier, Peter u. a.: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 87.
Vier Verfassende, Kurzbeleg: Vgl. Weber u. a. 2024, S. 87.
Manche Handreichungen trennen die Namen mit Semikolon oder mit „und“ statt mit dem Schrägstrich, andere kürzen schon ab dem dritten Namen. Entscheidend ist weniger, welche Variante du wählst, als dass du sie in der ganzen Arbeit durchhältst.
Kurzbeleg mit Jahreszahl oder mit Kurztitel?
Für den Kurzbeleg gibt es in der deutschen Zitierweise zwei verbreitete Formen, und die meisten Ratgeber zeigen nur eine davon. Die eine kürzt auf Nachname, Erscheinungsjahr und Seite, die andere auf Nachname, Kurztitel und Seite. Welche für dich gilt, steht in der Handreichung deines Fachs.
Die Jahresform ist außerhalb der Geisteswissenschaften die üblichere. Die Kurztitelform ist in der Geschichtswissenschaft Standard, und sie hat einen sachlichen Grund: Wer viel mit Quelleneditionen und Reihen arbeitet, hat oft mehrere Titel derselben Person aus demselben Jahr vor sich. Ein Jahr genügt dann nicht mehr zur Unterscheidung.
Kurzbeleg mit Jahreszahl: Vgl. Weber 2024, S. 87.
Kurzbeleg mit Kurztitel: Vgl. Weber, Empirisch forschen, S. 87.
Der LMU-Leitfaden empfiehlt als Kurztitel das erste sinntragende Hauptwort des Titels oder höchstens drei Wörter daraus und verlangt, dass diese Wahl in der ganzen Arbeit unverändert bleibt. Bei „Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit“ wäre das also durchgehend „Empirisch forschen“ und nicht abwechselnd „Leitfaden“ oder „Abschlussarbeit“.
💡 Tipp
Leg die Kurztitel fest, bevor du schreibst, nicht danach. In Literaturverwaltungen wie Zotero oder Citavi gibt es dafür ein eigenes Feld. Sonst tauchen im fertigen Text drei Schreibweisen derselben Quelle auf, und die findest du beim Korrekturlesen nur noch über die Suchfunktion.
Fußnoten richtig setzen: Position, Großschreibung, Punkt
Die Fußnotenzahl steht direkt hinter der Stelle, auf die sie sich bezieht, ohne Leerzeichen davor. Bezieht sich der Beleg auf den ganzen Satz, steht die Zahl am Satzende hinter dem Punkt. Bezieht er sich nur auf ein Wort oder einen Satzteil, steht sie mitten im Satz direkt hinter diesem Teil.
Diese Unterscheidung ist der häufigste Streitpunkt, und die Antwort „immer nach dem Punkt“ ist zu kurz gegriffen. Sie stimmt für den Normalfall, in dem eine Fußnote den ganzen vorangehenden Satz belegt. Sobald du einen einzelnen Begriff belegst, wandert die Zahl in den Satz hinein, weil sonst offenbleibt, wofür die Quelle einsteht.
Wo die Fußnotenzahl bei einem wörtlichen Zitat steht
Bei einem wörtlichen Zitat folgt die Fußnotenzahl auf das schließende Anführungszeichen. Umfasst das Zitat den ganzen Satz, steht der Punkt noch innerhalb der Anführungszeichen und die Zahl dahinter. Ist das Zitat nur der letzte Satzteil, schließt du erst das Anführungszeichen, setzt dann den Punkt und danach die Zahl. Der LMU-Leitfaden führt beide Fälle einzeln auf.
Fußnoten beginnen groß und enden mit einem Punkt
Jede Fußnote beginnt mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Punkt, auch wenn sie nur aus drei Wörtern besteht. Deshalb heißt es am Fußnotenanfang „Ebd.“ und nach einem vorangestellten „Vgl.“ klein „ebd.“. Nennst du mehrere Quellen in einer Fußnote, trennst du sie mit einem Semikolon.
„f.“ und „ff.“ bei Seitenzahlen: besser die Spanne angeben
Die Abkürzungen „f.“ für die folgende Seite und „ff.“ für die folgenden Seiten sind verbreitet, aber ungenau: Bei „ff.“ bleibt offen, ob zwei oder zwanzig Seiten gemeint sind. Der LMU-Leitfaden rät davon ab und verlangt stattdessen die Spanne, also „S. 87–89“. Andere Handreichungen erlauben die Kurzform ausdrücklich, etwa der Leitfaden zum Zitieren im Bachelor Erziehungswissenschaft der Universität Münster. Mit der Spanne liegst du in beiden Fällen richtig.
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„Ebd.“ und „a. a. O.“: wann die Kürzel erlaubt sind
„Ebd.“ steht für „ebenda“ und ersetzt den Kurzbeleg, wenn du dich auf genau die Quelle beziehst, die in der unmittelbar vorhergehenden Fußnote steht. Ändert sich nur die Seitenzahl, hängst du sie an, also „Ebd., S. 88.“. Bezieht sich die Angabe auf dieselbe Seite, steht „Ebd.“ allein.
Zwei Bedingungen entscheiden darüber, ob das Kürzel trägt. Erstens muss die gemeinte Fußnote unmittelbar davorstehen, nicht drei Fußnoten weiter oben. Zweitens darf sie nur ein einziges Werk nennen. Stehen in der Fußnote davor zwei Titel, wäre nicht mehr eindeutig, welcher gemeint ist, und der LMU-Leitfaden schließt „ebd.“ für diesen Fall ausdrücklich aus.
Warum „a. a. O.“ seltener geworden ist
„a. a. O.“ steht für „am angegebenen Ort“ und verweist auf eine Quelle, die irgendwo vorher schon einmal vollständig belegt wurde. Anders als „ebd.“ meint das Kürzel nicht zwingend die unmittelbar vorhergehende Fußnote, und genau darin liegt sein Nachteil: Wer den Beleg prüfen will, muss rückwärts suchen, bis er die Stelle findet. Ein Kurzbeleg mit Namen und Jahr kostet zwei Wörter mehr und ist sofort auflösbar.
Ein Kürzel, das die Lesenden zum Blättern zwingt, spart an der falschen Stelle.
Manche Handreichungen führen „a. a. O.“ weiterhin, andere haben es gestrichen. Findest du in deiner Vorgabe nichts dazu, bist du mit dem Kurzbeleg auf der sicheren Seite: Er ist in jedem der hier verlinkten Leitfäden vorgesehen.
Deutsche Zitierweise: Beispiele für vier Quellenarten
Die vier Quellenarten, die in einer Abschlussarbeit am häufigsten vorkommen, folgen demselben Aufbau und unterscheiden sich nur in den Angaben, die dazukommen. Beim Buch ist die Angabe am kürzesten, beim Beitrag aus einem Sammelband am längsten, weil dort zwei Werke ineinanderstecken.
Die Beispiele unten zeigen jeweils den Vollbeleg, also die Form der ersten Fußnote. Der Kurzbeleg lautet in allen vier Fällen gleich, nämlich „Vgl. Weber 2024, S. 87.“. Reihenfolge und Zeichensetzung können in deiner Handreichung abweichen.
Buch in der deutschen Zitierweise zitieren
Beim Buch nennst du Autor, Titel samt Untertitel, Auflage, Erscheinungsort, Verlag, Jahr und Seite. Die erste Auflage bleibt ungenannt, jede weitere gehört in die Angabe, weil sich mit der Auflage die Seitenzahlen verschieben können. Manche Leitfäden lassen den Verlag weg und nennen nur den Ort, der LMU-Leitfaden zum Beispiel.
Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 87.
Beitrag aus einem Sammelband zitieren
Beim Sammelbandbeitrag stehen vorn die Verfassenden des Beitrags, danach folgt „in:“ und die Angabe des Bands mit seinen Herausgebenden. Am Ende steht die Seitenspanne des gesamten Beitrags, und die konkret zitierte Seite hängst du mit „hier:“ an. Ohne diese Trennung bleibt offen, welche Seite du tatsächlich gelesen hast.
Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna: Stichproben in der Praxis, in: Schulze, Paul (Hrsg.): Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024, S. 80–95, hier: S. 87.
Zeitschriftenaufsatz zitieren
Beim Zeitschriftenaufsatz entfallen Verlag und Erscheinungsort. An ihre Stelle treten der Name der Zeitschrift, die Jahrgangsnummer, das Jahr in Klammern und bei Bedarf die Heftnummer. Die Seitenspanne des Aufsatzes gehört dazu, die zitierte Seite wieder mit „hier:“.
Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna: Stichproben in der Praxis, in: Zeitschrift für Methodenlehre 12 (2024) 2, S. 80–95, hier: S. 87.
Internetquelle in der Fußnote zitieren
Bei einer Internetquelle ergänzt du die URL oder den DOI und das Datum deines letzten Zugriffs. Der LMU-Leitfaden verlangt beides und bittet zusätzlich darum, die Hyperlink-Formatierung zu entfernen, damit der Beleg nicht blau und unterstrichen im Fußnotenapparat steht.
Vollbeleg: Vgl. Weber, Anna: Stichproben in der Praxis, in: Beispielportal, 12.03.2024, www.beispielportal.de/stichproben, Zugriff 15.08.2026.
Welche Bestandteile bei Onlinequellen sonst noch dazugehören und wann ein Abrufdatum überhaupt nötig ist, steht in unserem Beitrag zum Zitieren von Internetquellen.
Das Literaturverzeichnis in der deutschen Zitierweise
Das Literaturverzeichnis führt alle verwendeten Werke alphabetisch nach dem Nachnamen der Verfassenden auf, jeweils im vollständigen Beleg. Zwei Dinge unterscheiden den Eintrag von der Fußnote: Das „Vgl.“ fällt weg, und die zitierte Seite steht nicht dabei.
Der Unterschied bei den Seitenzahlen ist die Stelle, an der die meisten Verzeichnisse auseinanderfallen. Bei einer Monografie steht gar keine Seitenangabe. Bei einem Aufsatz oder einem Sammelbandbeitrag steht die volle Seitenspanne des Beitrags, nicht die Seite, die du zitiert hast.
| Angabe | In der Fußnote | Im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| „Vgl.“ | bei indirekten Zitaten | nie |
| Seitenzahl beim Buch | die zitierte Seite | keine |
| Seitenzahl beim Aufsatz | Spanne plus „hier:“ | nur die Spanne |
| Mehrere Verfassende | bis zu drei, dann „u. a.“ | alle Namen |
Eintrag im Literaturverzeichnis: Weber, Anna: Empirisch forschen. Ein Leitfaden für die Abschlussarbeit, 3. Auflage, Wiesbaden: Beispielverlag 2024.
Bibliografie, Literaturverzeichnis oder Quellenverzeichnis?
„Bibliografie“ ist in der Geschichtswissenschaft der Oberbegriff für Quellen- und Literaturverzeichnis zusammen. Hast du mit Archivmaterial, Zeitungen oder Quelleneditionen gearbeitet, kommt das Quellenverzeichnis vor das Literaturverzeichnis. In Fächern ohne diese Quellenarten gibt es nur ein Verzeichnis, und dann bezeichnen Bibliografie und Literaturverzeichnis dasselbe.
⚠️ Achtung
Jedes Werk, das in einer Fußnote auftaucht, muss auch im Literaturverzeichnis stehen, und umgekehrt. Prüf das am Ende einmal in beide Richtungen. Ein Titel im Verzeichnis, der nirgends belegt ist, fällt beim Korrigieren genauso auf wie eine Fußnote ohne Eintrag.
Typische Fehler in der deutschen Zitierweise
Die meisten Abzüge in der Formalnote entstehen nicht durch falsche Angaben, sondern durch uneinheitliche. Vier Fehler kommen so oft vor, dass sich ein gezielter Durchgang durch den Fußnotenapparat lohnt, bevor du abgibst.
Alle vier lassen sich in einer Stunde beheben, wenn du den Apparat am Stück liest statt Fußnote für Fußnote im Schreibfluss. Wie streng deine Hochschule Formfehler gewichtet, steht in der Prüfungsordnung.
Zwei Belegsysteme in einer Arbeit mischen
Belege in Fußnoten und Klammerbelege im Fließtext gehören zu zwei verschiedenen Systemen. Wer beides mischt, sammelt Abzüge, auch wenn jede einzelne Angabe stimmt. Häufig passiert das beim Übernehmen von Textbausteinen aus älteren Hausarbeiten, die nach einer anderen Vorgabe entstanden sind.
„Ebd.“ über eine fremde Fußnote hinweg verwenden
Zwischen der Fußnote mit „ebd.“ und der gemeinten Quelle darf keine andere Fußnote stehen. Nachträgliche Einschübe im Text sind die häufigste Ursache: Du ergänzt einen Satz mit einer neuen Quelle, und das „ebd.“ darunter zeigt plötzlich auf das falsche Werk. Prüf nach jedem Einschub die folgende Fußnote.
Den Kurztitel unterwegs ändern
Taucht dieselbe Quelle einmal als „Weber, Empirisch forschen“ und einmal als „Weber, Leitfaden“ auf, sieht das nach zwei Werken aus. Der Kurztitel wird einmal festgelegt und danach nicht mehr angefasst. Bei der Jahresform gilt dasselbe für Werke derselben Person aus demselben Jahr, die mit „2024a“ und „2024b“ unterschieden werden.
Die Auflage weglassen
Eine fehlende Auflagenangabe führt beim Nachprüfen ins Leere, weil sich die Seitenzahlen zwischen überarbeiteten Auflagen verschieben. Die Auflage steht im Impressum, meist in einer Zeile über der ISBN. Nur die erste Auflage bleibt ungenannt, weil sie der Standardfall ist.
Fazit
Die deutsche Zitierweise ist weniger kompliziert, als ihr Ruf vermuten lässt: ein Vollbeleg bei der ersten Nennung, danach Kurzbelege, und ein Literaturverzeichnis, das dieselben Angaben ohne Seitenzahl noch einmal alphabetisch führt. Die Arbeit steckt nicht in den Regeln, sondern darin, sie über hundert Fußnoten hinweg gleich anzuwenden.
Maßgeblich ist in jedem Fall die Handreichung deines Instituts, auch dort, wo sie von den hier gezeigten Mustern abweicht. Gibt es keine, wählst du eine Form und hältst sie durch. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfungsberatung.
Wie es weitergeht
- Du willst die Grundlagen von vorn? Richtig zitieren: der Leitfaden
- Dein Institut verlangt doch Klammerbelege? Harvard-Zitierweise einfach erklärt
- Du zitierst gerade ein Buch? Buch zitieren: Regeln und Beispiele
Fehlt deiner Arbeit noch eine eigene Datengrundlage?
Eigene Umfragedaten zitierst du nicht als fremde Quelle, sondern beschreibst sie im Methodenteil. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, erhebst du sie kostenlos. Wie du den Fragebogen dafür aufbaust, steht in unserer Anleitung zum Fragebogen erstellen.
