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Marketing: Themen für Bachelorarbeit & Masterarbeit

62 Themenvorschläge für Bachelorarbeit, Masterarbeit und Diplomarbeit im Marketing, sortiert nach Teilgebiet und Branche, dazu der Weg zur Forschungsfrage.

Autor bei empirio.ai - Marco Warzecha, Co-Gründervon Marco WarzechaAktualisiert am 1. Oktober 2026Lesezeit 14 Min.

Vor dir liegt die Entscheidung für ein Thema für deine Bachelorarbeit im Marketing und im Netz stapeln sich Listen mit neunzig Vorschlägen, von denen die meisten entweder nach Agenturpitch oder nach Dissertation klingen. An der Menge scheitert es nie.

Ein gutes Thema für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit im Marketing besteht aus drei Teilen: einem Teilgebiet wie Markenführung oder Konsumentenverhalten, einer Zielgruppe, an die du tatsächlich herankommst, und einer Frage, die sich mit den Daten beantworten lässt, die dir in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen. Danach kannst du dein Thema in der Sprechstunde in zwei Sätzen erklären.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Marketing-Themen scheitern selten am Thema, fast immer am Zuschnitt.
  • Eigene Themenvorschläge brauchen einen Bezug zur Forschung des Instituts.
  • Wahrnehmung, Einstellung und Zahlungsbereitschaft verlangen eine eigene Befragung.
  • Die Diplomarbeit an HTL und BHS folgt eigenen Regeln.
  • Branche und Zielgruppe machen aus einem Vorschlag dein Thema.

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Was ein gutes Marketing-Thema ausmacht

Ein gutes Marketing-Thema ist eng genug, dass du es in einem Satz abgrenzen kannst, und offen genug, dass die Antwort nicht schon im Titel steht. Die meisten Vorschläge aus Themenlisten erfüllen nur die zweite Bedingung.

Österreichische Institute halten die Tür für eigene Vorschläge offen und knüpfen eine Bedingung daran. Das Department für Marketing der Wirtschaftsuniversität Wien schreibt in seinem Leitfaden zur Bachelorarbeit: „Darüber hinaus steht es Ihnen auch frei, eigene Themenvorschläge einzubringen.“ Solche Vorschläge brauchen laut demselben Dokument einen ausdrücklichen Bezug zu den aktuellen Forschungs- und Lehrinhalten, und der Arbeitsaufwand wird dort mit rund 200 Stunden beziffert (Leitfaden Bachelorarbeit, WU Wien, abgerufen am 01.10.2026).

Woran sich dieser Bezug festmachen lässt, zeigt ein Blick auf die ausgeschriebenen Themen selbst. Die Abteilung für Marketing und Internationales Management der Universität Klagenfurt führt im März 2026 Masterthemen wie die Internationalisierung von CSR-Themen, die Wirkung selbstironischer Werbung und künstliche Intelligenz im Content-Marketing (Masterthemen MIM, abgerufen am 01.10.2026). Wer sein eigenes Thema danebenlegt und keine Berührungspunkte findet, sucht sich besser ein anderes Institut oder einen anderen Zuschnitt.

PrüfpunktWoran du es merkstWas du änderst
Abgrenzungdu brauchst mehr als einen Satz zur ErklärungTeilgebiet und Zielgruppe festlegen
Anschlussdas Institut forscht zu etwas ganz anderemThema an eine laufende Forschungslinie andocken
Datenlagees gibt weder Zahlen noch Zugang zur ZielgruppeZielgruppe gegen eine erreichbare tauschen
Offenheitdie Antwort steht schon im Titeleine Frage statt einer Behauptung formulieren
Umfangdas Thema füllt drei Arbeiteneinen Teilaspekt herausnehmen

Fällt ein Thema an zwei dieser Punkte durch, ist es noch keins. Fällt es an einem durch, reicht meistens ein Zusatz im Titel: eine Branche, eine Altersgruppe, ein Zeitraum.

Hinweis

Verbindlich ist immer die eigene Hochschule. Zugangsvoraussetzungen wie die STEOP oder eine bestimmte Spezielle Betriebswirtschaftslehre entscheiden mit darüber, an welchem Institut du überhaupt schreiben darfst. Kläre das im Studienplan, bevor du dich in ein Thema verliebst.

Themen für die Bachelorarbeit im Marketing: 30 Vorschläge nach Teilgebiet

Die folgenden 30 Themenvorschläge decken die sechs Teilgebiete ab, die in Marketing-Studiengängen am häufigsten geprüft werden. Jeder Vorschlag ist eine Rohfassung, der noch Zielgruppe, Branche und Zeitraum fehlen.

Rein digitale Themen stehen bewusst nicht in dieser Liste. Social Media, Suchmaschinen und Performance Marketing haben einen eigenen Beitrag mit Themen für das Online-Marketing. Fächerübergreifend findest du die Übersicht mit Themenvorschlägen für Bachelorarbeit und Masterarbeit.

Schematische Darstellung der Schritte von der Themenwahl bis zur fertigen Bachelorarbeit im Marketing

Konsumentenverhalten und Kaufentscheidung

Konsumentenverhalten hat für Studierende die beste Datenlage, weil du die Zielgruppe meistens selbst erreichst. Eine Befragung im eigenen Jahrgang taugt nicht für eine Aussage über die Gesamtbevölkerung, sehr wohl aber für eine Aussage über junge Erwachsene in einer bestimmten Produktkategorie. Sag im Titel, über wen du redest.

  • Einfluss von Nachhaltigkeitssiegeln auf die Kaufentscheidung bei Lebensmitteln
  • Impulskäufe im Onlineshop: welche Gestaltungselemente sie auslösen
  • Wie Verpackungsdesign die Qualitätserwartung an ein Produkt verändert
  • Zahlungsbereitschaft junger Erwachsener für regionale Lebensmittel
  • Regionalität als Kaufargument im österreichischen Lebensmittelhandel

Markenmanagement und Markenführung

Markenführung passt besonders zu Arbeiten mit einem Unternehmen im Rücken, weil sich Positionierung ohne konkretes Beispiel schnell im Allgemeinen verliert. Fehlt dir ein Betrieb, nimm zwei öffentlich sichtbare Marken aus derselben Kategorie und stelle sie gegeneinander. Das ist methodisch sauber und du kommst an alle Unterlagen.

  • Markenpositionierung von Start-ups in einem gesättigten Markt
  • Rebranding und seine Wirkung auf Kundenwahrnehmung und Markentreue
  • Markenkonsistenz über verschiedene Kanäle hinweg
  • Co-Branding: wann zwei Marken voneinander profitieren und wann nicht
  • Herkunftsbezeichnungen als Element der Markenführung

Marketingkommunikation, Werbung und PR

Über Marketingkommunikation wurde am meisten geschrieben, und genau deshalb brauchst du hier einen besonders engen Zuschnitt. Ein Thema über Kommunikation im digitalen Zeitalter ist keins. Ein Thema über die Krisenkommunikation eines einzelnen Unternehmens in einem benennbaren Zeitraum schon.

  • Krisenkommunikation und ihre Wirkung auf das Markenimage
  • Corporate Social Responsibility in der Kommunikation: Wirkung und Glaubwürdigkeit
  • Content-Marketing als Weg zu höherer Markenbekanntheit
  • Selbstironische Werbung: wann sie funktioniert und wann sie kippt
  • Die Grenze zwischen Information und Werbung in der Pressearbeit

Nachhaltiges Marketing

Nachhaltiges Marketing hat die höchste Aktualität und das größte Risiko, in Allgemeinplätzen zu enden. Der sicherste Zuschnitt führt über Greenwashing, weil sich die Frage nach Glaubwürdigkeit mit einer Befragung beantworten lässt und du damit sofort eigene Daten hast.

  • Greenwashing: woran Konsumenten unglaubwürdige Nachhaltigkeitsaussagen erkennen
  • Nachhaltigkeitssiegel im Handel und ihr Einfluss auf das Vertrauen
  • Transparenz als Bestandteil nachhaltiger Marketingstrategien
  • Nachhaltiges Marketing als Wettbewerbsvorteil für Klein- und Mittelbetriebe
  • Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen in der Modeindustrie

Internationales und interkulturelles Marketing

Internationales Marketing verlangt entweder Sprachkenntnisse oder öffentlich zugängliche Kampagnen, die du vergleichen kannst. In Österreich bietet sich der Blick auf die Nachbarmärkte an, weil viele heimische Marken dort auftreten und beide Fassungen einer Kampagne sichtbar sind.

  • Standardisierung oder Anpassung: Kampagnen für mehrere Märkte
  • Interkulturelle Werbewirkung am Beispiel zweier Länderfassungen einer Kampagne
  • Internationalisierung von Nachhaltigkeitsthemen in der Kommunikation
  • Markteintrittsstrategien österreichischer Klein- und Mittelbetriebe
  • Internationale Markenführung zwischen globalem Auftritt und lokaler Anpassung

Marketingtechnologien und künstliche Intelligenz

Technologie-Themen sind gefragt und veralten schnell. Ein Thema über ein einzelnes Werkzeug ist in zwei Jahren Geschichte, ein Thema über die Frage, was Menschen einem automatisierten Gegenüber zutrauen, nicht. Formuliere deshalb lieber über die Wirkung als über die Technik.

  • Künstliche Intelligenz im Content-Marketing: Chancen und blinde Flecken
  • Chatbots im Kundenservice und ihr Einfluss auf die Kundenzufriedenheit
  • Personalisierung durch Predictive Analytics aus Sicht der Kundschaft
  • Virtual Reality im Handel: Wirkung auf das Einkaufserlebnis
  • Gefälschte Online-Rezensionen und ihre Wirkung auf Kaufentscheidungen

Marketing Themen nach Branche: vom Tourismus bis zur Industrie

Eine Branche im Titel ist der schnellste Weg, aus einem beliebigen Vorschlag ein eigenes Thema zu machen. „Einfluss von Influencer-Marketing auf das Kaufverhalten“ ist ein Klassiker, „Einfluss von Influencer-Marketing auf die Reiseentscheidung bei Winterurlaubern“ ist eine Arbeit.

Der Zuschnitt hat einen zweiten Vorteil. In einer Branche gibt es Verbände, Fachpresse und amtliche Statistik, also Quellen, die dir im allgemeinen Fall fehlen. Statistik Austria führt für den Tourismus sogar ein eigenes Tourismus-Satellitenkonto und erhebt Beherbergung, Reiseverhalten und Tourismusakzeptanz (Statistik Austria, Tourismus, abgerufen am 01.10.2026).

Tourismus und Beherbergung

Tourismus ist in Österreich das Feld mit der besten Datenlage und dem leichtesten Zugang zu echten Befragten. Du findest amtliche Zahlen zu Nächtigungen und Reiseverhalten und bekommst eine eigene Umfrage zur Hotelwahl schneller voll als in fast jedem anderen Thema. Reiseanlass und Altersgruppe gehören trotzdem in den Titel.

  • Destinationsmarketing einer Region: Außenbild und Selbstbild im Vergleich
  • Der Einfluss von Onlinebewertungen auf die Hotelwahl
  • Tourismusakzeptanz in der Wohnbevölkerung einer Urlaubsregion
  • Ganzjahrestourismus: Kommunikation jenseits der Wintersaison

Handel und Konsumgüter

Der Handel liefert das Gegenstück zum Tourismus: viele Marken, viele Aktionen und eine Zielgruppe, die jeden Tag entscheidet. Für eine Abschlussarbeit ist das praktisch, weil du Werbemittel und Preisaktionen öffentlich beobachten und parallel dazu befragen kannst.

  • Eigenmarken im Lebensmittelhandel und ihre Wahrnehmung als Qualitätsprodukt
  • Wirkung von Treueprogrammen auf die Geschäftswahl
  • Regionale Herkunft als Verkaufsargument am Regal
  • Omnichannel im Handel: was Kundschaft online und was vor Ort erledigt

Gesundheit und Pharma

Gesundheitsmarketing ist stärker reguliert als jedes andere Feld in dieser Liste und genau das macht es interessant. Wofür geworben werden darf und gegenüber wem, ist bei Arzneimitteln gesetzlich geregelt. Schon diese eine Grenze erzeugt Fragestellungen, die es anderswo nicht gibt. Welche Vorschriften für deinen Fall gelten, prüfst du am Gesetzestext und besprichst es mit deiner Betreuung.

  • Kommunikation rezeptfreier Arzneimittel zwischen Information und Werbung
  • Apotheke als Marke: Standort vor Ort gegen Versandhandel
  • Vertrauen in Gesundheitsinformationen aus sozialen Netzwerken
  • Markenwahrnehmung von Generika gegenüber Originalpräparaten

Industrie, B2B und Vertrieb

B2B-Marketing ist in Themenlisten unterrepräsentiert und in österreichischen Betrieben überall, weil viele davon als Zulieferer arbeiten. Schreibst du im Unternehmen, ist das meistens dein Feld, denn Vertrieb und Marketing sitzen dort näher beieinander als im Lehrbuch.

  • Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb bei der Gewinnung von Leads
  • Messeauftritte im B2B: Wirkung auf Geschäftsbeziehungen
  • Content-Marketing als Instrument der Vertriebsunterstützung
  • Markenführung im B2B: wie viel Emotion verträgt ein Investitionsgut

Mode, Sport und Luxus

Mode und Luxus unterscheiden sich im Marketing stärker voneinander, als die gemeinsame Nennung vermuten lässt. Mode lebt von Geschwindigkeit, Luxus von Knappheit. Im Onlinehandel geraten beide Logiken aneinander und genau an dieser Reibungsstelle liegen die besseren Themen.

  • Exklusivität von Luxusmarken im digitalen Vertrieb
  • Secondhand und Resale: Wirkung auf die Wahrnehmung einer Modemarke
  • Sportsponsoring und seine Wirkung auf das Markenimage
  • Transparenz über Lieferketten in der Modekommunikation

Event- und Personalmarketing: Themen mit eigener Zielgruppe

Event- und Personalmarketing sind zwei Felder, in denen die Zielgruppe schon feststeht, bevor du anfängst: Besucher und Bewerber. Das erspart dir den Schritt, der sonst am meisten Zeit kostet, und erklärt, warum aus diesen Feldern überdurchschnittlich viele empirische Arbeiten entstehen.

Der Preis dafür heißt Zugang. Eine Befragung unter Messebesuchern braucht die Zustimmung des Veranstalters, eine Befragung unter Bewerbern die des Unternehmens. Kläre das, bevor du das Thema anmeldest, nicht danach.

Event-Marketing und Eventmanagement

Event-Marketing hat seit den hybriden Formaten eine offene Frage, die sich gut untersuchen lässt: Was genau geht verloren, wenn ein Teil des Publikums zuschaltet statt vor Ort zu sein? Dazu gibt es bisher mehr Meinungen als Daten und für eine Abschlussarbeit ist das eine gute Ausgangslage.

  • Hybride Events: Reichweite gegen Erlebnisqualität
  • Event-Sponsoring und seine Wirkung auf die Markenbindung
  • Festivals und Brauchtumsveranstaltungen als Bühne für regionale Marken
  • Events im B2B als Instrument der Kundenpflege

Personalmarketing und Arbeitgebermarke

Personalmarketing zielt nach innen und auf den Arbeitsmarkt, und es landet in Abschlussarbeiten oft im Personalbereich statt im Marketing. Für dich ist das ein Vorteil: Die Methoden kommen aus dem Marketing, die Konkurrenz um das Thema ist kleiner.

  • Arbeitgebermarke und ihr Einfluss auf die Bewerbungsabsicht
  • Stellenanzeigen: welche Formulierungen welche Gruppen ansprechen
  • Mitarbeitende als Botschafter der Arbeitgebermarke in sozialen Netzwerken
  • Lehrlingsmarketing: wie Betriebe junge Menschen erreichen

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Vom Marketing-Thema zur Forschungsfrage

Aus einem Marketing-Thema wird eine Forschungsfrage, sobald du eine Beziehung zwischen zwei Dingen behauptest und sagst, bei wem du sie prüfst. „Influencer-Marketing“ ist ein Thema. „Wie wirkt sich die wahrgenommene Authentizität von Influencern auf die Kaufabsicht bei 18- bis 25-Jährigen aus?“ ist eine Forschungsfrage.

Der Unterschied klingt nach Formulierung und ist in Wahrheit die ganze Arbeit. Mit der Forschungsfrage legst du fest, was du erhebst, welche Auswertung dazu passt und woran am Ende zu erkennen ist, ob du die Frage beantwortet hast. Spätestens bei der Defensio fällt auf, wer sie offen gelassen hat.

Ein Thema sagt, worüber du schreibst. Eine Forschungsfrage sagt, was du am Ende wissen wirst.

ThemaMögliche ForschungsfrageWas du dafür erhebst
Influencer-MarketingWie wirkt wahrgenommene Authentizität auf die Kaufabsicht?Befragung mit Skala
NachhaltigkeitssiegelWelche Siegel erhöhen das Vertrauen in eine Marke?Befragung mit Auswahlfragen
DestinationsmarketingWie weit liegen Außenbild und Selbstbild einer Region auseinander?Zwei Befragungen im Vergleich
KrisenkommunikationWelche Reaktionsmuster mildern den Imageschaden?Fallanalyse mit Dokumenten
MarkenpositionierungWie unterscheidet sich die Wahrnehmung zweier Wettbewerber?Dokumentenanalyse und Befragung

Wie du eine Forschungsfrage prüfst, bevor du sie anmeldest, steht im Beitrag zu Forschungsfrage und Untersuchungsziel. Brauchst du zusätzlich Hypothesen, weil deine Arbeit quantitativ angelegt ist, hilft der Beitrag zum Formulieren von Hypothesen weiter.

Tipp

Lies deine Forschungsfrage einmal laut und streiche jedes Wort, das keine der drei Angaben trägt: Was wirkt auf was, bei wem, in welchem Zeitraum. Bleibt danach weniger als ein Satz übrig, war es noch ein Thema.

Marketingkonzept als Abschlussarbeit: Gliederung und Grenzen

Ein Marketingkonzept trägt als Bachelorarbeit, wenn es eine Forschungsfrage beantwortet und nicht nur einen Plan beschreibt. Der Unterschied liegt im Analyseteil: Eine Arbeit, die vorne sauber untersucht, wo das Problem liegt, darf hinten ein Konzept vorschlagen. Eine Arbeit, die nur vorschlägt, ist eine Präsentation in Fließtext.

Besonders häufig tritt der Fall bei einer Arbeit im Unternehmen auf, weil der Betrieb ein verwertbares Ergebnis will und die Hochschule eine wissenschaftliche Leistung. Beides geht zusammen, aber nur in dieser Reihenfolge: erst die Untersuchung, dann die Empfehlung.

Für die Gliederung hat sich ein Aufbau in sechs Teilen bewährt, der auch bei einer Markteinführung oder einem Relaunch trägt:

  1. Problem und Forschungsfrage. Was im Markt oder im Betrieb nicht funktioniert und was du dazu wissen willst.
  2. Theoretische Grundlagen. Die Modelle, mit denen du später wirklich arbeitest, nicht das halbe Marketinglehrbuch.
  3. Analyse der Ausgangslage. Markt, Wettbewerb und Zielgruppe mit Quellen statt mit Vermutungen.
  4. Eigene Erhebung oder Sekundäranalyse. Der Teil, der deine Arbeit von einer Beratungspräsentation unterscheidet.
  5. Konzept. Ziele, Zielgruppen, Maßnahmen und Budgetrahmen, jeweils aus der Analyse abgeleitet.
  6. Bewertung und Grenzen. Was das Konzept nicht leistet und woran sich der Erfolg messen ließe.

Der vierte Punkt, die eigene Erhebung oder Sekundäranalyse, ist der, an dem die meisten Arbeiten dünn werden. Dort entscheidet sich auch die Note.

Achtung

Ein Konzept ohne eigene Erhebung und ohne belegte Ausgangslage fällt in der Bewertung fast immer auf den Methodenteil zurück. Fehlen dir Zahlen aus dem Betrieb, hol dir wenigstens eine kleine eigene Befragung dazu. Zwanzig ausgefüllte Fragebögen aus der Zielgruppe tragen mehr als zehn Seiten Marktbeschreibung.

Welche Marketing-Themen eine eigene Umfrage brauchen

Im Marketing entscheidet ein einziges Wort im Titel darüber, ob du eine eigene Befragung brauchst. Alles, was nach Wahrnehmung, Einstellung oder Zahlungsbereitschaft fragt, gibt es für deine Zielgruppe nirgends fertig. Alles, was nach Nächtigungen, Umsätzen oder Marktanteilen fragt, steht bei Statistik Austria oder beim zuständigen Fachverband.

Zwei Themen können deshalb fast gleich aussehen und trotzdem völlig verschiedene Arbeiten ergeben. „Entwicklung der Nächtigungen in einer Urlaubsregion“ ist eine Recherchearbeit. „Wie Gäste das Nachhaltigkeitsversprechen einer Urlaubsregion einschätzen“ ist eine Erhebung mit allem, was dazugehört.

Was im Thema stehtWoher die Daten kommenBeispiel
Markenwahrnehmung, Imageeigene BefragungImage einer Regionalmarke bei jungen Haushalten
Kaufabsicht, Zahlungsbereitschafteigene Befragung mit SkalaMehrpreis für regionale Lebensmittel
Werbewirkung, Erinnerungeigenes Experiment mit zwei GruppenErinnerung an zwei Anzeigenmotive
Nächtigungen, Umsätze, MarktanteileStatistik Austria, FachverbandEntwicklung der Nächtigungen im Sommerhalbjahr
ForschungsstandFachliteratur, keine eigenen DatenForschungsstand zur Glaubwürdigkeit von Influencern

Fragt dein Thema nach Wahrnehmung, Kaufabsicht oder Werbewirkung, gehört die Erhebung in den Zeitplan, bevor du anmeldest. Im Marketing kommt dazu, dass du oft eine bestimmte Gruppe brauchst und nicht irgendwen: Käufer einer Produktkategorie, Gäste einer Region, Bewerber eines Betriebs. Diese Gruppe zu erreichen dauert länger als das Erstellen des Fragebogens. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, legst du den Fragebogen kostenlos an und teilst ihn als Link oder QR-Code.

Ob deine Arbeit überhaupt in Richtung eigener Daten geht, klärt der Beitrag zur Frage empirische oder theoretische Abschlussarbeit. Wie viele Antworten realistisch sind, steht unter Umfrage für die Bachelorarbeit.

Diplomarbeit, VWA und das Thema im Unternehmen

Themenvorschläge für eine Bachelorarbeit im Marketing funktionieren auch für eine Diplomarbeit an einer berufsbildenden höheren Schule oder für eine vorwissenschaftliche Arbeit an der AHS, nur mit anderem Zuschnitt und unter anderen Regeln.

Die zweite Variante, die im Marketing häufig vorkommt, ist das Thema aus einem Unternehmen. Dort stellt sich dieselbe Frage noch einmal schärfer, weil zwei Auftraggeber im Raum sind.

Diplomarbeit an HTL und BHS: Teamarbeit mit Präsentation

Die Diplomarbeit an berufsbildenden höheren Schulen ist eine der drei Säulen der teilstandardisierten Reife- und Diplomprüfung. Sie entsteht vorzugsweise in Teams von zwei bis fünf Personen, bezieht sich auf eine Aufgabenstellung aus dem Berufsfeld und wird vor der Prüfungskommission mündlich präsentiert und diskutiert (oesterreich.gv.at, abgerufen am 01.10.2026). Für ein Marketing-Thema heißt das: Es muss sich in Teilaufgaben zerlegen lassen, damit jedes Teammitglied einen eigenen Abschnitt verantwortet. Die vorwissenschaftliche Arbeit an der AHS schreibst du dagegen allein und präsentierst sie ebenfalls.

Marketing-Thema im Unternehmen: was sich dadurch ändert

Schreibst du im Unternehmen, bekommst du Zugang zu Daten, die sonst niemand hat, und handelst dir zwei Vorgaben ein: Der Betrieb will ein verwertbares Ergebnis, die Hochschule eine nachvollziehbare Methode. Halte beides auseinander, indem du die Forschungsfrage mit der Hochschule abstimmst und den Anwendungsteil mit dem Unternehmen. Wie Anmeldung, Betreuung und Sperrvermerk ablaufen, steht im Beitrag zur Bachelorarbeit im Unternehmen.

Fazit

Marketing ist das Fach mit den meisten Themenlisten und den wenigsten fertigen Themen. Der Schritt, der zählt, ist der Zuschnitt: eine Branche, eine Zielgruppe, eine Beziehung zwischen zwei Größen. Wer das vor der Anmeldung erledigt, schreibt danach eine Arbeit statt einer Suche.

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Häufig gestellte Fragen

Eigene Themenvorschläge sind an österreichischen Marketing-Instituten üblich und an eine Bedingung geknüpft. Der Leitfaden des Departments für Marketing der Wirtschaftsuniversität Wien stellt es ausdrücklich frei, eigene Vorschläge einzubringen, verlangt dabei aber einen expliziten Bezug zu den aktuellen Forschungs- und Lehrinhalten. Ohne diesen Bezug wird der Vorschlag in der Regel abgelehnt.

Ein Marketingkonzept eignet sich als Bachelorarbeit, sobald davor eine Untersuchung steht. Die Arbeit analysiert zuerst Markt, Wettbewerb und Zielgruppe mit belegten Quellen oder eigenen Daten und leitet daraus die Maßnahmen ab. Ein Konzept ohne diesen Analyseteil wird in der Bewertung meist als Praxisbericht eingeordnet und nicht als wissenschaftliche Arbeit.

Eine Bachelorarbeit über ein Marketingkonzept gliedert sich in sechs Teile: Problem und Forschungsfrage, theoretische Grundlagen, Analyse der Ausgangslage, eigene Erhebung oder Sekundäranalyse, das Konzept mit Zielen und Maßnahmen, zuletzt Bewertung und Grenzen. Dieser Aufbau trägt auch bei einer Markteinführung oder einem Relaunch. Maßgeblich bleibt der Studienplan der eigenen Hochschule.

Die Diplomarbeit an HTL und BHS entsteht vorzugsweise in Teams von zwei bis fünf Personen, bezieht sich auf eine Aufgabenstellung aus dem Berufsfeld und wird vor der Prüfungskommission präsentiert und diskutiert. Eine Bachelorarbeit schreibst du dagegen allein und wissenschaftlich. Ein Marketing-Thema für die Diplomarbeit muss sich deshalb in Teilaufgaben zerlegen lassen.

Daten für ein Marketing-Thema gibt es auch ohne Unternehmen aus drei Quellen: Statistik Austria und Fachverbände für Marktzahlen, öffentlich zugängliche Kampagnen und Geschäftsberichte für eine Dokumentenanalyse sowie eine eigene Befragung für alles, was mit Wahrnehmung und Einstellung zu tun hat. Die eigene Befragung ist dabei meist der schnellste Weg zu eigenen Daten.

Ein Marketing-Thema wird auf eine Branche zugeschnitten, indem die Branche in den Titel wandert und die Zielgruppe mit ihr. Aus dem Einfluss von Influencer-Marketing auf das Kaufverhalten wird so der Einfluss von Influencer-Marketing auf die Reiseentscheidung bei Winterurlaubern. Mit der Branche kommen Verbände, Fachpresse und amtliche Statistik als Quellen dazu.

Zu groß für eine Bachelorarbeit sind Marketing-Themen, die eine ganze Disziplin abfragen: Marketingkommunikation im digitalen Zeitalter, Nachhaltigkeit im Handel, künstliche Intelligenz im Marketing. Solche Titel lassen sich nicht in einem Satz abgrenzen und ergeben am Ende eine Übersicht statt einer Untersuchung. Ein Teilaspekt, eine Branche und eine Zielgruppe machen daraus ein bearbeitbares Thema.

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