Du stehst vor der Entscheidung für ein Thema für deine Bachelorarbeit im Marketing und im Netz stapeln sich Listen mit neunzig Vorschlägen, von denen die meisten entweder nach Agenturpitch oder nach Dissertation klingen. An der Menge scheitert es nie.
Ein gutes Thema für eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit im Marketing besteht aus drei Teilen: einem Teilgebiet wie Markenführung oder Konsumentenverhalten, einer Zielgruppe, an die du tatsächlich herankommst, und einer Frage, die sich mit den Daten beantworten lässt, die dir in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen. Danach kannst du dein Thema deiner Betreuungsperson in zwei Sätzen erklären.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Marketing-Themen scheitern selten am Thema, fast immer am Zuschnitt.
- An Fachhochschulen kommt das Thema oft von einem Praxispartner.
- Wahrnehmung, Einstellung und Zahlungsbereitschaft verlangen eine eigene Befragung.
- Das Thema wird schriftlich festgehalten und unterschrieben.
- Branche und Zielgruppe machen aus einem Vorschlag dein Thema.
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Was ein gutes Marketing-Thema ausmacht
Ein gutes Marketing-Thema ist eng genug, dass du es in einem Satz abgrenzen kannst, und offen genug, dass die Antwort nicht schon im Titel steht. Die meisten Vorschläge aus Themenlisten erfüllen nur die zweite Bedingung.
In der Schweiz kommt eine zweite Bedingung dazu, und sie steht an den Fachhochschulen offen auf der Webseite. Das Institut für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law schreibt: „Die Problemstellungen können aus jedem Bereich des Marketings stammen.“ Im selben Atemzug verlangt das Institut, dass die Themen „einen gewissen Neuigkeitsgehalt aufweisen und auf wissenschaftlicher Grundlage bearbeitet werden“ (ZHAW, Institut für Marketing Management, abgerufen am 01.10.2026).
Dieselbe Seite nennt auch die Zahlen, die den Rahmen setzen: 14 Wochen Bearbeitungszeit, 40 bis 80 Seiten ohne Anhang, und für den Betreuungsaufwand zahlt der Praxispartner CHF 1000 bei einer Bachelorarbeit und CHF 2000 bei einer Masterarbeit. Wer in der Schweiz ein Marketing-Thema aus einem Unternehmen mitbringt, bringt damit auch eine Rechnung mit, und das gehört ins erste Gespräch mit dem Betrieb.
| Prüfpunkt | Woran du es merkst | Was du änderst |
|---|---|---|
| Abgrenzung | du brauchst mehr als einen Satz zur Erklärung | Teilgebiet und Zielgruppe festlegen |
| Neuigkeitsgehalt | die Frage ist dreimal beantwortet worden | Zielgruppe, Branche oder Zeitraum verschieben |
| Datenlage | es gibt weder Zahlen noch Zugang zur Zielgruppe | Zielgruppe gegen eine erreichbare tauschen |
| Offenheit | die Antwort steht schon im Titel | eine Frage statt einer Behauptung formulieren |
| Umfang | das Thema füllt drei Arbeiten | einen Teilaspekt herausnehmen |
Fällt ein Thema an zwei dieser Punkte durch, ist es noch keins. Fällt es an einem durch, reicht meistens ein Zusatz im Titel: eine Branche, eine Altersgruppe, ein Zeitraum.
Hinweis
Das Thema wird in der Schweiz an vielen Fakultäten schriftlich fixiert. Der Leitfaden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern hält fest, dass das Thema zu Beginn des Schreibens auf einem Formular festgehalten und von der Betreuerin oder dem Betreuer unterschrieben wird (Leitfaden, Version 18.11.2024). Was danach noch wackelt, wackelt offiziell.
Themen für die Bachelorarbeit im Marketing: 30 Vorschläge nach Teilgebiet
Die folgenden 30 Themenvorschläge decken die sechs Teilgebiete ab, die in Marketing-Studiengängen am häufigsten geprüft werden. Jeder Vorschlag ist eine Rohfassung, der noch Zielgruppe, Branche und Zeitraum fehlen.
Rein digitale Themen stehen bewusst nicht in dieser Liste. Social Media, Suchmaschinen und Performance Marketing haben einen eigenen Beitrag mit Themen für das Online-Marketing. Fächerübergreifend findest du die Übersicht mit Themenvorschlägen für Bachelorarbeit und Masterarbeit.

Konsumentenverhalten und Kaufentscheidung
Konsumentenverhalten hat für Studierende die beste Datenlage, weil du die Zielgruppe meistens selbst erreichst. Eine Befragung im eigenen Jahrgang taugt nicht für eine Aussage über die Gesamtbevölkerung, sehr wohl aber für eine Aussage über junge Erwachsene in einer bestimmten Produktkategorie. Sag im Titel, über wen du redest.
- Einfluss von Nachhaltigkeitssiegeln auf die Kaufentscheidung bei Lebensmitteln
- Impulskäufe im Onlineshop: welche Gestaltungselemente sie auslösen
- Wie Verpackungsdesign die Qualitätserwartung an ein Produkt verändert
- Zahlungsbereitschaft junger Erwachsener für Schweizer Herkunft
- Einkaufstourismus: welche Produktgruppen die Grenze überqueren
Markenmanagement und Markenführung
Markenführung passt besonders zu Arbeiten mit einem Praxispartner, weil sich Positionierung ohne konkretes Beispiel schnell im Allgemeinen verliert. Fehlt dir ein Betrieb, nimm zwei öffentlich sichtbare Marken aus derselben Kategorie und stelle sie gegeneinander. Das ist methodisch sauber und du kommst an alle Unterlagen.
- Markenpositionierung von Start-ups in einem gesättigten Markt
- Rebranding und seine Wirkung auf Kundenwahrnehmung und Markentreue
- Markenkonsistenz über verschiedene Kanäle hinweg
- Schweizer Herkunft als Element der Markenführung
- Co-Branding: wann zwei Marken voneinander profitieren und wann nicht
Marketingkommunikation, Werbung und PR
Über Marketingkommunikation wurde am meisten geschrieben, und genau deshalb brauchst du hier einen besonders engen Zuschnitt. Ein Thema über Kommunikation im digitalen Zeitalter ist keins. Ein Thema über die Krisenkommunikation eines einzelnen Unternehmens in einem benennbaren Zeitraum schon.
- Krisenkommunikation und ihre Wirkung auf das Markenimage
- Corporate Social Responsibility in der Kommunikation: Wirkung und Glaubwürdigkeit
- Content-Marketing als Weg zu höherer Markenbekanntheit
- Mehrsprachige Kampagnen: eine Botschaft in drei Landesteilen
- Die Grenze zwischen Information und Werbung in der Pressearbeit
Nachhaltiges Marketing
Nachhaltiges Marketing hat die höchste Aktualität und das grösste Risiko, in Allgemeinplätzen zu enden. Der sicherste Zuschnitt führt über Greenwashing, weil sich die Frage nach Glaubwürdigkeit mit einer Befragung beantworten lässt und du damit sofort eigene Daten hast.
- Greenwashing: woran Konsumenten unglaubwürdige Nachhaltigkeitsaussagen erkennen
- Nachhaltigkeitssiegel im Detailhandel und ihr Einfluss auf das Vertrauen
- Transparenz als Bestandteil nachhaltiger Marketingstrategien
- Nachhaltiges Marketing als Wettbewerbsvorteil für KMU
- Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen in der Modeindustrie
Internationales und interkulturelles Marketing
Internationales Marketing verlangt entweder Sprachkenntnisse oder öffentlich zugängliche Kampagnen, die du vergleichen kannst. Die Schweiz liefert den Vergleich frei Haus, weil viele Marken dieselbe Kampagne auf Deutsch, Französisch und Italienisch ausspielen und alle drei Fassungen sichtbar sind.
- Standardisierung oder Anpassung: dieselbe Kampagne in drei Sprachregionen
- Interkulturelle Werbewirkung am Beispiel zweier Länderfassungen einer Kampagne
- Markteintrittsstrategien Schweizer KMU im europäischen Ausland
- Der Einfluss kultureller Werte auf die Gestaltung von Werbebotschaften
- Internationale Markenführung zwischen globalem Auftritt und lokaler Anpassung
Marketingtechnologien und künstliche Intelligenz
Technologie-Themen sind gefragt und veralten schnell. Ein Thema über ein einzelnes Werkzeug ist in zwei Jahren Geschichte, ein Thema über die Frage, was Menschen einem automatisierten Gegenüber zutrauen, nicht. Formuliere deshalb lieber über die Wirkung als über die Technik.
- Künstliche Intelligenz in der Marktforschung: Chancen und blinde Flecken
- Chatbots im Kundenservice und ihr Einfluss auf die Kundenzufriedenheit
- Personalisierung durch Predictive Analytics aus Sicht der Kundschaft
- Virtual Reality im Detailhandel: Wirkung auf das Einkaufserlebnis
- Gefälschte Online-Rezensionen und ihre Wirkung auf Kaufentscheidungen
Marketing Themen nach Branche: vom Tourismus bis zum Detailhandel
Eine Branche im Titel ist der schnellste Weg, aus einem beliebigen Vorschlag ein eigenes Thema zu machen. „Einfluss von Influencer-Marketing auf das Kaufverhalten“ ist ein Klassiker, „Einfluss von Influencer-Marketing auf die Reiseentscheidung bei Städtereisenden“ ist eine Arbeit.
Der Zuschnitt hat einen zweiten Vorteil. In einer Branche gibt es Verbände, Fachpresse und amtliche Unterlagen, also Quellen, die dir im allgemeinen Fall fehlen. Beim Tourismus kommt sogar eine Strategie des Bundes dazu: Das Staatssekretariat für Wirtschaft nennt die Tourismusstrategie vom 10. November 2021 ausdrücklich die Basis der Tourismuspolitik (SECO, Tourismusstrategie, abgerufen am 01.10.2026).
Tourismus und Hotellerie
Tourismus ist in der Schweiz das Feld mit dem leichtesten Zugang zu echten Befragten und mit amtlichen Strategiepapieren im Rücken. Eine Umfrage zur Hotelwahl oder zur Wirkung von Bewertungsportalen füllt sich schneller als fast jedes andere Thema. Reiseanlass und Altersgruppe gehören trotzdem in den Titel, sonst wird das Ergebnis beliebig.
- Destinationsmarketing einer Region: Aussenbild und Selbstbild im Vergleich
- Der Einfluss von Onlinebewertungen auf die Hotelwahl
- Nachhaltigkeit als Positionierung im alpinen Tourismus
- Ganzjahrestourismus: Kommunikation jenseits der Wintersaison
Detailhandel und Konsumgüter
Der Detailhandel liefert das Gegenstück zum Tourismus: viele Marken, viele Aktionen und eine Zielgruppe, die jeden Tag entscheidet. Dazu kommt ein Thema, das es in dieser Form nur hier gibt, nämlich der Einkauf jenseits der Grenze und was er über Preiswahrnehmung verrät.
- Eigenmarken im Detailhandel und ihre Wahrnehmung als Qualitätsprodukt
- Preiswahrnehmung im Detailhandel und der Einkauf jenseits der Grenze
- Wirkung von Treueprogrammen auf die Geschäftswahl
- Omnichannel im Detailhandel: was Kundschaft online und was vor Ort erledigt
Gesundheit und Pharma
Gesundheitsmarketing ist stärker reguliert als jedes andere Feld in dieser Liste und genau das macht es interessant. Wofür geworben werden darf und gegenüber wem, ist bei Arzneimitteln gesetzlich geregelt. Schon diese eine Grenze erzeugt Fragestellungen, die es anderswo nicht gibt. Welche Vorschriften für deinen Fall gelten, prüfst du am Gesetzestext und besprichst es mit deiner Betreuungsperson.
- Kommunikation rezeptfreier Arzneimittel zwischen Information und Werbung
- Apotheke als Marke: Standort vor Ort gegen Versandhandel
- Vertrauen in Gesundheitsinformationen aus sozialen Netzwerken
- Markenwahrnehmung von Generika gegenüber Originalpräparaten
Industrie, B2B und Vertrieb
B2B-Marketing ist in Themenlisten unterrepräsentiert und in Schweizer Betrieben überall, weil viele davon als Zulieferer oder Nischenanbieter arbeiten. Schreibst du mit einem Praxispartner, ist das meistens dein Feld, denn Vertrieb und Marketing sitzen dort näher beieinander als im Lehrbuch.
- Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb bei der Gewinnung von Leads
- Messeauftritte im B2B: Wirkung auf Geschäftsbeziehungen
- Content-Marketing als Instrument der Vertriebsunterstützung
- Markenführung im B2B: wie viel Emotion verträgt ein Investitionsgut
Mode, Sport und Luxus
Mode und Luxus unterscheiden sich im Marketing stärker voneinander, als die gemeinsame Nennung vermuten lässt. Mode lebt von Geschwindigkeit, Luxus von Knappheit. Im Onlinehandel geraten beide Logiken aneinander und genau an dieser Reibungsstelle liegen die besseren Themen.
- Exklusivität von Luxusmarken im digitalen Vertrieb
- Secondhand und Resale: Wirkung auf die Wahrnehmung einer Modemarke
- Sportsponsoring und seine Wirkung auf das Markenimage
- Transparenz über Lieferketten in der Modekommunikation
Event- und Personalmarketing: Themen mit eigener Zielgruppe
Event- und Personalmarketing sind zwei Felder, in denen die Zielgruppe schon feststeht, bevor du anfängst: Besucher und Bewerber. Das erspart dir den Schritt, der sonst am meisten Zeit kostet, und erklärt, warum aus diesen Feldern überdurchschnittlich viele empirische Arbeiten entstehen.
Der Preis dafür heisst Zugang. Eine Befragung unter Messebesuchern braucht die Zustimmung des Veranstalters, eine Befragung unter Bewerbern die des Unternehmens. Kläre das, bevor du das Thema anmeldest, nicht danach.
Event-Marketing und Eventmanagement
Event-Marketing hat seit den hybriden Formaten eine offene Frage, die sich gut untersuchen lässt: Was genau geht verloren, wenn ein Teil des Publikums zuschaltet statt vor Ort zu sein? Dazu gibt es bisher mehr Meinungen als Daten und für eine Abschlussarbeit ist das eine gute Ausgangslage.
- Hybride Events: Reichweite gegen Erlebnisqualität
- Event-Sponsoring und seine Wirkung auf die Markenbindung
- Regionale Feste als Bühne für lokale Marken
- Events im B2B als Instrument der Kundenpflege
Personalmarketing und Arbeitgebermarke
Personalmarketing zielt nach innen und auf den Arbeitsmarkt, und es landet in Abschlussarbeiten oft im Personalbereich statt im Marketing. Für dich ist das ein Vorteil: Die Methoden kommen aus dem Marketing, die Konkurrenz um das Thema ist kleiner.
- Arbeitgebermarke und ihr Einfluss auf die Bewerbungsabsicht
- Stellenanzeigen: welche Formulierungen welche Gruppen ansprechen
- Mitarbeitende als Botschafter der Arbeitgebermarke in sozialen Netzwerken
- Lehrstellenmarketing: wie Betriebe junge Menschen erreichen
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Vom Marketing-Thema zur Forschungsfrage
Aus einem Marketing-Thema wird eine Forschungsfrage, sobald du eine Beziehung zwischen zwei Dingen behauptest und sagst, bei wem du sie prüfst. „Influencer-Marketing“ ist ein Thema. „Wie wirkt sich die wahrgenommene Authentizität von Influencern auf die Kaufabsicht bei 18- bis 25-Jährigen aus?“ ist eine Forschungsfrage.
Der Unterschied klingt nach Formulierung und ist in Wahrheit die ganze Arbeit. Mit der Forschungsfrage legst du fest, was du erhebst, welche Auswertung dazu passt und woran am Ende zu erkennen ist, ob du die Frage beantwortet hast. Wer sie offen lässt, schreibt am Schluss eine Zusammenfassung und keine Untersuchung.
Ein Thema sagt, worüber du schreibst. Eine Forschungsfrage sagt, was du am Ende wissen wirst.
| Thema | Mögliche Forschungsfrage | Was du dafür erhebst |
|---|---|---|
| Influencer-Marketing | Wie wirkt wahrgenommene Authentizität auf die Kaufabsicht? | Befragung mit Skala |
| Nachhaltigkeitssiegel | Welche Siegel erhöhen das Vertrauen in eine Marke? | Befragung mit Auswahlfragen |
| Preiswahrnehmung | Welche Produktgruppen werden jenseits der Grenze gekauft? | Befragung mit Auswahlfragen |
| Krisenkommunikation | Welche Reaktionsmuster mildern den Imageschaden? | Fallanalyse mit Dokumenten |
| Markenpositionierung | Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung zweier Wettbewerber? | Dokumentenanalyse und Befragung |
Wie du eine Forschungsfrage prüfst, bevor du sie festhältst, steht im Beitrag zu Forschungsfrage und Untersuchungsziel. Brauchst du zusätzlich Hypothesen, weil deine Arbeit quantitativ angelegt ist, hilft der Beitrag zum Formulieren von Hypothesen weiter.
Tipp
Lies deine Forschungsfrage einmal laut und streiche jedes Wort, das keine der drei Angaben trägt: Was wirkt auf was, bei wem, in welchem Zeitraum. Bleibt danach weniger als ein Satz übrig, war es noch ein Thema.
Marketingkonzept als Abschlussarbeit: Gliederung und Grenzen
Ein Marketingkonzept trägt als Bachelorarbeit, wenn es eine Forschungsfrage beantwortet und nicht nur einen Plan beschreibt. Der Unterschied liegt im Analyseteil: Eine Arbeit, die vorne sauber untersucht, wo das Problem liegt, darf hinten ein Konzept vorschlagen. Eine Arbeit, die nur vorschlägt, ist eine Präsentation in Fliesstext.
Besonders häufig tritt der Fall bei einer Arbeit mit Praxispartner auf, weil der Betrieb ein verwertbares Ergebnis will und die Hochschule eine wissenschaftliche Leistung. Beides geht zusammen, aber nur in dieser Reihenfolge: erst die Untersuchung, dann die Empfehlung. Das Institut für Marketing Management der ZHAW nennt das Marketingkonzept ausdrücklich als eines der möglichen Felder, neben Marktforschung und internen Marketinganalysen.
Für die Gliederung hat sich ein Aufbau in sechs Teilen bewährt, der auch bei einer Markteinführung oder einem Relaunch trägt:
- Problem und Forschungsfrage. Was im Markt oder im Betrieb nicht funktioniert und was du dazu wissen willst.
- Theoretische Grundlagen. Die Modelle, mit denen du später wirklich arbeitest, nicht das halbe Marketinglehrbuch.
- Analyse der Ausgangslage. Markt, Wettbewerb und Zielgruppe mit Quellen statt mit Vermutungen.
- Eigene Erhebung oder Sekundäranalyse. Der Teil, der deine Arbeit von einer Beratungspräsentation unterscheidet.
- Konzept. Ziele, Zielgruppen, Massnahmen und Budgetrahmen, jeweils aus der Analyse abgeleitet.
- Bewertung und Grenzen. Was das Konzept nicht leistet und woran sich der Erfolg messen liesse.
Der vierte Punkt, die eigene Erhebung oder Sekundäranalyse, ist der, an dem die meisten Arbeiten dünn werden. Dort entscheidet sich auch die Note.
Achtung
Ein Konzept ohne eigene Erhebung und ohne belegte Ausgangslage fällt in der Bewertung fast immer auf den Methodenteil zurück. Fehlen dir Zahlen aus dem Betrieb, hol dir wenigstens eine kleine eigene Befragung dazu. Zwanzig ausgefüllte Fragebögen aus der Zielgruppe tragen mehr als zehn Seiten Marktbeschreibung.
Welche Marketing-Themen eine eigene Umfrage brauchen
Im Marketing entscheidet ein einziges Wort im Titel darüber, ob du eine eigene Befragung brauchst. Alles, was nach Wahrnehmung, Einstellung oder Zahlungsbereitschaft fragt, gibt es für deine Zielgruppe nirgends fertig. Alles, was nach Umsätzen, Logiernächten oder Marktanteilen fragt, steht beim Bundesamt für Statistik oder beim zuständigen Fachverband.
Zwei Themen können deshalb fast gleich aussehen und trotzdem völlig verschiedene Arbeiten ergeben. „Entwicklung der Umsätze im Detailhandel“ ist eine Recherchearbeit. „Wie Kundschaft das Preisniveau im Schweizer Detailhandel einschätzt“ ist eine Erhebung mit allem, was dazugehört.
| Was im Thema steht | Woher die Daten kommen | Beispiel |
|---|---|---|
| Markenwahrnehmung, Image | eigene Befragung | Image einer Regionalmarke bei jungen Haushalten |
| Kaufabsicht, Zahlungsbereitschaft | eigene Befragung mit Skala | Mehrpreis in CHF für Schweizer Herkunft |
| Werbewirkung, Erinnerung | eigenes Experiment mit zwei Gruppen | Erinnerung an zwei Anzeigenmotive |
| Umsätze, Marktanteile | Bundesamt für Statistik, Fachverband | Entwicklung der Umsätze im Detailhandel |
| Forschungsstand | Fachliteratur, keine eigenen Daten | Forschungsstand zur Glaubwürdigkeit von Influencern |
Fragt dein Thema nach Wahrnehmung, Kaufabsicht oder Werbewirkung, gehört die Erhebung in den Zeitplan, bevor das Formular unterschrieben ist. Im Marketing kommt dazu, dass du oft eine bestimmte Gruppe brauchst und nicht irgendwen: Käufer einer Produktkategorie, Gäste einer Region, Bewerber eines Betriebs. Diese Gruppe zu erreichen dauert länger als das Erstellen des Fragebogens. Mit empirio.ai, einem Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, legst du den Fragebogen kostenlos an und teilst ihn als Link oder QR-Code.
Ob deine Arbeit überhaupt in Richtung eigener Daten geht, klärt der Beitrag zur Frage empirische oder theoretische Abschlussarbeit. Wie viele Antworten realistisch sind, steht unter Umfrage für die Bachelorarbeit.
Maturitätsarbeit und das Thema vom Praxispartner
Themenvorschläge für eine Bachelorarbeit im Marketing funktionieren auch für eine Maturitätsarbeit am Gymnasium, nur mit anderem Zuschnitt und unter anderen Regeln.
Die zweite Variante, die in der Schweiz besonders häufig vorkommt, ist das Thema von einem Praxispartner. Dort stellt sich dieselbe Frage noch einmal schärfer, weil zwei Auftraggeber im Raum sind und einer davon bezahlt.
Maturitätsarbeit: eigenständig und mit mündlicher Präsentation
Die Maturitätsarbeit ist eine grössere eigenständige schriftliche Arbeit, die allein oder in einer Gruppe entsteht und mündlich präsentiert wird. Massgeblich sind seit dem 1. August 2024 die Verordnung des Bundesrates über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätszeugnissen und das parallele Reglement der Erziehungsdirektorenkonferenz, konkretisiert durch den Rahmenlehrplan und die Weisungen der eigenen Schule (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, abgerufen am 01.10.2026). Für ein Marketing-Thema heisst das vor allem: kleiner schneiden. Eine Umfrage in zwei Schulklassen zur Wirkung von Verpackungen trägt eine Maturitätsarbeit, für eine Bachelorarbeit wäre sie zu dünn.
Thema vom Praxispartner: was sich dadurch ändert
Schreibst du mit einem Praxispartner, bekommst du Zugang zu Daten, die sonst niemand hat, und handelst dir zwei Vorgaben ein: Der Betrieb will ein verwertbares Ergebnis, die Hochschule eine nachvollziehbare Methode. Halte beides auseinander, indem du die Forschungsfrage mit der Hochschule abstimmst und den Anwendungsteil mit dem Unternehmen. Kläre im selben Gespräch die Kostenbeteiligung und die Vertraulichkeit. Wie Anmeldung, Betreuung und Sperrvermerk ablaufen, steht im Beitrag zur Bachelorarbeit im Unternehmen.
Fazit
Marketing ist das Fach mit den meisten Themenlisten und den wenigsten fertigen Themen. Der Schritt, der zählt, ist der Zuschnitt: eine Branche, eine Zielgruppe, eine Beziehung zwischen zwei Grössen. Wer das erledigt, bevor das Formular unterschrieben wird, schreibt danach eine Arbeit statt einer Suche.
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