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Fragebogen richtig erstellen: Leitfaden & Beispiel

Die Basis für eine Online-Umfrage oder eine persönliche Befragung ist ein gut konzipierter Fragebogen. Nur so erhältst du die notwendigen Ergebnisse für deine empirische Forschung, die deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit zum Erfolg verhilft. In der folgenden Anleitung haben wir dir alle wichtigen Informationen zusammengefasst, damit du einen optimalen Fragebogen erstellen kannst.

von Marco WarzechaAktualisiert am 5. August 2023Lesezeit 8 Min.

Die Basis für eine Online-Umfrage oder eine persönliche Befragung ist ein gut konzipierter Fragebogen. Nur so erhältst du die notwendigen Ergebnisse für deine empirische Forschung, die deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit zum Erfolg verhilft. In der folgenden Anleitung haben wir dir alle wichtigen Informationen zusammengefasst, damit du einen optimalen Fragebogen erstellen kannst.

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Vor dem Fragebogen: Ziel der Befragung klären!

Bevor du den Fragebogen erstellst, solltest du das Ziel deiner Befragung definieren. Hier steht vor allem eine Frage im Vordergrund: Welche Erkenntnisse sollen durch den Fragebogen gewonnen werden? Entscheidend dafür ist die Forschungsfrage deiner Arbeit und die daraus abgeleiteten Hypothesen. Denn die Ergebnisse der Umfrage sollten die passenden Antworten auf deine Forschungsfrage und die Hypothese liefern.


Beispiel:
Du hast für deine Abschlussarbeit das Thema "Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten" ausgewählt. Hieraus entwickelst du die Forschungsfrage "Übt ein hoher Nachrichtenkonsum einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit der Nutzer aus?". 

Um die Forschungsfrage beantworten und nachgelagerte Hypothesen bestätigen oder widerlegen zu können, könntest du in deinem Fragebogen bspw. folgende Fragen verwenden: 

  1. Wie oft konsumierst du Nachrichten?
    (Antwortmöglichkeiten: mehrmals täglich, täglich, wöchentlich, monatlich, seltener als monatlich)
  2. Welche Medien nutzt du für deine Nachrichten?
    (Antwortmöglichkeiten: TV, Print, Radio, Internet, andere Medien)
  3. Hast du dich nach dem Konsum von Nachrichten schon einmal mental schlechter gefühlt?
    (Antwortmöglichkeiten: ja, nein, weiß nicht)

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es von enormer Bedeutung ist, vor der Erstellung des Fragebogens, das übergeordnete Ziel zu definieren. So wird der Fragebogen optimal für deine empirische Forschung ausgerichtet sein. 

Nachdem du die grundsätzliche Zielsetzung der Befragung geklärt hast, kannst du nun die Struktur, die Fragen und die Antworten für den Fragebogen konzipieren.

 


Aufbau und Struktur des Fragebogens

Der richtige Aufbau und eine logische Struktur ist die elementare Grundlage für einen guten Fragebogen. Dieser weicht bei einer Online-Umfrage an bestimmten Stellen von dem einer persönlichen Befragung ab. Dennoch ist der grundlegende Aufbau immer der gleiche (bei einer persönlichen Befragung könntest du bspw. die Einleitung mündlich vornehmen). 

Ein Fragebogen sollte nach dem folgenden Schema aufgebaut sein:
 

  1. Einleitung
    Zu Beginn des Fragebogens kannst du eine kurze persönliche Vorstellung schreiben (Wer bist du? Wofür machst du die Umfrage?). Das erhöht die Motivation der Probanden an deiner Befragung teilzunehmen. Zusätzlich könntest du an dieser Stelle noch Hilfestellungen zum Ausfüllen des Fragebogens platzieren und komplexere Themengebiete erläutern. Wenn du in den nachfolgenden Fragen personenbezogene Daten abfragst, solltest du eine Einwilligungserklärung zur Speicherung und Verarbeitung der Daten einholen und den Hinweis geben, dass du die Daten anonym bearbeitest.

    Beispiele:
    Was ist Inhalt der Befragung? Wieso führst du die Befragung durch? Wer bist du und was studierst du? Definition von komplexen Begriffen.

     
  2. Hauptteil
    In diesem Teil befinden sich die inhaltlichen Fragen und Antwortmöglichkeiten deiner Befragung. Überlege dir ganz genau, was du zur Beantwortung deiner Forschungsfrage / Hypothesen benötigst. Nimm dir genügend Zeit für die Vorbereitung - dann wird die Befragung ein Erfolg. Von der Reihenfolge macht es Sinn, zunächst mit einfachen, allgemeinen Fragen zu starten. Danach kannst du schrittweise komplexere Fragen stellen.

    Beispiele:
    Wie oft konsumierst du Nachrichten? (Einfache Frage), Welche Medien nutzt du? (Einfache Frage), Hast du dich nach dem Konsum von Nachrichten schon einmal mental schlechter gefühlt? (komplexere Frage)

     
  3. Demografische Merkmale
    Nach dem Hauptteil (mit den inhaltlichen Fragen) folgt der Teil mit den demografischen Informationen. Zu den wichtigsten Merkmalen, die man abfragen kann, gehören: Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Höchster Bildungsabschluss, Wohnort, Nettoeinkommen, Beruf und Konfession. Damit gelingt es dir die Ergebnisse der Befragung auswerten und in Bezug auf unterschiedliche Merkmale vergleichen zu können.

    Beispiele:
    Wenn du herausfinden möchtest, ob es unterschiedliche Meinungen von jüngeren und älteren Menschen zu einem Thema gibt, musst du natürlich mindestens das "Alter" abfragen.


     
  4. Schluss
    Zum Schluss des Fragebogens kannst du dich bei den Probanden bedanken und Anmerkungen oder Fragen zulassen. Solltest du ein Gewinnspiel als Dankeschön veranstalten, kannst du an dieser Stelle bspw. die Mail-Adresse abfragen oder den Gutscheincode anzeigen lassen.

 

Auf die Formulierung der Fragen kommt es an!

Die Art und Weise, wie du deine Fragen formulierst, kann Einfluss auf den Inhalt der Antworten der Probanden haben. Daher musst du darauf achten, dass die Fragen neutral formuliert werden. Darüber hinaus solltest du folgende Dinge bei der Formulierung der Fragen beachten:

  • Kurze und prägnante Fragen
  • Einfache und klare Sprache verwenden
  • Keine wertenden Fragen (Was hältst du von dem blöden ...)
  • Keine doppelte Verneinung (Bist du dagegen, dass die Todesstrafe weiterhin verboten bleibt?)
  • Nur einen Sachverhalt in einer Frage thematisieren
  • Keine Suggestivfragen (Bist du nicht auch der Meinung, dass ...)

Die gleichen Punkte solltest du natürlich auch bei der Formulierung der Antwortmöglichkeiten berücksichtigen. Welche genauen Antwortmöglichkeiten möglich sind, werden im folgenden Kapitel erläutert.

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Arten von Fragetypen und Antwortmöglichkeiten

Bei der Konzeption der Fragen und Antworten im Fragebogen kannst du aus einer Vielzahl an verschiedenen Fragetypen wählen. Abhängig von dem Thema, was du abfragen möchtest, musst du abwägen, welche Variante die jeweils beste für deine Frage ist.

Grundsätzlich kannst du zwischen den folgenden Arten wählen:
 

  1. Geschlossene Fragen / Auswahlfrage
    Bei diesem Fragetypen können Teilnehmende zwischen einer bestimmten Anzahl an Antworten wählen. Der Vorteil dabei ist, dass die Antworten sehr schnell und unkompliziert ausgewertet werden können. Du erhältst hierüber aber keine neuen inhaltlichen Rückmeldungen. Diese Art der Frage / Antworten wird daher vermehrt in quantitativen Forschungen verwendet.

    Bei den geschlossenen Fragen gibt es sowohl die Möglichkeit, dass die Teilnehmenden nur eine Antwort auswählen können (Einfachauswahl / Single Choice) oder mehrere Antworten geben können (Mehrfachauswahl / Multiple Choice).

    Beispiel für Einfachauswahl:
    Frage: Was ist deine Lieblingsstadt?
    Antworten (eine auswählbar): Berlin, Paris, Madrid, Rom.

    Beispiel für Mehrfachauswahl:
    Frage: In welchen Städten hast du schon einmal Urlaub gemacht?
    Antworten (mehrere auswählbar): Berlin, Paris, Madrid, Rom. 


     
  2. Offene Fragen / Freitextantworten
    Bei diesem Fragetypen werden den Teilnehmenden keine spezifischen Antworten vorgegeben. Sie können somit neue Meinungen und Ideen als Antwort formulieren. Die Antworten können durch die freie Gestaltung nicht standardisiert ausgewertet werden. Sie werden verstärkt in qualitativen Forschungen verwendet.

    Beispiel:
    Frage: Was ist für dich das wichtigste Argument, Urlaub in einer Stadt zu machen? 
    Antwort: _______


     
  3. Halboffene Fragen (Mischform)
    Neben den geschlossenen oder offenen Fragen kannst du in dem Fragebogen auch eine Mischform nutzen. Die Basis dafür ist eine geschlossene Frage (Auswahlfrage), die dann um eine freie Antwortmöglichkeit ("Weitere Angabe" oder "Sonstiges") ergänzt wird. Dies bringt den Vorteil, dass du den Großteil der Antworten standardisiert auswerten kannst, aber dennoch eigene Ideen und Meinungen der Teilnehmenden zulässt. Diese Form der Frage ist sowohl als Einfachauswahl als auch als Mehrfachauswahl denkbar.

    Beispiel für Einfachauswahl:
    Frage: Was ist deine Lieblingsstadt?
    Antworten (eine auswählbar): Berlin, Paris, Madrid, Rom, Sonstige Antwort: _______

    Beispiel für Mehrfachauswahl:
    Frage: In welchen Städten hast du schon einmal Urlaub gemacht?
    Antworten (mehrere auswählbar): Berlin, Paris, Madrid, Rom, Sonstige Antwort: _______


     
  4. Skalenfragen
    Bei Skalenfragen handelt es sich offiziell um geschlossene Fragen und die Kategorie Single Choice (Einfachauswahl). Sie sind daher vollstandardisiert auswertbar. Man gibt bei diesem Fragetypen den Probanden die Möglichkeit zwischen 2 vorgegebenen Polen (Beispiel: "gut / schlecht" oder "viel / wenig") abzuwägen und darüber eine Stimmung bzw. Meinungsäußerung mitzuteilen.

    Je nachdem, ob die Probanden die Möglichkeit haben sollen, eine neutrale Antwort zu geben, kannst für die Skalen entweder eine gerade Anzahl (neutrale Antwort nicht möglich) an Werten oder ungerade Anzahl (neutrale Antworte möglich) verwenden. Bei ungeraden Skalen wird empfohlen, eine 5er oder 7er Skala zu nutzen. Bei geraden Skalen ist eine 6er Skala die meistgenutzte Variante. Skalen mit mehr Punkten werden oftmals zu komplex und die Teilnehmenden können nicht mehr im Detail die einzelnen Stufen differenzieren.

    Beispiel für eine Skalenfrage:
    Aussage: In Paris kann man schön Urlaub machen.
    Antworten: stimme voll und ganz zu, stimme eher zu, weder noch, stimme eher nicht zu, stimme überhaupt nicht zu.


    Zu den meistgenutzten Skalen gehören:
  • stimme voll und ganz zu, stimme eher zu, weder noch, stimme eher nicht zu, stimme überhaupt nicht zu
  • sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft, ungenügend
  • Punktevergabe von 1 bis 6 oder 1 bis 10
  • zutreffend, eher zutreffend, weder noch, eher nicht zutreffend, nicht zutreffend 
  • nie, selten, gelegentlich, oft, immer
  • nicht, wenig, mittelmäßig, ziemlich, sehr
  • stimmt nicht, stimmt wenig, stimmt mittelmäßig, stimmt ziemlich, stimmt sehr
  • sehr wahrscheinlich, eher wahrscheinlich, weder noch, eher unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich

 

Diese Art von Skala, bei der die Befragte verschiedene Aussagen mehr und weniger stark zustimmen bzw. ablehnen sollen, wird Likert-Skala genannt.

 

Erst testen, dann Befragung starten 

Um den Fragebogen vor der tatsächlichen Befragung zu testen, bietet sich ein sogenannter Pretst an. Dabei erprobst du den Fragebogen in einem Feldversucht einmal oder mehrmals an unterschiedlichen Testpersonen. Sie prüfen die Fragen und Antwortmöglichkeiten und geben dir Rückmeldung. Auf Basis des Feedbacks überarbeitest du die Inhalte deines Fragebogens. Dies führst du solange durch, bis der Fragebogen ohne Probleme ausgefüllt werden kann und die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Dann kann die eigentliche Befragung durchgeführt werden.

So könntest du dabei vorgehen:

  1. Ersten Entwurf deines Fragebogens erstellen
  2. Eigenständiger Test und ggf. Überarbeitung
  3. Fragebogen an Testgruppe schicken und Feedback einholen
  4. Überarbeitung des Fragebogens
  5. Fragebogen erneut an Testgruppe schicken und Feedback einholen
  6. Wenn positives Feedback: Start der Befragung, sonst erneute Überarbeitung

 

Online-Umfrage oder persönliche Befragung?

Nachdem du nun die wesentlichen Informationen zur Erstellung des Fragebogens kennengelernt hast, musst du entscheiden, ob du eine Online-Umfrage oder eine persönliche Befragung durchführen möchtest. Beide Varianten sind für eine empirische Forschung in Abschlussarbeiten denkbar. Sie bieten aber unterschiedliche Stärken und Schwächen, die du bei der Auswahl berücksichtigen solltest. Insgesamt kann ein Fragebogen in folgenden Methoden verwendet werden:

  • Online-Umfrage
  • Persönliche Befragung / Persönliches Interview
  • Telefonische Befragung (eher selten bei Abschlussarbeiten)
  • Schriftliche Befragung (eher selten bei Abschlussarbeiten)

 

Fragebögen in Online-Umfragen und in persönlichen Befragungen verwenden:

 

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