Du hast dein Studium fast hinter dir und stehst vor der letzten großen Prüfungsleistung. Die meisten Fragen dazu beantwortet die Prüfungsordnung deiner Hochschule, nur liest die kaum jemand, bevor die Frist schon läuft.
Eine Bachelorarbeit ist die schriftliche Abschlussarbeit deines Bachelorstudiums, mit der du innerhalb einer festgesetzten Frist nachweist, dass du ein Problem deines Fachs selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeiten kannst. Wie lang sie ausfällt, regelt keine bundesweite Vorschrift, sondern die Prüfungsordnung deiner Hochschule. Am Ende dieses Beitrags weißt du, wie deine Arbeit aufgebaut ist, wie du die Bearbeitungszeit einteilst und welche drei Fristen du kennen solltest, bevor du das Thema annimmst.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Die Bachelorarbeit ist die letzte Prüfungsleistung im Bachelorstudium.
- Der Umfang steht in ECTS-Punkten, nicht in Seiten.
- Das Thema darf einmal zurückgegeben werden, meist ganz am Anfang.
- Eine nicht bestandene Bachelorarbeit lässt sich genau einmal wiederholen.
- Die Prüfungsordnung schlägt jede allgemeine Empfehlung aus dem Netz.
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Jetzt kostenlos startenWas ist eine Bachelorarbeit und was wird von dir erwartet?
Eine Bachelorarbeit ist eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, mit der Studierende am Ende ihres Bachelorstudiums nachweisen, dass sie eine Fragestellung aus ihrem Fach eigenständig, methodisch nachvollziehbar und innerhalb einer vorgegebenen Frist bearbeiten können. Sie ist damit eine Prüfungsleistung wie jede andere, nur die größte.
Die rechtliche Grundlage dafür ist bundesweit einheitlich. Nach § 4 Absatz 3 der Musterrechtsverordnung der Kultusministerkonferenz in der Fassung vom 21. November 2024 sehen Bachelor- und Masterstudiengänge eine Abschlussarbeit vor, mit der die Fähigkeit nachgewiesen wird, „innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus dem jeweiligen Fach selbständig nach wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Methoden zu bearbeiten“. Über diesen Satz hinaus schreibt die Verordnung inhaltlich nichts vor. Alles Weitere, von der Bearbeitungszeit bis zur Schriftgröße, steht in der Prüfungsordnung deines Studiengangs.
Was von einer Bachelorarbeit erwartet wird
Erwartet wird ein kleiner eigenständiger Beitrag, mit dem du die Arbeitsweise deines Fachs beherrschst. Das heißt: eine Fragestellung, die sich in der verfügbaren Zeit beantworten lässt, eine Methode, die zu dieser Frage passt, und eine Argumentation, die andere nachvollziehen können. Ob du dafür vorhandene Literatur auswertest oder selbst Daten erhebst, hängt vom Fach ab. Beide Wege führen zu sehr guten Noten.
Was eine Bachelorarbeit nicht leisten muss
Eine Bachelorarbeit muss keine Forschungslücke schließen und keine praxistauglichen Ergebnisse liefern. Der Unterschied zur Masterarbeit liegt nicht in der Seitenzahl, sondern im Grad der Selbstständigkeit: Im Bachelor zeigst du, dass du die Methoden deines Fachs korrekt anwendest, im Master wählst du sie selbst aus und benennst ihre Grenzen. Schwächen der eigenen Untersuchung offen zu benennen, kostet keine Punkte, sondern bringt welche.
Wie viele ECTS-Punkte für die Arbeit vorgesehen sind und warum die im Netz kursierenden Seitenzahlen nirgends verbindlich sind, steht im Beitrag dazu, was eine Thesis genau ist.
Empirische oder theoretische Bachelorarbeit: was passt zu deiner Frage?
Über den Forschungstyp entscheidet die Fragestellung, nicht der Geschmack. Eine Frage nach Häufigkeiten, Zusammenhängen oder Einstellungen verlangt eigene Daten, eine Frage nach Begriffen, Theorien oder Deutungen verlangt eine saubere Literaturarbeit. Wer zuerst die Methode wählt und dann die Frage dazu sucht, dreht die Reihenfolge um und merkt das meist erst in der Auswertung.
In vielen Studiengängen gibt der Fachbereich den Typ ohnehin vor. Steht dir die Wahl frei, hilft ein Blick auf die Bedingungen: Für eine eigene Erhebung brauchst du Zugang zu Befragten, Zeit für den Rücklauf und ein Auswertungsverfahren, das du beherrschst. Für eine theoretische Arbeit brauchst du Zugang zu Fachliteratur und die Geduld, dich durch widersprüchliche Positionen zu arbeiten.
| Merkmal | Empirische Bachelorarbeit | Theoretische Bachelorarbeit |
|---|---|---|
| Typische Frage | Wie hängt A mit B zusammen? | Wie lässt sich A theoretisch fassen? |
| Datengrundlage | selbst erhobene Daten | vorhandene Literatur und Quellen |
| Methoden | Befragung, Beobachtung, Experiment, Inhaltsanalyse | Literaturanalyse, Theorienvergleich, systematisches Review |
| Größtes Risiko | zu wenig Rücklauf, zu spät begonnen | Materialflut ohne eigene Position |
Was eine eigene Erhebung zusätzlich verlangt
Eine eigene Erhebung bringt Arbeitsschritte mit, die in keinem Zeitplan für theoretische Arbeiten auftauchen. Dazu gehören ein Pretest mit wenigen Personen, eine Datenschutzerklärung im Fragebogen, die Anonymisierung der Antworten und in manchen Fächern ein Ethikvotum. Rechne außerdem mit einer Feldphase von mehreren Wochen, denn Rückläufe kommen nicht am ersten Tag. Was dabei gilt, hängt vom Fach und von deiner Hochschule ab; frag deine Betreuung früh danach.
Die ausführliche Abwägung beider Wege steht im Beitrag zur empirischen oder theoretischen Abschlussarbeit, den Ablauf einer eigenen Untersuchung beschreibt der Beitrag zur empirischen Arbeit.
Aufbau der Bachelorarbeit: die Reihenfolge der Teile
Der Aufbau einer Bachelorarbeit folgt einer festen Reihenfolge: Deckblatt, Verzeichnisse, Einleitung, Hauptteil, Fazit, Literaturverzeichnis, Anhang und Eigenständigkeitserklärung. Diese Reihenfolge ist in den meisten Fachbereichen gleich, weil sie den Leseweg abbildet: erst wissen, worum es geht, dann die Argumentation, dann die Belege.
Nur zwei Stellen wandern je nach Hochschule. Die Eigenständigkeitserklärung steht mal direkt hinter dem Deckblatt, mal als letzte Seite. Und Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis stehen üblicherweise vor der Einleitung, manche Merkblätter setzen sie hinter das Literaturverzeichnis. Beides regelt dein Fachbereich, und beides steht im Merkblatt zur Abschlussarbeit.
Die Teile der Bachelorarbeit in der üblichen Reihenfolge
- Deckblatt. Titel, Hochschule, Fachbereich, Name, Matrikelnummer, Betreuung, Abgabedatum.
- Inhaltsverzeichnis. Alle Gliederungspunkte mit Seitenzahlen, maximal drei Ebenen tief.
- Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis. Nur anlegen, wenn es etwas zu verzeichnen gibt.
- Einleitung. Problem, Forschungsfrage, Zielsetzung, Aufbau der Arbeit.
- Hauptteil. Forschungsstand, Methode, Ergebnisse, Diskussion.
- Fazit. Antwort auf die Forschungsfrage, Grenzen der Arbeit, Ausblick.
- Literaturverzeichnis. Alle zitierten Quellen, alphabetisch geordnet.
- Anhang. Fragebogen, Transkripte, Auswertungstabellen, Codebuch.
- Eigenständigkeitserklärung. Unterschrieben, im Wortlaut deiner Hochschule.
Beispielgliederung einer empirischen Bachelorarbeit
Eine Gliederung wird erst brauchbar, wenn die Kapitelüberschriften etwas über den Inhalt sagen. „Theorie“ und „Auswertung“ sagen nichts, „Kultivierungshypothese“ und „Prüfung der Hypothesen“ schon. Das folgende Beispiel zeigt eine Arbeit über den Zusammenhang von Nachrichtenkonsum und Stimmungslage, an dem sich die Logik gut ablesen lässt.
- Einleitung: Forschungsinteresse und Fragestellung
- Forschungsstand: Kultivierungshypothese und Videomalaise-These
- Forschungsdesign: Hypothesen, Stichprobe, Erhebungsinstrument
- Durchführung der Online-Befragung
- Auswertung: deskriptive Ergebnisse und Hypothesenprüfung
- Diskussion und Grenzen der Untersuchung
- Fazit
Für jede Überschrift gilt: Zu jedem Gliederungspunkt gehört Text, und zwei Überschriften folgen nie direkt aufeinander. Wer einen Unterpunkt 2.1 anlegt, braucht auch einen Punkt 2.2. Welche Gliederungsmuster sich für den Hauptteil anbieten und wie du zwischen chronologisch, systematisch und vergleichend wählst, steht im Beitrag zum Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit.
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Jetzt kostenlos startenZeitplan für die Bachelorarbeit: die vier Phasen
Ein Zeitplan für die Bachelorarbeit teilt die Bearbeitungszeit in vier Phasen auf: Themensuche, Konzept, Ausarbeitung und Endfassung. Der häufigste Planungsfehler ist nicht Faulheit, sondern eine falsche Vorstellung davon, wie viel Zeit die einzelnen Schritte fressen. Die Literaturrecherche dehnt sich unbemerkt aus, das Korrekturlesen wird unterschätzt.
Wie viel Zeit du insgesamt hast, steht in deiner Prüfungsordnung und schwankt erheblich. Die Rahmenprüfungsordnung der Hochschule Hamm-Lippstadt setzt in § 18 Absatz 6 für alle Bachelorstudiengänge vier Monate an. Die Universität Kassel nennt in ihren Allgemeinen Bestimmungen mindestens vier und höchstens neun Wochen und lässt für studienbegleitende Arbeiten bis zu 18 Wochen zu. Eine allgemeingültige Zahl gibt es also nicht, und Angaben wie „drei Monate“ aus Ratgebern sind bestenfalls ein Mittelwert.
Phase 1: Thema finden und anmelden
In der ersten Phase klärst du, ob dein Thema trägt. Dazu gehören eine erste Literatursichtung, ein Gespräch mit der Betreuung und eine ehrliche Machbarkeitsprüfung: Komme ich an die Daten, gibt es genug Literatur, lässt sich die Frage in der Bearbeitungszeit beantworten? Diese Phase liegt vor der Anmeldung beim Prüfungsamt, denn ab der Anmeldung läuft die Frist. Wie du systematisch ein Thema entwickelst, zeigt der Beitrag zum Thema für Bachelorarbeit und Masterarbeit.
Phase 2: Konzept und Forschungsdesign
In der zweiten Phase entsteht das Gerüst. Du grenzt die Literatur ein, legst die Forschungsfrage fest und entscheidest über den Forschungstyp. Bei einer empirischen Arbeit kommen hier die Hypothesen dazu, das Erhebungsinstrument und die Stichprobenplanung. Viele Fachbereiche verlangen an dieser Stelle ein Exposé von wenigen Seiten. Wie aus einer Frage prüfbare Annahmen werden, steht im Beitrag zum Hypothesen aufstellen.
Phase 3: Untersuchung und Rohfassung
Die dritte Phase ist die längste. Theorieteil schreiben, Untersuchung durchführen, Daten auswerten, Rohfassung fertigstellen. Entscheidend ist, dass du parallel schreibst und nicht erst nach der Auswertung anfängst. Wer die Verschriftlichung aufschiebt, verliert am Ende die Zeit, die für die Diskussion der Ergebnisse gebraucht wird. Eine unfertige Rohfassung ist an dieser Stelle mehr wert als ein perfektes Kapitel.
Phase 4: Überarbeiten, Korrektur, Abgabe
In der letzten Phase wird nicht mehr geforscht, sondern nur noch überarbeitet: Argumentation prüfen, Formalia angleichen, Verzeichnisse aktualisieren, Korrektur lesen lassen, Druckfassung erstellen. Plane diese Phase großzügig und gib nicht am letzten Tag ab, weil Drucker und Bindeservice genau dann ausfallen. Was beim Korrekturlesen erlaubt ist und wo die Grenze zur unzulässigen Hilfe verläuft, klärt der Beitrag zum Lektorat der Bachelorarbeit.
💡 Tipp
Trage die Abgabefrist rückwärts in den Kalender ein und setze die letzte Schreibwoche zwei Wochen vor den Abgabetermin. Der Puffer dazwischen ist keine Reserve für mehr Inhalt, sondern für die Dinge, die immer dazwischenkommen.
Eine Schritt-für-Schritt-Planung mit Aufgabenliste je Phase steht im Beitrag zur Vorgehensweise beim Schreiben der Bachelorarbeit.
Drei Fristen aus deiner Prüfungsordnung, die kaum ein Ratgeber nennt
Neben der Bearbeitungszeit regeln Prüfungsordnungen drei weitere Fristen: die Rückgabe des Themas, die Verlängerung der Bearbeitungszeit und die Wiederholung nach einem Fehlversuch. Sie tauchen in Ratgebern fast nie auf, obwohl genau sie zählen, sobald etwas nicht nach Plan läuft.
Für diesen Beitrag haben wir drei frei zugängliche Ordnungen daraufhin durchgesehen: die Allgemeinen Bestimmungen der Universität Kassel vom 9. Juni 2021, die Rahmenprüfungsordnung der Hochschule Hamm-Lippstadt in der Fassung vom 18. Juni 2018 und die Rahmenprüfungsordnung der TH Köln vom 12. Oktober 2023. Alle drei stimmen im Grundsatz überein und weichen in den Fristen deutlich voneinander ab. Maßgeblich ist immer die Ordnung deiner eigenen Hochschule.
Frist 1: Die Rückgabe des Themas
Das Thema der Bachelorarbeit darf einmal zurückgegeben werden, und zwar nur in einem kurzen Fenster am Anfang der Bearbeitungszeit. Alle drei geprüften Ordnungen verwenden dieselbe Formel „nur einmal und nur innerhalb“, setzen die Frist aber unterschiedlich an. Bei der TH Köln und der Hochschule Hamm-Lippstadt sind es die ersten zwei Wochen, bei der Universität Kassel das erste Drittel der Bearbeitungszeit. Die TH Köln verlangt dafür ausdrücklich keine Begründung.
| Hochschule | Rückgabe des Themas | Verlängerung der Bearbeitungszeit |
|---|---|---|
| Universität Kassel | einmal, im ersten Drittel | einmal, maximal 50 Prozent |
| Hochschule Hamm-Lippstadt | einmal, in den ersten zwei Wochen | bis zu drei Wochen |
| TH Köln | einmal, in den ersten zwei Wochen | bis zu zwei Wochen |
Stand: September 2026, maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung.
Ein Detail entscheidet darüber, was die Rückgabe wirklich bringt: ob die Frist danach neu beginnt. Die Hochschule Hamm-Lippstadt regelt das ausdrücklich, dort beginnt die Bearbeitungszeit mit der Vergabe des neuen Themas erneut. Die beiden anderen Ordnungen sagen dazu nichts. Frag im Prüfungsamt nach, bevor du zurückgibst, denn ein neues Thema mit der Restlaufzeit des alten ist keine Hilfe.
Frist 2: Die Verlängerung der Bearbeitungszeit
Eine Verlängerung gibt es auf Antrag, mit Begründung und nur, wenn der Antrag vor Ablauf der Frist gestellt wird. Über den Antrag entscheidet der Prüfungsausschuss oder dessen Vorsitz, nicht die Betreuung. Der Umfang schwankt stark: Die TH Köln erlaubt bis zu zwei Wochen, die Hochschule Hamm-Lippstadt bis zu drei, die Universität Kassel bis zu 50 Prozent der ursprünglichen Bearbeitungszeit.
Bei Krankheit, Behinderung, Mutterschutz oder Pflegeverantwortung greifen zusätzlich die Regeln zum Nachteilsausgleich. Die Universität Kassel lässt dort ausdrücklich eine Verlängerung über die 50 Prozent hinaus zu. Umgekehrt gilt das nicht überall gleich: An der Hochschule Hamm-Lippstadt kann die Elternzeit die Bearbeitungsfrist der Bachelorarbeit nicht unterbrechen, stattdessen gilt die Arbeit als nicht vergeben und es gibt danach auf Antrag ein neues Thema.
Frist 3: Die Wiederholung nach einem Fehlversuch
Eine nicht bestandene Bachelorarbeit kann genau einmal wiederholt werden. In diesem Punkt sind sich alle drei Ordnungen einig, und keine sieht einen dritten Versuch vor. Die Universität Kassel formuliert es am deutlichsten: Es wird ein anderes Thema ausgegeben, und eine zweite Wiederholung ist nicht zulässig. Wird die Arbeit zum zweiten Mal schlechter als 4,0 bewertet, ist die Bachelorprüfung endgültig nicht bestanden, und damit endet der Studiengang.
Zwei Punkte werden dabei leicht übersehen. Erstens ist die Rückgabemöglichkeit im zweiten Anlauf meist verbraucht: Wer im Erstversuch zurückgegeben hat, darf das bei der Wiederholung nicht noch einmal. Zweitens ist die Wiederholung nicht überall fristgebunden. Die Universität Kassel sieht im Regelfall gar keine Frist vor, die TH Köln spricht nur eine Empfehlung von einem Jahr aus.
⚠️ Achtung
Bei einer Täuschung entfällt der zweite Versuch. Die Hochschule Hamm-Lippstadt regelt in § 19 Absatz 5, dass die Bachelorarbeit bei einem Plagiat ohne Wiederholungsmöglichkeit endgültig nicht bestanden ist. Prüfe deine Zitate deshalb vor der Abgabe vollständig, auch die sinngemäßen.
Alle drei Fristen stehen in jeder Prüfungsordnung an derselben Stelle, meist im Paragrafen zur Abschlussarbeit und im Paragrafen zur Wiederholung von Prüfungsleistungen. Such sie einmal heraus und leg dir die Seitenzahl ab. Ein Beitrag im Netz ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft deines Prüfungsamts.
Wie die Bachelorarbeit bewertet wird und wie stark sie zählt
Die Bachelorarbeit wird von zwei Prüfenden begutachtet und geht anschließend mit einem festgelegten Gewicht in die Abschlussnote ein. Wie hoch dieses Gewicht ist, ergibt sich fast immer aus den ECTS-Punkten der Arbeit im Verhältnis zu den ECTS-Punkten des gesamten Studiums, nicht aus einer bundesweiten Prozentzahl.
Verbreitet ist die Angabe, die Bachelorarbeit mache 10 bis 20 Prozent der Abschlussnote aus. Das ist in dieser Allgemeinheit nicht haltbar. Bei 180 ECTS-Punkten im Studium und 12 ECTS-Punkten für die Arbeit ergibt die reine ECTS-Gewichtung rund 7 Prozent. Höhere Werte entstehen nur, wenn die Prüfungsordnung ein Sondergewicht vorsieht. Die Hochschule Hamm-Lippstadt tut genau das und rechnet die Bachelorarbeit mit dem Anderthalbfachen ihrer Leistungspunkte in die Gesamtnote ein.
Woran deine Bachelorarbeit gemessen wird
Bewertet werden vier Dinge: die Fragestellung, die Methode, die Argumentation und die Quellenarbeit. Die Form kommt hinzu, entscheidet aber selten über eine ganze Note, solange die Vorgaben eingehalten sind. Wer eine Arbeit künstlich streckt, verschlechtert sie meistens, weil Wiederholungen und Nebenschauplätze die Argumentation verwässern. Eine kurze Arbeit, die ihre Frage beantwortet, steht besser da als eine lange, die daran vorbeischreibt.
Wo du die Bewertungskriterien wirklich findest
Die konkreten Kriterien stehen nicht in der Prüfungsordnung, sondern im Bewertungsraster oder Merkblatt deines Fachbereichs, und viele Fachbereiche veröffentlichen genau das. Frag im Zweifel deine Betreuung danach, bevor du anfängst zu schreiben. Ein Bewertungsbogen mit Gewichtungen sagt dir in fünf Minuten mehr über die Erwartungen an deine Arbeit als jeder allgemeine Ratgeber.
Bewertet wird, ob deine Arbeit ihre Frage beantwortet. Alles andere ist Rahmen.
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Jetzt kostenlos startenTypische Fehler bei der Bachelorarbeit
Die meisten Punktabzüge entstehen nicht aus fehlendem Wissen, sondern aus Entscheidungen, die früh getroffen und spät bemerkt werden. Vier Fehler tauchen dabei besonders oft auf, und alle vier lassen sich in den ersten Wochen noch billig korrigieren.
Auffällig ist, dass keiner dieser Fehler eine Frage des Fleißes ist. Alle vier entstehen aus einer Entscheidung, die zu Beginn getroffen wurde und über die niemand mehr gesprochen hat: über den Zuschnitt der Frage, über den Startzeitpunkt der Erhebung, über die Begründung der Methode und über die Rolle des Fazits. Wer sie einmal ausdrücklich mit seiner Betreuung durchgeht, spart sich später die teuren Korrekturen.
Die Fragestellung ist zu weit gefasst
Eine Frage wie „Welchen Einfluss haben soziale Medien auf Jugendliche?“ lässt sich in vier Monaten nicht beantworten. Sie zwingt dich, an der Oberfläche zu bleiben, und genau das fällt in der Bewertung auf. Grenze ein: welche Plattform, welche Altersgruppe, welcher Aspekt, welcher Zeitraum. Eine enge Frage wirkt im Exposé unscheinbar und trägt die Arbeit trotzdem bis zum Schluss.
Die Erhebung startet zu spät
Bei empirischen Arbeiten ist die Feldphase der einzige Abschnitt, den du nicht beschleunigen kannst. Rückläufe brauchen Zeit, und eine zu kleine Stichprobe lässt sich nachträglich nicht reparieren. Wer die Befragung erst nach dem fertigen Theorieteil startet, verliert am Ende die Wochen, die für die Auswertung und die Diskussion gebraucht werden. Setz die Erhebung so früh an, wie das Forschungsdesign es zulässt.
Der Methodenteil beschreibt statt zu begründen
Viele Arbeiten schildern ausführlich, was gemacht wurde, und sagen nicht, warum. Genau die Begründung wird bewertet: Warum diese Methode und nicht eine andere, warum diese Stichprobe, warum diese Skalen, welche Grenzen bringt die Entscheidung mit sich. Ein Methodenteil ohne Begründung liest sich wie ein Protokoll und lässt die Prüfenden im Unklaren darüber, ob du die Wahl bewusst getroffen hast.
Das Fazit wiederholt die Kapitel
Ein Fazit ist keine Zusammenfassung der Arbeit, sondern die Antwort auf die Forschungsfrage. Dort gehören die Grenzen der eigenen Untersuchung hin und ein kurzer Ausblick, nicht aber neue Quellen oder neue Themen. Wenn dein Fazit nur die Überschriften des Hauptteils in Sätze übersetzt, hast du die Gelegenheit verschenkt, die eigene Leistung sichtbar zu machen.
Fazit
Die Bachelorarbeit ist berechenbarer, als sie sich anfühlt: Der Aufbau ist vorgegeben, die vier Phasen sind bekannt, und die Bewertung hängt an der Frage, ob deine Arbeit ihre Fragestellung beantwortet. Was den Unterschied macht, ist die Vorbereitung vor der Anmeldung. Lies deine Prüfungsordnung einmal ganz, notiere dir die drei Fristen zu Rückgabe, Verlängerung und Wiederholung, und grenze deine Frage so weit ein, dass sie in die Bearbeitungszeit passt.
Wie es weitergeht
- Dir fehlt noch das Thema? Thema für Bachelorarbeit und Masterarbeit finden
- Du willst die Vorgehensweise Schritt für Schritt? Bachelorarbeit schreiben: Vorgehensweise und Checkliste
- Deine Arbeit enthält eine eigene Erhebung? Umfrage für Bachelorarbeit und Masterarbeit
- Du schreibst bei einem Unternehmen? Bachelorarbeit im Unternehmen schreiben
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Häufig gestellte Fragen
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