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Titel für Bachelor- und Masterarbeit richtig formulieren

Vom Thema zur einen Zeile: die vier Kriterien, die drei möglichen Formen, der Untertitel nach Schweizer Regel und was sich nach der Anmeldung per Gesuch noch ändern lässt.

Autorin bei empirio.ai - Maria Malzewvon Maria MalzewAktualisiert am 22. September 2026Lesezeit 14 Min.

Zwei Titel für dieselbe Arbeit: «Foodwaste» und «Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Personalrestaurants am Beispiel von drei Betrieben im Kanton Bern». Der erste nennt ein Sachgebiet, der zweite nimmt die halbe Arbeit vorweg. Dazwischen liegt die Zeile, die deine Betreuungsperson unterschreibt.

Den Titel deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit formulierst du, indem du das Thema um Zielgruppe, Ort, Zeitraum oder Fall eingrenzt, ihn als Aussage und nicht als Frage schreibst, auf interne Kürzel und Wertungen verzichtest und bei Bedarf einen Untertitel anhängst, der Methode oder Stichprobe trägt. Für diese Fassung haben wir Wegleitungen und Reglemente von Schweizer Hochschulen und Mittelschulen nebeneinandergelegt. Am Ende steht eine Zeile, die durch das Anmeldesystem passt und die du später nicht mehr anfassen musst.


📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Titel ist eine Aussage, keine Frage.
  • Keine Schweizer Studienordnung schreibt eine Wortzahl vor.
  • Die Kantonsschule Ausserschwyz begrenzt den Haupttitel auf 100 Zeichen.
  • Titeländerungen laufen über ein Gesuch mit Frist.
  • Der angemeldete Titel steht später im Zeugnis.

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Was einen tragfähigen Titel ausmacht: vier Kriterien

Ein tragfähiger Titel nennt den Gegenstand, die Eingrenzung und den Blickwinkel, bleibt ohne Fachjargon verständlich und verzichtet auf jede Wertung. Der Titel ist weder das Thema noch die Fragestellung: Das Thema ist das Feld, in dem du dich bewegst, die Fragestellung ist der Auftrag, den du dir selbst gibst, und der Titel ist die eine Zeile, die beides nach aussen zeigt.

Die Reihenfolge ist an Schweizer Hochschulen dieselbe wie an Mittelschulen: zuerst die eingegrenzte Fragestellung, dann der Arbeitstitel, ganz am Schluss der definitive Titel. Wer umgekehrt vorgeht und die Zeile vor der Fragestellung sucht, merkt das meist erst beim Schreiben. Vier Kriterien entscheiden, ob der Titel hält:

  1. Er grenzt ein.
    Zwei Wörter ergeben noch keinen Titel, sondern benennen ein Sachgebiet. «Mobilität» deckt einen halben Studiengang ab. Erst Zielgruppe, Branche, Zeitraum, Kanton oder Fallbeispiel formen daraus einen Gegenstand, der sich in der vorgegebenen Bearbeitungszeit tatsächlich untersuchen lässt.
  2. Er kommt ohne interne Kürzel aus.
    Abkürzungen, die nur in deinem Betrieb oder deinem Lehrgang geläufig sind, verlangen von der lesenden Person Wissen, das sie nicht haben muss. Schreib aus, was du meinst. Durch gehen nur Kürzel, die in deinem Fach so selbstverständlich sind wie DNA in der Biologie.
  3. Er wertet nicht.
    «Das verstaubte Image der Bauwirtschaft» nimmt ein Ergebnis vorweg, das die Arbeit erst belegen müsste. Sachlich wird daraus die Wahrnehmung der Bauwirtschaft bei Lernenden. Deine Einschätzung gehört in die Diskussion, nicht auf das Titelblatt.
  4. Er weckt Interesse, ohne zu werben.
    Ein Titel darf neugierig machen. Eine Schlagzeile soll er trotzdem nicht sein, weil Wortspiele und Superlative im wissenschaftlichen Umfeld deplatziert wirken. Das Interesse entsteht über den Zuschnitt, nicht über den Ton.

Wie lang darf ein Titel sein?

Für die Länge eines Titels gibt es in der Schweiz keine hochschulübergreifende Vorgabe. Verbindlich ist allein, was die Studien- und Prüfungsordnung deiner Hochschule und das Anmeldesystem zulassen, und dort steht selten eine Wortzahl. Häufiger begegnet dir eine Zeichengrenze, und die stammt nicht aus einer Stilregel, sondern aus dem Feld, in das der Titel eingetippt wird.

Schwarz auf weiss nachlesen lässt sich eine solche Grenze an einer Mittelschule. Das Reglement über die Fachmaturaarbeit der Kantonsschule Ausserschwyz (SRKSA 220.45, Stand 16. Mai 2025) hält in Ziffer 5 fest: Der Haupttitel darf höchstens 100 Zeichen umfassen, ein Untertitel ist statthaft. Rund 13 bis 15 Wörter passen in diesen Rahmen. Ob deine Hochschule überhaupt eine Grenze setzt und wie hoch sie liegt, steht in ihrer Wegleitung.

Tipp

Tippe deinen Titelentwurf einmal direkt in das Anmeldefeld, bevor du an der Formulierung feilst. Die Kantonsschule Zug rät in ihrer Anleitung zur Eingabe von Titel und Note auf schulNetz ausdrücklich davon ab, Titel aus einem Dokument hineinzukopieren, weil dabei Zeichensätze mitwandern, die erst beim Druck des Zeugnisses auffallen.

Für das Titelblatt gibt es dagegen keine landesweite Norm, sondern Vorgaben je Schule und Fakultät. Die Wegleitung für die Maturaarbeit des Gymnasiums Immensee (Stand Mai 2025) zählt zum Beispiel von oben nach unten auf, was auf das Titelblatt gehört: Titel und allenfalls Untertitel, nicht als Frage formuliert, danach Arbeitsart, Name, Referat und Korreferat, Schule und Abgabedatum. Eine schweizweit verbindliche Norm für Titelblätter von Abschlussarbeiten gibt es nicht, auch wenn das gelegentlich behauptet wird.

Was die Forschung zur Titellänge sagt

Die grossen Ratgeberseiten für den Schweizer Markt landen bei derselben Obergrenze und begründen sie verschieden. Zwölf Wörter solle ein Titel nicht überschreiten, heisst es übereinstimmend, wobei die eine Seite ergänzt, ab acht bis zwölf Wörtern gehe die Aufmerksamkeit der Lesenden verloren. Woher die Zahl stammt, sagt keine von beiden. Bibliometrische Untersuchungen zur Titellänge existieren zwar, betreffen aber begutachtete Fachaufsätze und kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

StudieUntersuchtBefund
Letchford u. a. (2015)rund 140'000 Fachaufsätzekurze Titel leicht im Vorteil, nach Kontrolle der Zeitschrift nicht mehr belegbar
Habibzadeh und Yadollahie (2010)9'031 Fachaufsätzelängere Titel wurden häufiger zitiert
Jamali und Nikzad (2011)2'172 Fachaufsätzekein belegbarer Zusammenhang mit der Zitationszahl
Guo u. a. (2018)302'048 FachaufsätzeZusammenhang dreht nach dem Jahr 2000 ins Positive

Vier Untersuchungen, vier Richtungen. Letchford, Moat und Preis halten in The advantage of short paper titles (Royal Society Open Science, 2015) selbst fest, dass ihr Effekt verschwindet, sobald die Zeitschrift mitberücksichtigt wird. Zu Bachelor-, Master- und Maturaarbeiten existiert keine einzige vergleichbare Studie. Eine Abschlussarbeit lesen ein bis zwei Personen, die den Titel ohnehin kennen. Jede Wortzahl-Empfehlung ist damit Erfahrungswissen, keine Messung.

Drei Formen, aus denen du wählen kannst

Für den Aufbau eines Titels stehen drei Formen zur Auswahl, und der Regelfall an Schweizer Hochschulen ist die erste davon. Die Wegleitung für die Maturaarbeit des Gymnasiums Immensee schreibt für das Titelblatt ausdrücklich vor, dass Titel und allfälliger Untertitel nicht als Frage formuliert werden. An Hochschulen steht das seltener so deutlich in der Wegleitung, gelebt wird es genauso.

Ein Fragetitel ist deshalb nicht verboten, sondern die Ausnahme. Sprich ihn vorher mit deiner Betreuungsperson ab. Wie üblich die Form in deinem Fach ist, siehst du am schnellsten an abgeschlossenen Arbeiten deines Instituts oder im Repositorium deiner Hochschule.

  1. Der Titel als Aussage, der Regelfall.
    Beispiel: «Der Zusammenhang von Schlafdauer und Konzentrationsleistung im Langzeitpraktikum». Die Form nennt den Gegenstand, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen, und sie passt in jedes Fach. Bei Unsicherheit nimmst du diese.
  2. Der Titel als Frage, die Ausnahme.
    Beispiel: «Wie hängt die Schlafdauer mit der Konzentrationsleistung im Langzeitpraktikum zusammen?» Der Fragetitel wirkt offener und liegt nah an der Fragestellung. Genau darin liegt der Haken, denn Titel und Fragestellung sollen zwei verschiedene Dinge sein. Manche Anmeldesysteme mögen ein Fragezeichen im Feld ausserdem nicht.
  3. Der Titel als Ergebnis, sehr selten.
    Beispiel: «Kurze Schlafdauer senkt die Konzentrationsleistung im Langzeitpraktikum». Das Ergebnis steht hier schon zuoberst. Für eine empirische Arbeit ist die Form heikel, weil du dich vor der Auswertung festlegst. In der Praxis taucht sie fast nur bei Arbeiten auf, die eine bekannte These nachprüfen.
Schematische Darstellung einer Bachelorarbeit mit Titelblatt und Titel

Die Anlage deiner Arbeit färbt auf die Formulierung ab. Eine empirische Arbeit führt häufig Erhebung oder Stichprobe im Titel mit, eine theoretische eher den Analyserahmen. Aufnehmen solltest du so ein Element nur, wenn es die Arbeit prägt. Steht es bloss der Vollständigkeit halber da, frisst es Zeichen ohne Gegenwert.

Untertitel: Doppelpunkt, Punkt oder Strich?

Ein Untertitel lohnt sich, sobald der Haupttitel mit dem Gegenstand ausgelastet ist und der Schwerpunkt sonst unter den Tisch fällt. Welches Zeichen zwischen beiden steht, regelt die Rechtschreibung nicht. Die Schreibweisungen der Schweizerischen Bundeskanzlei regeln Doppelpunkt, Punkt und Halbgeviertstrich für amtliche Texte des Bundes, Werktitel kommen darin an dieser Stelle nicht vor. Die Wahl ist also Konvention deines Fachs und deines Zitierstils.

Eine Folge hat die Zeichenwahl trotzdem, und übersehen wird sie fast überall: die Gross- und Kleinschreibung danach. Nach den Schreibweisungen wird das erste Wort nach einem Doppelpunkt grossgeschrieben, wenn ein vollständiger Satz folgt (Randziffer 225), und kleingeschrieben, wenn ein Einzelwort oder ein unvollständiger Satz folgt (Randziffer 226). Nach einem Punkt schreibst du dagegen immer gross.

An einem Beispiel sieht das so aus:

  • Doppelpunkt: «Velofahren im Winter: eine Befragung von Pendlerinnen und Pendlern in Winterthur»
  • Punkt: «Velofahren im Winter. Eine Befragung von Pendlerinnen und Pendlern in Winterthur»
  • Halbgeviertstrich: «Velofahren im Winter – eine Befragung von Pendlerinnen und Pendlern in Winterthur»

Zulässig sind alle drei Varianten. Am unauffälligsten bleibt der Doppelpunkt, der sich mit jedem gängigen Zitierstil verträgt. Formeller und schärfer getrennt wirkt die Punktlösung. Der Halbgeviertstrich liest sich lockerer, macht in Anmeldefeldern und Literaturverwaltungen aber am ehesten Ärger, weil ihn nicht jedes System zuverlässig vom Bindestrich unterscheidet.

Ein Untertitel ist kein Anhängsel, sondern trägt Information. «Eine Untersuchung» oder «Eine Analyse» sagen nichts, was der Haupttitel nicht schon gesagt hat. Gut ist ein Untertitel, der Methode, Stichprobe, Zeitraum oder Fall nennt, also genau das, was den Zuschnitt der Arbeit ausmacht.

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Vom Thema zur Zeile: so grenzt du ein

Aus einem Sachgebiet wird über die Eingrenzung ein Titel. Praktisch heisst das: Du legst an dein grobes Thema eine Achse nach der anderen an, bis der Gegenstand in die Bearbeitungszeit passt. Gängige Achsen sind Zeitraum, Region oder Kanton, Institution, Personengruppe, Quellenlage und theoretischer Zugang.

An einem Beispiel wird das greifbar. Angenommen, dein Thema lautet «Foodwaste in der Gemeinschaftsgastronomie»:

  1. Erste Achse: die Einrichtung.
    Aus «Foodwaste in der Gemeinschaftsgastronomie» wird «Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Personalrestaurants». Der Gegenstand hängt jetzt an einem Betriebstyp, und du weisst gleichzeitig, wen du für eine Befragung anfragen musst.
  2. Zweite Achse: der Fall oder die Region.
    Daraus wird «Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Personalrestaurants am Beispiel von drei Betrieben im Kanton Bern». Der Titel ist länger geworden, aber jeder Zusatz beantwortet eine Frage, die sonst offen geblieben wäre.

Zwei Achsen reichen meistens. Wer eine dritte anlegt, landet bei Zeilen, die keine 100 Zeichen mehr tragen und die im Anmeldefeld abgeschnitten werden. Wie detailliert du wirst, hängt auch davon ab, wie viel Arbeit die Fragestellung in der Einleitung übernimmt. Schwerpunkt und Zielsetzung stehen dort ausführlich, der Titel muss sie nur andeuten.

Gerät der Zuschnitt zu weit oder zu eng, helfen fertige Beispiele weiter. In unserer Sammlung mit über 100 Themenvorschlägen für Bachelorarbeit und Masterarbeit siehst du, wie schmal ein tragfähiger Gegenstand in der Praxis geschnitten ist.

Beispiele: von zu weit zu eingegrenzt

Beispiele zeigen den Unterschied zwischen Sachgebiet und Titel deutlicher als jede Regel. Die folgende Tabelle stellt je einer zu weiten Formulierung eine eingegrenzte gegenüber. Erfunden sind die Beispiele alle, das Muster dahinter lässt sich aber auf jedes Fach übertragen.

FachZu weitEingegrenzt
AgronomieBiolandbauUmstellung auf Biolandbau in Milchbetrieben des Emmentals: eine Befragung von 42 Betriebsleitenden
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Gemeinsam haben alle rechten Spalten dreierlei: Sie nennen den Gegenstand, die Gruppe oder den Kontext und häufig auch das Vorgehen. Was keine von ihnen tut: ein Ergebnis behaupten, eine Wertung transportieren oder ein Kürzel verwenden, das ausserhalb des Fachs niemand kennt.

Bachelorarbeit und Masterarbeit unterscheiden sich im Titel kaum, im Zuschnitt dagegen deutlich. Mehr Bearbeitungszeit erlaubt in der Masterarbeit einen breiteren Gegenstand oder eine zweite Vergleichsdimension. Die Kriterien für die Zeile selbst bleiben dieselben, und für Semesterarbeit, Maturaarbeit und Fachmaturaarbeit gelten sie ebenfalls.

Titel nach der Anmeldung ändern: das Gesuch

Nach der Anmeldung lässt sich ein Titel an Schweizer Hochschulen meist noch ändern, aber nur auf dem Weg über ein Gesuch mit Frist. Der Unterschied zur Themenänderung ist dabei entscheidend: Eine Titeländerung schärft die Formulierung, eine Themenänderung tauscht den Gegenstand aus und ist ein eigener Vorgang mit eigenen Regeln.

Wie das konkret abläuft, steht im Merkblatt zur Bachelorarbeit des Departements Life Sciences und Facility Management der ZHAW (Version 8.0.0, gültig ab 1. April 2026). Änderungsanträge wie eine Titeländerung laufen dort über die Plattform complesis, sie müssen spätestens 14 Tage vor dem festgelegten Datum eingereicht werden, und Studierende wie Korrigierende werden über den Entscheid automatisch per E-Mail informiert. Der Zeitplan nennt zusätzlich eine harte Kalenderwoche, bis zu der Gesuche für Änderungen an Titel und Abgabetermin eingehen müssen.

Ähnlich streng ist der Weg in die Anmeldung hinein. Das Departement Mathematik der ETH Zürich verlangt für die Semester- oder Masterarbeit eine Registrierung in myStudies mindestens zwei Wochen vor Beginn, danach die Genehmigung durch die Betreuungsperson und das Studiensekretariat. Ohne diese Genehmigung darf die Arbeit nicht starten. Titel, Betreuung und Beginn sind damit ab der Freigabe ein Paket, an dem nicht mehr formlos gedreht wird.

Achtung

Eine Themenänderung ist etwas anderes als eine Titeländerung. Nach der ZHAW-Regelung wird eine Bachelorarbeit bei Nichtbestehen des Moduls einmal mit einem neuen Thema wiederholt, und das ist kein Weg, den man aus Unzufriedenheit mit der Formulierung geht. Wer merkt, dass die Richtung nicht stimmt, spricht sofort mit der Betreuungsperson und wartet nicht bis zur Halbzeit.

Machbar ist also einiges: ein Wort ersetzen, eine Eingrenzung schärfen, einen Untertitel nachschieben. Formlos geht davon nichts. Nötig sind ein Gesuch, die Unterstützung der betreuenden Person und ein Entscheid der zuständigen Stelle. Ein neuer Gegenstand, eine neue Zielgruppe oder eine neue Methode zählen dagegen als Themenänderung, und dafür ist der Zug zu diesem Zeitpunkt meist abgefahren.

Warum der Titel im Zeugnis landet

Sorgfalt vor der Anmeldung lohnt sich noch aus einem zweiten Grund: Der definitive Titel wandert ins Zeugnis. An der Kantonsschule Zug tragen die Betreuungspersonen den definitiven Titel der Maturaarbeit selbst in schulNetz ein, und die Anleitung hält fest, dass die Angaben ohne weitere Überprüfung im Maturitätszeugnis erscheinen, weshalb eine buchstabengenaue Prüfung nötig ist. An der Kantonsschule Ausserschwyz wird das Thema der Fachmaturaarbeit zusammen mit der Note ins Fachmaturitätszeugnis eingetragen. An Hochschulen gilt dasselbe Prinzip für Diploma Supplement und Notenausweis.

Vier Fehler, die immer wieder vorkommen

Nicht die schlechte Formulierung bringt die meisten Titel zu Fall, sondern eine Kleinigkeit, die niemand geprüft hat. Vier Muster begegnen uns dabei besonders oft. Solange die Anmeldung noch aussteht, kostet jede dieser Korrekturen fünf Minuten.

Interne Kürzel im Titel

Ein Titel wie «Die Rolle der üK in der Ausbildung von Fachpersonen Betreuung» verlangt von der lesenden Person Wissen, das sie nicht haben muss. üK steht für überbetriebliche Kurse und ist ausserhalb der Berufsbildung wenig geläufig. Schreib das Kürzel aus, auch wenn der Titel dadurch länger wird. Akzeptiert werden nur Abkürzungen, die im Fach als bekannt vorausgesetzt werden dürfen.

Eine Wertung, die das Ergebnis vorwegnimmt

«Das verstaubte Image der Bauwirtschaft» trägt ein Urteil im Titel, für das der Beleg erst noch zu erbringen wäre. Ein solcher Titel verrät, dass die Richtung vor der Untersuchung feststand. Setz an die Stelle der Wertung die Sache: die Wahrnehmung der Bauwirtschaft bei Lernenden im ersten Lehrjahr.

Titel und Inhalt passen am Ende nicht mehr zusammen

Kaum eine Arbeit landet dort, wo sie bei der Anmeldung angekündigt war. Nennt der Titel eine Methode oder eine Stichprobe, die am Ende anders aussieht, hilft ein Titelgesuch nur halb. Sicher ist deshalb, was schon feststeht, und offen bleibt, was noch wackelt. Die Details des Zuschnitts gehören ohnehin in die Einleitung und in den Aufbau deiner Arbeit.

Der Titel wird nicht mit der Betreuung abgesprochen

An Schweizer Hochschulen und Mittelschulen wird das Thema in aller Regel gemeinsam festgelegt und von der betreuenden Person freigegeben. Am Institut für Facility Management der ZHAW erfassen Studierende oder Betreuende das Thema in complesis, und die Koordinationsperson gibt es erst nach Rücksprache definitiv frei. Ein Titel, den du ohne Absprache in das Feld tippst, kann deshalb schlicht zurückkommen. Übrigens: Wer sich auf ein eidgenössisches Gesetz zur Titelvergabe beruft, beruft sich auf nichts. Massgeblich sind kantonales Recht, die Studien- und Prüfungsordnung deiner Hochschule und die Wegleitung deines Studiengangs.

Fazit

Nicht der Stil entscheidet über einen guten Titel, sondern der Zuschnitt deiner Arbeit. Leg zwei Achsen an dein Thema, formulier das Ergebnis als Aussage, lass interne Kürzel und Wertungen weg und schau vor der Anmeldung nach, wie viele Zeichen das Feld deiner Hochschule zulässt. Mit diesen vier Schritten sparst du dir später das Änderungsgesuch.

Was du anmeldest, liest du eines Tages auf deinem Zeugnis wieder. Schreib die Zeile so, dass sie in zehn Jahren noch stimmt.

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Häufig gestellte Fragen

Den Titel deiner Bachelorarbeit formulierst du, indem du das Thema über zwei Achsen eingrenzt, etwa Einrichtung und Region, und das Ergebnis als Aussage statt als Frage schreibst. Interne Kürzel und Wertungen bleiben draussen. Reicht der Platz im Haupttitel nicht, hängst du einen Untertitel an, der Methode, Stichprobe oder Zeitraum nennt.

Eine schweizweite Vorgabe zur Titellänge gibt es nicht, verbindlich ist allein die Wegleitung deiner Hochschule oder Schule. Die Kantonsschule Ausserschwyz begrenzt den Haupttitel der Fachmaturaarbeit in ihrem Reglement auf höchstens 100 Zeichen und erlaubt zusätzlich einen Untertitel. Das entspricht rund 13 bis 15 Wörtern. Prüf vor dem Feilen, was dein Anmeldefeld hergibt.

Ein Fragetitel ist möglich, aber die Ausnahme, und er gehört vorher mit der Betreuungsperson abgesprochen. Die Wegleitung für die Maturaarbeit des Gymnasiums Immensee verlangt für das Titelblatt ausdrücklich, dass Titel und allfälliger Untertitel nicht als Frage formuliert werden. Dazu kommt ein praktischer Grund: Titel und Fragestellung sollen zwei verschiedene Dinge bleiben.

Eine Titeländerung ist an Schweizer Hochschulen meist möglich, läuft aber über ein Gesuch mit Frist. Am Departement Life Sciences und Facility Management der ZHAW werden Änderungsanträge wie eine Titeländerung über die Plattform complesis gestellt und müssen spätestens 14 Tage vor dem festgelegten Datum eingehen. Studierende und Korrigierende erfahren den Entscheid automatisch per E-Mail.

Eine Titeländerung schärft die Formulierung, eine Themenänderung tauscht den Gegenstand der Arbeit aus. Ein neues Wort, eine präzisere Eingrenzung oder ein ergänzter Untertitel gelten als Titeländerung. Eine andere Zielgruppe, ein anderer Fall oder eine andere Methode gelten als Themenänderung, und dafür gelten eigene, deutlich frühere Fristen.

Beide Zeichen sind zulässig, eine Rechtschreibregel für Werktitel gibt es nicht. Entscheidend ist die Folge für die Schreibung danach: Nach den Schreibweisungen der Bundeskanzlei wird nach einem Doppelpunkt grossgeschrieben, wenn ein vollständiger Satz folgt, und kleingeschrieben, wenn ein Einzelwort oder ein unvollständiger Satz folgt. Nach einem Punkt schreibst du immer gross.

Die Kriterien für den Titel sind dieselben, die Formalien unterscheiden sich. Auch bei der Maturaarbeit gilt: eingrenzen, als Aussage formulieren, Kürzel und Wertungen weglassen. An der Kantonsschule Zug tragen die Betreuungspersonen den definitiven Titel selbst in schulNetz ein, und er erscheint ohne weitere Überprüfung im Maturitätszeugnis.

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