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Titel für Bachelor- und Masterarbeit richtig formulieren

Vom Thema zum fertigen Titel: die vier Kriterien, die drei möglichen Formen, der Untertitel mit oder ohne Doppelpunkt und was sich nach der Anmeldung noch ändern lässt.

Autorin bei empirio.ai - Maria Malzewvon Maria MalzewAktualisiert am 22. September 2026Lesezeit 14 Min.

Zwei Titel für dieselbe Arbeit: „Social Media Marketing“ und „Die Bedeutung von Social-Media-Marketing auf Instagram für die Generation Z am Beispiel deutscher Sportartikelhersteller“. Der erste sagt nichts, der zweite sagt fast zu viel. Irgendwo dazwischen liegt der Titel, den dein Prüfungsamt annimmt.

Den Titel für deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit formulierst du, indem du dein Thema um Zielgruppe, Zeitraum, Ort oder Fall eingrenzt, das Ganze als Aussage statt als Frage schreibst, auf Abkürzungen und Wertungen verzichtest und bei Bedarf einen Untertitel anhängst, der den Schwerpunkt trägt. Für diesen Artikel haben wir die Anmelde- und Änderungsformulare mehrerer deutscher Prüfungsämter nebeneinandergelegt. Am Ende hast du einen Titel, der auf das Formular passt und den du später nicht mehr ändern musst.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Der Titel einer Abschlussarbeit ist eine Aussage, keine Frage.
  • Keine Prüfungsordnung schreibt eine Wortzahl vor.
  • Formularfelder begrenzen den Titel, an der OVGU Magdeburg auf 159 Zeichen.
  • Nach der Anmeldung ist meist nur noch eine Präzisierung möglich.
  • Der angemeldete Titel steht später im Abschlusszeugnis.

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Was einen guten Titel ausmacht: vier Kriterien

Ein guter Titel für eine Abschlussarbeit nennt den Gegenstand, die Eingrenzung und den Blickwinkel, bleibt ohne Fachjargon verständlich und enthält keine Wertung. Er ist damit etwas anderes als das Thema und etwas anderes als die Forschungsfrage: Das Thema ist das Feld, in dem du dich bewegst, die Forschungsfrage ist der Arbeitsauftrag, den du dir selbst stellst, und der Titel ist die eine Zeile, die beides nach außen sichtbar macht.

Die Hochschule Bielefeld formuliert diesen Zusammenhang in ihrer Arbeitshilfe für Abschlussarbeiten am Fachbereich Sozialwesen (Stand Sommersemester 2021) als Reihenfolge: Aus einer eingegrenzten Fragestellung ergibt sich der Arbeitstitel. Wer den Titel zuerst sucht und die Fragestellung danach, dreht die Sache um und merkt das meistens erst beim Schreiben. Diese vier Kriterien entscheiden, ob der Titel trägt:

  1. Er grenzt ein.
    Ein Titel aus einem oder zwei Wörtern ist kein Titel, sondern ein Sachgebiet. „Marketing“ beschreibt einen ganzen Studiengang. Erst durch Zielgruppe, Branche, Zeitraum, Region oder Fallbeispiel wird daraus ein Gegenstand, den eine Arbeit in der vorgegebenen Zeit wirklich bearbeiten kann.
  2. Er ist ohne Vorwissen verständlich.
    Abkürzungen und interne Kürzel haben im Titel nichts verloren. Wer „GSA“ schreibt und die DACH-Region meint, erwartet von der prüfenden Person Wissen, das sie nicht haben muss. Das Online Writing Lab der TH Nürnberg rät zusätzlich von Firmen- und Produktnamen im Titel ab.
  3. Er wertet nicht.
    „Das langweilige Image der Versicherungsbranche“ nimmt ein Ergebnis vorweg, das die Arbeit erst zeigen müsste. Sachlich formuliert wird daraus die Wahrnehmung der Versicherungsbranche bei einer bestimmten Gruppe. Deine Meinung gehört in die Diskussion, nicht auf das Deckblatt.
  4. Er macht neugierig, ohne zu werben.
    Ein Titel darf Lust auf die Arbeit machen. Eine Schlagzeile soll er trotzdem nicht sein, denn Wortspiele und Superlative wirken im wissenschaftlichen Umfeld deplatziert. Die Neugier entsteht durch den Zuschnitt, nicht durch den Ton.

Wie lang darf der Titel sein?

Für die Länge des Titels gibt es keine hochschulübergreifende Vorgabe. Verbindlich ist allein, was deine Prüfungsordnung und das Anmeldeformular deiner Hochschule sagen, und dort steht in aller Regel keine Wortzahl, sondern eine Zeichengrenze im Formularfeld. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil diese Grenze nicht aus einer Stilregel stammt, sondern aus der Feldlänge im Campus-Management-System.

Ein Beispiel, an dem sich das nachlesen lässt: Das Anmeldeformular der Fakultät für Humanwissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lässt für den Titel maximal 159 Zeichen inklusive Leerzeichen zu. Dieselbe Grenze gilt dort auch für die englische Übersetzung. Grob gerechnet sind das gut 20 Wörter. Ob deine Hochschule überhaupt eine Grenze setzt und wie hoch sie liegt, steht auf deinem Formular. Deshalb lohnt sich der Blick darauf, bevor du feilst.

Tipp

Lade dir das Anmeldeformular deiner Hochschule herunter und tippe deinen Titelentwurf direkt in das Feld. Ein PDF-Formularfeld nimmt oft nur an, was hineinpasst, und was dort stehen bleibt, ist genau die Fassung, die später im Zeugnis auftaucht.

Für das Deckblatt selbst gibt es dagegen oft gar keine Formvorschrift. Die Universität Hamburg schreibt in ihrem Merkblatt zur Bachelorarbeit im Studiengang Informatik (Stand 13.11.2025) ausdrücklich, dass die Gestaltung des Deckblattes formlos ist. Vorgegeben sind dort nur die Pflichtangaben. Eine DIN-Norm, die das Titelblatt einer Abschlussarbeit regelt, gibt es entgegen einem verbreiteten Gerücht nicht.

Was die Forschung zur Titellänge sagt

Im Netz kursieren mindestens sechs verschiedene Empfehlungen für die Wortzahl eines Titels: 8 bis 12, genau 12, 12 bis 15, 7 bis 15, 10 bis 20 und 15 bis 20 Wörter. Keine einzige davon nennt eine Quelle. Zwei Anbieter widersprechen sich sogar auf ihren eigenen Seiten. Es gibt zwar bibliometrische Forschung zur Titellänge, sie betrifft aber begutachtete Fachaufsätze und liefert kein eindeutiges Ergebnis.

StudieUntersuchtBefund
Letchford u. a. (2015)rund 140.000 Fachaufsätzekurze Titel leicht im Vorteil, nach Kontrolle der Zeitschrift nicht mehr belegbar
Habibzadeh und Yadollahie (2010)9.031 Fachaufsätzelängere Titel wurden häufiger zitiert
Jamali und Nikzad (2011)2.172 Fachaufsätzekein belegbarer Zusammenhang mit der Zitationszahl
Guo u. a. (2018)302.048 FachaufsätzeZusammenhang dreht nach dem Jahr 2000 ins Positive

Vier Untersuchungen, vier unterschiedliche Richtungen. Letchford, Moat und Preis kommen in The advantage of short paper titles (Royal Society Open Science, 2015) selbst zu dem Schluss, dass der Effekt verschwindet, sobald man berücksichtigt, in welcher Zeitschrift ein Aufsatz erschienen ist. Zu Bachelor- und Masterarbeiten existiert keine einzige vergleichbare Studie. Das ergibt auch Sinn: Eine Abschlussarbeit wird von ein bis zwei Personen gelesen, die den Titel ohnehin sehen. Jede Wortzahl-Empfehlung ist damit Erfahrungswissen, keine Messung.

So kann ein Titel aufgebaut sein: drei Varianten

Für den Aufbau des Titels hast du drei Formen zur Auswahl. Der Regelfall an deutschen Hochschulen ist die erste davon. Die Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten der Universität Potsdam (Stand 23.04.2025) verlangt auf dem Deckblatt ausdrücklich den Titel der Arbeit und nicht die Forschungsfrage, formuliert als prägnante Aussage. Die Hochschule Bielefeld schreibt in derselben Sache, der Titel werde in der Regel nicht in Frageform formuliert.

Ein Fragetitel ist damit nicht verboten, aber die Ausnahme. Stimm ihn vorher mit deiner Betreuung ab. Wie üblich diese Form in deinem Fach ist, siehst du am schnellsten an abgegebenen Arbeiten deines Lehrstuhls oder im Hochschulschriftenkatalog deiner Bibliothek.

  1. Der Titel als Aussage, der Regelfall.
    Beispiel: „Der Zusammenhang von sportlicher Aktivität und Studienerfolg“. Die Form nennt den Gegenstand, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen, und sie passt in jedes Fach. Wenn du unsicher bist, nimm diese.
  2. Der Titel als Frage, die Ausnahme.
    Beispiel: „Inwieweit hängt sportliche Aktivität mit dem Studienerfolg zusammen?“ Der Fragetitel wirkt offener und liegt nahe an der Forschungsfrage. Genau das ist der Haken: Titel und Forschungsfrage sollen zwei verschiedene Dinge sein. Manche Prüfungsämter erfassen im Formularfeld außerdem nur ungern ein Fragezeichen.
  3. Der Titel als Ergebnis, sehr selten.
    Beispiel: „Sportliche Aktivität beeinflusst den Studienerfolg positiv“. Hier steht das Ergebnis schon oben. Für eine empirische Arbeit ist das heikel, weil du dich damit vor der Auswertung festlegst. In der Praxis begegnet dir diese Form fast nur bei Arbeiten, die eine bekannte These überprüfen.
Schematische Darstellung einer Bachelorarbeit mit Deckblatt und Titel

Ob deine Arbeit empirisch oder theoretisch angelegt ist, wirkt sich auf den Titel aus: Eine empirische Arbeit nennt oft die Erhebung oder die untersuchte Gruppe mit, eine theoretische eher den Analyserahmen. Beides gehört in den Titel, wenn es die Arbeit wirklich prägt, und bleibt draußen, wenn es nur Länge erzeugt.

Untertitel: Doppelpunkt, Punkt oder Gedankenstrich?

Einen Untertitel setzt du ein, wenn der Haupttitel den Gegenstand nennt und der Schwerpunkt sonst nicht mehr hineinpasst. Für die Trennung von Haupttitel und Untertitel gibt es keine Rechtschreibregel: Weder das amtliche Regelwerk noch die Duden-Regeln zum Doppelpunkt und zum Gedankenstrich erwähnen Werktitel in diesem Zusammenhang. Die Wahl ist also Konvention deines Faches und deines Zitierstils, nicht Orthographie.

Eine Sache löst die Zeichenwahl trotzdem aus. Übersehen wird sie fast überall: die Groß- und Kleinschreibung danach. Nach einem Doppelpunkt, der eine Wortgruppe ankündigt, wird das erste Wort nach der Duden-Regel D 35 kleingeschrieben, sofern es kein Substantiv oder Eigenname ist. Nach einem Punkt schreibst du dagegen zwingend groß.

Im Deutschen sieht das so aus:

  • Doppelpunkt: „Nachhaltige Verpackungen im Onlinehandel: eine Befragung unter Studierenden in Nordrhein-Westfalen“
  • Punkt: „Nachhaltige Verpackungen im Onlinehandel. Eine Befragung unter Studierenden in Nordrhein-Westfalen“
  • Gedankenstrich: „Nachhaltige Verpackungen im Onlinehandel – eine Befragung unter Studierenden in Nordrhein-Westfalen“

Alle drei Varianten sind zulässig. Der Doppelpunkt ist die unauffälligste Lösung und verträgt sich mit jedem gängigen Zitierstil. Der Punkt wirkt formeller und trennt am deutlichsten. Der Gedankenstrich liest sich lockerer, verträgt sich aber schlechter mit Formularfeldern und Literaturverwaltungen, weil nicht jedes System zuverlässig zwischen Bindestrich und Halbgeviertstrich unterscheidet.

Ein Untertitel ist kein Anhängsel, sondern trägt Information. „Eine Untersuchung“ oder „Eine Analyse“ allein sagen nichts, was der Haupttitel nicht schon gesagt hat. Gut ist ein Untertitel, der die Methode, die Stichprobe, den Zeitraum oder den Fall nennt, also genau das, was den Zuschnitt der Arbeit ausmacht.

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Vom Thema zum Titel: so grenzt du ein

Die Eingrenzung ist der Arbeitsschritt, der aus einem Sachgebiet einen Titel macht. Du nimmst dein grobes Thema und legst nacheinander Achsen daran an, bis der Gegenstand so klein ist, dass du ihn in der Bearbeitungszeit wirklich untersuchen kannst. Das Schreibzentrum der Ruhr-Universität Bochum nennt in seinen Tipps zur Themeneingrenzung dafür unter anderem Zeit, Geographie, Institutionen, Personengruppen, Quellen und Theorieansätze.

An einem Beispiel wird das schnell greifbar. Angenommen, dein Thema lautet „Social Media Marketing auf Instagram“:

  1. Erste Eingrenzung über die Zielgruppe.
    Aus „Social Media Marketing auf Instagram“ wird „Die Bedeutung von Social-Media-Marketing auf Instagram für die Generation Z“. Der Gegenstand ist jetzt an eine Personengruppe gebunden. Damit weißt du auch schon, wen du für eine Befragung gewinnen musst.
  2. Zweite Eingrenzung über die Branche oder den Fall.
    Daraus wird „Die Bedeutung von Social-Media-Marketing auf Instagram für die Generation Z am Beispiel deutscher Sportartikelhersteller“. Der Titel ist länger geworden, aber jeder Zusatz beantwortet eine Frage, die ohne ihn offen geblieben wäre.

Zwei Achsen reichen meistens. Wer eine dritte anlegt, landet bei Titeln, die keine Zeile mehr trägt und die im Formularfeld nicht mehr vollständig passen. Wie detailliert du am Ende wirst, hängt auch davon ab, wie viel Arbeit die Forschungsfrage in der Einleitung übernimmt: Der Schwerpunkt und die Zielsetzung deiner Arbeit werden dort ausführlich formuliert, der Titel muss sie nur andeuten.

Wenn du beim Eingrenzen merkst, dass dir das Thema zu weit oder zu eng gerät, hilft ein Blick auf fertige Beispiele. Wir haben über 100 Themenvorschläge für Bachelorarbeit und Masterarbeit gesammelt, an denen du sehen kannst, wie eng ein tragfähiger Zuschnitt üblicherweise ist.

Titel-Beispiele für Bachelorarbeit und Masterarbeit

Beispiele machen den Unterschied zwischen Sachgebiet und Titel deutlicher als jede Regel. Die folgende Tabelle stellt jeweils eine zu allgemeine Formulierung einer eingegrenzten gegenüber. Die Beispiele sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung, das Muster dahinter lässt sich aber auf jedes Fach übertragen.

FachZu allgemeinEingegrenzt
BWLEmployer BrandingEmployer Branding im Mittelstand: eine Befragung von Auszubildenden im Handwerk
PsychologieStress im StudiumPrüfungsangst und Schlafqualität bei Studierenden im ersten Semester
Soziale ArbeitDigitalisierung in der JugendhilfeDigitale Beratungsangebote in der offenen Jugendarbeit: Nutzung und Hürden aus Sicht der Fachkräfte
InformatikMachine LearningErkennung von Netzwerkanomalien mit überwachten Lernverfahren im Vergleich zu regelbasierten Systemen
LehramtMotivation im UnterrichtFeedbackformen und Lernmotivation im Mathematikunterricht der Sekundarstufe I

Was alle rechten Spalten gemeinsam haben: Sie nennen den Gegenstand, die Gruppe oder den Kontext und häufig auch das Vorgehen. Was sie nicht tun: ein Ergebnis behaupten, eine Wertung transportieren oder eine Abkürzung verwenden, die außerhalb des Fachs niemand kennt.

Der Unterschied zwischen Bachelor- und Masterarbeit liegt dabei weniger in der Formulierung als im Zuschnitt. Eine Masterarbeit verträgt einen breiteren Gegenstand oder eine zusätzliche Vergleichsdimension, weil mehr Bearbeitungszeit zur Verfügung steht. Die Kriterien für den Titel selbst sind in beiden Fällen dieselben.

Titel nachträglich ändern: was möglich ist

Nach der Anmeldung lässt sich der Titel meistens noch sprachlich präzisieren, aber nicht mehr inhaltlich austauschen. Prüfungsämter trennen diese beiden Vorgänge sehr genau. Genau dort entstehen die meisten Missverständnisse: Eine Titelspezifizierung ist ein Antrag mit Genehmigung, eine Themenänderung ist die Rückgabe des Themas und damit ein prüfungsrechtlicher Vorgang mit eigenen Fristen.

Wie eindeutig die Grenze gezogen wird, zeigt das Formular der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Es heißt dort Änderung (Spezifizierung) des Titels der Abschlussarbeit nach Ausgabe des Themas und kennt zwei Ausgänge: Die Spezifizierung wird genehmigt, wenn sie das Thema im Grundsatz nicht ändert, und sie wird abgelehnt, wenn sie es tut. Unterschreiben müssen die themenstellende Person und der Prüfungsausschuss.

Andere Hochschulen regeln es ähnlich. Die HTW Berlin lässt sich auf ihrem Antragsformular ausdrücklich bestätigen, dass die Titeländerung keine Themenrückgabe im Sinne ihrer Rahmenprüfungsordnung darstellt, und verlangt die Zustimmung beider prüfenden Personen. Die Universität Hohenheim fasst es auf ihrer Prüfungsamtsseite in einem Satz zusammen: Das angemeldete Thema kann nicht geändert werden, Titeländerungen sind jedoch möglich.

Achtung

Die Rückgabe des Themas ist etwas anderes als eine Titeländerung und meist nur einmal möglich. An der Universität Hamburg erlaubt § 14 Abs. 3 der Prüfungsordnung für den Bachelor Informatik die Rückgabe nur innerhalb der ersten zwei Wochen nach Ausgabe und nur mit Begründung. Wer merkt, dass die Richtung nicht stimmt, spricht deshalb sofort mit der Betreuung und wartet nicht bis zur Halbzeit.

Ein Wort austauschen, eine Eingrenzung schärfen oder einen Untertitel ergänzen ist damit in der Regel machbar, aber nie formlos. Es braucht ein Formular, mindestens eine Unterschrift aus der Betreuung und die Genehmigung durch den Prüfungsausschuss. Ein anderer Gegenstand, eine andere Zielgruppe oder eine andere Methode fallen dagegen unter die Themenänderung. Deren Frist ist zu diesem Zeitpunkt meist längst abgelaufen.

Der angemeldete Titel steht später im Zeugnis

Ein weiterer Grund, warum sich Sorgfalt vor der Anmeldung lohnt: Der angemeldete Titel ist die Fassung, die im Abschlusszeugnis und im Transcript of Records steht, an der KU Eichstätt-Ingolstadt und an der Universität Magdeburg zusätzlich in englischer Übersetzung. Das Online Writing Lab der TH Nürnberg weist genau darauf hin und rät, nach der Anmeldung nur noch redaktionelle Änderungen einzuplanen.

Typische Fehler beim Titel

Die meisten Titel scheitern nicht an einer falschen Formulierung, sondern daran, dass eine Kleinigkeit übersehen wurde. Diese vier Fehler tauchen immer wieder auf. Beheben lassen sie sich alle in fünf Minuten, solange die Anmeldung noch aussteht.

Abkürzungen und Kürzel im Titel

Ein Titel wie „Die Wahrnehmung von Nachhaltigkeitskommunikation im GSA-Raum“ verlangt von der lesenden Person Wissen, das sie nicht haben muss. GSA steht für Germany, Switzerland, Austria und meint damit die DACH-Region. Es ist ein internes Vertriebskürzel. Schreib aus, was du meinst. Die einzigen Abkürzungen, die durchgehen, sind die, die in deinem Fach so selbstverständlich sind wie DNA in der Biologie.

Eine Wertung, die das Ergebnis vorwegnimmt

„Das langweilige Image der Versicherungsbranche“ enthält bereits ein Urteil, das die Arbeit erst belegen müsste. Solche Titel signalisieren, dass die Richtung schon vor der Untersuchung feststand. Genau das soll eine wissenschaftliche Arbeit nicht tun. Ersetze die Wertung durch die Sache: die Wahrnehmung der Versicherungsbranche bei Berufseinsteigenden.

Titel und Inhalt passen am Ende nicht mehr zusammen

Zwischen Anmeldung und Abgabe verschiebt sich eine Arbeit fast immer ein Stück. Wer im Titel eine Methode oder eine Stichprobe nennt, die später anders ausfällt, hat ein Problem, das sich mit einer Titeländerung nur teilweise lösen lässt. Nimm deshalb in den Titel nur das auf, was sicher ist, und lass Details offen, die noch wackeln. Der genaue Zuschnitt gehört ohnehin in die Einleitung und in den Aufbau deiner Arbeit.

Der Titel wird nicht mit der Betreuung abgestimmt

An vielen Hochschulen wird das Thema formal von der betreuenden Person ausgegeben. Die Universität Hamburg formuliert das in ihrer Prüfungsordnung für den Bachelor Informatik so, dass die Ausgabe des Themas durch die Betreuung erfolgt, während Studierende Thema und Betreuung vorschlagen können. Ein Titel, den du ohne Rücksprache auf das Formular schreibst, kann deshalb schlicht zurückkommen. Übrigens: Wer sich dabei auf „das Hochschulrahmengesetz“ beruft, beruft sich auf nichts. Das HRG regelt zur Vergabe von Thema und Titel überhaupt nichts, maßgeblich sind Landeshochschulgesetz und Prüfungsordnung.

Fazit

Ein guter Titel ist keine Stilfrage, sondern eine Entscheidung über den Zuschnitt deiner Arbeit. Grenz dein Thema über zwei Achsen ein, schreib das Ergebnis als Aussage, verzichte auf Abkürzungen und Wertungen und prüf vor der Anmeldung, wie viele Zeichen das Formularfeld deiner Hochschule hergibt. Wer diese vier Punkte erledigt hat, braucht später keinen Änderungsantrag.

Der Titel, den du anmeldest, ist der Titel, der in deinem Zeugnis steht. Formulier ihn so, wie du ihn in zehn Jahren lesen willst.

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Häufig gestellte Fragen

Den Titel deiner Bachelorarbeit formulierst du, indem du dein Thema über zwei Achsen eingrenzt, etwa Zielgruppe und Branche, und das Ergebnis als Aussage statt als Frage schreibst. Abkürzungen, Wertungen und interne Kürzel bleiben draußen. Reicht der Platz im Haupttitel nicht, hängst du einen Untertitel an, der Methode, Stichprobe oder Zeitraum nennt.

Es gibt keine hochschulübergreifende Vorgabe für die Länge. Verbindlich ist die Zeichengrenze im Anmeldeformular deiner Hochschule, und die stammt aus der Feldlänge im Campus-Management-System. Das Anmeldeformular der Fakultät für Humanwissenschaften an der Universität Magdeburg lässt zum Beispiel 159 Zeichen inklusive Leerzeichen zu. Die im Netz kursierenden Wortzahlen von 8 bis 20 Wörtern sind unbelegt.

Ein Fragetitel ist möglich, aber die Ausnahme. Die Universität Potsdam verlangt in ihrer Handreichung zum wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Deckblatt den Titel als prägnante Aussage und ausdrücklich nicht die Forschungsfrage. Die Hochschule Bielefeld schreibt ebenfalls, der Titel werde in der Regel nicht in Frageform formuliert. Sprich einen Fragetitel deshalb vorher mit deiner Betreuung ab.

Eine sprachliche Präzisierung ist nach der Anmeldung meist möglich, aber nie formlos. Hochschulen wie die KU Eichstätt-Ingolstadt und die HTW Berlin verlangen dafür ein eigenes Formular mit der Zustimmung der Betreuung und der Genehmigung durch den Prüfungsausschuss. Ändert sich dagegen der Gegenstand der Arbeit, gilt das als Themenänderung und fällt unter die Rückgabe des Themas.

Der Titel ist die Aussage auf dem Deckblatt, die Forschungsfrage ist der Arbeitsauftrag in der Einleitung. Die Hochschule Bielefeld beschreibt die Reihenfolge so, dass sich aus einer eingegrenzten Fragestellung der Arbeitstitel ergibt. Der Titel deutet den Zuschnitt also nur an, ausformuliert wird das Erkenntnisinteresse in der Einleitung und im Schluss beantwortet.

Beides ist zulässig. Weder das amtliche Regelwerk noch die Duden-Regeln zu Doppelpunkt und Gedankenstrich regeln die Trennung von Haupttitel und Untertitel, die Wahl ist Konvention deines Faches. Ein Unterschied bleibt trotzdem: Nach einem Doppelpunkt vor einer Wortgruppe wird klein weitergeschrieben, sofern kein Substantiv folgt, nach einem Punkt dagegen groß.

An vielen Hochschulen gibt die betreuende Person das Thema formal aus, Studierende können es vorschlagen. Die Universität Hamburg regelt das für den Bachelor Informatik in Paragraf 14 ihrer Prüfungsordnung so. Eine bundesweite Regelung gibt es nicht: Das Hochschulrahmengesetz sagt zur Vergabe von Thema und Titel nichts, maßgeblich sind Landeshochschulgesetz und Prüfungsordnung.

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