Im Chat des Quartiervereins stehen vierzehn Leute, drei Vorschläge für den Herbstanlass und zwanzig Nachrichten, die alle etwas anderes sagen. Für solche Runden hat WhatsApp die Abstimmung eingebaut, und sie läuft auf dem iPhone, unter Android und am Computer beinahe gleich.
Eine WhatsApp-Umfrage erstellst du, indem du im Chat auf das Plus- oder Büroklammer-Symbol tippst, den Punkt Abstimmung wählst, eine Frage und bis zu zwölf Antworten einträgst und vor dem Senden entscheidest, ob mehrere Antworten erlaubt sind und ob die Namen der Abstimmenden verborgen bleiben. Wir haben die Funktion selbst durchgespielt, bis jede Grenze klar war.
📌 Das Wichtigste im Überblick
- Eine WhatsApp-Abstimmung trägt zwei bis zwölf Antwortoptionen.
- WhatsApp Web und die Desktop-App erstellen ebenfalls Abstimmungen.
- Verborgene Namen gibt es nur im Gruppenchat, nicht im Einzelchat.
- Nach der ersten Stimme bleibt die Abstimmung, wie sie ist.
- Eigene Antworten eintippen können die Teilnehmenden nicht.
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Was ist eine WhatsApp-Umfrage und wann passt sie?
Eine WhatsApp-Umfrage, in der App Abstimmung genannt, ist eine Nachricht mit einer Frage und mehreren fertigen Antworten. Wer im Chat ist, tippt eine Antwort an, und die Stimmen zählen sich live darunter zusammen.
Vom Gefühl her liegt das näher bei einem Handmehr als bei einer Befragung, und genau daher kommt der Nutzen. Kein Konto, keine zusätzliche App, kein Link, den zuerst jemand suchen muss. Die Abstimmung sitzt dort, wo ohnehin schon geschrieben wird.
Typische Situationen, in denen eine WhatsApp-Umfrage passt
- Terminsuche im Freundeskreis, im Verein oder im Elternrat
- Wer bringt was mit an den Grillplausch, den Geburtstag, die Wanderung
- Kurze Meinung zu einem Entscheid im Team-Chat
- Auswahl zwischen wenigen Optionen, ohne spätere Auswertung
Wer mehr als eine Frage stellen oder die Antworten nachher sauber auswerten möchte, läuft rasch gegen eine Wand. Für eine Umfrage in der Bachelor- oder Masterarbeit genügt die Abstimmung im Chat deshalb nicht.
Terminabstimmung per WhatsApp: der häufigste Fall
Termine zu finden ist die Aufgabe, bei der die WhatsApp-Umfrage wirklich glänzt, und alles hängt an einem einzigen Schalter: Stell „Mehrere Antworten zulassen“ auf ein und trag jeden möglichen Termin als eigene Zeile ein. Jede Person kreuzt dann alles an, was ihr passt, und du siehst sofort, welcher Termin die breiteste Mehrheit findet.
Mehr als vier bis sechs Termine solltest du nicht anbieten. Bei zwölf Zeilen zersplittert das Ergebnis, und am Schluss liegt nichts vorn. Uhrzeiten schreibst du direkt in die Zeile, also „Freitag ab 18 Uhr“ und nicht bloss „Freitag“. Eine Erinnerung an die Säumigen verschickt WhatsApp übrigens nicht, die musst du selber tippen.
WhatsApp-Umfrage erstellen auf dem iPhone
Auf dem iPhone versteckt sich die Abstimmung hinter dem Plus-Symbol links vom Textfeld. Zur Verfügung steht sie im Einzelchat wie im Gruppenchat, solange deine WhatsApp-Version halbwegs aktuell ist.
Gebaut ist so eine Abstimmung in weniger als einer Minute, sofern du weisst, welche Antworten du anbieten willst. Und genau darauf kommt es an, denn nach dem Absenden lässt sich an den Antworten nichts mehr richten. Weniger als zwei Zeilen nimmt WhatsApp nicht an, mehr als zwölf ebenso wenig, und zwei identische Zeilen schon gar nicht.
Schritt für Schritt zur fertigen Abstimmung auf dem iPhone
Acht Handgriffe führen vom leeren Chat zur fertigen Abstimmung. Bis zum letzten Schritt lässt sich alles noch ändern, ab dem letzten nichts mehr. Wer Termine abfragen will, legt sie deshalb vorher fest und tippt sie erst dann ein. Danach ist es reine Fingerarbeit und in einer knappen Minute erledigt.
- Chat öffnen. Wähle den Einzel- oder Gruppenchat, in dem die Abstimmung laufen soll.
- Plus-Symbol antippen. Es steht links vom Texteingabefeld.
- Abstimmung auswählen. Der Punkt sitzt im Anhang-Menü zwischen den anderen Optionen.
- Frage eintragen. Etwa: Wann passt uns das nächste Treffen?
- Antworten eingeben. Zwei bis zwölf Zeilen, jede muss sich von den anderen unterscheiden.
- Reihenfolge sortieren. Zieh die Antworten per Drag and Drop an die richtige Stelle.
- Beide Schalter prüfen. Mehrfachauswahl und, in Gruppen, verborgene Namen.
- Senden. Die Abstimmung steht sofort im Chat.
So sieht das in der App aus, links beim Erstellen und rechts aus Sicht der Teilnehmenden:
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Stimm ruhig gleich selbst mit ab. Eine Abstimmung, bei der schon eine Stimme steht, wirkt angefangen und zieht erfahrungsgemäss schneller weitere nach.
WhatsApp-Umfrage erstellen auf Android
Unter Android führt derselbe Weg zum Ziel, nur das Symbol wechselt. Je nach Hersteller und WhatsApp-Version steht im Texteingabebereich eine Büroklammer oder ein Plus, meist auf der rechten Seite.
Alles Weitere läuft auf beiden Systemen gleich ab, und auch die Limits sind identisch: zwölf Antworten, keine doppelten Zeilen, keine Freitextfelder. Eine Anleitung fürs iPhone lässt sich also ohne Umdenken auf Android übertragen.
Schritt für Schritt zur fertigen Abstimmung auf Android
Sechs Schritte genügen unter Android. Wirklich unterschiedlich ist nur das Symbol, hinter dem das Anhang-Menü liegt, und bei manchen Herstelleroberflächen dessen Position. Ist das Menü einmal offen, sieht die Maske aus wie auf dem iPhone, bis hin zur Reihenfolge der Felder.
- Chat öffnen. Einzel- oder Gruppenchat, beides geht.
- Büroklammer oder Plus antippen. Das Symbol sitzt neben dem Textfeld.
- Abstimmung auswählen. Der Punkt steht im Anhang-Menü.
- Frage und Antworten eintragen. Zwei bis zwölf Zeilen, jede eindeutig.
- Schalter setzen. Mehrfachauswahl und, in Gruppen, verborgene Namen.
- Grünen Senden-Pfeil antippen. Damit geht die Abstimmung raus.
Wenn der Punkt Abstimmung im Menü fehlt
Taucht die Abstimmung im Anhang-Menü nicht auf, steckt fast immer eine von drei Ursachen dahinter, und alle drei sind in zwei Minuten geprüft. Am häufigsten hinkt die App hinterher: Ein Blick in den Play Store oder den App Store zeigt, ob ein Update wartet. Auf sehr alten Android- und iOS-Versionen fällt die Funktion ganz weg, weil WhatsApp diese Systeme nicht mehr bedient.
Die dritte Ursache wird gern übersehen: Steht in einer Gruppe unter Gruppeneinstellungen bei „Nachrichten senden“ die Auswahl „Nur Admins“, darf niemand ausser der Gruppenleitung überhaupt etwas senden, also auch keine Abstimmung starten. Da hilft kein Update, sondern nur eine kurze Nachfrage bei den Admins.
WhatsApp-Umfrage am PC erstellen: Web und Desktop-App
Am Computer geht die Abstimmung genauso, egal ob du WhatsApp Web im Browser nutzt oder die Desktop-App für Windows und macOS. Der Ablauf gleicht dem auf dem Handy: Chat öffnen, auf das Plus- oder Büroklammer-Symbol neben dem Nachrichtenfeld klicken, Abstimmung wählen, Frage und Antworten eintippen, abschicken.
Spätestens ab der vierten Antwortzeile zahlt sich der grössere Bildschirm aus. Acht Termine tippen sich auf einer richtigen Tastatur in einem Bruchteil der Zeit, und du siehst alle Zeilen auf einen Blick, ohne scrollen zu müssen. Für längere Abstimmungen ist der Computer damit die angenehmere Wahl.
💡 Tipp
Tipp die Antwortzeilen zuerst in eine leere Notiz und kopier sie dann einzeln in die Abstimmung herüber. Am Computer geht das mit Strg und V beziehungsweise Cmd und V, und du liest vor dem Absenden noch einmal alle Zeilen nebeneinander. Da sich später nichts mehr richten lässt, ist das die einzige Korrekturschleife, die du bekommst.
Zwei Dinge ändern sich am Computer nicht. Bei zwölf Antworten ist Schluss, und die beiden Schalter stehen ausschliesslich beim Erstellen zur Verfügung (Stand: September 2026). Dazu kommt: WhatsApp Web hängt am Telefon beziehungsweise an einem verknüpften Gerät, ein eigenständiges Konto am Computer gibt es nicht.
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Die zwei Einstellungen, die über das Ergebnis entscheiden
Beim Erstellen stellt WhatsApp genau zwei Schalter zur Auswahl: „Mehrere Antworten zulassen“ und „Name der Abstimmenden verbergen“. Beide prägen das Ergebnis stärker als jede Formulierung der Frage, und beide sind ab dem Absenden fix.
Der zweite ist der heiklere, und ausgerechnet der wird am häufigsten übersehen. Er steht nämlich nicht in jedem Chat zur Verfügung.
Mehrere Antworten zulassen
Bleibt der Schalter aus, hat jede Person genau eine Stimme. Ist er an, darf sie beliebig viele Zeilen ankreuzen. Bei einer Terminsuche gehört er praktisch immer an, sonst zwingst du alle zu einer einzigen Wahl, obwohl ihnen mehrere Termine passen würden. Geht es dagegen um einen echten Entscheid, lässt du ihn aus, sonst zerfasert das Ergebnis und niemand ist danach klüger.
Name der Abstimmenden verbergen
Ist dieser Schalter gesetzt, sehen die anderen im Chat nur noch die Zahl pro Zeile, nicht mehr, wer wofür gestimmt hat. Ein Detail erklärt WhatsApp dabei nirgends: Der Schalter taucht ausschliesslich in Gruppenchats auf. Im Einzelchat mit einer Person fehlt die Einstellung komplett, dort ist die Abstimmung immer offen (Stand: September 2026).
⚠️ Achtung
Umstellen lässt sich nach dem Absenden keiner der beiden Schalter. Wer die Mehrfachauswahl vergisst oder die Namen doch verbergen möchte, muss die Abstimmung löschen und neu aufsetzen. Ein Blick auf beide Schalter vor dem Senden erspart genau diese Runde.
Ergebnisse ansehen, Umfrage ändern oder löschen
Wo das Ergebnis einer WhatsApp-Umfrage steht, muss niemand suchen: Es steckt in der Nachricht selbst. Jede Zeile bekommt einen Balken, rechts daneben die Stimmenzahl, und beides wächst mit, sobald jemand tippt. Ein separates Auswertungsfenster existiert nicht.
Beim Nachbessern wird der Spielraum sehr klein. Genau daran scheitern die meisten Umfragen, und wer die drei Wege vorher kennt, gerät gar nicht erst in diese Lage.
Wer hat für welche Option gestimmt?
Unter der Umfrage steht „Stimmen anzeigen“, alternativ tippst du direkt auf die Zahl neben einer Zeile. Danach zeigt WhatsApp je Antwort alle Namen dahinter. Beim Verbergen der Namen bleibt an dieser Stelle nur die Ziffer übrig. Und weil keine Benachrichtigung bei neuen Stimmen kommt, gehst du selber nachschauen.
Was sich nachträglich noch ändern lässt
Ein einziges Fenster bleibt offen, und es ist schmal: Solange keine Stimme eingegangen ist, darfst du die Frage überarbeiten. Mit der ersten Stimme fällt auch dieses Fenster zu, während die Antwortzeilen schon ab dem Abschicken unantastbar waren. In einer aktiven Vereinsgruppe reden wir dabei von Sekunden.
Was nachträglich geht und was nicht
- Die Frage ist änderbar, allerdings nur vor der ersten Stimme.
- Antwortzeilen lassen sich weder ändern noch nachtragen.
- Die Reihenfolge steht ab dem Abschicken unwiderruflich fest.
- Beide Schalter sind danach nicht mehr umlegbar.
- Die eigene Stimme darfst du jederzeit korrigieren oder streichen.
Umfrage löschen und neu erstellen
Bei einem Fehler in den Zeilen führt kein Weg an einem Neustart vorbei. Finger auf der Umfrage halten, Mülleimer antippen, danach „Bei mir löschen“ oder „Bei allen löschen“ auswählen. Letzteres funktioniert nur innerhalb des üblichen Löschfensters von WhatsApp, und alle bereits abgegebenen Stimmen gehen mit.
Abschliessen lässt sich eine Umfrage gar nicht, ein Ablaufdatum kennt sie auch nicht. Steht das Ergebnis fest, genügt eine kurze Zeile im Chat, damit niemand mehr abstimmt.
Sind WhatsApp-Umfragen anonym?
Von Haus aus sind WhatsApp-Umfragen offen, jede Person im Chat sieht, wer wofür gestimmt hat. In Gruppenchats lässt sich das mit dem Schalter „Name der Abstimmenden verbergen“ abstellen, im Einzelchat fehlt diese Möglichkeit.
Zwischen verborgen und anonym liegt allerdings mehr, als das Wort vermuten lässt. Verborgen bedeutet, dass die anderen im Chat die Zuordnung nicht sehen. Es bedeutet nicht, dass die Zuordnung nicht mehr besteht. Die Stimmen hängen weiterhin an den Telefonnummern, und WhatsApp gehört zu Meta.
Verborgen ist nicht anonym. Anonym heisst, dass niemand die Zuordnung herstellen kann. Auch der Anbieter nicht.
Für die Kollegenrunde oder den Verein genügt der Schalter vollkommen. Sobald es um Meinungen zur Vorgesetzten, um den Lohn oder um andere heikle Themen geht, ist die WhatsApp-Umfrage die falsche Wahl, weil echte Anonymität technisch nicht zugesichert werden kann. Wie eine wirklich anonyme Umfrage aufgesetzt wird, hängt genau an dieser Unterscheidung.
Datenschutz bei WhatsApp-Umfragen
WhatsApp gehört zu Meta und bearbeitet Personendaten auch ausserhalb der Schweiz. Bei privaten Abstimmungen im Bekanntenkreis fällt das nicht ins Gewicht, weil das revidierte Datenschutzgesetz auf rein persönliche Bearbeitungen nicht zielt. Sobald ein Verein, ein Betrieb oder eine Schule dahintersteht, sieht die Sache anders aus.
In der Schweiz gilt seit dem 1. September 2023 das revidierte DSG. Wer eine Umfrage veranstaltet, ist Verantwortlicher, und wer die Daten in seinem Auftrag bearbeitet, ist Auftragsbearbeiter nach Art. 9 DSG. Der EDÖB hält in seinen Erläuterungen zum Outsourcing der Auftragsdatenbearbeitung ausdrücklich fest: Auch wer die Bearbeitung abgibt, bleibt für den Datenschutz verantwortlich und muss Verstösse analog zur Geschäftsherrenhaftung nach Art. 55 OR verhindern.
Der zweite Punkt betrifft den Ort. Werden Personendaten ins Ausland bekanntgegeben, ist zu prüfen, ob das Zielland ein angemessenes Schutzniveau bietet. Genau diese Prüfung fällt weg, wenn die Daten die Schweiz oder den EU-Raum gar nicht erst verlassen. Massgeblich ist im Zweifel die Einschätzung der oder des Datenschutzverantwortlichen eurer Organisation.
Wo es heikel wird
- Befragungen von Mitarbeitenden über private Messenger-Konten
- Kundenumfragen über WhatsApp Business ohne Einwilligung
- Fragen zu Gesundheit, Herkunft oder politischer Meinung
- Alles, wo Anonymität zugesagt wird, ohne dass sie besteht
Neben dem Datenschutz steht bei heiklen Themen ein zweites Problem im Weg: Eine offene Abstimmung produziert sozial erwünschte Antworten statt ehrlicher. Den ausführlichen Rahmen liefert der Leitfaden zu Datenschutz und DSG bei Umfragen. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Artikel nicht.
Wo WhatsApp-Umfragen an ihre Grenzen kommen
Die Grenzen sind rasch aufgezählt: eine Frage je Abstimmung, höchstens zwölf Antworten, keine Freitextfelder, keine doppelten Zeilen und keine Auswertung, die über das blosse Zählen hinausgeht.
Beim Ausprobieren fällt vor allem auf, wie streng WhatsApp bei den Antworten ist. Zwei gleichlautende Zeilen lässt die App gar nicht durch, sie meldet den Konflikt schon beim Tippen. Wer zweimal Freitag anbieten will, muss die Zeilen unterscheidbar machen, etwa „Freitag vormittags“ und „Freitag abends“.
Nur eine Frage pro Abstimmung
WhatsApp lässt genau eine Frage mit bis zu zwölf Antwortzeilen zu. Wer mehrere Aspekte abfragen möchte, muss mehrere Abstimmungen hintereinander schicken. Im Chat wird das rasch unübersichtlich, weil dazwischen weitere Nachrichten hereinkommen, und mit jeder weiteren Abstimmung fällt die Beteiligung spürbar ab. Ab der dritten macht meist nur noch die Hälfte mit.
Keine Freitextantworten
Wählen lässt sich ausschliesslich aus deinen vorgegebenen Zeilen. Ein Feld für eigene Antworten fehlt. Wer Meinungen und Begründungen sammeln will, bekommt sie höchstens als lose Chatnachrichten darunter, und die lassen sich später kaum sauber zuordnen. Genau daran scheitern Feedbackfragen im Chat regelmässig.
Keine echte Auswertung
Zu sehen ist die Zahl der Stimmen je Zeile, sonst nichts. Es gibt keinen Export, keine Diagramme zum Weitergeben und keine Möglichkeit, nach Teilgruppen zu filtern. Wer das Ergebnis dokumentieren muss, tippt es von Hand ab. Für einen raschen Entscheid reicht das, für eine Auswertung nicht.
Die Abstimmung ist eine Chat-Funktion
Eine WhatsApp-Umfrage bleibt in dem Chat, in dem sie abgeschickt wurde: im Einzelchat, in der Gruppe oder im Kanal. Wer einen Kanal betreibt, darf dort ebenfalls eine Abstimmung teilen, im Status hingegen gibt es die Funktion nicht. Per Link an Aussenstehende weitergeben lässt sich eine Abstimmung ebenso wenig wie auf einer Website einbauen. Wer Kundschaft oder Vereinsmitglieder ausserhalb der Gruppe erreichen will, braucht ein anderes Werkzeug.
Typische Fehler bei WhatsApp-Umfragen
Nicht die Formulierung der Frage bringt WhatsApp-Umfragen zu Fall, sondern der Moment des Abschickens: vergessene Schalter, eine überladene Liste und Zeilen, an denen danach nichts mehr zu retten ist.
Ein einziger Kontrollblick vor dem Abschicken fängt alle fünf ab. Er lohnt sich umso mehr, als es keine zweite Chance gibt.
Zu viele Antwortoptionen
Erlaubt sind zwölf Zeilen, lesbar bleibt der Chat etwa bis zur fünften. Danach zersplittern die Stimmen so stark, dass keine Richtung mehr sichtbar wird. Drei bis vier Zeilen treffen in der Praxis den besten Punkt zwischen Auswahl und brauchbarem Ergebnis.
Mehrfachauswahl vergessen
Standardmässig steht der Schalter auf aus, womit jede Person nur eine Stimme hat. Beim Suchen eines Termins ist das fast immer der falsche Zuschnitt, weil vielen mehrere Daten passen würden. Bemerkbar macht es sich meist erst durch die ersten Rückfragen, und dann bleibt nur der Neustart.
Antworten nicht vorher durchdacht
Jede vergessene Antwort kostet eine komplett neue Umfrage, weil die Zeilen ab dem Abschicken feststehen. Notier sie darum lieber zuerst irgendwo und übertrag sie danach. Zwei gleichlautende Zeilen weist WhatsApp sowieso zurück, und eine Zeile wie „ist mir gleich“ fängt erfahrungsgemäss die Hälfte der Rückfragen ab, die sonst darunter im Chat auflaufen.
Anonymität angenommen
Weil es den Schalter zum Verbergen gibt, halten viele die WhatsApp-Umfrage für anonym. Verborgen ist jedoch etwas anderes als anonym, und im Einzelchat fehlt der Schalter überhaupt. Ein Anonymitätsversprechen, das die App nicht einlöst, kostet Vertrauen weit über diese eine Abstimmung hinaus.
Falscher Chat erwischt
So banal es klingt, es kommt ständig vor: Die Umfrage landet in der falschen Gruppe. Zwischen Familienchat und Vereinschat ist beim schnellen Tippen rasch die falsche Kachel erwischt. Der Blick auf den Chatnamen vor dem Abschicken erspart das Löschen und die Erklärung hinterher.
WhatsApp-Umfrage oder Umfrage-Tool: Was passt zu dir?
Ob WhatsApp genügt oder ein Umfrage-Tool nötig ist, entscheiden drei Fragen: Wie viele Fragen stellst du, wie heikel sind die Antworten, und muss das Ergebnis nachher ausgewertet werden?
Die Tabelle ordnet die häufigsten Fälle zu. Passen zwei Zeilen, entscheidet jene mit den sensibleren Daten.
| Anwendungsfall | WhatsApp-Umfrage | Umfrage-Tool |
|---|---|---|
| Terminsuche im Freundeskreis | ideal | übertrieben |
| Spontane Meinung in der Gruppe | ideal | übertrieben |
| Mehrere Fragen hintereinander | unpraktisch | ideal |
| Antworten in eigenen Worten | nicht möglich | Standard |
| Wirklich anonyme Antworten | nicht möglich | Standard |
| Befragung von Mitarbeitenden oder Kundschaft | ungeeignet | ideal |
| Umfrage für die Bachelor- oder Masterarbeit | ungeeignet | ideal |
| Auswertung und Export | nicht möglich | inklusive Diagramme |
Stand: September 2026, Änderungen möglich.
Auffällig ist, dass WhatsApp die ersten beiden Zeilen für sich entscheidet und danach jede einzelne verliert. Genau das beschreibt die Funktion treffend: schnell und unschlagbar bequem, solange nichts davon abhängt.
Wann sich der Wechsel lohnt
Sobald eine zweite Frage dazukommt, Antworten in eigenen Worten nötig sind oder das Ergebnis in einem Protokoll landen muss, ist der Punkt erreicht, an dem sich ein Umfrage-Tool auszahlt. Beim schnellen Abmachen eines Termins bleibt WhatsApp unschlagbar, daran ändert auch das beste Werkzeug nichts. Einen Überblick, welche Werkzeuge es gibt und worin sie sich unterscheiden, liefert der Vergleich der gängigen Umfrage-Tools.
Wir bauen selbst eines, deshalb hier die Offenlegung: empirio.ai, ein Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, gehört uns. Im kostenlosen Tarif sind 50 Teilnehmende pro Monat enthalten, die Zahl der Fragen ist nicht begrenzt, und die Daten liegen in der EU (Stand: September 2026). Den fertigen Umfragelink schickst du anschliessend im Chat weiter, womit der bequeme Teil von WhatsApp erhalten bleibt. Wer nicht bei null anfangen will, greift auf fertige Vorlagen für Fragebögen zurück.
Fazit
Innerhalb ihres Zuschnitts ist die WhatsApp-Umfrage ein sehr gutes Werkzeug: eine Frage, ein paar Zeilen, ein rasches Ergebnis. Der Aufwand beträgt eine halbe Minute, mitmachen können alle, zusätzliche Software braucht niemand, und am Computer läuft sie wie auf dem Handy.
Dieser Zuschnitt hat harte Kanten, und die wichtigste heisst: Nach dem Abschicken bleibt jede Antwortzeile so stehen. Investier also fünf Sekunden in die Zeilen, bevor du sendest. Sobald mehrere Fragen, offene Antworten oder echte Anonymität dazukommen, ist ein Umfrage-Tool der richtige Ort.
Wie es weitergeht
- Unsicher, welches Werkzeug zu deinem Vorhaben passt? Die besten Umfrage-Tools im Vergleich
- Die Befragung soll wirklich anonym bleiben? Anonyme Umfrage erstellen
- Fertige Fragen zum Übernehmen gesucht? Vorlagen für Fragebögen
- Der Fragebogen soll sauber aufgebaut sein? Fragebogen richtig erstellen
Reicht eine Frage nicht?
Mit empirio.ai baust du einen Fragebogen mit mehreren Fragen, offenen Antworten und anonymer Teilnahme, die Daten bleiben in der EU. Den Link schickst du anschliessend per WhatsApp weiter. Kostenlos Umfrage erstellen


