Ob telefonisch, persönlich, schriftlich oder online – zweifelsfrei zählt die standardisierte Fragebogen-Befragung in der empirischen Forschung zur beliebtesten Methode der Datenerhebung. Mithilfe von Befragungen können Forschende persönliche Meinungen und Einstellungen von Menschen ermitteln, um deine im Vorfeld definierte Forschungsfrage verlässlich beantworten zu können. Damit bei einer Befragung jedoch wissenschaftlich valide Daten herauskommen, sind die gestellten Fragetypen mit den dazugehörigen Antwortmöglichkeiten von großer Bedeutung.
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Jetzt kostenlos startenVerschiedene Frage- und Antworttypen
Ganz allgemein gesprochen wird mit jeder Befragung angestrebt, gesellschaftlich relevante Informationen über die Testpersonen bzw. die Befragten zu sammeln und diese im Idealfall im Anschluss auf eine größere Bevölkerungsgruppe zu übertragen. Die Antworten der Testpersonen können dabei stark mit der Formulierung der Fragen zusammenhängen. Bei der Konzeption einer Befragung müssen sich Forschende daher genau überlegen, welche Fragen sich für dein spezifisches Forschungsvorhaben überhaupt eignen.
Folgende wissenschaftliche Fragetypen stehen dir dabei zur Verfügung:
Offene Fragen (= mit freier Antwortmöglichkeit)
Die Befragten können auf die Frage in eigenen Worten antworten. Offene Fragen fangen meistens mit einem Fragewort an (wie, was, welche) und werden deshalb umgangssprachlich auch “W-Fragen” genannt.
- Beispiel 1: Was haben Sie gestern abend im Fernsehen geschaut? ________
- Beispiel 2: Welche Kriterien sind für Sie beim Kauf eines neuen Autos entscheidend? ________
Für die Auswertung von offenen Fragen müssen nach der Befragung passende Kategorien erstellt werden, die im Nachhinein quantifiziert werden müssen. In den meisten Fällen ist die Auswertung offener Fragen mit einem vergleichsweise hohen Arbeitsaufwand verbunden. Aufgrund dessen werden offene Fragen hauptsächlich dann verwendet, wenn es sich um neue Forschungsbereiche handelt und die Forschenden Gemeinsamkeiten oder Trends im Antwortverhalten der Befragten aufdecken wollen. Sie werden vermehrt in qualitativen Befragungen eingesetzt.
Geschlossene Fragen (= mehrere Antwortmöglichkeiten sind vorgegeben)
Die Befragten können aus einer begrenzten Anzahl von Antwortmöglichkeiten die zutreffende Antwort wählen. Man unterscheidet hierbei zwischen Single-Choice-Fragen und Multiple-Choice-Fragen: Bei geschlossenen Fragen mit einer zulässigen Antwort handelt es sich um Single-Choice-Fragen (= Einfachnennung). Bei geschlossenen Fragen mit mehr als einer zulässigen Antwort handelt es sich um Multiple-Choice Fragen (= Mehrfachnennungen).
- Beispiel Single-Choice-Fragen:
Hast du einen Netflix-Account?
Antworten: "Ja" oder "Nein"
- Beispiel Multiple-Choice-Fragen:
Bitte wähle alle Streaming-Dienste aus, für die du aktuell ein Abonnement bezahlst:
Antworten: Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, Apple TV+, Wow (früher Sky Ticket), YouTube Premium, DAZN, Joyn, Eurosport Player
Die Auswertung von geschlossenen Fragen ist deutlich unkomplizierter, denn die Antwortmöglichkeiten sind bereits mithilfe von Skalenniveaus an die Forschungsfrage bestmöglich angepasst und kategorisiert. Daher werden geschlossene Fragen in der empirischen Forschung sehr häufig verwendet. Sie werden vor allem in quantitativen Befragungen eingesetzt.
Halboffene Fragen (= vorgegebene Antwortmöglichkeiten sind um eine offene Antwort ergänzt)
Die Befragten müssen eine an sich geschlossene Frage beantworten, haben jedoch eine zusätzliche Antwortkategorie am Ende (= “andere Antwort”, “sonstiges”), die wie eine offene Frage beantwortet werden kann.
- Beispiel: In welchem Supermarkt kaufst du deine Lebensmittel am häufigsten ein?
Antworten: Lidl, Aldi, Penny, Rewe, Edeka, Netto, Andere: ______
Eine halboffene Frage bietet sich immer dann an, wenn Forschende zwar mögliche Antwortmöglichkeiten auf eine Frage gut abschätzen können (= daher geschlossene Frage), aber dennoch eine unerwartete Antwortmöglichkeit (= freie Antwortmöglichkeit) zulassen. Für die Auswertung ist im Vergleich zu geschlossenen Fragen ein zusätzlicher Kodierungsaufwand notwendig.
Unabhängig von den konkreten Frage- und Antworttypen muss bei jeder wissenschaftlichen Befragung ebenfalls gewährleistet werden, dass alle Befragten die exakt gleichen Fragen – mit der identischen Formulierung und derselben Antwortalternativen – vorgelegt bekommen. Bei einer mündlichen Befragung müssen die Forschenden zudem darauf achten, bei der Formulierung der Fragen neutral zu bleiben, um eine womöglich unbewusste Beeinflussung der Testpersonen zu vermeiden!
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