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100+ Themen für Informatik Bachelorarbeit & Masterarbeit

So findest du ein Thema für die Abschlussarbeit in Informatik: 220 Vorschläge aus neun Themenfeldern, dazu die Datenfrage und der Plan für die Evaluation.

Autor bei empirio.ai – Marco Warzecha, Mitgründervon Marco WarzechaAktualisiert am 5. Oktober 2026Lesezeit 24 Min.

Du suchst ein Thema für deine Bachelorarbeit in Informatik und findest überall dieselben Stichwörter: KI, Blockchain, Cloud. Daran scheitert selten jemand. Themen scheitern an der Frage danach: Wie zeigst du am Ende, dass deine Lösung etwas taugt?

Ein Thema für die Informatik-Abschlussarbeit findest du, indem du von einem Themenfeld ausgehst, das dein Departement wirklich betreut, es auf ein konkretes System und eine Zielgruppe zuschneidest und schon vor der Anmeldung prüfst, woher die Daten für die Evaluation kommen sollen: eigener Messaufbau, offener Datensatz oder Menschen, die dein System benutzen. Am Ende hast du drei Vorschläge für die Besprechung und zu jedem einen Satz, wie du ihn bewerten würdest.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • 220 Informatik-Themen, verteilt auf neun Themenfelder.
  • Der AI Act der EU gilt für die Schweiz grundsätzlich nicht.
  • Der durchschnittliche SUS-Wert über 500 Studien liegt bei 68.
  • Die ZHAW rechnet für die Bachelorarbeit 12 Credits.
  • Die Datenquelle entscheidet über den Zeitplan, nicht das Interesse.

Die Vorschläge in diesem Beitrag gehören zum Überblick über alle Themenvorschläge für Abschlussarbeiten, in dem auch die anderen Studiengänge liegen.

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In 4 Schritten zum passenden Thema: So findest du ein Thema für Informatik

Die Themensuche in Informatik hat eine Besonderheit, die kein anderes Fach so hat: Du kannst fast alles selbst herstellen, was du untersuchen willst. Ein Datensatz, ein Prototyp, ein Messaufbau, alles ist eine Frage von Arbeitszeit. Genau deshalb ufern Informatik-Themen so leicht aus.

In der Schweiz hängt der Zuschnitt zusätzlich davon ab, wo du studierst. Die ZHAW rechnet für die Bachelorarbeit laut ihrem Leitfaden mit 12 ECTS-Kreditpunkten und «einem Workload von 360 h (pro Student:in)». Die ETH-Master-Arbeit umfasst 30 Kreditpunkte über 28 Wochen. Zwei verschiedene Grössenordnungen.

  1. Beim Departement anfangen, nicht beim Trend. Sieh nach, welche Forschungsgruppen deine Hochschule hat und welche Arbeiten dort zuletzt entstanden sind. Die Listen stehen meist offen im Netz. Ein Thema ohne Forschungsgruppe findet keine Betreuung, egal wie aktuell es ist.
  2. Vom Themenfeld auf ein System zuschneiden. «Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen» ist ein Themenfeld. «Ein Klassifikator für Austrittsberichte: Wie gut erkennt er Diagnosen ohne Feinabstimmung?» ist ein Thema. Der Unterschied sind zwei Entscheidungen: welches System und welche Frage daran.
  3. Die Evaluation vor dem Code planen. Hier kippen die meisten Informatik-Themen. Schreib auf, was du am Ende vergleichen willst und gegen was. Ohne Vergleichsbasis steht im Ergebnisteil eine Zahl, die niemand einordnen kann.
  4. Zu dritt in die Besprechung gehen. Bring drei Themen mit, nicht eines. Wer eines mitbringt, bekommt ein Urteil. Wer drei mitbringt, bekommt ein Gespräch über die Unterschiede. Notiere zu jedem, woher die Messdaten kommen.

Tipp

Der Titel bleibt nach der Anmeldung meist unverändert. Wie du ihn formulierst, steht im Beitrag zu Titeln für Bachelor- und Masterarbeiten.

Schematische Darstellung einer Bachelorarbeit in Informatik

Den Ablauf unabhängig vom Fach beschreibt der Beitrag Thema für Bachelorarbeit und Masterarbeit finden.

Verschiedene Themenfelder und Schwerpunkte im Studiengang Informatik

Die Themenfelder der Informatik unterscheiden sich für eine Abschlussarbeit weniger im Inhalt als in der Frage, woher die Messdaten kommen. Ein Beweis in der theoretischen Informatik braucht nichts ausser Literatur. Ein Thema aus der angewandten Informatik braucht einen Praxispartner, der dich an seine Nutzenden lässt. Diese Unterscheidung entscheidet über deinen Zeitplan, nicht die fachliche Schwierigkeit.

Die folgende Tabelle ordnet jedem der neun Felder zu, worum es geht und wo die Daten üblicherweise liegen. Sie ist bewusst grob: Jedes Feld lässt auch rein theoretische Arbeiten zu und fast jedes lässt eine eigene Erhebung zu. Die Spalte rechts nennt den Normalfall.

ThemenfeldWorum es gehtWoher die Daten kommen
Grundlagen der InformatikAlgorithmen, Datenstrukturen, Betriebssysteme, Compilereigener Messaufbau, Laufzeitmessung
Theoretische InformatikBerechenbarkeit, Komplexität, formale SprachenFachliteratur, Beweis
Praktische InformatikSoftware, Netze, Datenbanken, Sicherheiteigener Prototyp, Benchmark
Angewandte InformatikInformatik in Medizin, Industrie, Verwaltung, BildungPraxispartner, Nutzertest
SoftwaretechnikVorgehensmodelle, Qualität, Architektur, WartungBefragung von Fachleuten, Repository-Daten
Künstliche IntelligenzLernverfahren, Sprachmodelle, Robotik, Planungoffene Datensätze, eigene Trainingsläufe
DatenwissenschaftAuswertung, Modellierung und Darstellung von Datenoffene Datenportale, Firmendaten
Mathematik für InformatikKryptographie, Graphen, Statistik, NumerikFachliteratur, keine eigene Erhebung
Spezialgebiete und ForschungQuantencomputing, Edge Computing, Recht, NachhaltigkeitForschungsgruppe, Primärquellen

Ein Feld fehlt in dieser Liste bewusst. Alles, was stärker nach Geschäftsprozess, Einführungsprojekt und Wirtschaftlichkeit fragt als nach dem System selbst, liegt näher an der Wirtschaftsinformatik. Dafür gibt es eine eigene Liste mit Themen für Wirtschaftsinformatik. Wenn dein Schwerpunkt dagegen auf dem formalen Unterbau liegt, lohnt der Blick in die Themenvorschläge für Mathematik.

220 Themenvorschläge für Informatik, aufgeteilt auf neun Themenfelder

Die folgenden 220 Vorschläge sind nach den neun Themenfeldern von oben sortiert. Gedacht sind sie als Ausgangspunkt, nicht als fertige Fragestellung: Jeder Vorschlag braucht noch ein konkretes System, eine Zielgruppe und ein Mass, bevor er ein Thema ist. «Anwendung von maschinellem Lernen in der Cybersecurity» wird erst dann eine Arbeit, wenn klar ist, welche Angriffsart, welcher Datensatz und gemessen woran.

Prüfe vor der Übernahme zwei Dinge. Erstens, ob deine Hochschule das Feld überhaupt betreut, denn ein Thema ohne Betreuung wird nicht angenommen. Zweitens, ob die Technik noch aktuell heisst. Themen, die eine einzelne Bibliothek oder ein Produkt benennen, veralten deutlich schneller als Themen, die ein Problem benennen.

Grundlagen der Informatik: 25 Themen

Themen aus den Grundlagen sind die sicherste Wahl, wenn du niemanden um Daten bitten willst. Du misst dein eigenes System: Laufzeit, Speicherverbrauch, Durchsatz. Der Messaufbau ist dabei die halbe Arbeit und er gehört so beschrieben, dass eine andere Person ihn nachbauen kann. Der Haken: Ohne eine Vergleichslösung steht am Ende eine Zahl ohne Bedeutung.

  • Optimierung von Suchalgorithmen in nichtlinearen Datenstrukturen
  • Vergleichende Analyse objektorientierter Programmiersprachen
  • Entwicklung von Cross-Platform-Anwendungen mit modernen Frameworks
  • Automatisierte Code-Reviews und deren Einfluss auf die Softwarequalität
  • Untersuchung von Parallelisierungstechniken in modernen Prozessoren
  • Evaluierung von Algorithmen zur Graphenfärbung
  • Leistungsanalyse von Datenkompressionsalgorithmen
  • Anwendung evolutionärer Algorithmen auf Optimierungsprobleme
  • Analyse von Synchronisationsmechanismen in Multithreading-Umgebungen
  • Entwurf und Implementierung eines eigenen kleinen Betriebssystems
  • Sicherheitsaspekte in Programmiersprachen und Compilerbau
  • Implementierung von Algorithmen auf GPU-Architekturen
  • Entwurfsmuster in der funktionalen Programmierung
  • Memory-Management-Strategien in modernen Programmiersprachen
  • Analyse der Komplexität von Algorithmen in der Kryptographie
  • Entwicklung eines Frameworks für Testautomatisierung
  • Bewertung von Softwarearchitekturen für skalierbare Anwendungen
  • Studien zu Best Practices in der API-Entwicklung
  • Verwendung von Docker in der Softwareentwicklung und -bereitstellung
  • Design und Implementierung von Microservices-Architekturen
  • Analyse von Compiler-Optimierungen für High-Level-Programmiersprachen
  • Implementierung und Bewertung von Debugging-Techniken
  • Untersuchung von Echtzeitbetriebssystemen für Embedded Systems
  • Entwicklung eines domänenspezifischen Emulators
  • Continuous Integration und Continuous Deployment in der Softwareentwicklung

Theoretische Informatik: 25 Themen

Theoretische Arbeiten brauchen kein Labor und keine Teilnehmenden, dafür einen langen Atem. Du beweist etwas oder du widerlegst es, und beides geht nur mit Papier, Stift und sehr viel Lesen. Solche Themen setzen voraus, dass an deiner Hochschule jemand in der Richtung forscht. An einer Fachhochschule mit Praxisauftrag findet ein Beweisthema selten Betreuung.

  • Untersuchungen zur Entscheidbarkeit in formalen Sprachen
  • Komplexitätsklassen und ihre Beziehungen zueinander
  • Entwicklung neuer Algorithmen für NP-vollständige Probleme
  • Anwendungen der Spieltheorie in der Informatik
  • Graphenisomorphismus und seine algorithmischen Herausforderungen
  • Quantencomputing: Grundlagen und Perspektiven
  • Automaten und ihre Anwendungen in der Textverarbeitung
  • Entwurf und Analyse von Algorithmen für Graphenprobleme
  • Codierungstheorie und ihre Anwendung in fehlertoleranten Systemen
  • Anwendung von Fixpunkttheoremen in der Programmiersprachen-Semantik
  • Erfüllbarkeitsprobleme und moderne SAT-Solver-Strategien
  • Algorithmische Spieltheorie und Mechanismus-Design
  • Petri-Netze und ihre Anwendung in der Modellierung von Systemen
  • Formalisierung von Beweissystemen
  • Untersuchung von Berechnungsmodellen jenseits der Turing-Vollständigkeit
  • Kategorientheorie in der Informatik
  • Die Rolle von Rekursionstheorien in der Berechenbarkeit
  • Untersuchung von Reduktionsstrategien in der Komplexitätstheorie
  • Formale Sprachen und ihre Anwendung in der Compilerkonstruktion
  • Analyse von Randomisierungstechniken in Algorithmen
  • Untersuchungen zu Zero-Knowledge-Beweisen
  • Formalisierung von Konzepten der unendlichen Automaten
  • Anwendung von Fuzzy-Logik-Systemen in der Entscheidungsfindung
  • Komplexitätsanalysen von verteilten Algorithmen
  • Approximationsalgorithmen für NP-schwere Optimierungsprobleme

Praktische Informatik: 25 Themen

In diesem Feld entsteht etwas, das läuft. Genau darin liegt die Falle: Ein funktionierendes System ist noch kein Ergebnis. Lege früh fest, woran du messen willst, ob deine Lösung besser ist als die naheliegende Alternative. Die ZHAW bewertet bei der Bachelorarbeit ausdrücklich «die praktische Arbeit sowie die mündliche Präsentation von ca. 30 Minuten Dauer», und in dieser Präsentation kommt die Frage nach dem Vergleich zuverlässig.

  • Bewertung von RESTful- und GraphQL-APIs in Webanwendungen
  • Sicherheitsstrategien für mobile Betriebssysteme
  • Entwicklung von Echtzeit-Datenanalysewerkzeugen
  • Analyse von Best Practices für die Verwaltung grosser Codebasen
  • Performance-Analyse von NoSQL-Datenbanken im Vergleich zu SQL-Systemen
  • Nutzung von Virtual Reality für Bildungsanwendungen
  • Serverseitiges Rendering in Webanwendungen: Architektur und Ladezeiten
  • Entwicklung von Chatbots mit Natural Language Processing
  • Implementierung von Sicherheitsmechanismen in IoT-Geräten
  • Einsatz von Drohnen-Technologie für Datensammlung und Datenanalyse
  • Entwicklung eines Systems zur Gesichtserkennung
  • Automatisierte Erkennung und Behebung von Software-Bugs
  • Nutzung von Blockchain-Technologie für sichere Transaktionssysteme
  • Entwicklung einer App zur Produktivität mit Gamification-Elementen
  • Analyse und Implementierung von Load-Balancing-Strategien für Webserver
  • Entwicklung von benutzerdefinierten Betriebssystemen auf Basis von Linux
  • Einsatz von Augmented Reality für Assistenzsysteme in der Industrie
  • Studien zu Effizienz und Skalierbarkeit von Cloud-Storage-Lösungen
  • Design und Implementierung einer benutzerfreundlichen Datenvisualisierung
  • Entwicklung von Algorithmen zur Optimierung von Netzwerkrouten
  • Implementierung von Algorithmen für selbstheilende Systeme
  • Studien zu Cross-Site-Scripting-Angriffen und deren Abwehr
  • Entwicklung eines Forensik-Tools für digitale Untersuchungen
  • Entwurf und Entwicklung eines Open-Source-Projektmanagement-Tools
  • Implementierung und Evaluierung von Algorithmen für verteiltes Computing

Angewandte Informatik: 25 Themen

Angewandte Themen leben vom Praxispartner. Ein Spital, ein Verein, eine Verwaltung oder ein Betrieb liefert den Fall und meist auch die Personen für den Test. Frag früh und schriftlich nach, denn hier scheitern Themen nicht an der Technik, sondern am Zugang. Ein Thema aus diesem Feld ohne Partner bleibt ein Prototyp ohne Bewertung.

  • Entwicklung eines digitalen Gesundheitsmonitoring-Systems
  • Einsatz von IT-Lösungen für nachhaltige Landwirtschaft
  • Analyse von Verkehrssystemen durch Simulation und Datenanalyse
  • Informatikanwendungen in der Raumfahrt: Navigation und Datenmanagement
  • Digitale Bildungsplattformen: Entwicklung und Bewertung
  • IT-gestützte Logistiksysteme für Smart Warehousing
  • Anwendung von Informatik-Werkzeugen in der Archäologie
  • Entwurf eines Informationssystems für kleine und mittlere Unternehmen
  • Entwicklung eines Recommender-Systems für E-Commerce
  • IT-Sicherheitskonzepte für Online-Banking-Anwendungen
  • Smart-Home-Technologien: Entwicklung und Integration
  • Analyse von Social-Media-Daten für Marketing-Strategien
  • Mobile Health: App-Entwicklung für Patientenmanagement
  • Einsatz von Virtual Reality in der Psychotherapie
  • Entwicklung von Computerspielen mit Bildungsinhalten
  • Einsatz von Informatik in der forensischen Analyse
  • Implementierung von ERP-Systemen in Nicht-IT-Branchen
  • Informationssysteme im Tourismus: Entwicklung und Einsatz
  • Anwendung künstlicher Intelligenz in der Musikindustrie
  • Analyse von E-Learning-Strategien an Hochschulen
  • Smart City: Integration von IT-Systemen in der Stadtplanung
  • Informatische Lösungen für das Energiemanagement
  • IT-Unterstützung in der juristischen Datenanalyse
  • Digitale Kunst und Kultur: Plattformen und Archivierung
  • Entwicklung von Support-Systemen für Menschen mit Behinderungen

Softwaretechnik: 25 Themen

Softwaretechnik ist das Feld mit den meisten empirischen Arbeiten. Wer über Vorgehensmodelle, technische Schulden oder Code Reviews schreibt, kommt an Aussagen von Entwicklerinnen und Entwicklern nicht vorbei. Das ist eine gute Nachricht, denn Fachleute sind einwilligungsfähig und reden gern über ihre Arbeit. Zwölf bis zwanzig ausgefüllte Fragebögen tragen eine Bachelorarbeit, die genaue Zahl klärst du mit der Betreuung.

  • Agile Methoden und Wasserfallmodell: Vergleich zweier Vorgehensmodelle
  • Analyse und Verbesserung der User Experience in Softwareprodukten
  • Softwaremetriken und ihre Anwendung in der Qualitätssicherung
  • Entwicklung und Bewertung von Continuous-Delivery-Workflows
  • Software-Refactoring: Best Practices und Techniken
  • Technische Schulden und ihre Auswirkungen auf Softwareprojekte
  • Analyse von Cross-Platform-Entwicklungsumgebungen
  • Entwicklung automatisierter Testverfahren für mobile Anwendungen
  • Designmuster und ihre Anwendung in Cloud-basierten Anwendungen
  • Entwicklung von Software-Support-Werkzeugen mithilfe von KI
  • Sicherheitsaspekte in der Softwareentwicklung
  • Open-Source-Softwareprojekte und Community-Management
  • Auswirkungen von Microservices auf die Systemarchitektur
  • Software-Wartung und Software-Evolution: Herausforderungen und Strategien
  • Einsatz von Virtualisierungstechniken in der Softwareentwicklung
  • Konzeption und Umsetzung von DevOps-Kulturen in Unternehmen
  • Entwicklung von Frameworks zur Software-Internationalisierung
  • Bewertung von Architekturstilen für Unternehmensanwendungen
  • Analyse der Effektivität von Bug-Tracking-Systemen
  • Studien zu Pair Programming und Code Reviews in der Praxis
  • Performance-Optimierung von Hochlast-Webanwendungen
  • Anwendung von Projektmanagement-Werkzeugen in der Softwareentwicklung
  • Entwicklung von Sicherheitsprotokollen für Webanwendungen
  • Anwendung von künstlicher Intelligenz im Software-Testing
  • Entwicklung von Adaptionsmechanismen für Legacy-Software-Systeme

Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen: 30 Themen

Künstliche Intelligenz hat sich als Themenfeld seit 2023 am stärksten verschoben, deshalb stehen hier fünf Themen, die es in der ersten Fassung dieser Liste noch nicht gab. Zwei Hinweise dazu. Rechenzeit ist an vielen Hochschulen knapp, frag vor der Anmeldung nach dem Zugang zum Rechencluster. Und ein Modell, das nur gegen einen Standard-Benchmark läuft, ist noch keine eigene Leistung.

  • Entwicklung von neuronalen Netzwerken zur Bilderkennung
  • Algorithmen für selbstlernende Systeme im Finanzsektor
  • Anwendung von Deep Learning in der medizinischen Diagnose
  • Feinabstimmung vortrainierter Sprachmodelle für eine Fachdomäne
  • Maschinelles Lernen zur Vorhersage von Wetterphänomenen
  • Reinforcement Learning in autonomen Fahrzeugen
  • Anwendung von KI in der personalisierten Medizin
  • Entwicklung von Algorithmen zur Mustererkennung in Zeitreihen
  • KI-basierte Optimierung von Supply-Chain-Management
  • Natural Language Processing für die automatische Zusammenfassung von Texten
  • Anwendung von KI in der Videoüberwachung zur Verhaltensanalyse
  • KI in der Spieleentwicklung: intelligentes Verhalten von NPCs
  • Entwicklung von Empfehlungssystemen für Streaming-Dienste
  • Anwendung von maschinellem Lernen in der Cybersecurity
  • Maschinelles Lernen für die Vorhersage von Aktienkursen
  • Entwicklung von Algorithmen für sprachgesteuerte Assistenzsysteme
  • Anwendung von KI in der Agrartechnik zur Ertragssteigerung
  • KI-Methoden zur Analyse und Interpretation von Genomdaten
  • Einsatz maschinellen Lernens in der industriellen Bildverarbeitung
  • Entwicklung von KI-basierten Diagnosewerkzeugen im Gesundheitswesen
  • Maschinelles Lernen zur Erkennung von Fake News
  • Entwicklung von KI-gestützten Lernplattformen
  • KI in der Robotik: Entwicklung kooperativer Robotersysteme
  • Predictive Analytics in der Kundenbeziehungsverwaltung
  • Einsatz von KI für die Optimierung von Energienetzen
  • Retrieval-Augmented Generation: Architektur und Antwortqualität
  • Evaluation grosser Sprachmodelle: Benchmarks und ihre Grenzen
  • Erkennung von KI-generierten Texten: Verfahren und Fehlerraten
  • Quantisierung neuronaler Netze für den Einsatz auf Endgeräten
  • Wirkung von Prompt-Strategien auf die Antworten von Sprachmodellen

Datenwissenschaft: 25 Themen

Datenwissenschaftliche Themen hängen an einer einzigen Frage: Gibt es den Datensatz wirklich und darfst du ihn benutzen? Offene Portale wie opendata.swiss oder Zenodo sind der bequeme Weg. Daten aus sozialen Netzwerken sind es nicht mehr, weil die Schnittstellen der grossen Plattformen inzwischen kostenpflichtig oder geschlossen sind. Prüfe den Zugang, bevor du das Thema anmeldest.

  • Frequent-Pattern-Mining in grossen Transaktionsdatensätzen
  • Anwendung von Clustering-Techniken zur Marktsegmentierung
  • Machine-Learning-Modelle zur Vorhersage von Kundennachfrage
  • Deep-Learning-Ansätze für die automatisierte Textklassifikation
  • Entwicklung von Frameworks für das Stream Processing von Big Data
  • Untersuchung von Anomalie-Erkennungstechniken in Zeitreihendaten
  • Einsatz von Sentiment-Analyse in sozialen Netzwerken
  • Visualisierungstechniken für die Darstellung komplexer Datensätze
  • Anwendung von Netzwerkanalysemethoden auf soziale Medien
  • Konstruktion von Empfehlungssystemen mit kollaborativem Filtern
  • Einsatz von Predictive Analytics zur Betrugserkennung
  • Analyse von raumzeitlichen Daten zur Umweltüberwachung
  • Machine Learning zur Optimierung von Logistiknetzwerken
  • Entwicklung von Modellen zur Prognose von Finanzmarkttrends
  • Natural Language Processing für die automatische Nachrichtenerstellung
  • Optimierung von Algorithmen für skalierbare Datenverarbeitung
  • Anwendung von KI-Techniken für die Personalisierung von Webinhalten
  • Evaluierung von Techniken zur Datenintegration aus mehreren Quellen
  • Untersuchung von Datenmanagementstrategien in Cloud-Umgebungen
  • Data Science im Gesundheitswesen zur Verbesserung der Patientenpflege
  • Entwurf von Algorithmen zur Datenreduktion und Datenkompression
  • Analyse von Geodaten zur Unterstützung von Stadtplanung
  • Entwicklung von Methoden zur Sicherstellung der Datenqualität
  • Text Mining zur Informationsgewinnung aus wissenschaftlichen Publikationen
  • Machine-Learning-Methoden für die personalisierte Bildung

Mathematik für Informatik: 20 Themen

Mathematische Themen schreibst du am Schreibtisch und sie sind bei Prüfenden beliebter, als Studierende vermuten. Eine solche Arbeit zeigt, dass du den Unterbau verstehst, statt eine Bibliothek aufzurufen. Fünf der zwanzig Punkte sind neu und knüpfen an Kryptographie und maschinelles Lernen an, weil die Mathematik dort gerade besonders sichtbar wird.

  • Elliptische Kurven und ihre Rolle in modernen Verschlüsselungsverfahren
  • Modellierung und Simulation von Netzwerken mit Graphentheorie
  • Anwendung von Wahrscheinlichkeitstheorie in der Algorithmik
  • Numerische Methoden für Differentialgleichungen in der Computergrafik
  • Anwendung von Optimierungsalgorithmen in der künstlichen Intelligenz
  • Mathematische Modelle für die Analyse von Algorithmenperformance
  • Topologie und ihre Anwendung in der Robotik
  • Spieltheorie und ihre Anwendung in Computer-Netzwerken
  • Analyse von Verschlüsselungsalgorithmen mit Methoden der Zahlentheorie
  • Untersuchung von diskreten Strukturen in der Informatik
  • Lineare Algebra und ihre Anwendung in der Datenverarbeitung
  • Anwendung statistischer Methoden zur Softwarequalitätssicherung
  • Entwurf und Analyse von Experimenten in der Informatikforschung
  • Mathematische Modellierung von Prozessen in verteilten Systemen
  • Einsatz von Kombinatorik in der Entwicklung von Datenstrukturen
  • Differential Privacy: mathematische Grundlagen und praktische Grenzen
  • Gitterbasierte Kryptographie: die Mathematik hinter den NIST-Standards
  • Numerische Stabilität beim Training neuronaler Netze
  • Informationstheorie und Entropie in der Datenkompression
  • Markow-Ketten zur Modellierung von Nutzerverhalten in Webanwendungen

Spezialgebiete und Forschung: 20 Themen

Spezialthemen sind reizvoll und riskant zugleich. Reizvoll, weil es wenig Literatur gibt und deine Arbeit dadurch schnell etwas Eigenes beiträgt. Riskant, weil wenig Literatur auch heisst, dass dir die Orientierung fehlt. Nimm ein Thema aus diesem Feld nur, wenn es an deiner Hochschule eine Forschungsgruppe dazu gibt.

Bei zwei Punkten muss die Bezeichnung heute präzise sein. Post-quantensichere Verfahren sind seit dem 13. August 2024 standardisiert: Das NIST hat mit FIPS 203, 204 und 205 die ersten drei Standards veröffentlicht, darunter ML-KEM für den Schlüsselaustausch (NIST, August 2024). Wer über Quantencomputing und Verschlüsselung schreibt, nennt diese Standards, statt allgemein von einer künftigen Bedrohung zu sprechen.

  • Auswirkungen von Quantencomputing auf Verschlüsselungsverfahren
  • Entwicklung autonomer Robotersysteme für spezielle Anwendungen
  • Studien zu ethischen Aspekten von KI-Systemen
  • Forschung über Humanoid-Robotik und künstliche Empathie
  • Untersuchung von Brain-Computer-Interfaces und deren Anwendungen
  • Computational Neuroscience in der Entwicklung kognitiver Modelle
  • Genetische Algorithmen zur Problemlösung in der künstlichen Intelligenz
  • Entwicklung fortschrittlicher Systeme für das Fog Computing
  • Anwendung von Edge Computing in IoT-Umgebungen
  • Cyber-Physical Systems und ihre Integration in das industrielle Internet
  • Mixed-Reality-Anwendungen für Bildung und Training
  • Studien über die Anwendung von Nanotechnologie in der Informatik
  • Migration bestehender Systeme auf post-quantensichere Verfahren
  • Bioinformatik: Verfahren zur Analyse genetischer Sequenzen
  • Einsatz von Informatik im Bereich nachhaltige Energie
  • Konformitätsanforderungen des AI Act an Hochrisiko-KI-Systeme
  • Energieverbrauch beim Training grosser Modelle: Messung und Reduktion
  • Reproduzierbarkeit in der Informatikforschung: Artefakte und Badges
  • Barrierefreiheit von Weboberflächen nach den WCAG: Prüfverfahren
  • MLOps: Betrieb und Überwachung von Modellen im Produktivbetrieb

Welche Informatik-Themen eine eigene Erhebung brauchen

Welche Informatik-Themen eine eigene Erhebung brauchen, verrät ihre Formulierung: Alles, was nach Akzeptanz, Benutzbarkeit oder Praxiseinsatz fragt, verlangt Aussagen von Menschen. Alles andere kommt aus einer Messung am eigenen System oder aus der Literatur. Diese Unterscheidung ist die nützlichste vor der Anmeldung und sie steht in keiner Themenliste.

Die Tabelle unten ordnet den häufigsten Formulierungen zu, was sie verlangen. Jede Zeile mit «eigene Befragung» oder «eigener Nutzertest» rechts bedeutet rund vier zusätzliche Wochen für Fragebogen, Einwilligung und Teilnehmersuche.

Formulierung im ThemaWas sie verlangtWoher es kommt
Entwicklung von ...lauffähiges System und eine Bewertung dazueigener Messaufbau
Optimierung von ...Vergleich gegen eine Ausgangslösungeigene Messreihe
Vergleich von A und Bzwei Systeme unter gleichen BedingungenBenchmark, eigener Prüfaufbau
Akzeptanz von ...Aussagen der späteren Nutzendeneigene Befragung
Benutzbarkeit von ...Urteile aus einem Test mit Personeneigener Nutzertest
Einsatz von ... in der PraxisAussagen von Fachleuten aus dem Feldeigene Befragung
Analyse von ...einen vorhandenen Datensatzoffene Daten, Repository
Grundlagen von ...Literatur und formale ArgumentationFachliteratur

Für die Zeilen mit eigener Erhebung gilt: zuerst entscheiden, ob du zählen oder verstehen willst. Wer zählen will, braucht einen standardisierten Fragebogen und genug Teilnehmende. Wer verstehen will, kommt mit acht guten Interviews weit. Was die beiden Wege leisten, steht im Beitrag zur Online-Umfrage als empirische Forschungsmethode.

Ein Punkt geht in Informatik-Arbeiten regelmässig schief: Repräsentativität. Eine Befragung von 40 Mitstudierenden ist keine Aussage über Entwicklerinnen und Entwickler in der Schweiz und sie muss es auch nicht sein. Sie muss nur im Methodenteil richtig beschrieben sein. Wann eine Befragung diesen Anspruch überhaupt erheben kann, erklärt der Beitrag zur Repräsentativität von Online-Umfragen.

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  • Umfrage per KI
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Evaluation der Informatik-Abschlussarbeit: wie du dein System bewertest

Dein System bewertest du, indem du vor dem ersten Code festlegst, welches Ziel du prüfst, mit welcher Frage und mit welcher Kennzahl, und das Ergebnis anschliessend gegen eine Vergleichslösung oder gegen das Urteil echter Nutzender stellst. Ohne diesen Plan bleibt am Ende die Feststellung, dass die Software läuft.

Informatik ist das Fach, in dem Studierende am häufigsten etwas herstellen und am seltensten vorher überlegen, wie sie es bewerten. Der Prototyp läuft, das Repository ist gefüllt, die Abgabe steht in zwei Wochen und dann fehlt der Teil, der die Arbeit zur wissenschaftlichen Arbeit macht. Die Frage nach der Evaluation gehört deshalb in die Themenwahl, nicht in den Schlussteil.

Den Plan für die Evaluation festlegen, bevor der erste Code entsteht

Eine Evaluation entsteht nicht am Ende, sie wird geplant. Ein bewährtes Format dafür ist der GQM-Plan: Goal, Question, Metric. Du nennst zuerst das Ziel, dann die Frage, dann die Kennzahl, mit der du sie beantwortest. Das Software-Design-and-Quality-Institut am KIT verlangt ihn in seinen Hinweisen zu Abschlussarbeiten für Masterarbeiten mit empirischer Validierung verbindlich und empfiehlt ihn für Bachelorarbeiten.

Dasselbe Institut zieht eine klare Grenze nach unten: «In einer Masterarbeit muss die Evaluation über reine funktionale Tests hinausgehen.» Unit-Tests zeigen, dass dein Code tut, was du programmiert hast. Sie zeigen nicht, dass deine Lösung besser ist als das, was es schon gab. Massgeblich ist das Studienreglement deiner Hochschule, der Grundsatz gilt aber fachübergreifend.

Wöchentlich besprechen statt am Schluss liefern

Eine Schweizer Besonderheit steht in den Leitfäden selbst: Die Betreuung ist als laufender Vorgang gedacht, nicht als Abgabetermin. Die ZHAW schreibt dazu, es sollen «in der Regel wöchentliche Besprechungen mit den Studierenden durchgeführt werden». Das ETH-Studienreglement für den Master Informatik hält fest, dass die Master-Arbeit unter der Leitung einer Professorin oder eines Professors des Departements steht, die oder der den Beginn festlegt und die Leistung bewertet. Nutz diese Termine für die Evaluation, nicht nur für den Stand der Implementierung.

Benutzbarkeit messen: die System Usability Scale

Sobald Menschen dein System benutzen sollen, brauchst du ein Mass für ihr Urteil. Der verbreitetste Fragebogen dafür ist die System Usability Scale, kurz SUS: zehn Aussagen, fünfstufige Antwortskala, am Ende ein Wert zwischen 0 und 100. Der Vorteil für eine Abschlussarbeit liegt im Vergleichswert. Jeff Sauro hat 2011 500 Studien ausgewertet und schreibt: «The average SUS score from all 500 studies is a 68.»

Mit dieser Zahl bekommt dein Ergebnis eine Einordnung, die keine selbst gestrickte Zufriedenheitsfrage liefert. Ein SUS-Wert von 74 ist überdurchschnittlich, einer von 55 nicht. Beachte die Grenze: Die SUS misst das subjektive Urteil über die Benutzbarkeit, nicht die Aufgabenerfüllung. Wie lange eine Aufgabe dauert und wie oft sie misslingt, erhebst du daneben.

Achtung

Eine SUS-Erhebung mit fünf Personen aus dem eigenen Semester ist keine Evaluation. Plane die Teilnehmersuche deshalb ein, bevor du das Thema anmeldest. Wege dazu stehen im Beitrag Umfrageteilnehmer finden. Wer erst nach dem fertigen Prototyp damit anfängt, nimmt am Ende, wen er noch erreicht.

Reproduzierbarkeit: was von deiner Arbeit nachprüfbar bleibt

Reproduzierbarkeit ist in der Informatik ein eigenes Qualitätsmerkmal und ein gutes Argument in der Verteidigung. Die Association for Computing Machinery, kurz ACM, unterscheidet in ihrer Richtlinie zu Artifact Review and Badging (Version 1.1, 24. August 2020) zwei Stufen: «Results Reproduced» heisst, dass ein anderes Team die Ergebnisse mit den Artefakten der Autorinnen und Autoren erneut erzielt hat. «Results Replicated» heisst, dass es die Ergebnisse ohne diese Artefakte erreicht hat.

Für deine Arbeit folgt daraus eine kurze Liste. Lege Quellcode, Konfiguration, Datensatz und Auswertungsskripte so ab, dass die Betreuung deine Zahlen nachrechnen kann. Nenne die Versionen der verwendeten Bibliotheken, nicht nur ihre Namen. Und halte fest, welche Läufe du verworfen hast. Eine Arbeit, deren Ergebnisse sich nachrechnen lassen, ist schwerer anzugreifen als eine mit schöneren Zahlen.

Für eine Befragung oder einen Nutzertest brauchst du ein Werkzeug, mit dem du den Fragebogen anlegen und die Antworten auswerten kannst. empirio.ai, ein Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, hält im kostenlosen Tarif 50 Antworten im Monat bereit und hostet in der EU, inklusive Auftragsverarbeitungsvertrag (Stand: Oktober 2026). Für eine Erhebung aus der Schweiz heisst das: Die Daten liegen im EU-Raum, nicht in der Schweiz. Halte das im Methodenteil fest, dann stimmt die Angabe auch gegenüber dem Datenschutzgesetz.

Themen für Master-Arbeit, Projektarbeit und Bachelorarbeit in Informatik

Themen für Master-Arbeit, Projektarbeit und Bachelorarbeit in Informatik kommen aus derselben Liste, nur anders zugeschnitten: Die Projektarbeit nimmt eine einzige Kennzahl, die Bachelorarbeit eine Lösung samt Bewertung, die Master-Arbeit den Vergleich mehrerer Verfahren. Entscheidend ist nicht der Vorschlag, sondern wie weit du ihn aufziehst.

In der Schweiz trennt sich die Frage zusätzlich nach Hochschultyp. Fachhochschule und ETH erwarten nicht dasselbe, und das wirkt sich direkt auf die Themenwahl aus.

Fachhochschule oder ETH: welches Thema wohin passt

An einer Fachhochschule ist die Bachelorarbeit kleiner und praxisnäher zugeschnitten. Die ZHAW vergibt dafür 12 Credits und bewertet die praktische Arbeit samt einer mündlichen Präsentation von rund 30 Minuten. An der ETH Zürich umfasst die Master-Arbeit in Informatik 30 Kreditpunkte bei einer Bearbeitungsdauer von 28 Wochen im Vollzeitstudium. Ein Thema, das an der ETH eine Master-Arbeit trägt, ist für eine FH-Bachelorarbeit meist zu gross, und ein praxisnahes FH-Thema trägt umgekehrt keine ETH-Master-Arbeit.

Eine Projektarbeit aus einem Bachelorthema zuschneiden

Für eine Projektarbeit nimmst du einen Vorschlag aus der Liste und streichst alles Vergleichende weg. Aus «Agile Methoden und Wasserfallmodell: Vergleich zweier Vorgehensmodelle» wird «Retrospektiven in einem Scrum-Team: Ablauf und wahrgenommener Nutzen». Eine Projektarbeit braucht keinen Benchmark, sie braucht eine saubere Beschreibung und eine belegte Aussage. Weitere Beispiele stehen in der Liste mit Themenvorschlägen für Seminararbeit und Hausarbeit.

Informatik oder Wirtschaftsinformatik: welches Thema wohin gehört

Informatik und Wirtschaftsinformatik überschneiden sich an vielen Hochschulen stark, die Prüfungsfrage ist aber eine andere. Informatik fragt, wie ein System funktioniert und ob es besser funktioniert als ein anderes. Wirtschaftsinformatik fragt, ob ein System einem Betrieb nützt und was seine Einführung kostet. Praktisch heisst das: Steckt in deinem Thema eine Kennzahl aus dem System, ist es Informatik. Steckt eine Kennzahl aus dem Unternehmen darin, ist es Wirtschaftsinformatik.

Steht dein Thema, fehlt noch der Schritt zur Fragestellung. Eine Forschungsfrage ist nicht dasselbe wie ein Thema: Sie muss beantwortbar sein, und zwar mit den Daten, die du wirklich bekommst. Den Unterschied zwischen Frage, These und Hypothese erklärt der Beitrag zu Forschungsfrage, These und Hypothese.

Typische Fehler bei der Themenwahl in Informatik

Vier Fehler kommen bei der Themenwahl in Informatik besonders häufig vor: ein Technologiename als Thema, ein Prototyp ohne Vergleichsbasis, eine falsch zugeordnete Rechtslage und fehlender Zugriff auf die Daten. Alle vier haben denselben Kern: Das Thema ist von der Technik her gedacht und nicht von der Frage her.

Alle vier lassen sich vor der Anmeldung heilen. Danach nicht mehr, weil Thema und Titel dann in der Regel festliegen und ein Tausch eine neue Anmeldung bedeutet.

Das Thema ist eine Technologie, keine Frage

«Blockchain in der Logistik» ist ein Themenfeld, keine Abschlussarbeit. Der Fehler entsteht, weil Technologienamen in Vorlesungen und Stellenanzeigen die vertrauten Begriffe sind. Die Folge ist eine Arbeit, die dreissig Seiten erklärt, was die Technologie ist, und fünf Seiten, was du damit gemacht hast. Der Ausweg ist mechanisch: Setz hinter dein Thema ein System, eine Zielgruppe und eine Kennzahl. Bleibt es dann noch zu gross, streich die Hälfte.

Der Prototyp läuft, aber es gibt nichts zu zeigen

Der häufigste Totalausfall in Informatik-Arbeiten: Das System funktioniert, die Abgabe naht und es existiert keine Vergleichsbasis. Dann steht im Ergebnisteil, dass die Anwendung «erfolgreich implementiert» wurde, und genau dafür gibt es in der Bewertung keine Punkte. Lege vor dem ersten Commit fest, gegen was du vergleichst: eine bestehende Lösung, eine einfache Referenzmethode oder den Zustand vor deiner Änderung.

Den AI Act auf die Schweiz übertragen, wo er nicht gilt

Der häufigste Rechtsfehler in Schweizer Informatik-Arbeiten ist eine ungeprüfte Übernahme aus deutschen Quellen. Die Auslegeordnung des Bundes zur Regulierung von künstlicher Intelligenz hält dazu fest: «Der AI Act gilt grundsätzlich nicht für die Schweiz, findet allerdings für Schweizer Akteure Anwendung, die im EU-Binnenmarkt im Anwendungsbereich des AI Acts tätig sind.» Wer ein System entwickelt, das in der EU eingesetzt werden soll oder dessen Ergebnisse dort verwendet werden, prüft die Verordnung also trotzdem.

Für die Schweiz selbst gilt nach Angaben des BAKOM: «In der Schweiz besteht bisher noch keine übergreifende Gesetzgebung spezifisch zu KI.» Der Bundesrat hat am 12. Februar 2025 entschieden, die KI-Konvention des Europarats zu ratifizieren; eine Vernehmlassungsvorlage soll bis Ende 2026 entstehen. Beschreibe den Stand also mit Datum. Eine Rechtsberatung ist dieser Beitrag nicht.

Datenschutz bei einer Erhebung in der Schweiz

Für eine Befragung gilt in der Schweiz das totalrevidierte Datenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. September 2023, nicht die DSGVO. Wer Teilnehmende in der EU befragt oder ein Werkzeug mit Serverstandort in der EU nutzt, hat beide Regelwerke im Blick. Nenne im Methodenteil, welches du angewendet hast.

Kein Zugriff auf die Daten, mit denen du rechnen willst

Ein Thema zur Sentiment-Analyse auf einer Social-Media-Plattform liest sich gut und endet oft an einer Bezahlschranke. Schnittstellen, die 2020 noch frei waren, kosten heute Geld oder sind geschlossen. Für amtliche Daten ist opendata.swiss die erste Adresse. Das Bundesamt für Statistik hält zudem fest, dass das Fach Informatik zwischen 2013/14 und 2022/23 mit einem Anstieg von 1559 auf 2663 Studienanfängerinnen und -anfänger die stärkste Zunahme bei den Eintritten verzeichnete, ein brauchbarer Einstieg für Themen zur Studienwahl.

Checkliste vor der Anmeldung

  • System, Zielgruppe und Kennzahl stehen im Arbeitstitel.
  • Die Vergleichsbasis für die Evaluation ist benannt.
  • Der Datensatz liegt vor oder die Zusage ist schriftlich da.
  • Teilnehmende für einen Nutzertest sind erreichbar.
  • Rechenzeit und Werkzeuge sind geklärt.
  • Der Rechtsrahmen ist auf die Schweiz geprüft, nicht übernommen.
  • Eine Forschungsgruppe an der Hochschule betreut das Feld.

Ein Informatik-Thema ist nicht gut, weil die Technik spannend ist. Es ist gut, weil du am Ende etwas messen kannst.

Fazit

Nimm aus den 220 Vorschlägen drei mit, die zu einer Forschungsgruppe deiner Hochschule passen, und entscheide dann nach der Evaluation, nicht nach dem Interesse. Themen aus der theoretischen Informatik und der Mathematik gehen immer, weil du dafür niemanden um Daten bitten musst. Alles mit Nutzertest oder Befragung braucht vier Wochen Vorlauf und genug Teilnehmende.

Wie es weitergeht


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Häufig gestellte Fragen

Das Informatikstudium teilt sich für Abschlussarbeiten üblicherweise in neun Felder: Grundlagen, theoretische Informatik, praktische Informatik, angewandte Informatik, Softwaretechnik, künstliche Intelligenz, Datenwissenschaft, Mathematik für Informatik sowie Spezialgebiete und Forschung. Welche Felder deine Hochschule betreut, steht im Studienreglement und auf den Seiten der Departemente. Ein Thema ohne betreuende Forschungsgruppe wird nicht angenommen, auch wenn es inhaltlich passt.

Ein lauffähiges Programm allein reicht für eine Abschlussarbeit nicht. Zur Implementierung gehört eine Bewertung: ein Vergleich gegen eine bestehende Lösung, eine Referenzmethode oder den Zustand vor der Änderung. Die ZHAW bewertet bei der Bachelorarbeit ausdrücklich die praktische Arbeit samt einer mündlichen Präsentation von rund 30 Minuten. Massgeblich ist das Studienreglement deiner Hochschule.

Der Umfang unterscheidet sich stark nach Hochschultyp. Die ZHAW vergibt für die bestandene Bachelorarbeit im Studiengang Informatik 12 Credits, was einem Arbeitsaufwand von 360 Stunden entspricht. An der ETH Zürich umfasst die Master-Arbeit in Informatik 30 Kreditpunkte bei 28 Wochen Bearbeitungsdauer im Vollzeitstudium. Sieh in deinem eigenen Studienreglement nach, bevor du den Umfang planst.

Die Auslegeordnung des Bundes zur Regulierung von künstlicher Intelligenz hält fest, dass der AI Act grundsätzlich nicht für die Schweiz gilt, aber für Schweizer Akteure Anwendung findet, die im EU-Binnenmarkt in seinem Anwendungsbereich tätig sind. Für eine Arbeit heisst das: Soll dein System in der EU eingesetzt werden, prüfe die Verordnung. Soll es nur in der Schweiz laufen, beschreibe den schweizerischen Stand.

Für eine Erhebung in der Schweiz gilt das totalrevidierte Datenschutzgesetz, das am 1. September 2023 in Kraft getreten ist, zusammen mit der Datenschutzverordnung. Die DSGVO kommt hinzu, sobald du Personen in der EU befragst oder ein Werkzeug mit Serverstandort in der EU einsetzt. Halte im Methodenteil fest, welches Regelwerk du angewendet hast. Eine Rechtsberatung ist dieser Beitrag nicht.

Für amtliche Daten ist opendata.swiss die erste Adresse, für Forschungsdatensätze Zenodo. Schnittstellen sozialer Netzwerke sind dagegen meist kostenpflichtig oder geschlossen. Testpersonen findest du über die Fachvereine, Lehrveranstaltungen, Fachforen und den Praxispartner selbst. Lade den Datensatz herunter oder hol die schriftliche Zusage, bevor du das Thema anmeldest.

Themen aus der theoretischen Informatik und aus der Mathematik für Informatik lassen sich ohne eine Zeile Code bearbeiten. Beweise zur Entscheidbarkeit, Komplexitätsanalysen, Codierungstheorie oder die Mathematik hinter Verschlüsselungsverfahren brauchen Literatur und Argumentation. Dazu kommen systematische Literaturübersichten, etwa zum Stand der Forschung bei einem Verfahren. Beide Wege setzen voraus, dass eine Forschungsgruppe dein Feld betreut.

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