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Wirtschaftsinformatik: Themen Bachelorarbeit & Masterarbeit

So findest du ein Thema für die Abschlussarbeit in Wirtschaftsinformatik: 200 Vorschläge aus fünf Themenfeldern, dazu der Vier-Punkte-Test und die Datenfrage.

Autor bei empirio.ai - Marco Warzecha, Co-Gründervon Marco WarzechaAktualisiert am 9. Oktober 2026Lesezeit 23 Min.

Du sollst ein Thema für deine Abschlussarbeit in Wirtschaftsinformatik finden und stehst vor dem Grundproblem des Fachs: Dein Studium liegt zwischen Betriebswirtschaft und Informatik, also sind beide Richtungen erlaubt. Genau das macht die Entscheidung schwer.

Ein Thema für die Wirtschaftsinformatik findest du, indem du zuerst entscheidest, ob du etwas gestalten oder etwas untersuchen willst, das Thema dann auf ein konkretes Informationssystem und eine konkrete Organisation zuschneidest und vor der Anmeldung festlegst, woher deine Daten kommen: eigene Befragung, Systemdaten eines Betriebs oder öffentliche Statistik. Am Ende hast du drei Vorschläge für die Sprechstunde und zu jedem einen Satz, woher die Daten kommen.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • 200 Themen für Wirtschaftsinformatik, verteilt auf fünf Themenfelder.
  • Gestaltungsarbeit und Verhaltensarbeit verlangen unterschiedliche Daten.
  • Ein Prototyp ohne Bewertung ist noch kein Ergebnis.
  • Die KI-Verordnung gilt in weiten Teilen seit August 2026.
  • Akzeptanzmodelle wie UTAUT liefern die Variablen deiner Befragung.

Die Vorschläge in diesem Beitrag gehören zum Überblick über alle Themenvorschläge für Abschlussarbeiten, in dem auch die anderen Studiengänge liegen.

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In 4 Schritten zum passenden Thema: So findest du ein Thema für Wirtschaftsinformatik

Die Themensuche in Wirtschaftsinformatik scheitert selten an fehlenden Ideen. Sie scheitert daran, dass ein Vorschlag in beide Richtungen offen bleibt: Man kann ihn betriebswirtschaftlich untersuchen oder technisch gestalten. Wer das nicht entscheidet, schreibt am Ende zwei halbe Arbeiten.

Die 200 Vorschläge weiter unten sind der Rohstoff, nicht das fertige Thema. Zum Thema wird ein Vorschlag erst, wenn drei Dinge feststehen: welches Informationssystem du anfasst, in welcher Organisation es läuft und woran du den Erfolg messen willst.

  1. Erst den Schwerpunkt prüfen, dann das Thema. Sieh im Modulhandbuch nach, welche Schwerpunkte dein Studiengang anbietet und welche Professuren sie vertreten. Ein Thema aus dem Datenmanagement findet an einer Professur für Prozessmanagement keine Betreuung, auch wenn beides Wirtschaftsinformatik ist.
  2. Die Richtung festlegen: gestalten oder untersuchen. Eine Gestaltungsarbeit erstellt etwas Neues, ein Modell, eine Methode oder einen Prototyp. Eine Verhaltensarbeit untersucht, wie Menschen mit Technik umgehen. Beide Wege sind im Fach anerkannt, sie verlangen aber völlig verschiedene Daten.
  3. Vom Themenfeld auf System und Organisation zuschneiden. „Künstliche Intelligenz im Kundenservice“ ist ein Themenfeld. „Welche Bearbeitungszeit erreicht ein KI-Assistent im First-Level-Support eines Stadtwerks?“ ist ein Thema.
  4. Die Datenquelle vor der Anmeldung klären. Schreib zu jedem Vorschlag auf, woher die Zahlen kommen sollen. Wer auf Daten eines Unternehmens hofft, braucht eine Zusage und keine Idee. Wer eine eigene Befragung plant, rechnet mit rund vier zusätzlichen Wochen.

Tipp

Der Titel auf dem Deckblatt bleibt nach der Anmeldung meist unverändert. Wie du ihn formulierst, steht im Beitrag zu Titeln für Bachelor- und Masterarbeiten.

Schematische Darstellung einer Bachelorarbeit in Wirtschaftsinformatik

Den Ablauf unabhängig vom Fach beschreibt der Beitrag Thema für Bachelorarbeit und Masterarbeit finden.

Verschiedene Themenfelder und Schwerpunkte im Studiengang Wirtschaftsinformatik

Die Themenfelder der Wirtschaftsinformatik ergeben sich aus ihrem Gegenstand: Informationssysteme in Unternehmen, in der Verwaltung und in privaten Haushalten. So beschreibt es Peter Mertens in der Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik der Universität Potsdam, die das Fach als interdisziplinäres Fach zwischen Betriebswirtschaftslehre und Informatik einordnet.

Welche Schwerpunkte eine Hochschule daraus macht, steht im Modulhandbuch. Die gemeinsame Rahmenempfehlung für Studiengänge in Wirtschaftsinformatik von Gesellschaft für Informatik, WKWI und Die Wirtschaftsinformatik (Version 1.3, Stand 31. Januar 2025) nennt fünfzehn Inhaltsbereiche, darunter Informationsmanagement, Datenmanagement, Prozessmanagement, Business Intelligence und Analytics sowie künstliche Intelligenz.

Die fünf Felder in diesem Beitrag fassen diese Bereiche zu den Blöcken zusammen, unter denen Abschlussarbeiten üblicherweise ausgeschrieben werden. Entscheidend ist die Spalte zur Datenquelle: Sie sagt, wen du fragen musst.

ThemenfeldWorum es gehtWoher die Daten kommen
Digitale GeschäftsmodelleWertschöpfung über digitale Produkte und Plattformeneigene Befragung, Geschäftsberichte
IT-Sicherheit und DatenschutzSchutz von Systemen, Daten und RechtspflichtenFachinterviews, Behördenquellen
Business Intelligence und AnalyticsEntscheidungen aus Unternehmensdaten ableitenSystemdaten, offene Datensätze
IT-Management und digitale TransformationSteuerung von IT, Projekten und Wandeleigene Befragung, Fallstudie
Informationssysteme in der ProzessoptimierungAbläufe mit Software schneller und sicherer machenProzessdaten, Protokolldaten

Zwei Nachbarfächer überschneiden sich damit. Wer stärker auf Algorithmen, Architektur und Implementierung hinauswill, findet die Vorschläge unter Themen für Informatik. Wer stärker auf Markt, Organisation und Kennzahlen hinauswill, findet sie unter Themen für BWL.

200 Themenvorschläge für Wirtschaftsinformatik, aufgeteilt auf die verschiedenen Themenfelder

Die 200 Themenvorschläge auf dieser Seite sind nach den fünf Themenfeldern sortiert, jeweils 40 Vorschläge je Feld. Jeder Vorschlag ist eine Richtung und kein fertiger Titel: Was fehlt, sind die Organisation, der Zeitraum und die Datenquelle.

Jedes Feld ist unten in zwei Blöcke geteilt, damit du schneller findest, was zu deiner Lage passt. Vor jedem Block steht ein Absatz dazu, welche Art von Arbeit er typischerweise verlangt. Lies ihn, bevor du die Liste überfliegst.

Themen zu digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen

Themen zu digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen lesen sich gut und haben ein Datenproblem. Umsätze und Margen einzelner Anbieter sind selten öffentlich. Tragfähig sind deshalb zwei Wege: Entweder du untersuchst die Nachfrageseite über eine eigene Befragung oder du arbeitest mit veröffentlichten Geschäftsberichten und Marktstudien.

  • Erfolgsfaktoren für Start-ups im Bereich Fintech
  • Digitale Transformation in traditionellen Unternehmen: eine Fallstudie
  • Plattform-Ökonomien und ihre Auswirkungen auf lokale Märkte
  • Digitale Abonnementmodelle im Vergleich: eine Branchenanalyse
  • Analyse von Crowdfunding als Finanzierungsmethode für Start-ups
  • Geschäftsmodelle für nachhaltige Technologien im digitalen Zeitalter
  • Blockchain-Modelle für transparente Lieferketten
  • Digitale Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen: Telemedizin
  • Geschäftsmodelle im Internet der Dinge: eine sektorübergreifende Analyse
  • Digitale Marktplätze: Erfolgsfaktoren und Wettbewerbsdynamik
  • Auswirkungen von Open-Source-Software auf die Softwareindustrie
  • Wachstumsstrategien für Anbieter von Software as a Service
  • On-Demand-Wirtschaft: Analyse von Ride-Sharing-Geschäftsmodellen
  • Der Einsatz von Drohnen in der Logistik: Geschäftsmodelle und Regulierung
  • Smart Farming: digitale Geschäftsmodelle in der Landwirtschaft
  • E-Sport als digitales Geschäftsmodell
  • Auswirkungen von Kryptowährungen auf traditionelle Geschäftsmodelle
  • Datenräume als Grundlage neuer Geschäftsmodelle im Mittelstand
  • Digitale Geschäftsmodelle im Handwerk: Akzeptanz von Buchungsplattformen
  • Umstellung eines Softwareprodukts vom Kauf auf ein Abonnement

Themen zu digitalen Produkten, Preisen und Kundenverhalten

Themen zu digitalen Produkten, Preisen und Kundenverhalten sind die dankbarsten für Studierende ohne Praxispartner. Nach Zahlungsbereitschaft, Akzeptanz und Kaufverhalten lässt sich jede Zielgruppe selbst fragen. Du brauchst dafür keinen Betrieb, sondern genügend Teilnehmende und einen Fragebogen, der die Konstrukte sauber abbildet.

  • Big Data und personalisierte Preisstrategien im Online-Handel
  • Der Einfluss von sozialen Medien auf die Entwicklung digitaler Produkte
  • Virtual Reality als Verkaufsplattform: Potenziale und Herausforderungen
  • Geschäftsmodellinnovationen durch Smart-Home-Technologien
  • Die Rolle von Influencer-Marketing in digitalen Geschäftsmodellen
  • Einsatz von KI-basierten Empfehlungssystemen im E-Commerce
  • Akzeptanz von Banking-Apps bei jungen Erwachsenen
  • Auswirkungen von KI auf die Personalisierung von Dienstleistungen
  • Nutzung von Datenanalytik für Geschäftsmodellinnovationen
  • Mobile-Payment-Systeme und ihr Einfluss auf das Kaufverhalten
  • Digitale Transformation im Bildungssektor: Geschäftsmodelle im E-Learning
  • Der Einfluss von Augmented Reality auf das Kundenerlebnis im Einzelhandel
  • Digitale Geschäftsmodelle für nachhaltigen Konsum
  • Wettbewerbsvorteile durch digitale Mehrwertdienste
  • Gamification-Strategien in digitalen Geschäftsmodellen
  • Analyse von Pay-what-you-want-Preismodellen im digitalen Vertrieb
  • Entwicklung von Multi-Channel-Strategien für den Einzelhandel
  • Die Rolle von künstlicher Intelligenz in der Musikindustrie
  • Generative KI in digitalen Produkten: Zahlungsbereitschaft der Nutzenden
  • Preismodelle für KI-Funktionen: nutzungsbasiert oder pauschal

Themen zur technischen IT-Sicherheit im Unternehmen

Themen zur technischen IT-Sicherheit verlangen fast immer Zugang zu Fachleuten. Firmen reden über ihre Schwachstellen nicht öffentlich, also kommen die Daten aus Interviews unter Zusage der Anonymität. Rein konzeptionelle Arbeiten gehen auch ohne Betrieb, etwa die Umsetzung des IT-Grundschutzes in einem fiktiven Musterunternehmen.

  • Entwicklung eines Incident-Response-Plans für mittelständische Unternehmen
  • Auswirkungen von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf die Unternehmenskommunikation
  • Bewertung der Sicherheit von Smart-Home-Geräten in Unternehmensnetzwerken
  • Implementierung von Zero-Trust-Netzwerkarchitekturen in der Praxis
  • Sicherheitskonzepte für Cloud-Storage-Dienste in sensiblen Branchen
  • Methoden zur Erkennung und Vermeidung von Insider-Bedrohungen
  • Sicherheitsmanagement für mobile Geräte in der Unternehmens-IT
  • Einsatz und Wirksamkeit von Intrusion-Detection-Systemen
  • Entwicklung von Richtlinien für sichere Softwareentwicklung im Unternehmen
  • Risiken und Sicherheitsstrategien für IoT-Geräte in Produktionsumgebungen
  • Maßnahmen gegen Advanced Persistent Threats in Unternehmen
  • Authentifizierungsprotokolle und ihre Anwendung in Unternehmensnetzwerken
  • Absicherung von Software-Lieferketten mit einer Software Bill of Materials
  • Anwendungsbereiche und Grenzen von Verschlüsselungstechniken
  • Patch-Management in IT-Infrastrukturen: Verfahren und Kennzahlen
  • Risikobewertung und Risikomanagement in kritischen IT-Infrastrukturen
  • Sicherheitsaspekte bei der Entwicklung und Nutzung von APIs
  • Strategien zur Abwehr von Distributed-Denial-of-Service-Angriffen
  • Einfluss von Quantencomputern auf die IT-Sicherheit in Unternehmen
  • Umsetzung des IT-Grundschutz-Kompendiums in einem kleinen Unternehmen

Themen zu Datenschutz, Rechtspflichten und neuen Angriffswegen

Themen zu Datenschutz und Rechtspflichten haben einen Vorteil, der den Aufwand wert ist: Gesetzestexte und Behördenseiten sind offen zugänglich und belastbar. Der Haken ist die Haltbarkeit. Eine Arbeit über eine überholte Fassung sieht schlecht aus, deshalb gehört an jede Rechtsaussage der Stand, auf den sie sich bezieht.

  • Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf global tätige Unternehmen
  • Anpassung der Unternehmenspolitik an steigende Anforderungen des Datenschutzes
  • Sicherheitsaudits und Compliance-Prüfungen in IT-Abteilungen
  • Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf die Netzwerksicherheit
  • Datenschutz bei der Einführung von Telematiksystemen in Unternehmen
  • Sicherheitsanforderungen an die Remote-Arbeit und ihre Umsetzung
  • Phishing-Angriffe und Präventionsansätze: eine Befragung von Beschäftigten
  • Datenschutzgerechtes Design von Unternehmenswebseiten und Apps
  • Sicherheit von Payment-Service-Providern in E-Commerce-Systemen
  • Anforderungen an die Datensicherheit in der Cloud für Finanzdienstleister
  • Entwicklung von Datenschutzkonzepten für Social-Media-Plattformen
  • Richtlinien für Bring Your Own Device: Durchsetzbarkeit im Alltag
  • Erkennung von Deepfakes in der Unternehmenskommunikation
  • Sicherheitsherausforderungen bei Big-Data-Analysen
  • Schutz personenbezogener Daten in der Cloud: Verantwortlichkeiten und Grenzen
  • Anforderungen an die IT-Sicherheit im Gesundheitswesen und bei Patientendaten
  • Betroffenheit mittelständischer Unternehmen von der NIS-2-Richtlinie
  • Registrierungspflicht nach dem BSIG: Umsetzungsstand in einer Branche
  • Sicherheitsrisiken beim Einsatz großer Sprachmodelle im Unternehmen
  • Prompt Injection als Angriffsweg auf KI-Assistenten

Themen zu Berichtswesen, Dashboards und Datenarchitektur

Themen zu Berichtswesen, Dashboards und Datenarchitektur brauchen echte Daten, sonst bleibt die Arbeit eine Werkzeugbeschreibung. Zwei Auswege funktionieren: ein offener Datensatz aus einem Portal oder ein Praxispartner, der dir einen Auszug seiner Systemdaten überlässt. Beides klärst du vor der Anmeldung, nicht danach.

  • Entwurf eines Dashboards zur Visualisierung von Verkaufsdaten in Echtzeit
  • Business Intelligence in der Personalarbeit: Analyse von Fluktuationsraten
  • Implementierung eines Business-Intelligence-Systems in einem KMU
  • Kennzahlensysteme für vernetzte Produktionsanlagen
  • Business-Intelligence-Strategien für Kundenbindungsprogramme
  • Auswirkungen von Self-Service-BI-Tools auf Entscheidungsprozesse
  • Entwicklung eines Modells zur Bewertung der BI-Reife in Organisationen
  • Konzeption eines Berichtswesens für Energieverbrauchsdaten in Smart Grids
  • Business Intelligence in der öffentlichen Verwaltung zur Ressourcenplanung
  • Integration von Geoinformationssystemen in Business-Intelligence-Anwendungen
  • Business Intelligence zur Unterstützung von Nachhaltigkeitsentscheidungen
  • Auswirkungen von Business Intelligence auf die Unternehmenskultur
  • Data-Warehouse-Strategien für heterogene Unternehmensdaten
  • BI-Tools zur Leistungsanalyse von E-Commerce-Plattformen
  • Anwendung von Online Analytical Processing für multidimensionale Analysen
  • Business Intelligence im Eventmanagement zur Planung von Veranstaltungen
  • Echtzeit-Business-Intelligence zur Steuerung von Produktionsprozessen
  • Einsatz von Data Lakes für umfassende Analysen
  • Data Mesh oder zentrales Data Warehouse: Entscheidungskriterien
  • Akzeptanz von Self-Service-Analytics in der Fachabteilung

Themen zu Prognosen, Data Mining und maschinellem Lernen

Themen zu Prognosen, Data Mining und maschinellem Lernen sind die rechenintensivsten im Fach. Gefordert ist hier eine Gütebewertung: Wie gut trifft dein Modell und gegen welchen einfachen Vergleichswert? Ein Modell ohne Vergleichsbasis liefert eine Zahl, die niemand einordnen kann, und genau daran scheitern diese Arbeiten.

  • Maschinelles Lernen zur Vorhersage von Kundenverhalten im Einzelhandel
  • Data Mining zur Identifikation von Cross-Selling-Potenzialen
  • Predictive Analytics für das Lagerbestandsmanagement
  • Optimierung des Supply-Chain-Managements durch Business-Intelligence-Ansätze
  • Einsatz von Business Intelligence zur Risikominimierung in Finanzportfolios
  • Analyse von Zeitreihendaten zur Absatzprognose
  • Business Intelligence im Gesundheitswesen zur Verbesserung der Versorgung
  • Text Mining und Sentimentanalyse von Kundenfeedback in sozialen Medien
  • BI-gestützte Analyse von Markttrends für die Produktentwicklung
  • Entwicklung eines Frühwarnsystems für Absatzrückgänge
  • Automatisierte Anomalieerkennung in Vertriebskennzahlen
  • Optimierung von Marketingkampagnen durch BI-gestützte Kundensegmentierung
  • Entwicklung von Prognosemodellen für den Energiehandel
  • Analyse der Kundenbindung über eine BI-gestützte Touchpoint-Betrachtung
  • BI-Methoden zur Effizienzsteigerung in der Logistik
  • Business Intelligence zur Betrugserkennung in Versicherungsunternehmen
  • Business Intelligence für strategische Entscheidungen in Start-ups
  • Process Mining zur Aufdeckung von Abweichungen im Bestellprozess
  • Natürlichsprachige Abfragen auf Unternehmensdaten: Genauigkeit und Grenzen
  • Datenqualität als Voraussetzung für KI-Prognosen im Vertrieb

Themen zu IT-Strategie, Governance und IT-Projekten

Themen zu IT-Strategie, Governance und IT-Projekten sind die typische Heimat der Verhaltensarbeit. Gefragt wird, wie Organisationen entscheiden, und das beantwortet keine Messung, sondern eine Befragung oder ein Interview. Kenntnisse in Programmierung brauchst du hier nicht, dafür aber Zugang zu Menschen mit Entscheidungsverantwortung in der IT.

  • Entwicklung eines Leitfadens für die digitale Transformation im Mittelstand
  • IT-Governance in der Digitalisierung: Herausforderungen und Lösungsansätze
  • Agile Methoden im IT-Projektmanagement: Erfolgsfaktoren und Fallstricke
  • IT-Service-Management-Frameworks in der Praxis
  • Outsourcing-Entscheidungen im IT-Management: eine kritische Betrachtung
  • IT-Compliance: regulatorische Vorgaben und ihre technische Umsetzung
  • Entwicklung von IT-Strategien für Start-ups in der Wachstumsphase
  • Steuerung von Multi-Cloud-Umgebungen: Governance und Kosten
  • Versicherbarkeit von Cyberrisiken: Kriterien der Anbieter
  • IT-Portfolio-Management bei schnellen technologischen Entwicklungen
  • Strategien für das Management von Cloud-Anwendungen
  • Skalierungseffekte durch Software-defined Networking
  • Methoden zur Messung des Erfolgs von IT-Projekten
  • Management von Datenqualität als Grundlage für Digitalisierungsprojekte
  • Umsetzung von IT-Nachhaltigkeitsstrategien in Unternehmen
  • Strategisches IT-Management in der Finanzbranche unter Druck von Fintechs
  • Projektmanagement-Software zur Steuerung von IT-Projekten
  • Die Rolle von Open-Source-Software im IT-Management
  • Digitale Souveränität als Kriterium bei der Auswahl von Cloud-Anbietern
  • Einfluss von Big-Data-Analysen auf strategische Geschäftsentscheidungen

Themen zu digitalem Wandel, Führung und KI-Einführung

Themen zu digitalem Wandel, Führung und KI-Einführung lassen sich gerade besonders gut untersuchen, weil viele Betriebe mitten in der Einführung stecken. Befragte sind leichter zu finden als bei Sicherheitsthemen. Achte darauf, dass du eine Beziehung prüfst und nicht nur einen Stand beschreibst.

  • Die Rolle der IT-Leitung bei der Steuerung digitaler Transformationsprozesse
  • Einsatz und Wirkung von Cloud Computing in der digitalen Transformation
  • Change Management in IT-Abteilungen: Strategien für Einführungsprojekte
  • Auswirkungen von Robotic Process Automation auf Geschäftsprozesse
  • Verbreitung von künstlicher Intelligenz in Unternehmensprozessen
  • Aufbau einer Security-Awareness-Schulung und Messung ihrer Wirkung
  • Einfluss mobiler Technologien auf Geschäftsstrategie und IT-Management
  • Eine Kultur der digitalen Innovation etablieren: Barrieren und Erfolgsfaktoren
  • Digitale Ethik und ihre Berücksichtigung im IT-Management
  • Integration von Social Media in die Unternehmens-IT: Risiken und Potenziale
  • Virtual und Augmented Reality in Trainings- und Supportprozessen
  • Einsatz des Internets der Dinge in der Produktion: Managementaspekte
  • Technologieakzeptanzmodelle im Kontext digitaler Innovationen
  • Konzeption eines unternehmensweiten Wissensmanagementsystems
  • Digital Leadership: Führungskompetenzen für das digitale Zeitalter
  • Auswirkungen digitaler Zwillinge auf die Produktentwicklung
  • Governance für generative KI: Richtlinien und ihre Einhaltung im Unternehmen
  • Pflichten aus der KI-Verordnung: Vorbereitung in einem Mittelstandsunternehmen
  • KI-Kompetenz der Beschäftigten: Bedarf und passende Schulungsangebote
  • Einführung von Low-Code-Plattformen: Nutzen und Schatten-IT

Themen zu ERP, CRM und betrieblicher Standardsoftware

Themen zu ERP, CRM und betrieblicher Standardsoftware sind praxisnah und deshalb gut für eine Arbeit im Unternehmen geeignet. Sie leben von einem konkreten Ablauf: ein Bestellprozess, eine Freigabe, eine Reklamation. Ohne diesen Ablauf wird aus dem Thema eine allgemeine Softwarebeschreibung.

  • Auswirkungen von ERP-Systemen auf die Effizienz von Geschäftsprozessen
  • CRM-Systeme zur Verbesserung der Kundenkommunikation
  • Business-Process-Management-Software für kontinuierliche Verbesserung
  • Optimierung von Beschaffungsprozessen durch integrierte Informationssysteme
  • SCM-Systeme zur Steigerung der Transparenz in der Lieferkette
  • Entwicklung von Decision-Support-Systemen für die Unternehmensführung
  • Prozessmodellierung und Simulation zur Optimierung von Fertigungsabläufen
  • E-Procurement-Systeme zur Senkung von Prozesskosten
  • Lean-Management-Prinzipien in IT-gestützten Prozessen
  • Entwicklung benutzerfreundlicher Oberflächen zur Prozesssteuerung
  • Dokumentenmanagementsysteme zur Beschleunigung von Verwaltungsprozessen
  • Auswirkungen von Cloud Computing auf Prozessoptimierungen
  • Qualitätsmanagementsysteme zur Prozessüberwachung und Verbesserung
  • Die Rolle von Informationssystemen in agilen Organisationsstrukturen
  • Informationssysteme zur Compliance-Überwachung in regulierten Branchen
  • Content-Management-Systeme zur Effizienzsteigerung in Marketingprozessen
  • Prozessoptimierung durch SaaS-Lösungen im Vergleich zu eigenem Betrieb
  • Energiemanagementsysteme zur Optimierung von Betriebsprozessen
  • IT-Frameworks zur Standardisierung von Unternehmensprozessen
  • Kennzahlenbasierte Identifikation von Engpässen in Verwaltungsprozessen

Themen zu Automatisierung, Dokumenten und Schnittstellen

Themen zu Automatisierung, Dokumenten und Schnittstellen eignen sich gut für eine Gestaltungsarbeit, weil das Ergebnis sichtbar ist. Die Messung ist hier leichter als in anderen Feldern: Bearbeitungszeit, Fehlerquote und Durchlaufzeit lassen sich vor und nach der Änderung erheben, wenn der Betrieb die Protokolldaten herausgibt.

  • Entwicklung eines Workflow-Management-Systems zur Prozessautomatisierung
  • Mobile Anwendungen zur Unterstützung von Außendienstmitarbeitenden
  • Künstliche Intelligenz für adaptive Prozesskontrollen
  • RFID-Technologie zur Verbesserung von Lager- und Inventurprozessen
  • Integration von IoT-Geräten in bestehende Informationssysteme
  • Predictive Maintenance zur Optimierung von Instandhaltungsprozessen
  • Social-Collaboration-Werkzeuge und ihre Wirkung auf die Teamarbeit
  • IT-Lösungen zur Unterstützung des Change Managements
  • Chatbots zur Automatisierung von Kundeninteraktionen
  • Augmented Reality zur Optimierung von Wartungs- und Reparaturprozessen
  • Sendungsverfolgung in Echtzeit: Datenintegration über Systemgrenzen
  • E-Learning-Systeme zur Beschleunigung der Einarbeitung
  • Self-Service-Portale zur Entlastung des Kundenservice
  • Blockchain-Technologie zur Absicherung von Transaktionsprozessen
  • Vier-Augen-Prinzip in Freigabeprozessen technisch durchsetzen
  • KI-Assistenten im Kundenservice: Bearbeitungszeit und Zufriedenheit
  • Automatisierte Rechnungsverarbeitung mit Dokumentenerkennung
  • Die elektronische Rechnung im Mittelstand: Umsetzung und Stolpersteine
  • Agentenbasierte Automatisierung: wo sie heute an Grenzen stößt
  • Prozessdokumentation mit generativer KI: Qualität der Ergebnisse

Gestaltungsarbeit oder Verhaltensarbeit: welche Art von Thema du wählst

Die Wirtschaftsinformatik kennt zwei anerkannte Wege zu einem Ergebnis und dein Thema muss sich für einen davon entscheiden. Eine Gestaltungsarbeit erstellt ein Artefakt: ein Modell, eine Methode, eine Architektur oder einen Prototyp. Eine Verhaltensarbeit erklärt oder prognostiziert, wie Menschen und Organisationen mit Informationssystemen umgehen.

Beide Wege stehen ausdrücklich im Lehrplan des Fachs. Die Rahmenempfehlung für Studiengänge in Wirtschaftsinformatik nennt unter den Inhalten der Disziplin die Grundlagen und Methoden der verhaltenswissenschaftlichen Forschung (Behavioral Science Research) und der gestaltungsorientierten Forschung (Design Science Research), dazu den Begriff des IT-Artefakts. Herausgeber sind Gesellschaft für Informatik, WKWI und Die Wirtschaftsinformatik.

Woran du eine Gestaltungsarbeit erkennst

  • Dein Thema beginnt mit Entwicklung, Konzeption oder Entwurf.
  • Am Ende steht etwas, das vorher nicht existierte.
  • Die Bewertung vergleicht das Artefakt gegen die gesetzten Ziele.
  • Die Daten entstehen im Test, nicht in der Erhebung.
  • Kenntnisse in Programmierung oder Modellierung sind Voraussetzung.

Woran du eine Verhaltensarbeit erkennst

  • Dein Thema fragt nach Akzeptanz, Nutzung, Wirkung oder Erfolgsfaktoren.
  • Am Ende steht eine geprüfte Aussage über Menschen oder Organisationen.
  • Die Daten kommen aus Befragung, Interview oder amtlicher Statistik.
  • Ein theoretisches Modell gibt die Variablen vor.
  • Ohne Zugang zu Befragten lässt sich das Thema nicht bearbeiten.

Mischformen sind möglich und gleichzeitig die anspruchsvollere Variante: Wer einen Prototyp erstellt und ihn anschließend von Nutzenden bewerten lässt, macht beides und braucht für beides Zeit. In einer Bachelorarbeit mit zwölf Wochen Bearbeitungszeit geht das selten auf. Welcher Weg zu deinen Voraussetzungen passt, klärt auch der Beitrag Empirische oder theoretische Abschlussarbeit.

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Welche Wirtschaftsinformatik-Themen eine eigene Erhebung brauchen

Welche Wirtschaftsinformatik-Themen eine eigene Erhebung brauchen, verrät das erste Wort im Thema. Alles, was nach Akzeptanz, Zufriedenheit, Erfolgsfaktoren oder Einsatz in der Praxis fragt, verlangt Aussagen von Menschen. Alles andere kommt aus Systemdaten, aus veröffentlichten Statistiken oder aus der Literatur.

Die Tabelle unten ordnet den häufigsten Formulierungen zu, woher ihre Daten kommen müssen. Jede Zeile mit eigener Befragung bedeutet zusätzlichen Vorlauf: Fragebogen entwerfen, Einwilligung klären, Teilnehmende finden.

Formulierung im ThemaWas sie verlangtWoher die Daten kommen
Akzeptanz von ...Urteile der späteren Nutzendeneigene Befragung
Erfolgsfaktoren für ...Einschätzungen von Fachleuteneigene Befragung, Interviews
Zufriedenheit mit ...Bewertungen auf einer Skalaeigene Befragung
Auswirkungen von ...Vergleich zweier ZuständeSystemdaten oder Befragung
Entwicklung eines ...ein Artefakt und seine Bewertungeigener Test
Optimierung von ...Messung vor und nach der ÄnderungProzessdaten, Protokolldaten
Analyse von ...einen vorhandenen Datenbestandoffene Daten, Geschäftsberichte
Rechtliche Anforderungen an ...Gesetzestext und seine AuslegungPrimärquellen, Behördenseiten

Akzeptanzmodelle liefern die Variablen gleich mit

Für die Zeilen mit eigener Befragung lohnt ein Blick auf die etablierten Modelle, denn sie ersparen dir die halbe Fragebogenarbeit. Am häufigsten genutzt wird die Unified Theory of Acceptance and Use of Technology von Venkatesh, Morris, Davis und Davis (2003), kurz UTAUT. Sie bündelt vier Konstrukte: performance expectancy, effort expectancy, social influence und facilitating conditions. Nach Angabe der Autoren erklärt das Modell 70 Prozent der Varianz in der Nutzungsabsicht.

Ein erprobtes Modell macht deine Arbeit außerdem anschlussfähig an die Literatur, weil sich deine Ergebnisse mit anderen Studien vergleichen lassen. Wie aus den Konstrukten ein Fragebogen wird, steht im Beitrag zur Umfrage für Bachelorarbeit und Masterarbeit.

Zeitbedarf einer eigenen Befragung

Der Fragebogen selbst ist an einem Tag fertig. Das Warten auf genügend Antworten dauert erfahrungsgemäß drei bis vier Wochen und dieser Puffer gehört in den Zeitplan, bevor du das Thema anmeldest.

Für eine standardisierte Befragung brauchst du ein Umfrage-Tool, einen Teilnahme-Link und eine Gruppe, die antwortet. empirio.ai, ein Online-Umfrage-Tool aus Deutschland, ist für Studierende und Abschlussarbeiten gemacht.

Der Vier-Punkte-Test: trägt dein Thema wissenschaftlich?

Ob ein Wirtschaftsinformatik-Thema wissenschaftlich trägt, lässt sich an vier Kriterien prüfen, die das Fach selbst formuliert hat. Das Memorandum zur gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatik nennt für Artefakte vier Anforderungen: Abstraktion, Originalität, Begründung und Nutzen.

Verfasst haben das Memorandum Hubert Österle, Jörg Becker, Ulrich Frank, Thomas Hess, Dimitris Karagiannis, Helmut Krcmar, Peter Loos, Peter Mertens, Andreas Oberweis und Elmar J. Sinz, veröffentlicht 2010 in der Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung. Die vier Anforderungen stehen dort wörtlich und lassen sich direkt als Prüffragen für ein Thema lesen.

  1. Abstraktion. Das Memorandum verlangt: „Ein Artefakt muss auf eine Klasse von Problemen anwendbar sein.“ Ein Konzept für genau einen Betrieb ist damit eine Beratungsleistung. Wissenschaftlich wird es, sobald du sagst, für welche Art von Unternehmen es gilt.
  2. Originalität. Gefordert ist außerdem: „Ein Artefakt muss einen innovativen Beitrag zum publizierten Wissensstand leisten.“ Prüfe also vor der Anmeldung, was zu deinem Thema schon veröffentlicht ist. Ein Einführungskonzept nach Lehrbuch erfüllt dieses Kriterium nicht.
  3. Begründung. Im Memorandum heißt es: „Ein Artefakt muss nachvollziehbar begründet werden und validierbar sein.“ Jede Entscheidung in deinem Entwurf braucht einen Grund aus der Literatur oder aus Daten.
  4. Nutzen. Verlangt wird ein Nutzen „für die Anspruchsgruppen“, heute oder in Zukunft. Benenne deshalb früh, wer von deinem Ergebnis etwas hat: die IT-Abteilung, die Fachabteilung oder die Kundschaft.

Der Vier-Punkte-Test bei einer Verhaltensarbeit

Für eine Verhaltensarbeit gelten die vier Punkte sinngemäß und an die Stelle des Artefakts tritt die geprüfte Aussage. Abstraktion heißt dann: Die Aussage gilt nicht nur für die 60 Personen, die geantwortet haben, sondern für eine benannte Gruppe. Originalität heißt: Die Beziehung, die du prüfst, ist nicht schon dreimal in derselben Konstellation geprüft worden.

Ein Thema ist nicht deshalb wissenschaftlich, weil es kompliziert ist, sondern weil jemand nachvollziehen kann, wie du darauf gekommen bist.

Wenn die vier Punkte beantwortet sind, steht fast schon deine Forschungsfrage. Wie du sie formulierst, erklärt der Beitrag Forschungsfrage formulieren.

Was ein Wirtschaftsinformatik-Thema 2026 aktuell macht

Ein Wirtschaftsinformatik-Thema ist nicht dadurch aktuell, dass eine Technologie darin vorkommt, sondern dadurch, dass sich die Lage um sie herum verändert hat. Zwei Regelwerke haben genau das getan: die KI-Verordnung der Europäischen Union und die Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in Deutschland.

Für die Themenwahl heißt das zweierlei. Themen mit Rechtsbezug sind gerade besonders gut belegbar, weil Gesetzestexte und Behördenseiten offen zugänglich sind. Sie veralten aber auch am schnellsten, deshalb gehört in jede solche Aussage ein Datum.

Die KI-Verordnung und ihre Fristen

Die KI-Verordnung, Verordnung (EU) 2024/1689, ist nach Angabe der Europäischen Kommission am 1. August 2024 in Kraft getreten und gilt seit dem 2. August 2026 in weiten Teilen. Die Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz greifen seit dem 2. Februar 2025, die Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit dem 2. August 2025.

Eine Änderung, die am 27. Juli 2026 in Kraft getreten ist, hat die Fristen für Hochrisiko-Anwendungen verschoben: Für die Anwendungsfälle aus Anhang III gilt nun der 2. Dezember 2027, für Hochrisiko-Systeme in Produkten nach Anhang I der 2. August 2028. Wer über ein KI-Thema schreibt, nennt deshalb immer den Stand, auf den er sich bezieht.

Achtung

Fristen aus der KI-Verordnung haben sich schon einmal verschoben. Prüfe jede Datumsangabe vor der Abgabe noch einmal auf den Seiten der Europäischen Kommission und nicht in einem Blogbeitrag.

NIS-2 und die Registrierungspflicht nach dem BSIG

Für IT-Sicherheitsthemen ist die zweite Baustelle die Registrierungspflicht nach § 33 Absatz 6 BSIG. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schreibt dazu auf seiner Seite für NIS-2-regulierte Unternehmen, die gesetzliche Registrierungsfrist sei bereits abgelaufen (Stand: Oktober 2026). Ob ein einzelnes Unternehmen betroffen ist, klärt die Betroffenheitsprüfung des BSI.

Im Regelfall erwartet eine Betreuung bei solchen Themen keine juristische Bewertung, sondern eine saubere Beschreibung der Rechtslage und ihrer Folgen für das untersuchte Unternehmen. Ausnahme sind Studiengänge mit Wirtschaftsrecht im Schwerpunkt. Maßgeblich ist die Prüfungsordnung deiner Hochschule. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Themen für Masterarbeit, Projektarbeit und die Arbeit im Unternehmen

Themen für Masterarbeit, Projektarbeit und Diplomarbeit unterscheiden sich in der Wirtschaftsinformatik nicht im Gegenstand, sondern im Anspruch an Methode und Umfang. Dieselbe Idee trägt eine Projektarbeit, wenn du einen Ablauf beschreibst, und eine Masterarbeit, wenn du eine Hypothese prüfst oder ein Artefakt bewertest.

Wie viel Zeit dir dafür bleibt, steht in deiner Prüfungsordnung und die Unterschiede zwischen Hochschulen sind größer als gedacht. Zwei Beispiele aus veröffentlichten Ordnungen zeigen die Spanne.

HochschuleBachelorarbeitWas dort geregelt ist
Universität zu Köln12 Leistungspunkte360 Arbeitsstunden, höchstens 40 Seiten
HTW Berlin12 Leistungspunktehöchstens 10 Wochen, Kolloquium mit 3 Leistungspunkten

Stand: Oktober 2026, Angaben aus den unten verlinkten Ordnungen.

Gemeinsam ist beiden Beispielen die Zahl 12, unterschiedlich ist die Bearbeitungszeit. Das Modulhandbuch Wirtschaftsinformatik der Universität zu Köln (gültig ab 1. Oktober 2025) nennt 360 Arbeitsstunden und verlangt mindestens 100 Leistungspunkte vor der Anmeldung. Die Studien- und Prüfungsordnung der HTW Berlin vom 19. Mai 2015 in der Fassung vom 29. Januar 2020 begrenzt die Bearbeitung auf höchstens zehn Wochen. Verbindlich ist in jedem Fall die Ordnung deiner eigenen Hochschule.

Was eine Masterarbeit zusätzlich verlangt

Eine Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik verlangt in der Regel eine eigene methodische Entscheidung und ihre Begründung. Ein Verfahren anzuwenden genügt nicht, du begründest die Wahl gegen die Alternativen. Bei einer Gestaltungsarbeit heißt das: Die Bewertung geht über einen Funktionstest hinaus und prüft das Artefakt gegen die anfangs gesetzten Ziele.

Themen für die Abschlussarbeit im Unternehmen

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen ist in der Wirtschaftsinformatik der Normalfall und sie verschiebt das Themenproblem nur. Der Betrieb hat ein Anliegen, die Hochschule verlangt eine Forschungsfrage und beides deckt sich selten von allein. Nimm das Anliegen als Fall und formuliere die Frage darüber. Worauf du bei der Zusammenarbeit achten solltest, steht im Beitrag Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben.

Typische Fehler bei der Themenwahl in der Wirtschaftsinformatik

Die häufigsten Fehler bei der Themenwahl in der Wirtschaftsinformatik haben mit dem Thema selbst wenig zu tun. Sie betreffen das, was danach kommt: Daten, Zugang und Abgrenzung. Vier davon sehen Betreuende immer wieder.

Jeder dieser Fehler lässt sich vor der Anmeldung erkennen und das ist der einzige Zeitpunkt, an dem er noch billig ist. Nach der Anmeldung kostet jede Korrektur Wochen.

Der Datenzugang ist nicht geklärt, das Thema aber schon gewählt

Themen zu ERP-Systemen, Prozessoptimierung oder Business Intelligence setzen Daten aus einem Betrieb voraus. Eine mündliche Zusage im Bewerbungsgespräch ist noch keine Zusage für einen Datenexport. Kläre vor der Anmeldung schriftlich, welche Daten du bekommst, in welchem Format und mit welcher Freigabe. Ohne diese Klärung schreibst du am Ende eine Literaturarbeit über ein praktisch gedachtes Thema.

Das Thema ist eine Beratungsleistung, keine Abschlussarbeit

Ein Digitalisierungskonzept für genau eine Firma ist ein Auftrag und kein Thema. Fehlt die Verallgemeinerung, fehlt das Kriterium der Abstraktion aus dem Memorandum. Der Ausweg ist klein: Beschreibe den Fall als Fall und formuliere die Frage für eine Klasse von Unternehmen. Aus der einen Firma wird dann der Mittelstand im Anlagenbau.

Die Erhebung wird zu spät geplant

Eine Befragung ist der häufigste Grund, warum eine Arbeit in Verzug kommt. Der Fragebogen ist schnell fertig, die Antworten sind es nicht. Wer in der letzten Woche vor der Abgabe noch 50 Antworten braucht, hat ein Problem, das kein Werkzeug löst. Welche Wege zu Teilnehmenden etwas taugen, zeigt der Beitrag Umfrageteilnehmer finden.

Das Thema greift zu viel Technik gleichzeitig auf

Blockchain, künstliche Intelligenz und Prozessautomatisierung in einer Bachelorarbeit sind drei Arbeiten. Jede Technologie bringt eigene Literatur, eigene Begriffe und eigene Bewertungsmaßstäbe mit. Kürze auf eine Technologie und einen Anwendungsfall. Die Tiefe, die du dadurch gewinnst, zählt in der Bewertung mehr als die Breite, die du verlierst.

Checkliste vor der Anmeldung

  • Der Schwerpunkt passt zu einer betreuenden Professur.
  • Die Richtung steht: Gestaltung oder Verhalten.
  • Die Datenquelle ist benannt und zugesagt.
  • Die vier Punkte aus dem Memorandum sind beantwortet.
  • Der Zeitplan enthält vier Wochen für eine Erhebung.
  • Drei Vorschläge liegen für die Sprechstunde bereit.

Fazit

Nimm aus den 200 Vorschlägen drei mit, die zu einem Schwerpunkt deiner Hochschule passen, und entscheide dann nach der Datenfrage und nicht nach dem Interesse.

Themen zu Akzeptanz, IT-Management und Kundenverhalten laufen über eine eigene Befragung und sind damit planbar. Themen zu Business Intelligence und Prozessoptimierung brauchen dagegen einen Betrieb, der seine Daten herausgibt, und genau dort liegt der Flaschenhals.

Wie es weitergeht


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Häufig gestellte Fragen

Die Rahmenempfehlung für Studiengänge in Wirtschaftsinformatik der Gesellschaft für Informatik nennt fünfzehn Inhaltsbereiche, darunter Informationsmanagement, Datenmanagement, Prozessmanagement, Business Intelligence und Analytics, künstliche Intelligenz sowie digitale Märkte und Plattformen (Stand: Version 1.3 vom 31. Januar 2025). Welche davon eine Hochschule tatsächlich anbietet, steht im Modulhandbuch des jeweiligen Studiengangs.

Design Science Research bezeichnet den gestaltungsorientierten Weg: Die Arbeit erstellt ein Artefakt wie ein Modell, eine Methode, eine Architektur oder einen Prototyp und bewertet es anschließend gegen die anfangs gesetzten Ziele. Die Rahmenempfehlung für Studiengänge in Wirtschaftsinformatik führt diesen Weg neben der verhaltenswissenschaftlichen Forschung als Inhalt des Fachs.

Nein, eine Wirtschaftsinformatik-Arbeit lässt sich auch ohne Programmierung schreiben. Themen zu IT-Management, Akzeptanz, Governance oder Rechtspflichten kommen mit Befragung, Interview und Literatur aus. Kenntnisse in Programmierung brauchst du, sobald du selbst ein Artefakt erstellst, etwa einen Prototyp oder eine Auswertung. Die Richtung entscheidest du mit dem Thema.

Die Unified Theory of Acceptance and Use of Technology, kurz UTAUT, von Venkatesh, Morris, Davis und Davis (2003) ist das am häufigsten genutzte Modell. Sie bündelt vier Konstrukte: performance expectancy, effort expectancy, social influence und facilitating conditions. Nach Angabe der Autoren erklärt das Modell 70 Prozent der Varianz in der Nutzungsabsicht.

Ein Wirtschaftsinformatik-Thema hat ein Informationssystem im Zentrum, also Software, Daten und die Prozesse darum herum. Ein Thema aus dem Wirtschaftsingenieurwesen hat ein technisches oder produktionstechnisches System im Zentrum, etwa eine Anlage, ein Material oder eine Fertigungslinie. Beide fragen nach Wirtschaftlichkeit, der Unterschied liegt im untersuchten Gegenstand.

Ohne Zugang zu einem Unternehmen funktionieren Themen, deren Daten du selbst beschaffen kannst: eine Befragung von Nutzenden einer frei verfügbaren Software, eine Auswertung offener Datensätze, eine Analyse veröffentlichter Geschäftsberichte oder eine Untersuchung von Rechtspflichten anhand von Gesetzestexten und Behördenseiten. Themen zu ERP-Daten und Prozesskennzahlen scheiden damit aus.

Ein IT-Artefakt ist das Ergebnis einer gestaltungsorientierten Arbeit, also etwas, das vorher nicht existierte: ein Datenmodell, eine Vorgehensmethode, eine Systemarchitektur, eine Softwarekomponente oder ein lauffähiger Prototyp. Das Memorandum zur gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatik aus dem Jahr 2010 verlangt dafür vier Eigenschaften: Abstraktion, Originalität, Begründung und Nutzen.

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