Heutzutage schreiben immer mehr Studierende ihre empirische Abschlussarbeit in einem Unternehmen. Die Gründe dafür sind naheliegend: Wer am Ende des Studiums eine praxisorientierte Forschung in seinem Wunschgebiet verfasst, hat auf dem Arbeitsmarkt häufig bessere Chancen.
Solltest du dich ebenfalls für diesen Weg entscheiden, musst du dennoch mit einigen Besonderheiten und Vorschriften rechnen, die du bei der Bearbeitung beachten musst. In diesem Überblick haben wir die wichtigsten Aspekte einer externen Abschlussarbeit für dich zusammengefasst.
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Jetzt kostenlos startenAbschlussarbeit im Unternehmen: Eine gute Wahl?
Grundsätzlich werden Abschlussarbeiten, die im Rahmen des Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums außerhalb der Uni verfasst werden, als externe oder betriebliche Abschlussarbeiten bezeichnet. Meistens handelt es sich dabei um empirische Untersuchungen (z.B. quantitative Umfragen zum untersuchten Gegenstand), die in enger Zusammenarbeit mit dem gewählten Unternehmen durchgeführt werden.
Weitverbreitet sind solche Arbeiten vor allem in Studiengängen, die entweder ohnehin über eine starke praktische Ausrichtung verfügen (wie z.B. in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) oder einen angewandten Abschluss verfolgen (z.B. bei Ingenieurwissenschaften oder Grafikdesign). Doch auch für Geisteswissenschaftler sind externe Abschlussarbeiten durchaus sinnvoll: So können etwa Germanisten von einer Untersuchung in einem Verlag profitieren, Medienwissenschaftler in einer Social-Media-Agentur und Absolventen der Kunstgeschichte in einer Galerie.
Folgende thematische Aspekte können im Rahmen einer externen Abschlussarbeit am besten untersucht werden:
- Wirtschaftliche Untersuchung der Unternehmensstruktur und -praxis z.B. in einem Start-Up, in einem Anwaltsbüro oder in der Bank
- Soziologische Erfassung der gesellschaftsrelevanten Prozesse z.B. in einer Berufsschule, beim Arbeitsamt oder in einem Supermarkt
- Psychologische Analyse des menschlichen Verhalten z.B. durch Mitarbeiterumfragen in einem Verlag oder bei einer Patientenbeobachtung im Krankenhaus
- Aufarbeitung von technischen Prozessen z.B. in einem Ingenieur- oder Architekturbüro
Typische Forschungsmethoden sind dabei Befragungen, Beobachtungen oder Dokumentenanalysen. Abhängig von der Fragestellung können diese dabei quantitativ oder qualitativ durchgeführt werden.
Klassische Abschlussarbeit vs. Externe Abschlussarbeit
Wenn du eine externe Abschlussarbeit für deine Bachelor- oder Masterarbeit in Betracht ziehst, musst du dich zuerst mit den Richtlinien deiner Uni und deiner Fakultät zu diesem Thema vertraut machen – an diese musst du dich stets halten! Bei den meisten Universitäten muss eine betriebliche Abschlussarbeit schriftlich beim Prüfungsamt beantragt werden.
Im Gegensatz zur klassischen Abschlussarbeit ist es daher besonders wichtig, dass du dich so frühzeitig wie möglich (= mindestens ein Semester vor der Anmeldung deiner Arbeit) um alle organisatorischen Details kümmerst. Neben der Festlegung auf ein bestimmtes Thema gehören sowohl die Suche nach dem passenden Unternehmen als auch eine thematische Beratung mit deinem Erstprüfer zu deinen wichtigsten Aufgaben.
Solltest du auf der Webseite deiner Uni keine Informationen zum Verfassen einer externen Abschlussarbeit finden, ist das Sekretariat deines Fachbereichs eine gute erste Anlaufstelle. Außerdem empfehlen wir dir, nach Möglichkeit auch im Rahmen des Bachelor- oder Master-Kolloquiums über dein Vorhaben mit dem zuständigen Dozenten zu sprechen.
Insgesamt müssen sich betriebliche Abschlussarbeiten an die gleichen wissenschaftlichen Qualitätskriterien halten, denen auch jede andere akademische Arbeit unterliegt. Dennoch gibt es einige organisatorische Merkmale, die eine externe Abschlussarbeiten von anderen Arten unterschieden:
1. Zwei Betreuer (interner & externer)
Neben dem akademischen Erstprüfer (= interner Betreuer), der deine Arbeit abschließend bewertet, wird dir vom gewählten Betrieb ebenfalls ein Mentor (= externer Betreuer) zugewiesen. Der externe Betreuer ist ein Mitarbeiter des Unternehmens und hat keinen Einfluss auf die Benotung. Er ermöglicht dir viele Zugänge innerhalb des Unternehmens und hat ein inhaltliches und fachliches Interesse an deiner Arbeit. Für den externen Betreuer spielt es jedoch auch eine wichtige Rolle, dass das Unternehmen in deiner Arbeit im guten Licht dargestellt wird.
Die Herausforderung ist dabei jedoch, dass von beiden Seiten verschiedene Ansprüche an dich gestellt werden könnten. Um Konflikte zu vermeiden, ist eine sehr klare Kommunikation mit beiden Betreuern noch vor dem Beginn deiner Ausarbeitung extrem wichtig. Ein persönlicher oder digitaler gemeinsamer Termin mit beiden Parteien und einem abschließenden Protokoll, das die wichtigsten Punkte und Erwartungen für alle zusammenfasst, ist dabei sehr hilfreich.
2. Parallele Mitarbeit im Unternehmen
Zwar gibt es auch Ausnahmen, aber üblicherweise wirst du für die Dauer deiner Untersuchung im gewählten Unternehmen angestellt sein. Dies kann in Form von Praktika, Werkstudententätigkeit oder einer Teilzeitbeschäftigung samt entsprechender Vergütung erfolgen. Ob du die Abschlussarbeit während der Arbeitszeit schreibst oder außerhalb, hängt von der jeweiligen Absprache ab.
Die Herausforderung ist dabei, dass du nicht deine gesamte Energie und Zeit in die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit steckst. Deine Hauptpriorität sollte dennoch auf das Verfassen deiner Abschlussarbeit gerichtet sein! Halte in einem Arbeitsvertrag am besten nicht nur deine Vergütung fest, sondern auch, wie dein Zeitplan aussieht und in welchem Umfang du während der Arbeitszeit an deiner Untersuchung arbeiten darfst (z.B. um Mitarbeiterumfragen während der Arbeitsstunden durchzuführen). Sind die Ergebnisse deiner Studie für das Unternehmen besonders relevant, kannst du meistens mit mehr zeitlicher und finanzieller Unterstützung rechnen.
Beachte auch, dass viele Unternehmen von dir die Geheimhaltung verlangen werden. Direkt hinter dem Deckblatt deiner Ausarbeitung musst du in einem Sperrvermerk schriftlich zusichern, dass vertrauliche Informationen nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Meistens gilt dies nur für einen bestimmten Zeitraum (= Sperrfrist). In dieser Zeit dürfen zwar deine Prüfer die Arbeit lesen, aber das Publizieren deiner Studie ist nicht gestattet
Fazit: Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben – eine gute Idee?
Insgesamt hat es viele Vorteile, wenn du deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreibst. Möchtest du mit deiner Untersuchung ein konkretes Problem lösen und einen ersten Praxisbezug zu deinem späteren Beruf herstellen, ist eine betriebliche Abschlussarbeit für dich sinnvoll. Dazu ist die Mitarbeit im gewählten Unternehmen meistens auch noch bezahlt. Allerdings musst du damit rechnen, dass der organisatorische Aufwand deutlich höher als bei einer klassischen Bachelor- oder Masterarbeit ausfallen kann.
Gute Nachricht: Solange du genug Zeit für die externe Abschlussarbeit einplanst und sowohl mit dem Unternehmen als auch mit deinem akademischen Prüfer stets offen kommunizierst, steht einer erfolgreichen Abgabe nichts im Wege!
Häufig gestellte Fragen
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