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Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben: So klappt's

Abschlussarbeit im Unternehmen: der Ablauf vom Antrag bis zur Abgabe, was ein Sperrvermerk wirklich regelt und wie du im Betrieb an Daten kommst, die deine Hochschule anerkennt.

Autorin bei empirio.ai - Maria Malzewvon Maria MalzewAktualisiert am 11. September 2026Lesezeit 13 Min.

Dein Thema steht, das Unternehmen hat zugesagt und du freust dich auf echte Daten statt auf reine Literaturarbeit. Wer eine Abschlussarbeit im Unternehmen schreibt, wartet dann oft wochenlang auf die Freigabe der ersten Befragung, weil im Betrieb niemand genau sagen kann, wer sie erteilen darf.

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen schreibst du, indem du die externe Arbeit vorab beim Prüfungsamt anmeldest, dir eine Betreuung an der Hochschule und eine im Betrieb sicherst, die Nutzung interner Daten schriftlich regelst und deine Erhebung vor dem Start mit Betriebsrat und Datenschutz abstimmst. Wir zeigen dir den Ablauf, den Sperrvermerk und den Teil, den die meisten Ratgeber auslassen: wie du im Betrieb überhaupt an belastbare Daten kommst.


📌 Das Wichtigste im Überblick

  • Eine externe Abschlussarbeit muss meist das Prüfungsamt vorab genehmigen.
  • Ein Sperrvermerk schützt Firmengeheimnisse, die Prüfenden lesen trotzdem alles.
  • Freiwillige, anonyme Mitarbeiterbefragungen sind laut Bundesarbeitsgericht kein Personalfragebogen.
  • Online-Befragungen im Betrieb berühren das Mitbestimmungsrecht nach § 87 BetrVG.
  • Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro.

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Was eine Abschlussarbeit im Unternehmen ausmacht

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen ist eine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit, die du in Zusammenarbeit mit einem Betrieb schreibst: Das Thema kommt aus der Praxis, die Daten stammen aus dem Unternehmen, bewertet wird die Arbeit trotzdem allein von deiner Hochschule.

Im Hochschuljargon heißt diese Form externe Abschlussarbeit oder betriebliche Abschlussarbeit. Beide Begriffe meinen dasselbe und beziehen sich auf die Organisation, nicht auf den wissenschaftlichen Anspruch. Fachlich gelten dieselben Maßstäbe wie bei jeder anderen Arbeit: eine saubere Forschungsfrage, eine begründete Methode, nachvollziehbare Daten. Der Unterschied liegt darin, dass eine zweite Partei mitredet, die keine Note vergibt, aber sehr wohl eigene Interessen hat.

Verbreitet ist der Weg in Wirtschafts-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften, längst aber nicht nur dort. Ein Verlag ist ein Forschungsfeld für Germanistik, eine Klinik eines für Pflegewissenschaft, eine Agentur eines für Medienforschung. Dual Studierende und Fernstudierende schreiben ohnehin fast immer im eigenen Betrieb, und in den verbliebenen Diplomstudiengängen gilt für die Diplomarbeit im Unternehmen genau derselbe Ablauf.

Ob dein Vorhaben überhaupt eine eigene Erhebung braucht, klärst du vorher. Der Unterschied zwischen einer empirischen und einer theoretischen Abschlussarbeit entscheidet darüber, wie viel Zugang zum Betrieb du wirklich brauchst, und wie eigene Daten methodisch eingeordnet werden, steht im Überblick zur empirischen Forschung. Steht dein Abschluss schon fest, führen zwei Beiträge tiefer: einer zur Bachelorarbeit im Unternehmen mit dem Schwerpunkt Bewerbung, einer zur Masterarbeit im Unternehmen mit dem Schwerpunkt Abwägung.

Der Ablauf einer Abschlussarbeit im Unternehmen in sechs Etappen

Der Ablauf einer Abschlussarbeit im Unternehmen beginnt rund ein Semester vor der Anmeldung und läuft in sechs Etappen, von denen die ersten drei rein organisatorisch sind. Wer sie zusammenzieht, verliert am Ende Bearbeitungszeit, weil Genehmigungen und Verträge nicht parallel laufen.

Plane großzügiger, als dir lieb ist. Zwischen der ersten Anfrage im Betrieb und dem Tag, an dem du die erste Frage stellen darfst, liegen erfahrungsgemäß mehrere Wochen, und keine davon zählt zu deiner offiziellen Bearbeitungsfrist.

  1. Prüfungsordnung lesen. Erlaubt deine Hochschule externe Arbeiten, und braucht es dafür einen Antrag beim Prüfungsamt? Beides steht in der Prüfungsordnung deines Studiengangs.
  2. Erstgutachten klären. Deine Betreuung an der Hochschule muss dem Vorhaben zustimmen, bevor du dich im Betrieb festlegst. Manche Lehrstühle lehnen Arbeiten mit Sperrvermerk grundsätzlich ab.
  3. Unternehmen und Thema zusammenbringen. Aus dem Praxisproblem des Betriebs wird eine Forschungsfrage, die auch wissenschaftlich trägt. Diese Übersetzung ist deine Aufgabe, nicht die des Unternehmens.
  4. Vertrag und Sperrvermerk regeln. Vergütung, Arbeitszeit, Zugang zu Daten, Geheimhaltung und Veröffentlichung gehören vor dem Start schriftlich fest.
  5. Erhebung freigeben lassen. Betriebsrat, Datenschutz und Leitung geben grünes Licht, bevor die erste Einladung raus geht.
  6. Schreiben, abgeben, verteidigen. Vor dem Kolloquium klärst du, ob jemand aus dem Betrieb zuhört und welche Zahlen dort gezeigt werden dürfen.

💡 Tipp

Setze nach Etappe 3 einen gemeinsamen Termin mit beiden Betreuungen an, gern per Video, und schreibe danach ein Protokoll mit fünf Zeilen: Thema, Methode, Datenzugang, Termine, Veröffentlichung. Dieses Protokoll ist später deine Absicherung, wenn sich Erwartungen verschieben.

Zwei Betreuungen, zwei Erwartungen: so entschärfst du den Konflikt

Bei einer externen Abschlussarbeit hast du zwei Ansprechpersonen mit unterschiedlichen Zielen: Die Betreuung an der Hochschule bewertet die wissenschaftliche Qualität, die Ansprechperson im Betrieb erwartet ein brauchbares Ergebnis. Die Note vergibt ausschließlich die Hochschule, das Unternehmen hat darauf keinen Einfluss.

Meistens geht das gut. Unangenehm wird es an einer einzigen Stelle, und die kommt früher, als die meisten denken: wenn deine Ergebnisse dem Betrieb nicht gefallen. Ein Vorschlag, ein Kapitel zu kürzen, Zahlen zu glätten oder eine Aussage etwas positiver zu formulieren, klingt harmlos und ist trotzdem der Moment, in dem deine Arbeit ihren wissenschaftlichen Wert verliert.

Was ein Unternehmen streichen darf, sind Betriebsgeheimnisse. Was es nicht streichen darf, sind Ergebnisse.

Praktisch löst du das nicht im Streit, sondern über die Darstellung. Firmennamen, Standorte, Umsatzzahlen und Produktbezeichnungen lassen sich anonymisieren, ohne dass ein einziges Ergebnis verschwindet: aus dem Werk in Ingolstadt wird Standort A, aus absoluten Umsatzzahlen werden Indexwerte. Genau dafür ist die Anonymisierung da, und sie reicht in vielen Fällen sogar anstelle eines Sperrvermerks.

Bleibt der Einwand inhaltlich, informierst du deine Betreuung an der Hochschule, und zwar sofort und schriftlich. Eine Arbeit, in der ein unbequemes Ergebnis sauber begründet und eingeordnet steht, wird besser bewertet als eine, die nur bestätigt, was der Betrieb ohnehin geglaubt hat.

Sperrvermerk in der Abschlussarbeit: wann er nötig ist und was er nicht kann

Ein Sperrvermerk ist eine kurze Erklärung direkt hinter dem Deckblatt, mit der du zusicherst, dass vertrauliche Inhalte deiner Arbeit für eine bestimmte Frist nicht veröffentlicht und nicht an Dritte weitergegeben werden. Er ist kein gesetzlich geregeltes Instrument, sondern eine Vereinbarung zwischen dir, dem Betrieb und der Hochschule.

Wichtig ist, was ein Sperrvermerk nicht leistet. Die Bewertung hält er nicht auf, denn Erst- und Zweitgutachten lesen die Arbeit vollständig. Ob die Arbeit danach in der Prüfungsakte aufbewahrt wird, regelt die Prüfungsordnung, und daran ändert ein Sperrvermerk ebenfalls nichts. Was er tatsächlich bewirkt, ist die Sperre nach außen: keine Bibliothek, kein Publikationsserver, keine Weitergabe als Musterarbeit.

Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt. Erstens braucht es einen Sperrvermerk oft gar nicht: Das Studienzentrum Informatik der Universität Bremen hält in seinen FAQ (Stand 2022) fest, dass die Universität Abschlussarbeiten weder veröffentlicht noch vervielfältigt und ein Sperrvermerk deshalb im Allgemeinen nicht nötig ist, weil es genügt, den Betrieb im Text zu anonymisieren. Zweitens ist die Zustimmung der Prüfenden keine Formsache, denn nach derselben Quelle lehnen einzelne Prüfungsberechtigte die Begutachtung von Arbeiten mit Sperrvermerk ab.

⚠️ Achtung

Kläre die Zustimmung zum Sperrvermerk, bevor du mit der Arbeit anfängst, nicht bei der Abgabe. Wer vier Wochen vor dem Abgabetermin erfährt, dass die Betreuung nicht unterschreibt, steht vor der Wahl zwischen neuem Erstgutachten und neuem Thema. Der Ausweg heißt Anonymisierung: Sie erfüllt oft denselben Zweck und braucht keine Unterschrift.

Wie lange ein Sperrvermerk gilt, regelt keine allgemeine Vorschrift. Üblich sind Fristen von wenigen Jahren, unbefristete Sperren akzeptieren viele Hochschulen nicht. Maßgeblich ist die Prüfungsordnung deiner Hochschule, und im Zweifel entscheidet das Prüfungsamt. Ein Ratgeber ersetzt an dieser Stelle keine verbindliche Auskunft deiner Hochschule.

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Daten im Unternehmen erheben: der Teil, den kaum jemand erklärt

Eine Erhebung im Unternehmen brauchst du freigegeben, bevor die erste Einladung verschickt wird, und zwar von drei Stellen: der Leitung oder deiner Ansprechperson, dem Betriebsrat oder Personalrat und dem Datenschutz. Fehlt eine davon, wird die Befragung gestoppt, oft mitten im Feld.

Fehlende Freigaben sind der häufigste Grund, warum externe Abschlussarbeiten in Verzug geraten. Die meisten Ratgeber zum Thema erklären Bewerbung und Vertrag ausführlich und hören dort auf, wo die Forschung anfängt. Deshalb hier die drei Hürden der Reihe nach.

Betriebsrat und Personalrat: wer einer Befragung zustimmen muss

Der Betriebsrat hat bei Personalfragebögen ein echtes Mitbestimmungsrecht, eine Forschungsbefragung ist damit aber nicht automatisch gemeint. Nach § 94 Absatz 1 BetrVG bedürfen Personalfragebögen der Zustimmung des Betriebsrats. Das Bundesarbeitsgericht hat am 21. November 2017 entschieden (Az. 1 ABR 47/16), dass eine konzernweite Mitarbeiterbefragung kein Personalfragebogen in diesem Sinne ist, weil die Teilnahme strikt freiwillig war und es damit bei den Befragten lag, ob sie überhaupt antworten.

Für deine Online-Befragung gilt trotzdem eine zweite Vorschrift. Sobald eine technische Einrichtung eingesetzt wird, die zur Verhaltens- oder Leistungskontrolle geeignet ist, greift das Mitbestimmungsrecht aus § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG, und die bloße Eignung genügt dafür bereits. Für EDV-gestützte Mitarbeiterbefragungen hat das Bundesarbeitsgericht dieses Recht am 11. Dezember 2018 bestätigt (Az. 1 ABR 13/17). Geh deshalb früh auf den Betriebsrat zu, bring den vollständigen Fragebogen mit und erkläre, wie die Anonymität technisch hergestellt wird. In Behörden und öffentlichen Einrichtungen übernimmt der Personalrat diese Rolle.

Datenschutz und Anonymität: was im Betrieb anders ist als an der Hochschule

Beschäftigtendaten stehen seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 8. Mai 2025 unter besonderer Beobachtung. Das Gericht hat im Verfahren 8 AZR 209/21 entschieden, dass § 26 Absatz 1 BDSG die Anforderungen von Artikel 88 DSGVO nicht erfüllt und deshalb unangewendet bleiben muss. Jede Verarbeitung misst sich seitdem unmittelbar an Artikel 6 DSGVO, nachzulesen im Volltext der Entscheidung.

Für eine Abschlussarbeit ist der Ausweg aus dieser Debatte einfacher, als er klingt. Werden von vornherein keine personenbezogenen Daten erhoben, greift die DSGVO für diese Daten nicht. Eine wirklich anonyme Umfrage ist deshalb nicht nur die höflichere, sondern auch die rechtlich ruhigere Variante. Was dabei technisch zu prüfen ist, steht im Beitrag zum Datenschutz bei Umfragen. Rechtsberatung ersetzt dieser Abschnitt nicht, zuständig ist die Datenschutzbeauftragung deines Betriebs.

Anonymität in kleinen Abteilungen: wann die Demografie die Person verrät

Anonym ist eine Befragung erst, wenn sich auch über Umwege niemand zuordnen lässt. In einem Betrieb mit 3.000 Beschäftigten ist die Frage nach Abteilung, Alter und Betriebszugehörigkeit harmlos. In einer Abteilung mit acht Personen ergeben dieselben drei Angaben eine eindeutige Kennung, und alle im Raum wissen das. Der Rücklauf bricht dann nicht ein, weil das Thema heikel ist, sondern weil die Zuordnung offensichtlich wäre.

Zwei Regeln helfen zuverlässig. Frage demografische Merkmale nur ab, wenn du sie für deine Auswertung wirklich brauchst, und fasse sie großzügig zusammen: drei Altersgruppen statt Geburtsjahr, drei Bereiche statt neun Abteilungen. Sag außerdem in der Einladung konkret, was gespeichert wird und was nicht, statt das Wort anonym nur zu behaupten. Wie eine Befragung im Betrieb insgesamt aufgesetzt wird, zeigt der Leitfaden zu Mitarbeiterbefragungen.

Rücklauf und Stichprobe: mit wie vielen Antworten du rechnen kannst

Die Stichprobe ist in einer betrieblichen Abschlussarbeit fast immer durch die Belegschaft begrenzt, und genau das musst du im Methodenteil offenlegen. Wer alle Beschäftigten eines Standorts einlädt, zieht keine Zufallsstichprobe, sondern macht eine Vollerhebung mit Selbstselektion beim Rücklauf.

Eine seriöse Quote lässt sich nicht pauschal versprechen, weil sie von Betriebsgröße, Thema und Unterstützung durch die Leitung abhängt. Verlass dich deshalb nicht auf eine Zahl aus einem Blog, sondern rechne rückwärts: Wie viele ausgefüllte Fragebögen braucht deine Auswertung mindestens, und wie viele Personen musst du dafür einladen? Welche Stichprobengröße dein Verfahren verlangt, klärst du vor der Einladung, nicht danach.

Fünf Hebel heben den Rücklauf in einem Betrieb spürbar, und alle fünf kosten nichts:

  • Die Einladung kommt sichtbar von der Leitung, Teilnahme bleibt freiwillig.
  • Ausfüllen ist während der Arbeitszeit erlaubt, schriftlich zugesagt.
  • Die Befragung dauert unter zehn Minuten und sagt das vorab.
  • Eine einzige Erinnerung nach einer Woche, nicht drei.
  • Die Ergebnisse gehen an die Belegschaft zurück, mit Termin.

Die Rückmeldung der Ergebnisse wirkt am stärksten und wird am häufigsten vergessen. Wer schon einmal an einer Befragung teilgenommen und nie ein Ergebnis gesehen hat, macht beim nächsten Mal nicht mehr mit. Zur Einordnung deiner Zahlen lohnt außerdem ein Blick darauf, wann eine Erhebung überhaupt repräsentativ ist: Für den untersuchten Betrieb kann sie es sein, für die ganze Branche nicht.

Vergütung, Arbeitszeit und Vertrag: was vor dem Start schriftlich steht

Vergütet wird eine Abschlussarbeit im Unternehmen in der Regel über ein Arbeitsverhältnis, meist als Werkstudententätigkeit, Praktikum oder Teilzeitstelle. Der Betrag hängt an Stundenzahl, Branche und Region und lässt sich seriös nicht pauschal beziffern.

Eine harte Untergrenze gibt es trotzdem. Laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales liegt der gesetzliche Mindestlohn seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto je Stunde und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Rechne das mit deiner Wochenstundenzahl gegen, bevor du unterschreibst, und prüfe zusätzlich, ob ein Nebenverdienst dein BAföG oder deinen Studierendenstatus in der Krankenversicherung berührt.

Fünf Punkte gehören in den Vertrag oder in eine schriftliche Zusatzvereinbarung:

RegelungspunktWas schriftlich stehen muss
ArbeitszeitStunden pro Woche, die der Forschung gehören
Datenzugangwelche internen Quellen, namentlich zugesagt
ErhebungTeilnahme während der Arbeitszeit erlaubt
Geheimhaltungwas genau vertraulich ist, und wie lange
Veröffentlichungwer über Bibliothek und Kolloquium entscheidet

Der Datenzugang ist dabei der wichtigste und der am häufigsten übergangene Punkt. Eine mündliche Zusage, dass du die Zahlen natürlich bekommst, ist wertlos, sobald deine Ansprechperson das Unternehmen verlässt oder in ein anderes Projekt wechselt. Schreib deshalb hinein, welche Auswertung, welcher Zeitraum und welche Ansprechperson gemeint sind.

Typische Fehler bei einer Abschlussarbeit im Unternehmen

Die meisten Probleme entstehen nicht aus fachlichen Schwächen, sondern aus Terminen und Zuständigkeiten, die niemand rechtzeitig geklärt hat. Wer die vier folgenden Fehler kennt, spart sich am Ende Wochen.

Auffällig ist dabei, dass alle vier in der Vorbereitung liegen und keiner beim Schreiben. Wenn die Erhebung erst einmal läuft, lässt sich fast nichts davon noch korrigieren.

Die Befragung startet vor der Freigabe

Der Klassiker: Der Fragebogen steht, die Ansprechperson sagt, du sollst ihn einfach rumschicken, und der Betriebsrat erfährt davon aus dem Intranet. Die Folge ist ein Stopp mitten im Feld, und die bereits eingegangenen Antworten sind danach meist nicht mehr verwendbar. Hol dir die Freigabe schriftlich, auch wenn es nur eine kurze Mail ist.

Die Forschungsfrage ist in Wahrheit die Frage des Unternehmens

Wie steigern wir die Zufriedenheit im Vertrieb? Das ist ein Projektauftrag, keine Forschungsfrage. Eine Abschlussarbeit braucht eine Frage, die sich mit einer Methode beantworten lässt und an bestehende Forschung anschließt. Formuliere daraus eine Frage nach dem Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Zufriedenheit und der Betrieb bekommt seine Antwort trotzdem.

Der Zeitplan rechnet die Wartezeiten nicht mit

Genehmigung, Vertrag, Freigabe und Feldzeit brauchen zusammen leicht zwei Monate, bevor die erste Auswertung möglich ist. Wer die Bearbeitungsfrist ab Anmeldung rechnet, verliert diese Zeit doppelt. Trag die Wartezeiten als eigene Blöcke in deinen Zeitplan ein und melde die Arbeit erst an, wenn die Erhebung freigegeben ist.

Interne Dokumente werden wie Literatur zitiert

Eine interne Präsentation ist keine veröffentlichte Quelle und für Dritte nicht prüfbar. Zitiere solche Dokumente als unveröffentlichtes Material mit Titel, Jahr und dem Hinweis, dass sie beim Unternehmen liegen, und stell sie deiner Betreuung auf Nachfrage bereit. Wie du eine Erhebung methodisch sauber in die Arbeit einbindest, zeigt der Beitrag zur Umfrage für Bachelorarbeit und Masterarbeit.

Fazit

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen scheitert selten am Thema und fast immer an der Organisation. Kläre Prüfungsordnung, Sperrvermerk und Freigabe der Erhebung, bevor du dich auf einen Abgabetermin festlegst, und halte jede Zusage schriftlich fest. Wer den Zugang zu den Daten vertraglich sichert, hat den schwierigsten Teil hinter sich, bevor der erste Satz geschrieben ist.

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Häufig gestellte Fragen

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen läuft in sechs Etappen ab: Prüfungsordnung prüfen, Betreuung an der Hochschule sichern, Thema mit dem Betrieb abstimmen, Vertrag und Geheimhaltung regeln, die Erhebung freigeben lassen und erst dann schreiben. Die ersten drei Etappen beginnen etwa ein Semester vor der Anmeldung, weil Genehmigungen und Verträge nicht parallel laufen.

Eine Abschlussarbeit im Unternehmen wird meist über ein Arbeitsverhältnis vergütet, etwa als Werkstudententätigkeit, Praktikum oder Teilzeitstelle. Die Höhe hängt von Stundenzahl, Branche und Region ab. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto je Stunde und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro (Stand: September 2026).

Ein Sperrvermerk ist eine Erklärung hinter dem Deckblatt, mit der vertrauliche Inhalte einer Abschlussarbeit für eine Frist von der Veröffentlichung ausgenommen werden. Nötig ist er nur, wenn die Arbeit tatsächlich Betriebsgeheimnisse enthält. Häufig genügt es stattdessen, das Unternehmen im Text zu anonymisieren, weil viele Hochschulen Abschlussarbeiten ohnehin nicht veröffentlichen.

Nein, ein Sperrvermerk hält Erst- und Zweitgutachten nicht vom Lesen ab. Er wirkt nach außen: keine Bibliothek, kein Publikationsserver, keine Weitergabe als Musterarbeit. Einzelne Prüfungsberechtigte lehnen die Begutachtung von Arbeiten mit Sperrvermerk allerdings ab, weshalb die Zustimmung vor dem Start der Arbeit geklärt sein sollte.

Eine freiwillige und von vornherein anonyme Mitarbeiterbefragung ist nach einem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 21. November 2017 (1 ABR 47/16) kein Personalfragebogen nach Paragraf 94 BetrVG. Wird sie online durchgeführt, kommt jedoch das Mitbestimmungsrecht aus Paragraf 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG in Betracht, weil schon die Eignung zur Verhaltenskontrolle genügt.

Ein Unternehmen darf verlangen, dass Betriebsgeheimnisse geschützt werden, also etwa Firmenname, Standort oder absolute Umsatzzahlen. Die Ergebnisse selbst darf es nicht streichen lassen, denn bewertet wird die Arbeit allein von der Hochschule. Der praktische Weg heißt Anonymisierung: Standort A statt Werksname, Indexwerte statt absoluter Zahlen.

Eine Diplomarbeit im Unternehmen ist in den verbliebenen Diplomstudiengängen genauso möglich wie eine Bachelor- oder Masterarbeit, und der Ablauf ist identisch. Maßgeblich ist die Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs, die auch regelt, ob eine externe Arbeit vorab beim Prüfungsamt beantragt werden muss.

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