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Empirische Forschung

Empirische Forschung: Definition, Methoden, Leitfaden

Was ist empirische Forschung? Wie ist die Definition? Welche Methoden gibt es? Im folgenden Kapitel erfährst du alle wichtigen Grundlagen rund um die empirische Forschung mit einem Beispiel.

von Maria MelzewAktualisiert am 26. Juli 2023Lesezeit 12 Min.

Allerspätestens bei der Bachelor- und Masterarbeit müssen sich viele Studierende mit der empirischen Forschung beschäftigen. Grundsätzlich werden empirische Forschungsarbeiten vor allem in den so genannten Erfahrungswissenschaften eingesetzt. Dazu gehören sowohl die meisten Sozial- und Geisteswissenschaften als auch beinahe alle Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Bereits an dieser Aufzählung kannst du vermutlich erkennen, dass kaum eine Wissenschaftsdisziplin ohne empirische Forschung auskommt. Doch nicht nur im akademischen Rahmen spielt diese Form der Untersuchung eine große Rolle. Im Alltag ist die empirische Forschung in vielen verschiedenen Bereichen zu finden, wie etwa in der Marktforschung während der Bundestagswahl.

Mit empirischer Forschung können Forscher subjektive Alltags- und Sinneserfahrungen anhand von gesammelten Daten systematisch dokumentieren und auswerten. Durch Umfragen, Beobachtungen und Messungen werden damit allgemeingültige Erkenntnisse über unsere Realität gesammelt.

 

Wir zeigen dir in diesem Beitrag, warum es sich mit den Sachverhalten der empirischen Forschung zu beschäftigen lohnt. Ob du nun Soziologie, BWL, Medien- oder Sportwissenschaften studierst oder dich gerade einfach fragst, was empirische Forschung überhaupt bedeutet – diese Übersicht mit vielen praktischen Tipps hilft dir bei der eigenständigen Durchführung deiner ersten empirischen Studie.

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Grundlagen der empirischen Forschung: Definition & Anwendungsbereiche

 

“Empirie ist das wissenschaftliche Testen von theoretischen Aussagen in der Praxis.“ (Hunziker 2013:23)

 

Um die Bedeutung der empirischen Forschung verstehen zu können, müssen wir folgendes festhalten: Unsere Alltagsbeobachtungen sind zunächst immer subjektiv. Hast du basierend auf deinem persönlichen Umfeld den Eindruck, die unter 25-Jährigen würden heutzutage hauptsächlich Inhalte im Internet konsumieren statt in ihrer Freizeit auf klassisches Fernsehen zurückzugreifen, ist dies noch lange keine allgemeingültige Aussage. 

Willst du diese Erfahrung aus deinem Alltag für eine wissenschaftliche Untersuchung nutzen, brauchst du eine geeignete Methode – die Empirie bzw. empirische Erhebung (= aus dem Griechischen “empeiria". Empirisch bedeutet also “auf Erfahrung basierend”).

 

Unterschied zwischen empirischer Forschung und Alltagswissen:

Empirische Forschung

Alltagswissen

  • Systematisches Vorgehen
  • Methodisch begründetes Vorgehen
  • Präzise Begrifflichkeit
  • Suche nach Wahrheit
  • Intersubjektiv überprüfbares Vorgehen
  • Selektive Beobachtung und Erinnerung
  • Ignorieren widersprechender Information
  • Implizites Begriffsverständnis
  • Vorurteile und stereotypes Denken
  • Aberglaube und Magie

Leicht angepasste Übersicht aus: Berger-Grabner, Doris (2016). Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hilfreiche Tipps und praktische Beispiele. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer Gabler, S. 110.

 

Empirische Forschung sucht nach Erkenntnissen durch systematische und möglichst objektive Auswertung von Erfahrungen. Bei einer empirischen Untersuchung werden nicht nur theoretische Beschreibungen von verschiedenen Phänomenen und Theorien vorgenommen, sondern konkrete Schlussfolgerungen auf Basis von Beobachtungen gezogen.

Mithilfe geeigneter Forschungsmethoden zur Datenerhebung wird dabei überprüft, inwieweit die aus der Literatur abgeleiteten Theorien oder deine persönlichen Überzeugungen aus dem Alltag sich in der Realität bewähren:

  • Im starken Kontrast zu Alltagsbeobachtungen gehören wissenschaftliche Hypothesen (= aus dem Griechischen „hypothesis“, was wörtlich Unterstellung bzw. Vermutung bedeutet) zum zentralen Bestandteil der empirischen Forschung.
  • Bei den Hypothesen handelt es sich um wissenschaftliche Vermutungen, die in Bezug auf die vorformulierte Forschungsfrage als wahr angenommen werden, bis sie bewiesen oder widerlegt werden. Was noch nicht durch Beobachtungen, Messungen oder Experimente widerlegt wurde, gilt bis zum Zeitpunkt einer möglichen Widerlegung als vorläufige Wahrheit. Erst mit dem Testen der Hypothesen können aufgestellten Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.

 

Wenn du ein Fach aus der Sozialwissenschaft (Soziologie, Psychologie, Pädagogik usw.) studierst, ist dir womöglich der Begriff der empirischen Sozialforschung bereits begegnet:

 

Diese grundlegenden Ziele und entsprechende Forschungsansätze sind für empirische Untersuchungen typisch:

  • Beschreiben & Erklären (= deskriptiver oder hypothesenprüfender bzw. kausaler Forschungsansatz): Phänomene und ihre kausale Zusammenhänge werden möglichst präzise beschrieben, erklärt und geprüft. Diese Forschungen dienen als wichtige Basis für die wissenschaftliche Theorieentwicklung oder Erstellung von Klassifizierungen und Typologien.
  • Erkunden & Verstehen (= explorativer Forschungsansatz): Ereignisse und Handlungen werden tiefergehend erforscht, um den Zusammenhang zwischen ihnen zu ermitteln. Bei diesen Forschungen handelt es sich häufiger um Voruntersuchungen oder Pretests bei noch wenig erforschten Phänomenen.
  • Bewerten & Verändern (= anwendungsorientierter Forschungsansatz): Erkennen von Problemen und Ursachen mit dem Ziel, praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Zustände durchführen zu können.

 

In der wissenschaftlichen Praxis kommen Mischtypen am häufigsten vor. Die meisten Studien kombinieren verschiedene Ansätze, um zu ihrem Forschungsziel zu kommen. Häufig beginnen Forscher mit dem explorativen Forschungsansatz, um einen ersten Einblick in das untersuchte Thema zu verschaffen und leiten daraus abschließend Hypothesen ab.

 

Literaturtipp: Berger-Grabner, Doris (2016). Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hilfreiche Tipps und praktische Beispiele. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer Gabler.
➔ vor allem Kap. 4.1: “Praxis empirischer Sozialforschung und Begrifflichkeiten”, S.109-126.

 

Empirische Forschungsmethoden: Quantitativ vs. Qualitativ

 

“Eine empirische Methode ist niemals für sich genommen gut oder schlecht; ihr Wert kann nur daran gemessen werden, inwieweit sie den inhaltlichen Erfordernissen einer Untersuchung gerecht wird.” (Bortz / Döring: 30)

 

Empirische Forschung hat grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten, um zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen:

 

Quantitative Forschungsmethoden in der empirische Forschung

In der quantitativen Forschung wird das untersuchte Verhalten in Form von messbaren Zusammenhängen so genau wie möglich beschrieben.

Quantitative Methoden zeichnen sich durch eine standardisierte und strukturierte Vorgehensweise, bei der Sachverhalte anhand möglichst vieler Daten objektiv gemessen werden. Sie eignen sich daher besonders gut zum Testen von Hypothesen und zur Überprüfung statistischer Zusammenhänge.

Quantitative Forschungsmethoden:

  • Standardisierte Befragung (dazu gehören Online-Umfragen sowie schriftliche, mündliche oder telefonische Interviews mit standardisiertem Fragebogen)
  • Standardisierte Beobachtung
  • Standardisierte Inhaltsanalyse
  • Experiment (die untersuchten Testpersonen werden dabei gleichen Voraussetzungen ausgesetzt, z.B. bei einer standardisierten Online-Umfrage hat jede Testperson die gleiche Reihenfolge der Fragen, dieselbe Bewertungsskala, exakt gleichen Fragebogen etc.)

 

Beispiel: Repräsentative Befragung mit einem standardisierten Fragebogen, um das Social-Media-Nutzungsverhalten von unter 25-Jährigen in Deutschland zu untersuchen.


Wann ist quantitative Forschung sinnvoll?

Wenn du spezifische kausale Zusammenhänge messen und abschließend auf die größere Allgemeinheit übertragen möchtest.

 

Qualitative Forschungsmethoden in der empirischen Forschung

In der qualitativen Forschung geht es in erster Linie und eine umfassende Beschreibung und Interpretation von Zusammenhängen.

Qualitative Methoden zeichnen sich durch eine nicht standardisierte oder vorher bestimmte Herangehensweise aus, bei der ausführliche Beschreibungen und Meinungen einzelner Personen oder Personengruppen festgehalten werden sollen. Sie eignen sich daher besonders gut zur Erkundung von Ursachen bei explorativer oder anwendungsorientierter Forschung.

Qualitative Forschungsmethoden:

  • Leitfaden- und Experteninterview
  • Tagebuchbefragung
  • Qualitative Beobachtung
  • Qualitative Inhaltsanalyse und Dokumentenanalyse
  • Fallstudie
  • Gruppendiskussion (den Testpersonen liegt bei z.B. einem qualitativen Experteninterview zwar typischerweise ein grober thematischer Leitfaden zugrunde. Die Reihenfolge, Gestaltung und Beantwortung der Fragen sind jedoch flexibel und uneingeschränkt)

 

Beispiel: Qualitative Gruppendiskussion bezüglich der Wirksamkeit von Instagram-Werbung, bei der Teilnehmer über Inhalte und Ästhetik von ausgewählten Werbungen diskutieren.

 

Wann ist qualitative Forschung sinnvoll?

Wenn du individuelle Einstellungen und tiefergehende Motive für ein bestimmtes soziales Verhalten der Testpersonen aufdecken möchtest.

 

Ablauf einer empirischen Untersuchung: Unser 7-Schritte-Forschungsprozess nach Raithel

 

“In jeder einzelnen Phase [der Forschung] sind eine Reihe von Entscheidungen zu treffen, da jeder Schritt mit Optionen verbunden ist. Welche Optionen gewählt werden, hängt (a) vom Forschungsziel, (b) von den Forschungsressourcen und (c) von der eigenen Einschätzung der mit Blick auf das Forschungsziel bestgeeignetsten Methode ab.” (Raithel 2008: 27)

 

Am Anfang deiner Forschung musst du bestimmte Entscheidungen treffen, die nicht nur dein gesamtes Vorgehen, sondern auch die Forschungsergebnisse beeinflussen werden. In der Fachliteratur gibt es verschiedene Vorschläge, wie ein idealtypischer Ablauf einer empirischen Untersuchung aussehen kann.

Eins haben sie aber alle gemeinsam: Üblicherweise wird zuerst die Forschungsfrage festgelegt, danach die Datenerhebung geplant und durchgeführt, die Ergebnisse ausgewertet und am Ende die Erkenntnisse verschriftlicht. Jeder dieser Abschnitte muss aus unserer Sicht für eine bessere Durchführbarkeit in mehrere Arbeitsschritte aufgeteilt werden.

Wir schlagen daher vor, mit dem 7-Schritte-Modell des Sozialwissenschaftlers und Psychologen Jürgen Raithel zu operieren, da dieses speziell für Studierende und unerfahrene Forschende entwickelt ist.

In unserem ausführlichen Beitrag zum empirischen Forschungsprozess zeigen wir anhand eines konkreten Beispiels, wie aus diesen Arbeitsschritten ein komplexes Forschungsprojekt für eine Bachelor- oder Masterarbeit entstehen kann.

 

Schritt 1: Untersuchungsziel, Problemformulierung, Forschungsfrage

Das Untersuchungsziel (z.B. explorativ, deskriptiv, hypothesenprüfend) und die daraus abgeleitete Forschungsfrage bilden die Grundlage für deine gesamte Forschung. Die Forschungsfrage soll dabei möglichst klar und eindeutig definiert werden. Als Vorbereitung zur Forschung muss ebenfalls geklärt werden, welche Rahmenbedingungen deinem Projekt (Umfang, Zeit, Kosten, formale Richtlinien) zugrunde liegen.

 

Schritt 2: Theorie- und Hypothesenbildung

Eine allgemeine Forschungsfrage reicht für eine empirische Studie – mit Ausnahme von explorativen Studien – meistens nicht aus. Um Zusammenhänge zwischen Phänomenen feststellen zu können, muss eine oder mehrere Hypothesen formuliert werden. In der Regel wird dabei auch der theoretische Hintergrund (= Stand der Forschung) berücksichtigt.

 

Schritt 3: Konzeptualisierung

Im Anschluss an die konkrete Festlegung der Forschungsfrage und Hypothesen werden alle theoretische Begriffe definiert und eine Forschungsmethode gewählt (= Konstruktion des Erhebungsinstruments). Dabei wird auch das generelle Forschungsdesign erstellt: Weitere Untersuchungseinheiten der Forschung wie z.B. Variablen, Merkmale, Testpersonen, Größe und Art der Stichprobe werden festgelegt. Eine konkrete zeitliche Planung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Forschungsdesigns.

Eine weitere wichtige Entscheidung ist in diesem Zusammenhang, ob eine Querschnittserhebung (= einmalige repräsentative Teilerhebung, um aktuelle Ergebnisse als Momentaufnahme festzuhalten) oder eine Längsschnittstudie (= Erhebung, die im Laufe der Studie mehrfach wiederholt wird, um Ergebnisse miteinander zu vergleichen) durchgeführt wird. Bei studentischen Arbeiten werden typischerweise Querschnittserhebungenumgesetzt, weil der vorgegebene zeitliche Rahmen für eine Längsschnittstudie nicht ausreicht.

 

Schritt 4: Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung

Zur Vorbereitung der Datenerhebung gehören alle Aufgaben, die eine reibungslose Durchführung der Untersuchung gewährleisten, z.B. die Interviewerschulung, die konkrete Terminplanung der Erhebung, das Einholen der Einwilligungen bei einer mündlichen Befragung. Die Datenerhebung sollte möglichst genau dokumentiert werden.

 

Schritt 5: Datenaufbereitung

Die erhobenen Daten müssen so gespeichert werden, dass sie methodisch weiterverarbeitet und ausgewertet werden können, z.B. mit einem Statistikprogramm wie SPSS. Die einzelnen Daten werden dabei auf Konsistenz und Vollständigkeit überprüft, unvollständige oder schlecht lesbare Fragebögen müssen aussortiert werden (= Datenbereinigung).

 

Schritt 6: Datenanalyse

Üblicherweise werden bei der eigentlichen Datenanalyse zuerst deskriptive Auswertungsverfahren (= mithilfe der deskriptiven Statistik) zur Beschreibung der Ergebnisse angewendet. Im Anschluss wird das eigentliche Testen der Hypothesen mithilfe der Inferenzstatistik durchgeführt.

Welches statistische Auswertungsverfahren für deine spezifische Forschung zum Einsatz kommt, ist auch durch deine Variablen und Skalen vorgegeben und sollte daher bereits beim Erstellen des Forschungsdesigns berücksichtigt werden. Dazu solltest du am besten eine solche Auswertungsmethode wählen, die du tatsächlich beherrschst.

 

Schritt 7: Interpretation und Dissemination

Die Ergebnisse werden anhand deiner Fragestellung interpretiert und zusammen mit der kompletten Untersuchung in einem Forschungsbericht festgehalten. Dabei solltest du sowohl dein wissenschaftliches Vorgehen als auch deine Erkenntnisse methodenkritisch betrachten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, auf mögliche Schwächen und die Übertragbarkeit deiner Studie einzugehen.

 

Literaturtipp: Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
➔ vor allem Kap. 3: “Phasen des Forschungsprozesses im Überblick”, S.25-32.


 

Wie empirische Forschung unseren Alltag prägt!

Ob beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt, auf dem Weg zur Arbeit, während einer Filmvorführung oder im Wartezimmer beim Arzt – unbemerkt prägen Ergebnisse empirischer Forschung unseren gesamten Alltag.

Empirische Forschung – mit ihren festgelegten Prozessen und Methoden – mag auf den ersten Blick kompliziert und abstrakt wirken, tatsächlich ist sie aber ganz nah an unser alltägliches Leben geknüpft. Aus diesen gesellschaftsrelevanten Bereichen ist empirische Forschung nicht mehr wegzudenken:

  • Marktforschung: Resultate aus verschiedenen Zuschaueranalysen und Gruppendiskussionen werden eingesetzt, um etwa Inhalte und Platzierung von Werbeplakaten oder Verpackung und Angebot von Konsumartikeln möglichst attraktiv zu gestalten. In unserer westlichen Gesellschaft gibt es beinahe keinen Bereich, der nicht durch empirische Markt- und Konsumentenforschung beeinflusst ist.

    Aktuelle Studie als Beispiel: Repräsentative Umfrage mit ca. 1500 Teilnehmern des Hamburger Marktforschungsinstituts zum Thema “Nachhaltige Kleidung” – Slow Fashion Monitor 2021 – ergab, dass zwar 80 Prozent der Deutschen nachhaltige Kleidung wichtig finden, aber nur 8 Prozent tatsächlich nachhaltige Kleidungsstücke kaufen.
     
  • Politik: Politische Strategien sind in Deutschland stets von den Meinungen der Wähler abhängig. Parteien und Politiker sind bei ihrer Programmauswahl auf Meinungsumfragen und Informationen aus empirischen Erhebungen angewiesen. Die klassische Wahlumfrage (“Wen würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag die Wahl wäre?”) kann sogar das Wahlverhalten direkt beeinflussen, indem sie spezifische Wählergruppen mobilisiert oder abschreckt.

    Aktuelle Studie als Beispiel: Kurz vor der Wahl 2021 durchgeführte Studie Junge Deutsche 2021 des Jugendforschers Simon Schnetzer ergab, dass je 23 Prozent der Erstwähler die Grünen und FDP wählen. Die Präferenz für Grüne und FDP bei den jungen Menschen ist einerseits durch den starken Wunsch nach einer "lebenswerten Zukunft mit Visionen" begründet. Andererseits finden viele Befragten, dass die SPD/CDU-Regierung in der Corona-Pandemie junge Menschen "relativ konsequent vernachlässigt" habe.
     
  • Umwelt: Der Klimawandel ist ein grundlegendes Thema für unsere Gesellschaft. Dabei ist die Klimaforschung in verschiedenen Fachbereichen – von Biologie bis zu Ernährungswissenschaft – tätig. In jedem Fall ist sie auf anwendungsorientierte empirische Forschungsansätze angewiesen, um beispielsweise das Aussterben von bestimmten Tierarten rechtzeitig zu verhindern (oder zumindest die Gesellschaft zu warnen). Vor allem Beobachtungen werden in diesen Fachbereichen oftmals zur Erhebung von empirischen Daten eingesetzt.

    Aktuelle Studie als Beispiel: In der Studie des Scientific-Reports-Journals “North Pacific warming shifts the juvenile range of a marine apex predator” haben die Forscher des Monterey Bay Aquariums festgestellt, dass seit 2014 aufgrund der veränderten Wassertemperatur junge Weiße Haie vor der Küste Kaliforniens 600 Kilometer nach Norden gewandert sind. Für die Haie werde es immer schwieriger, Lebensräume mit Wassertemperaturen innerhalb ihres bevorzugten Temperaturbereichs zu finden.
     

Last but not least: Nicht zu vergessen ist auch, dass zum Erwerb eines akademischen Bachelor- oder Mastergrades in sehr vielen Fächern eine empirische Abschlussarbeit verfasst werden muss – mit unserem Ratgeber wirst jedoch auch du eine empirische Studie mit Leichtigkeit meisten!

 

Weiterführende Literatur:

Balzert, Helmut et al. (2011). Wissenschaftliches Arbeiten. 2 Auflage. Berlin/Dortmund: Springer Campus.

Berger-Grabner, Doris (2016). Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hilfreiche Tipps und praktische Beispiele. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer Gabler.

Bortz, Jürgen/Nicola Döring (2006). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. 4. überarbeit. Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer Medizin Verlag.

Häder, Michael (2010). Empirische Sozialforschung. Eine Einführung. 2 Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Heesen, Bernd (2014). Wissenschaftliches Arbeiten. Methodenwissen für das Bachelor-, Master- und Promotionsstudium. 3. überarbeit. Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.

Hunziker, Alexander W. (2013). Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. So schreiben Sie eine gute Semester-, Bachelor- und Masterarbeit. 5. Auflage. Zürich: SKV.

Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

 




 



 

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