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Empirische Forschung

Quantitative Forschung: Ablauf, Methoden & Beispiel

In diesem Beitrag schauen wir uns die quantitative Forschung an und für welche Themenbereiche sie sich am besten eignet. An einem konkreten Beispiel - einer quantitativen Umfrage - zeigen wir dir außerdem, wie du diese Forschungsmethode in deiner Abschlussarbeit umsetzen kannst.

von Maria MalzewAktualisiert am 26. Juli 2024Lesezeit 7 Min.

Die Wahl der geeigneten Forschungsmethode ist ein zentraler Aspekt deiner empirischen Abschlussarbeit. Schließlich bestimmt die Methode, ihre Konzeption und die Durchführung den Aufbau deiner gesamten Forschung. Abhängig von deiner Forschungsfrage und dem aktuellen Stand der Forschung (z.B. auf Basis deiner Literaturrecherche) ist für dich zunächst der Unterschied zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden entscheidend.

Gerade in den Sozial-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften stellen jedoch vor allem quantitative Forschungsmethoden eine gute Möglichkeit dar, deinen Forschungsgegenstand möglichst umfassend und genau zu untersuchen.

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In diesem Beitrag schauen wir uns die quantitative Forschung an und für welche Themenbereiche sie sich am besten eignet. An einem konkreten Beispiel - einer quantitativen Umfrage - zeigen wir dir außerdem, wie du diese Forschungsmethode in deiner Abschlussarbeit umsetzen kannst.

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Was ist die ‘quantitative Forschung’ überhaupt?

 

“Das Etikett ‘quantitativ’ bezieht sich (...) auf das ‘Messen, Zählen, Wiegen’ und die ihm zugehörige Form der Ergebnispräsentation in Zahlenwerten.” (Raithel 2008: 8)

 

In der quantitativen Forschung geht es vor allem darum, die aus der Theorie abgeleitete Hypothese mithilfe von verschiedenen Variablen in der Realität zu überprüfen.

Komplexe soziale und gesellschaftliche Strukturen werden dabei in Form von gesammelten Daten und der darauf basierenden statistischen Analyse messbar und somit nachvollziehbar gemacht. So wäre beispielsweise bei diesen Forschungsfragen ein quantitatives Verfahren sinnvoll:

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und dem Wahlergebnis bei der Bundestagswahl von 2021?
  • Übt ein hoher Nachrichtenkonsum einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit der Nutzer aus?

Wann ist quantitative Forschung sinnvoll?

Beschäftigst du dich mit einem Thema, in dem es darum geht, spezifische kausale Zusammenhänge zu messen und diese auf die größere Allgemeinheit zu übertragen, dann ist die quantitative Forschung eine gute Wahl:

  • Bei einem quantitativen Verfahren werden empirische Beobachtungen über ausgesuchte Merkmale systematisch und mit möglichst vielen Daten bzw. Zahlenwerten belegt.

    Beispiel: Eine quantitative Befragung von 2000 Wahlberechtigten mit dem Ergebnis, dass 30% eine spezifische Partei gewählt haben.

➔ Kennzeichnend für ein solches Vorgehen ist, dass du komplexe Zusammenhänge (z.B. Bundestagswahl) auf Aussagen reduzierst, die in Zahlen und Prozenten ausgedrückt werden können (z.B. wie viele Personen eine Partei wählen).

 

Nicht geeignet ist die quantitative Forschung, wenn du eine detaillierte Analyse von Einzelfällen, die subjektive Sicht von einzelnen Personen oder ein komplexes Phänomen in seiner ganzen Tiefe abbilden möchtest.

  • Willst du bei der o.g. Wahlumfrage detailliert wissen, warum einzelne Wahlberechtigte (z.B. insgesamt 20 Personen) eine spezifische Partei gewählt haben, wäre die qualitative Forschung die bessere Alternative.

 

Literaturtipp:
Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.
➔ siehe vor allem die Einleitung, S. 7 - 8, zum Unterschied zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden.

 

Methoden der quantitativen Datenerhebung

 

“Mit Hilfe der Methoden versuchen Wissenschaftler, ihre theoretischen Befunde und die theoretischen Überlegungen zu begründen und zu überprüfen.” (Brosius et al 2009: 17)

 

Im Vergleich zu anderen Forschungsmethoden erlauben es dir vor allem quantitative Methoden, eine vergleichsweise große Menge von standardisierten Daten für deine Abschlussarbeit zu erfassen.

Für den weiteren Verlauf deiner Ausarbeitung ist eine solche Datenerhebung sehr praktisch, weil du die ermittelten Zahlen unter Anwendung statistischer Auswertungsverfahren zur exakten Messung von Sachverhalten nutzen kannst. Erfahrungsgemäß sind die Ergebnisse aus einer solchen Auswertung nicht nur präziser als in der qualitativen Forschung, sondern lassen sich in Bezug auf deine Forschungsfrage eindeutiger interpretieren.
 

Dabei gibt es verschiedene Methoden der quantitativen Forschung:
 

  1. Standardisierte Befragung, um spezifische Positionen und Meinungen (z.B. die Parteiwahl bei der Bundestagswahl) in der Bevölkerung zu ermitteln.
    Online-Umfrage, schriftliches oder mündliches Interview mit standardisiertem Fragebogen, telefonische Befragung mit standardisiertem Fragebogen
  2. Standardisierte Beobachtung, um das tatsächliche nicht verfälschte Verhalten der Menschen (z.B. beim Warten auf den Bus) festzuhalten.
  3. Standardisierte Inhaltsanalyse, um den untersuchten Gegenstand mithilfe von vorhandenem Datenmaterial (z.B. Zeitungsartikel, Fernsehprogramme oder Musikstücke) zu beschreiben.
  4. Experiment, um in einer kontrollierbaren Umgebung (z.B. im Labor) die aufgestellte Hypothese zu überprüfen.
  5. Physiologische Messung, um physikalische Merkmale mittels entsprechender Messgeräte (z.B. Blutdruckmessung in der Medizin) zu erfassen.

 

Als Forschender kannst du in den meisten Fällen selber die Wahl treffen, welche Methode am besten zu deinem Forschungsinteresse passt oder schlichtweg am einfachsten durchzuführen ist.

Beispiel:
Beschäftigst du dich mit dem negativen mentalen Einfluss der Nachrichten auf die Zuschauer, so könntest du ...

  1. ... die Zuschauer befragen,
  2. ... ihr Verhalten beim Nachrichtenschauen beobachten,
  3. ... Inhalte aus einer Vielzahl von thematisch passenden Dokumentationen erheben oder
  4. ... die Zuschauer im Rahmen eines sozialwissenschaftlichen Experiments untersuchen.

Eine physiologische Messung zum Beispiel der Herzfrequenz beim Nachrichtenkonsum ist zwar ebenfalls möglich, aber in diesem thematischen Rahmen in der Praxis eher unwahrscheinlich. Hast du dich für eine quantitative Methode entschieden, beachte dabei als nächstes auch die Gütekriterien empirischer Forschungsmethoden: Validität (= Gültigkeit), Reliabilität (= Verlässlichkeit) oder Objektivität (= Personenunabhängigkeit).

Kurz erklärt, stellen diese drei Kriterien sicher, dass wissenschaftliche Methoden zuverlässig und unabhängig von den beteiligten Personen genau das messen, was sie tatsächlich messen sollen. Somit kannst du überprüfen, ob du die erhobenen Ergebnisse für wissenschaftliche Zwecke überhaupt sinnvoll nutzen kannst.

 

Literaturtipp:
Brosius, Hans-Bernd et al (2009). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 5 Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.
➔ siehe vor allem das Kap.1, S.17 - 46: “Was sind Methoden, was ist Empirie?”

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Vor- und Nachteile von quantitativer Forschung: Darauf kommt es wirklich an!

Bei jeder Forschung gibt es unterschiedliche Wege, um zu den gewünschten Erkenntnissen zu gelangen. Quantitative Methoden, vor allem die quantitative Befragung, sind nicht umsonst in der empirischen Forschung sehr beliebt, doch auch sie haben ein paar Nachteile, mit denen du rechnen musst.

 

Vor- und Nachteile von quantitativer Forschung:

 

Unser Beispiel: Quantitative Online-Befragung durchführen

Nehmen wir an, du möchtest dich in deiner Abschlussarbeit mit dem Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten beschäftigen:

  • Deine Forschungsfrage: Übt ein hoher Nachrichtenkonsum einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit der Nutzer aus?
  • Deine Hypothese: Je häufiger Fernsehnachrichten konsumiert werden, desto negativer ist die generelle Befindlichkeit der Rezipienten.

 

1. Du entscheidest dich für eine quantitative Online-Befragung:

  • Diese Methode eignet sich am besten für dich, weil du grundlegende Informationen zu soziodemografischen Daten (Alter, Geschlecht etc.) sowie direkte Einschätzungsfragen zum Fernsehkonsum sammeln möchtest. Eine Beobachtung oder eine Inhaltsanalyse kannst du aufgrund dieser angestrebten Informationen direkt ausschließen.
  • Dazu möchtest du eine möglichst große Menge an Daten analysieren, um eine höchstmögliche Repräsentativität zu erreichen. Eine schriftliche oder mündliche Umfrage wäre dafür zeitlich zu aufwendig. Ein Experiment wäre zwar denkbar, aber aus organisatorischen Gründen ebenfalls nicht machbar.

    ➔ Mit einer Online-Umfrage bei empirio kannst du dagegen in kürzester Zeit eine große Anzahl an Personen erreichen und zwar mit so wenig Aufwand wie möglich. Mithilfe eines vorher konzipierten Fragebogens ist die Datenerhebung ein Kinderspiel. Die Auswertung der standardisierten Daten ist ebenfalls deutlich unkomplizierter, weil du dank der Online-Befragung hauptsächlich mit geschlossenen Fragen arbeiten kannst.

 

2. Die quantitative Befragung in die Abschlussarbeit integrieren: Unsere Tipps

Beim Verfassen deiner Abschlussarbeit wirst du dich vermutlich relativ früh für eine Forschungsmethode entscheiden müssen. Spätestens nach deiner Literaturrecherche oder der Hypothesenbildung musst du eine geeignete Methode wählen, damit du so schnell wie möglich mit der Datenerhebung starten kannst.

Bei der Verschriftlichung deiner Forschung ist es daher ebenfalls sinnvoll, die gewählte Methode zu Beginn des Forschungsdesigns für deinen Prüfer zu erklären:

  1. Einleitung: Forschungsfrage formulieren
  2. Theorie: Stand der Forschung
  3. Forschungsdesign
    1. Bildung der Hypothesen
    2. Wahl der Forschungsmethode, z.B. quantitative Befragung
    3. Grundgesamtheit und Stichprobe festlegen
    4. Definition und Festlegung der untersuchten Variablen und Merkmale
    5. Fragenkatalog
  4. Datenerhebung
  5. Datenauswertung
  6. Ergebnisse und Erkenntnisse
  7. Reflektion der eigenen Vorgehensweise
  8. Fazit

 

Weiterführende Literatur:

Beller, Sieghard. (2016). Empirisch forschen lernen. Konzepte, Methoden, Fallbeispiele, Tipps. 2 Auflage. Huber Verlag: Bern.

Brosius, Hans-Bernd et al (2009). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung. Eine Einführung. 5 Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

Schnell, Rainer et al (1998). Methoden der empirischen Sozialforschung. 6. Auflage. R. Oldenbourg: München.

 

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