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Was bedeutet induktiv? Definition und Beispiel

Induktiv vorgehen bedeutet, wenn Schlussfolgerungen von Einzelfällen oder Beobachtungen auf die allgemeine Gesetzmäßigkeit gezogen werden.

von Maria MalzewAktualisiert am 19. Mai 2022Lesezeit 2 Min.

In der Wissenschaft gibt es verschiedene Wege, wie ein Forschungsprojekt die gesetzten Ziele und Forschungsfragen angehen kann. Wollen Forschende für die Beantwortung ihrer Forschungsfrage neue Erkenntnisse aus Einzelbeobachtungen als Grundlage nutzen, statt auf bereits vorhandene literarische Theorie zurückzugreifen, wird im Verlauf der Studie meistens ein induktives Vorgehen eingesetzt.

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Allgemeine Definition von induktivem Vorgehen

Induktives Vorgehen beschreibt ein wissenschaftliches Verfahren, bei dem Schlussfolgerungen von Einzelfällen oder Beobachtungen auf die allgemeine Gesetzmäßigkeit gezogen werden. Induktive Denkweise basiert auf der Annahme, dass aus empirischen Wahrnehmungen oder Beobachtungen mit gewisser Wahrscheinlichkeit allgemeingültige Aussagen abgeleitet werden können. In einer einfachen Alltagssituation sieht eine induktive Argumentation wie folgt aus:

  1. Prämisse 1 (= Einzelbeobachtung): Mein Nachbar hat ein Fahrrad mit einem Fahrradkorb.
  2. Prämisse 2 (= spezifische Datenerhebung): Andere Nachbarn haben ebenfalls alle jeweils ein Fahrrad mit einem Fahrradkorb.
  3. Schlussfolgerung (= wahrscheinliche Theorie): Menschen, die ein Fahrrad besitzen, werden wahrscheinlich auch über ein Fahrradkorb verfügen.

 

In der empirischen Forschung wird eine induktive Denkweise benutzt, um einen wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen einer Einzelbeobachtung und einer möglichen allgemeinen Theorie festzustellen.

 

Beispiel:

Forschende beobachten immer wieder, dass Jugendliche mit ihren Smartphones sehr häufig via Snapchat kommunizieren. Aufgrund eines Leitfadeninterviews mit 10 Jugendlichen wollen sie ihre Beobachtung überprüfen sowie mögliche Gründe für die Nutzung von Snapchat erfahren. Aus ihren Erkenntnissen leiten sie eine Theorie ab, dass Snapchat wahrscheinlich deswegen als gängigstes Mittel zur Kommunikation von Jugendlichen benutzt wird, weil sie damit am einfachsten Fotos austauschen können.

Schematisches Bild von induktivem Vorgehen

Induktive Vorgehensweise

Bei der induktiven Vorgehensweise werden Forschungsfragen und Hypothesen aufgrund von einzelnen Beobachtungen abgeleitet. Erst nach der Datenerhebung können gewonnene Erkenntnisse auf andere allgemeingültige Kontexte übertragen werden (= Bildung einer neuen Theorie). Je öfters eine Beobachtung gemacht wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass die angenommene Theorie tatsächlich aussagekräftig ist.

  • Grundsätzlich wird bei der induktiven Vorgehensweise immer eine generelle Vermutung aus einer Vielzahl von Einzelbeobachtungen formuliert, um daraus die Antwort auf die gestellte Forschungsfrage zu erhalten.

  • Einzelerfahrungen aus dem Alltag bilden die Grundlage für die Formulierung der Hypothesen sowie der daraus abgeleiteten Theorie. Aufgrund der Art und Weise, welche Daten gesammelt werden, ist der induktive Ansatz meistens an eine qualitative Forschungsmethode (z.B. qualitative Interviews oder Beobachtungen) geknüpft.

 

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