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Data Collection: Methods, Process incl. Example

A key goal of data collection is gathering data and numbers that support your research to present findings as objectively as possible. Learn what data collection is and which methods are available.

by Maria MalzewUpdated September 18, 2023Reading time 9 min

How do researchers actually go from general ideas and concepts to comprehensible data that allows them to make the most objective possible statements about the subject under investigation? This is a fundamental question in the design of every empirical thesis and seminar paper, which you must address at the latest before the data collection process.

To arrive at scientifically sound results in the subsequent analysis, you must proceed with particular care when conducting your measurements. In this article, we discuss what difficulties can arise when collecting data and how you can avoid them. Am Beispiel einer quantitativen Befragung werden wir zudem skizzieren, wie eine erfolgreiche Messung in der Praxis durchgeführt werden kann.

 

Schematische Darstellung von einer Studentin, die eine Datenerhebung für die Uni durchführt

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Datenerhebungsverfahren und ihre Besonderheiten: Kurzer Überblick


“Unter Messen ist die systematische Zuordnung von Zahlen (Messwerten) zu Objekten resp. [Anmerkung: beziehungsweise] den Merkmalsausprägungen gemäß festgelegten Regeln zu verstehen.” (Raithel 2008: 40)
 

Ein wesentliches Ziel der Datenerhebung ist das Sammeln von solchen Daten und Zahlen, die dein Forschungsgegenstand bei der nachfolgenden Auswertung so genau und objektiv wie möglich abbilden. Die Wahl der Forschungsmethode – dazu zählen unter anderem quantitative sowie qualitative Befragungen, observations, Inhaltsanalysen oder experiments – beeinflusst die benötigten Daten, die gesammelt werden müssen.

 

Zur Realisierung deiner Messung wirst du alle Merkmalsausprägungen, die für deine Forschung relevant sind (z.B. in Bezug auf Alter, Geschlecht und Mediennutzung deiner Teilnehmer), mithilfe eines vorher festgelegten Erhebungs-bzw. Messinstruments (z.B. eines Fragebogens bei einer quantitativen Befragung) zusammentragen.

In der Praxis hat jedes Datenerhebungsverfahren allerdings auch immer mit eigenen Herausforderungen zu kämpfen. Bei studentischen Arbeiten tauchen häufig vor allem dann Ungenauigkeiten auf, wenn die empirische Messung von Meinungen und Handlungen der untersuchten Personen abhängig ist. In diesem Fall ist es aber schon die halbe Miete, wenn du vor dem Datensammeln über die spezifischen Eigenschaften der gewählten Erhebungsmethode informiert bist.

In unserer kurzen Übersicht haben wir die gängigsten Datenerhebungsverfahren zusammengefasst und zeigen dir, worauf du achten musst, um mögliche Stolpersteine zu umgehen:
 

 

Unser Literaturtipp: Hunziker, Alexander W. (2013). Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. So schreiben Sie eine gute Semester-, Bachelor- und Masterarbeit. 5. Auflage. Zürich: SKV.

➔ siehe vor allem Kap. V, S. 74 - 110: “Methoden der Sozialwissenschaften”

Schematische Darstellung von einer Person, die sich Gedanken macht, welche Methode zur Datenerhebung sie einsetzen sollte

Empirische Datenerhebung vorbereiten: Begriffe und Merkmale definieren


“Mit Operationalisierung wird die Überführung von theoretischen Begriffen in messbare Merkmale (Objekte mit Eigenschaften) gemeint.” (Raithel 2008: 36)
 

Eine wichtige Aufgabe der empirischen Forschung besteht darin, die tatsächlichen Erfahrungen von untersuchten Personen oder Objekten mithilfe von theoretischen Begriffen (= wissenschaftliche Ausdrücke, die den untersuchten Gegenstand beschreiben), Merkmalen (= charakteristische Eigenschaften in Bezug auf das untersuchte Gegenstand) und deren Variablen (= verschiedene Ausprägungen von Merkmalen) erfassbar bzw. messbar zu machen.

Dieser Prozess der so genannten Operationalisierung startet bereits mit der Festlegung der Hypothesen und zieht sich über die gesamte Untersuchung hinweg. Bei der Datenerhebung muss in diesem Zusammenhang jeder der zu untersuchenden Begriffe hinterfragt und eindeutig definiert werden. Damit soll nicht nur sichergestellt werden, dass die verwendeten Begriffe theoretisch sinnvoll sind, sondern dass sie beim Lesen richtig gedeutet werden können.

Beispiel: Bei unserer Forschung, die sich mit dem Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten beschäftigt, müssen wir definieren und erklären, was wir unter “regelmäßigem Nachrichtenkonsum” oder “audiovisuellen Nachrichten” überhaupt verstehen.

Damit Daten gesammelt werden können, müssen darüber hinaus die untersuchten Phänomene messbar gemacht. Dafür werden die vorab definierten Begriffe durch folgende Untersuchungseinheiten systematisch ergänzt:

  • Merkmalsträger oder Untersuchungseinheiten: Personen, Organisationen, Gruppen

  • Messbare Merkmale:

    • quantitative Merkmale, die mit einer metrischen Skala (mit einer spezifischen Zahl) gemessen werden können: Noten, Alter, Einkommen

    • qualitative Merkmale, die mit einer Nominal- oder Ordinalskala gemessen werden können: Geschlecht, Beruf, Mediennutzung

  • Merkmalsausprägungen oder Merkmalseigenschaften: männlich-weiblich

  • Variablen oder jedes Merkmal mit mindestens zwei Merkmalsausprägungen: Bildungsgrad, Geschlecht, Körpergröße


Bei der Datenerhebung werden also grundsätzlich die relevanten Merkmalsausprägungen eines jeden Merkmalsträgers (= von jedem Teilnehmer) mithilfe eines Messinstruments (= z.B. Befragung mit einem Fragebogen) gemessen.

Jeder Merkmalsausprägung wird dabei eine Zahl (= ein Messwert) zugeordnet, damit eine einheitliche Auswertung der Ergebnisse mit verschiedenen statistischen Verfahren möglich ist.
 

Literaturtipp: Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

➔ siehe vor allem Kap. 4.2, S. 35 - 39: “Operationalisierung: Begriffe, Merkmale/Variablen, Indikatoren”

Schematische Darstellung von einem Studenten, der eine Datenerhebung für die Uni mit einer Befragung durchführt

Die Befragung als wichtigstes Datenerhebungsverfahren


“Die Befragung ist ein systematisch geplanter Kommunikationsprozess zwischen mindestens zwei Personen.”(Raithel 2008: 65)


Die wissenschaftliche Befragung gehört zu den wichtigsten Erhebungsinstrumenten der empirischen Forschung. In der Fachliteratur wird sogar davon ausgegangen, dass sie bei 70 Prozent aller Untersuchungen eingesetzt wird. Dabei unterscheidet sich die empirische Befragung von der alltäglichen Kommunikation vor allem dadurch, dass sie theoriegeleitet, systematisch und zielgerichtet ist. Ganz allgemein gesprochen soll eine Befragung gesellschaftsrelevante Aussagen über untersuchte Personen ermöglichen.

Nicht zuletzt ist eine standardisierte schriftliche Befragung aufgrund ihres vergleichsweisen geringen Zeit- und Kostenaufwands beliebt. Die Befragten können dabei in Ruhe über die gestellten Fragen nachdenken, ohne sich vom Interviewer ablenken oder beeinflussen zu lassen. Die Anonymität der Teilnehmer ist zwar kein Garant für die Ehrlichkeit beim Beantworten der Fragen, gerade bei kontroversen Themen werden anonyme Befragungen dennoch meistens aufrichtiger beantwortet.
 

Literaturtipp: Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

➔ siehe vor allem Kap. 5, S. 65-82: “Die Befragung als dominantes Datenerhebungsverfahren”

Schematische Darstellung von einer Datenerhebung mit einer quantitativen Befragung mit einer Online Umfrage

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Datenerhebung in der Praxis: Messung mit der quantitativen Befragung durchführen

Damit eine reibungslose Befragung sichergestellt werden kann, muss diese ähnlich wie bei anderen Datenerhebungsverfahren gut vorbereitet werden. Am Beispiel einer quantitativen Online-Befragung zeigen wir dir, wie du eine solche Erhebung in der Praxis umsetzen kannst.

  • Das Thema unserer Forschung: Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten.
     
  • Unsere Forschungsfragen: Übt ein hoher Nachrichtenkonsum einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit der Nutzer? Wie wird das Weltbild von Zuschauern durch konsumierte Nachrichten verändert?
     
  • Hypothese 1: Je häufiger Fernsehnachrichten konsumiert werden, desto negativer ist die generelle Befindlichkeit der Rezipienten.
     
  • Hypothese 2: Je höher der Bildungsabschluss eines Rezipienten, desto ausgewogener ist die persönliche Befindlichkeit.
     
  • Unsere Forschungsmethode: Quantitative Online-Befragung

 

Unser Tipp: Mit einer Online-Umfrage von empirio kannst du in wenigen Schritten deine Fragen erstellen und die passenden Teilnehmer dafür finden: Einfach, schnell und kostenlos!

 

Unsere Anleitung für eine erfolgreiche Datenerhebung:


Schritt 1: Zeitplan erstellen

Grundsätzlich musst du dich frühzeitig um die Datenerhebung bemühen. Sobald deine Forschungsfrage und die geeignete Methode feststehen, ist es sinnvoll mit der Datenerhebung zu beginnen. Wir empfehlen daher einen festen Zeitplan zu erstellen, damit du zumindest grob einschätzen kannst, wie lange du mit dem Datensammeln beschäftigt sein wirst: Schließlich musst du nicht nur die eigentliche Umfrage erstellen, sondern auch ein Pretest durchführen, Teilnehmer finden sowie abschließende Ergebnisse verschriftlichen.

In unserem Beispiel verfassen wir eine Bachelorarbeit, bei der wir uns um die bestmögliche Repräsentativität mittels einer entsprechend großen Stichprobe bemühen. Daher werden wir für unsere Datenerhebung mit allen Zwischenschritten ca. 6 Wochen einplanen.

Unser Tipp: Der konkrete zeitliche Aufwand hängt immer davon ab, wie umfangreich deine Forschung werden soll. Bei einer 15- bis 20-seitigen Seminararbeit, die du in den Semesterferien schreiben musst, solltest du mit ca. 3-4 Wochen für die gesamte Datenerhebung rechnen.


Schritt 2: Einleitung bzw. das Begleitschreiben entwerfen

Vor der eigentlichen Durchführung erklären wir in einigen kurzen und verständlichen Sätzen, wer diese Untersuchung durchführt und was mit den gesammelten Daten passiert.

In unserem Fall handelt es sich um eine Forschung im Rahmen einer medienwissenschaftlichen Abschlussarbeit der Universität Hamburg. Angestrebt wird eine wissenschaftliche Veröffentlichung zum Thema “Mediennutzung in Deutschland”. Falls deine Umfrage personenbezogene Daten (z.B. Alter, Geschlecht, Wohnort) der Teilnehmer speichert, die du später auswerten möchtest, solltest du an dieser Stelle die Einwilligung der Befragten einholen.


Schritt 3: Inhaltliche Gestaltung des Fragebogens

Da unsere Befragung möglichst standardisiert durchgeführt werden soll, werden den Teilnehmenden neben den soziodemografischen Fragen vor allem geschlossene Fragen zum eigenen Verhalten gestellt. Die Antwortmöglichkeiten sind ordinal- oder intervallskaliert, um höchstmögliche Verständlichkeit zu garantieren.

  • Beispielfrage 1: “Wie viele Stunden pro Tag schauen Sie fern?”

Antwortmöglichkeiten (Ordinalskala): a) 0-2 Stunden, b) 2-4 Stunden, c) 4-6 Stunden, d) mehr als 6 Stunden.

  • Beispielfrage 2: “Wie wohl fühlen Sie sich in einer Menschenmenge?”

Antwortmöglichkeiten (Intervallskala): von 1 bis 5, dabei 1 = sehr unwohl bis 5 = sehr wohl.


Schritt 4: Pretest durchführen und den Fragebogen anpassen

Um mögliche Formulierungsprobleme und Missverständnisse im Vorfeld zu umgehen, haben wir vor der eigentlichen Datenerhebung die vorläufige Version der Online-Umfrage zunächst an ausgewählte 20 Personen unterschiedlichen Alters verschickt. Aufgrund des Feedbacks haben wir im Anschluss unsere Umfrage umstrukturiert: Die Fragen zum eigenen mentalen Zustand haben wir direkt an den Anfang gestellt, damit diese nicht durch die Fragen zum Medienverhalten beeinflusst werden.
 

Schritt 5: Online-Umfrage bei empirio erstellen

Wir haben uns für eine Online-Umfrage entschieden, weil wir möglichst viele Teilnehmenden anonym und kostengünstig befragen wollen. Unsere Befragung sollte eine Laufzeit von 4 Wochen haben: Bei empirio müssen wir sie nur einmal hochladen und können ohne hohen zeitlichen Aufwand auf die Ergebnisse warten.

Außerdem haben wir bei empirio die Möglichkeit, viele fertige Muster und Vorlagen zu sammeln. Im Anschluss an die Umfrage können wir standardisierte Rückmeldungen sogar für eine erste Evaluation mit einem beiliegenden Tool auswerten und analysieren. Im Gegensatz zu persönlichen Befragungen, die anschließend manuell in ein Programm eingegeben werden müssen, liegen uns die Daten nach unserer Umfrage direkt in digitaler Form vor.


Schritt 6: Umfrageteilnehmer gemäß der Stichprobe suchen

Bei unserer Fernsehforschung suchen wir nach allen Menschen in Deutschland, die zu Hause fernzusehen können. Laut der aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung besitzen im Schnitt rund ca. 64 Millionen der Deutschen einen Fernseher. Aus dieser Grundgesamtheit berechneten wir im Vorfeld die Stichprobengröße von 385 Personen.

Weil wir mit einer gewissen Rücklaufquote rechnen müssen, wollen wir so viele Personen wie möglich für unsere Umfrage gewinnen. Neben dem Teilen der Umfrage durch Verlinkung im Bekanntenkreis, auf verschiedenen Social-Media-Netzwerken oder auf der Webseite der eigenen Hochschule, können wir passende Teilnehmer direkt in der breit aufgestellten Online-Community von empirio finden!


Schritt 7: Die Befragung kann starten!

Mit diesen wenigen Vorbereitungen hast du eine wissenschaftlich fundierte quantitative Befragung auf die Beine gestellt – und kannst nun entspannt auf die Ergebnisse warten!

Schematische Darstellung von einer Person, die sich Gedanken macht, wie die Datenerhebung in die wissenschaftliche Arbeit intergriert werden kann.

Die Datenerhebung in die Abschlussarbeit integrieren

Mit der Datenerhebung startet die unmittelbare Erhebung deiner Forschungsdaten, daher gehört dieser Abschnitt zum zentralen Bestandteil deiner Abschlussarbeit. Sobald deine theoretischen Vorüberlegungen abgeschlossen sind und du eine Forschungsfrage, deine Hypothesen, eine geeignete Forschungsmethode sowie eine Stichprobe festgelegt hast, solltest du mit der Datenerhebung beginnen.

Bei der Verschriftlichung ist es ebenfalls sinnvoll, diesen Schritt direkt nach den Überlegungen zum Forschungsdesign unterzubringen:

  1. Einleitung: Forschungsfrage

  2. Theorie: Stand der Forschung

  3. Forschungsdesign

    3.1 Bildung der Hypothesen
    3.2 Wahl der Forschungsmethode, z.B. quantitative Befragung
    3.3 Stichprobe festlegen
    3.4 Definition und Festlegung der untersuchten Variablen und Merkmale 3.5 Fragenkatalog

→ 4. Datenerhebung: Standardisierte Online-Umfrage

  1. Datenauswertung

  2. Ergebnisse und Erkenntnisse

  3. Reflektion der eigenen Vorgehensweise

  4. Conclusion

 

 

Weiterführende Literatur:


Brosius, Hans-Bernd et al. (2009). Methoden der empirischen Kommunikationsforschung.

Eine Einführung. 5 Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Hunziker, Alexander W. (2013). Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. So schreiben Sie

eine gute Semester-, Bachelor- und Masterarbeit. 5. Auflage. Zürich: SKV.

Kromrey, Helmut (2002). Empirische Sozialforschung: Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung. 10. Auflage. Opladen: Leske + Budrich.

Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.



 

Frequently asked questions

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