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Empirical Research

Empirical Research Process: Procedure & Example

Empirical research typically goes through 7 phases. In this chapter, we'll introduce you to each of these phases.

by Maria MalzewUpdated October 5, 2022Reading time 14 min

„Empirical science is the science based on experience through human senses; empirical procedure means starting from facts of experience.“ (Raithel 2008: 11)

 

What actually distinguishes a simple everyday observation from a scientifically fundierten empirischen Forschung? Beschäftigst du dich mit der Konzipierung deiner allerersten empirischen Forschung oder hast du dich womöglich bereits für eine empirische thesis entschieden, wirst du unausweichlich mit dieser Frage konfrontiert.

Eine empirical research ist zunächst mal durch eine systematische Vorgehensweise gekennzeichnet, die deine Ergebnisse sowie die verwendete Methodik für andere nachvollziehbar macht. Unsere subjektive Wahrnehmung ist unbewusst verzerrt, daher versuchen scientificallye Arbeiten diese subjektive Verzerrung auszuschließen. Mit der Empirie wird im Grunde eine theoretische Aussage oder eine Alltagsbeobachtung objektiv und mit eigenen Erfahrungen / Observationen (bspw. mit einer Survey einer ausgewählten Personengruppe) getestet.

In diesem Artikel zeigen wir dir die Möglichkeit, vom allgemeinen Aufbau deiner Ausarbeitung zu konkreten Arbeitsschritten deines empirischen Forschungsprojekts zu kommen.

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Ausgang deiner Arbeit: Drei Forschungsphasen als Grundlage

In der Wissenschaft gibt es grundsätzlich viele verschiedene Modelle sowie unzählige Vorgehensweisen zum Aufbau der eigenen Forschung. Doch lass dich davon nicht verwirren: Beinahe alle solche Modelle basieren auf dem grundlegenden Konzept der drei Forschungsphasen, die auch „Zusammenhangsbereiche der Wissenschaft“ genannt werden (vgl. dazu Friedrichs 1990: 50-59 sowie einfacher erklärt von Raithel 2008: 25-26):

  1. Entdeckungszusammenhang: Was soll erforscht werden?
  2. Begründungszusammenhang: Wie soll etwas erforscht werden?
  3. Verwertungszusammenhang: Warum soll etwas erforscht werden?

1. Entdeckungszusammenhang (Was soll erforscht werden)?

  • Hierbei geht es um mögliche Gründe oder einen Anlass, die zu deinem Forschungsprojekt überhaupt geführt haben. Das können bestehende soziale Probleme sein – oder auch vorhandene Theorieansätze, die untersucht werden sollen. In der Wirtschaft ist außerdem die anwendungsorientierte Auftragsforschung bei der Suche nach Lösungsansätzen sehr typisch.
  • Keine Sorge: Für studentische Arbeiten reicht auch dein allgemeines Forschungsinteresse in einem bestimmten Bereich oder deine fachliche Spezialisierung als Begründung deiner Arbeit.
    ➔ Diese Phase ist ein guter Ausgangspunkt für deine Arbeit und eignet sich hervorragend für die theoretische Vorüberlegung zu deinem Thema.

 

2. Begründungszusammenhang (Wie soll etwas erforscht werden)?

  • Bei dieser Phase geht es um die Methoden, mit deren Hilfe dein allgemeines Problem oder ggf. die gewählte Theorie untersucht und geprüft werden soll. Dabei wird deine allgemeine Problemstellung in exakte, möglichst objektive und nachprüfbare Hypothesisn umgewandelt, die du mithilfe von solchen scientificallyen Methoden wie etwa einer Umfrage untersuchen kannst.
    ➔ Diese Phase ist für die empirical research zentral, somit wird sie den Hauptteil deiner Arbeit ausfüllen und die Struktur deiner Forschung am meisten prägen (→ darauf gehen wir im zweiten Teil von diesem Artikel noch detaillierter ein).

 

3. Verwertungszusammenhang (Warum soll etwas erforscht werden)?

  • Dabei wird das gesammelte Wissen über das anfangs ausformulierte Problem dargelegt und in den gesellschaftsrelevante Zusammenhang gebracht. In akademischen Publikationen wird in diesem Teil häufig die Frage gestellt, ob und wie die Forschungsergebnisse in der Praxis umgesetzt werden können.
    ➔ Diese Phase ist für dich vor allem zum Ende deiner Arbeit relevant und wird dich vor allem bei der Deutung deiner Ergebnisse begleiten.

 

Dieses klassische Phasenmodell hilft dir bereits zu Beginn deines Forschungsprojekts eine allgemeine Struktur für deine Arbeit zu entwickeln:

  • Unabhängig von deiner konkreten Fragestellung, wird deine Forschungsarbeit im Grunde immer von einem Entdeckungszusammenhang (= bestimmte Erkenntnisse werden gesucht) und einen Verwertungszusammenhang (= gewonnene Erkenntnisse werden auf die Praxis ausgerichtet) umklammert.
  • Der Begründungszusammenhang stellt dabei den eigentlichen Korpus deiner Arbeit dar und sorgt mithilfe von einzelnen Techniken und Verfahren (= empirical researchsmethoden) für den eigentlichen Erkenntnisgewinn.

Literaturtipp: Wenn du dich noch intensiver mit verschiedenen Forschungsphasen beschäftigen willst, ist dieses Handbuch von Jürgen Raithel nicht nur sehr praxisorientiert, sondern auch für unerfahrene Forschende leicht zu verstehen: Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

Empirischer Forschungsprozess in 7 Stepen nach Raithel: Ablauf, Phasen und Example

Der Forschungsablauf: 7 Stepe zu deiner empirischen Bachelorarbeit oder Masterarbeit

Basierend auf diesen drei scientificallyen Bereichen musst du in jeder der beschriebenen Phase entscheiden, welche konkreten Stepe du unternehmen willst, um an dein Forschungsziel zu kommen. Von verschiedenen Wissenschaftlern gibt es diverse Vorschläge, wie der bestmögliche Ablauf einer empirischen Untersuchung aussehen kann.

Wir schlagen dir vor, mit dem Modell des Sozialwissenschaftlers und Psychologen Jürgen Raithel zu operieren, da dieses speziell für Studierende entwickelt ist. Raithel unterscheidet sieben charakteristische Stepe, die jede empirical research abbilden und somit auch für deine empirischen thesis eine gute Grundlage darstellen (vgl. Raithel 2008: 25-32).

Literaturtipp: Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

  1. Untersuchungsziel, Problemformulierung, Forschungsfragen
  2. Theorie- und Hypothesisnbildung
  3. Konzeptualisierungsphase
  4. Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung
  5. Datenaufbereitung
  6. Datenanalyse
  7. Interpretation und Dissemination (= Verschriftlichung)

Beachte dabei, dass in der modernen Praxis das scientificallye Vorgehen nicht linear, sondern vielmehr in Kreisen verläuft. Einzelne Forschungsschritte sind daher nicht immer klar voneinander abzugrenzen, sondern greifen ineinander über und können darüber hinaus unterschiedlich umfangreich ausfallen. Nichtsdestotrotz sind diese sieben Stepe nach Raithel eine gute Grundlage für dein empirisches Forschungsprojekt:

 

1. Untersuchungsziel, Problemformulierung, Forschungsfrage

Grundlegende Fragen: Welche Rahmenbedingungen (z.B. Umfang, zeitliche Rahmen, vorgegebenes Thema oder andere inhaltliche Vorgaben) liegen deiner Arbeit bereits vor? Welches Problem soll überhaupt untersucht werden?

  • Lege einen theoretische Rahmen wie z.B. den Stand der Forschung oder eine bestehende Theorie fest.
  • Das untersuchte Problem soll dabei möglichst klar und deutlich definiert werden. Soziale Probleme sollten am besten in Form von scientificallyen Fragestellungen (= Forschungsfragen) beschreiben werden.
  • Mithilfe der Forschungsfrage solltest du dein Untersuchungsziel (explorativ, explanativ oder kausal) spezifizieren können.

 

2. Theorie- und Hypothesisnbildung

Grundlegende Frage: Wie kannst du die Untersuchung gestalten, damit du deine Forschungsfrage scientifically fundiert beantworten kannst?

  • Vor dem Hintergrund deines Untersuchungsziels (oder ggf. eines theoretischen Modells) solltest du nun eine oder mehrere Hypothesisn formulieren können.
  • Mit Hypothesisn (= Vermutungen über einen bestimmten Sachverhalt, die einen Zusammenhang zwischen mindestens zwei Variablen voraussetzen) sollte deine ursprüngliche Fragestellung konkretisiert werden.
  • Überlege anhand der Hypothesis, mit welchen qualitativen oder quantitativen Erhebungsmethoden (z.B. mit einer Umfrage, einer Observation oder einer Content Analysis = auch Forschungsmethode genannt) du diese bestmöglich überprüfen kannst.

 

3. Konzeptualisierungsphase

Grundlegende Frage: Wie willst du bei deiner Untersuchung vorgehen, um dein Forschungsproblem empirisch zu erfassen?

  • Operationalizationsvorgang: Bestimme und beschreibe die wichtigsten Variablen, also quantitative (z.B. das Alter oder das Körpergewicht) sowie qualitative Merkmale (z.B. die sexuelle Orientierung oder die Religionszugehörigkeit) der Untersuchungspersonen, die zum Prüfen deiner Hypothesis benötigt werden.
  • Konstruktion des Erhebungsinstruments: Wähle ein konkretes Forschungsverfahren (z.B. Verhaltensbeobachtungen, Interviews oder Fragebögen), mit dem du die Messung von erforderlichen Merkmalen und Daten vornehmen kannst.
  • Festlegung des Forschungsdesigns: Überlege nun, wie du deine Untersuchung reibungslos durchführen kannst. Darunter fallen unter anderen der zeitliche Aspekt (konkrete Terminplanung) sowie die Festlegung auf Untersuchungseinheiten (Rekrutierung der Personen oder Personengruppen, die untersucht werden sollen).
  • Festlegung der Stichprobe: Überlege, welche und wieviele Personen du bei deiner Untersuchung berücksichtigen willst. Die Art und die Größe deiner Sichtprobe hängt von deinen Forschungszielen ab.
  • Pretest: Sobald du dein Erhebungsinstrument festgelegt hast, ist es sinnvoll, vorab einen Vortest (= Pretest) durchzuführen, um dein Konzept auf Vollständigkeit und Anwendbarkeit zu überprüfen. Nach Bedarf kannst du nach dem Pretest dein Erhebungsinstrument noch einmal anpassen.

 

4. Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung

Grundlegende Frage: Wie führst du die Datenerhebung mithilfe der ausgewählten Methode (z.B. einer Survey, einer Observation, einem Experteninterview) in der Praxis durch?

  • Mit diesem Step startet das unmittelbare Erheben deiner Forschungsdaten!
  • Greife auf einen festen Zeitplan zum Sammeln deiner Daten zurück.
  • Hierunter fällt z.B. das Einholen der Einwilligung der Untersuchungspersonen sowie die Interviewerschulung, aber auch feste Terminplanung für z.B. deine Survey oder deine Observation.
  • Datenerhebung: Nun erhebst du die Daten mit deiner zuvor ausgewählten Forschungsmethode. Bei einer Online-Umfrage erfolgt in diesem Prozessschritt bspw. der Versand an die Teilnehmer, die dann den Fragebogen beantworten. Wenn du ein Experteninterview machen wolltest, sprichst du nun mit dem Experten zu den vorgefertigten Fragestellungen.

 

5. Datenaufbereitung

Grundlegende Fragen: Wie sollen die Daten verarbeitet werden? Wie repräsentativ und valide sind deine Daten?

  • Erstellung der Datenmatrix: Die erhobenen Daten müssen vor der Analyse strukturiert und aufbereitet werden.
  • Dateneingabe: Füge deine Datensammlung in ein Statistikprogramm wie z.B. SPSS ein, um diese im nächsten Step analysieren zu können.
  • Datenbereinigung: Prüfe deinen Datensatz nach Bedarf auf Reliabilität, Objektivität und Validität, um Fehler bei der Analyse zu vermeiden.
  • Datenmodifikation: Sortiere z.B. unvollständige oder fehlerhaft ausgefüllte Fragebögen aus. Die Datenmodifikation muss dabei ausschließlich technisch (keinesfalls inhaltlich im Sinne der Hypothesis z.B.) motiviert sein, damit keine Verfälschung der Ergebnisse stattfindet.

 

6. Datenanalyse

Grundlegende Frage: Welche Auswertungsmethoden sind für die Beantwortung deiner Hypothesis am sinnvollsten?

  • Die Wahl der Methode für die Auswertung der durchgeführten empirischen Forschung hängt davon ab, ob du qualitative oder quantitative Daten erhoben hast.
  • Bei quantitativen Daten kannst du deine Auswertung z.B. mithilfe von Häufigkeiten und univariaten Maßzahlen, bi- und multivariate Analyseverfahren, Hypothesisn- und Signifikanztests realisieren.
  • Bei qualitativen Daten werden am häufigsten tiefergehende inhaltsbasierte Analysen sowie thematische oder theoretische Kodierungen durchgeführt.

 

7. Interpretation und Dissemination (= Verschriftlichung)

Grundlegende Fragen: Wie lässt sich meine Hypothesis oder Fragestellung beantworten? Was habe ich aus meiner Forschung gelernt? Was bedeutet meine Forschung für das am Anfang der Untersuchung angesprochene Problem? Wie kann ich meine Ergebnisse verschriftlichen?

  • Die Ergebnisse der Untersuchung werden in einem umfassenden Bericht nachvollziehbar festgehalten und interpretiert.
  • Abschließend kannst du deine Ergebnisse in einem größeren gesellschaftlichen oder scientificallyen Kontext betrachten.

 

Ein Example: So könnte eine empirische thesis ablaufen

In der Praxis können die oben beschriebenen Stepe inhaltlich sowie strukturell unterschiedliche Gewichtung einnehmen – und zwar abhängig von deiner spezifischen Untersuchung. Dabei kannst du in jeder Phase der Forschung selbst wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Methode, Stichprobe etc. treffen, die du für die Beantwortung deiner Fragestellung am sinnvollsten findest.

Zur Veranschaulichung wollen wir dir trotzdem einmal am konkreten Example aufzeigen, wie eine empirische Bachelor- oder Masterarbeit aussehen kann. Bedenke, dass es sich hierbei keinesfalls um ein allgemeingültiges Muster handelt, sondern nur um eine Möglichkeit zum Aufbau einer Forschung.

Bei unserer Examplearbeit wollen wir uns mit dem Einfluss der Massenmedien (wie z.B. Nachrichtensendungen, ob digital oder analog) auf den mentalen Zustand ihrer Nutzer beschäftigen. Vereinfacht dargestellt, könnte man dieses Thema beim Verfassen einer Bachelorarbeit in etwa so angehen:

 

1. Untersuchungsziel, Problemformulierung, Forschungsfrage

Das grundsätzliche Interesse liegt für uns in diesem Fall in der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten gibt.

Thema: Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von audiovisuellen Nachrichten und dem mentalen Zustand ihrer Konsumenten

Forschungsfragen: Übt ein hoher Nachrichtenkonsum einen negativen Einfluss auf die mentale Gesundheit der Nutzer? Wie wird das Weltbild von Zuschauern durch konsumierte Nachrichten verändert?

 

2. Theorie- und Hypothesisnbildung

Nachdem wir uns mit dem grundsätzlichen Stand der Wissenschaft und bestehenden Verhaltensstudien in Bezug auf Massenmedien (z.B. die Studien der “mean world syndrome”-Theorie von Georg Gerbner) vertraut gemacht haben, konnten wir aus unserem generellen Forschungsinteresse eine Hypothesis entwickeln, die wir mit einer empirischen Untersuchung prüfen wollen:

Hypothesis: Häufiger Nachrichtenkonsum hat eine negative Auswirkung auf die mentale Befindlichkeit.

 

3. Konzeptualisierung

Bei unserer Entscheidung, wie wir unsere Forschung konkret gestalten, gehen wir wie folgt vor:

Erhebungsinstrument / Methode: Wir entscheiden uns für eine quantitative Survey. Eine Umfrage eignet sich in diesem Fall für uns am besten, da wir grundlegende Informationen zum Fernsehverhalten, soziodemografische Daten sowie die eigene Einschätzung der Nutzer über ihren mentalen Zustand erheben möchten.

Grundgesamtheit: Unsere Grundgesamtheit (= die grundsätzliche Menge von Objekten, über die Aussagen getroffen werden) umschließt zunächst mal alle in Deutschland lebenden Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, die zumindest ein Fernsehgerät oder einen Internetanschluss besitzen.

Stichprobe: Weil die Grundgesamtheit in dieser Menge nicht messbar ist, müssten wir im Idealfall ein verkleinertes strukturgleiches Abbild der Grundgesamtheit – die so genannte Stichprobenziehung vornehmen. Nur dann kann bei einer Studie von einer Repräsentativität gesprochen werden. Unsere Ergebnisse aus einer solchen Stichprobe könnten dann womöglich sogar auf das Gesamtphänomen bezogen werden. Je größer die Stichprobe, desto höher ist ihre Repräsentativität.

Die repräsentative Größe unserer Stichprobe kann zwar mithilfe der Populationsgröße und eines Konfidenzniveaus berechnet werden, allerdings sind bevölkerungsrepräsentative Studien (vor allem studentische) nur selten repräsentativ. Gehen wir von mindestens 55 Millionen Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren aus, so ist die Einbeziehung einer repräsentativen Stichprobe für uns nicht möglich.

Allerdings ist das bei den meisten thesisen der Fall – und selbst bei größeren scientificallyen Studien ist die Repräsentativität nicht immer gegeben. Dabei kann auch eine nicht repräsentative Studie wichtige grundlegende Erkenntnisse zu dem untersuchten Thema liefern. Daher musst du dir bezüglich der (Nicht-)Repräsentativität deiner Studie auch keine Sorgen machen: Im Rahmen einer thesis wird von dir ohnehin nur erwartet, dass du grundsätzlich eine vernünftige Studie konsequent konzipieren und durchführen kannst, ganz unabhängig von der Größe deiner Stichprobe.

Mit unserer Studie wollen wir aber ohnehin einen allgemeinen Eindruck bekommen, ob wir mit unserer Hypothesis richtig liegen könnten. Trotzdem wollen wir natürlich so viele Teilnehmer wie möglich für unsere Forschung gewinnen.

Forschungsdesign: Eine Online-Umfrage bei empirio ist daher für uns am praktischsten, da wir damit möglichst viele Teilnehmer (dazu auch noch nach einem Zufallsprinzip!) erreichen – und das mit wenig Aufwand:

  • Für unsere Umfrage entwickeln wir zunächst die Variablen (z.B. Geschlecht, Alter, Nachrichtennutzung) sowie ihre Merkmalsausprägungen (z.B. weiblich und männlich bei der Variable “Geschlecht”), die für unsere Hypothesis entscheidend sind.
  • Da unsere Survey möglichst standardisiert durchgeführt werden soll, werden den Teilnehmenden neben den soziodemografischen Fragen vor allem geschlossene Fragen zum eigenen Verhalten gestellt, dabei werden die Antwortmöglichkeiten 4. ordinal- oder intervallskaliert, wie z.B.:
  1. “Wie viele Stunden pro Tag schauen Sie fern?” Antwortmöglichkeiten (Ordinalskala): a) 0-2 Stunden, b) 2-4 Stunden, c) 4-6 Stunden, d) mehr als 6 Stunden.
  2. “Welches Gefühl hatten Sie beim Anschauen einer bestimmten Situation im Fernsehen?” Antwortmöglichkeiten (Intervallskala): von 1 bis 5, dabei 1 = sehr unwohl bis 5 = sehr wohl.

Pretest: Vor der eigentlichen Datenerhebung haben wir die Online-Umfrage zunächst an fünf Personen unterschiedlichen Alters getestet und dann aufgrund des Feedbacks unsere Umfrage umstrukturiert. Examplesweise haben wir die Fragen zum eigenen mentalen Zustand direkt an den Anfang gestellt, damit diese nicht durch die Fragen zum Medienverhalten beeinflusst werden.

 

4. Erhebungsvorbereitung und Datenerhebung

Mit einer Online-Umfrage fällt dieser Step sehr unkompliziert aus. Wir müssen nur unsere Fragen sowie Antwortmöglichkeiten aus dem zuvor entwickelten Fragebogen im Tool eingeben, einen Zeitraum für die Umfrage festlegen und können dann den Umfrage-Link an die gewünschten Teilnehmer verschicken. Um Teilnehmer für die Umfrage zu finden gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Versand der Umfrage an Verwandte, Freunde und Kollegen
  • Teilen in Sozialen Netzwerken (vor allem spezielle Facebook Gruppen)
  • Nutzung von Umfrage-Communities 

 

5. Datenaufbereitung

Bei empirio bekommen wir eine erste Übersicht der Ergebnisse unmittelbar nach dem erfolgreichen Abschluss der Umfrage. Weil wir die tiefergehende Auswertung später dem Statistikprogramm SPSS durchführen werden, müssen wir zuerst unsere Daten in dieses Programm übertragen.

 

6. Datenanalyse

Mithilfe von SPSS bekommen wir direkt den ersten Aufschluss über die Verteilung bestimmter Werte unter Befragten. Aus den erhobenen Daten können wir so die grundlegende Werte zur Nutzung von Nachrichten und der Befindlichkeit von Teilnehmenden ermitteln.

Die eigentliche Datenanalyse führen wir unter Anwendung der deskriptiven Statistik durch. Die Formulierung sowie die Widerlegung einer Nullhypothese (also dem Gegenteil unserer Hypothesis) ist zum Überprüfen unserer Hypothesis entscheidend:

  • Hypothesis: Häufiger Nachrichtenkonsum hat eine negative Auswirkung auf die mentale Befindlichkeit.
  • Nullhypothese: Zwischen häufigem Nachrichtenkonsum und der mentalen Befindlichkeit gibt es keinen Zusammenhang.

Zum Testen der Hypothesis betrachten wir die Werte der Variablen “Befindlichkeit” und die “Häufigkeit des Nachrichtenkonsums”, um einen möglichen Zusammenhang zu finden. Wird ein solcher gefunden, kann die Nullhypothese abgelehnt und die eigentliche Hypothesis bestätigt werden.

Aus dem mit dem SPSS vorbereiteten Streu-Diagramm lässt sich zunächst erkennen, dass es Korrelation zwischen den Teilnehmenden, die mehr als einmal am Tag Nachrichten sehen, und deren Befindlichkeit zu geben scheint. Um unsere Vermutung zu überprüfen, erstellen wir daraus ein P-P-Diagramm. Dieses stellt kumulative Wahrscheinlichkeiten gegenüber und zeigt die Abweichung der gemessenen Befindlichkeit von dem zuvor mit SPSS berechneten Normalwert. Mithilfe eines Chi-Quadrat-Werts (= einer allgemein gültigen Formel zur Berechnung der Abhängigkeiten zwischen Variablen, die meistens in Form einer Kreuztabelle dargestellt wird) können wir im Anschluss bestätigen, dass es zwischen beiden Variablen tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Wir führen in Bezug auf unsere beiden Variablen einen Signifikanztest (= statistischer Test, der überprüft, ob ein beobachteter Wert zufällig entstanden ist) durch und berechnen den Signifikanzwert. Dabei handelt es sich um einen kritischen Wert, ab dem man in der Forschung annimmt, dass die Forschung nicht zufällig sein kann – meistens muss dieser unter 0,05 % liegen. Bei unserer Studie liegt der berechnete Signifikanzwert bei 0,01 % (also niedriger als der Schwellwert 0,05 %), daher können wir die Nullhypothese endgültig widerlegen.

Damit haben wir bei unserer Datenanalyse bewiesen, dass wir innerhalb unserer Studie von einem signifikanten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Nachrichtenkonsums und schlechterer mentaler Befindlichkeit der Deutschen sprechen können.

 

7. Interpretation und Dissemination

Wir konnten bei unserer Forschung unsere Hypothesis bestätigen, da bei unserer Studie ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Befindlichkeit und häufigem Nachrichtenkonsum besteht. Dieses ist ein insgesamt befriedigendes Ergebnis, ist aber gleichzeitig in seiner Aussagekraft aufgrund der relativ kleinen Stichprobe eingeschränkt. Außerdem mussten wir uns darauf verlassen, dass die Teilnehmenden unserer Umfrage wahrheitsgemäß geantwortet haben.

Nichtsdestotrotz suggeriert unsere Forschung, dass weitere tiefergehende Studien uns noch mehr Aufschluss über die Einflüsse der Medien auf das individuelle Wohlbefinden geben können.

 

Weiterführende Literatur:

Beller, Sieghard. (2016). Empirisch forschen lernen. Konzepte, Methoden, Fallbeispiele, Tipps. 2 Auflage. Huber Verlag: Bern.

Friedrichs, Jürgen (1990). Methoden empirischer Sozialforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

Hunziker, Alexander W. (2013). Spass am scientificallyen Arbeiten. So schreiben Sie eine gute Semester-, Bachelor- und Masterarbeit. 5. Auflage. SKV: Zürich.

Raithel, Jürgen (2008). Quantitative Forschung. Ein Praxiskurs. 2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.

 

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