Eine wissenschaftliche Studie gilt nur dann als erfolgreich, wenn sie keine falschen Ergebnisse oder Täuschungen liefert. Damit in der wissenschaftlichen Praxis jedoch möglichst fehlerfreie Ergebnisse zustande kommen, wird bereits bei der Konzeption einer empirischen Untersuchung auf die Messgenauigkeit – die so genannte Reliabilität – geachtet.
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Start for freeAllgemeine Definition der Reliabilität
Reliabilität (= Verlässlichkeit oder Zuverlässigkeit der Messung) ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal einer Forschungsarbeit und bezeichnet die Genauigkeit der durchgeführten Untersuchung. Bei Wiederholung der Forschungsarbeit zu einem anderen Zeitpunkt, unter denselben Rahmenbedingungen, sollten die Forschenden zu gleichen oder zumindest vergleichbaren Messergebnissen kommen.
Von hoher Reliabilität kann gesprochen werden, wenn die gewonnenen Erkenntnisse möglichst frei von Zufallsfehlern sind. Sind die Messwerte nicht reproduzierbar, dann gilt die Forschung als nicht zuverlässig bzw. sie weist eine geringe Reliabilität auf.
Eine digitale Waage ist ein verlässliches Messinstrument mit hoher Reliabilität, da sie zuverlässig dasselbe Körpergewicht zeigt – auch bei wiederholter Messung. Subjektive Einschätzungen von Forschenden zum Gewicht ihrer Probanden bei einer Beobachtung wären dagegen weniger zuverlässig und würden als nicht sonderlich reliabel eingestuft werden.
Wissenschaftliche Prüfung der Reliabilität
In der wissenschaftlichen Praxis kann die Reliabilität mit verschiedenen Methoden geschätzt werden. Die gängigsten davon sind:
Test-Retest Method
Wiederholung der Messung mit dem Ziel, beide Erhebungen zu vergleichen. Wenn dasselbe Messinstrument mit den gleichen Testpersonen zweimal dieselben Ergebnisse erbringt, gilt das Messinstrument als reliabel. Die hohe Aufwendigkeit bei der Anwendung macht diese Methode nur bei größeren Studien sinnvoll.
Parallel Test Method
Messung mit zwei verschiedenen Erhebungsinstrumenten (z.B. eine Befragung und eine Beobachtung) mit derselben Forschungsfrage zur gleichen Zeit. Sind die Ergebnisse aus zwei Untersuchungen vergleichbar, dann gilt das Messinstrument als reliabel. Allerdings ist es auch bei dieser Methode nicht so einfach, zwei vergleichbare Messinstrumente für dieselbe Forschungsfrage zu finden.
Split-Half Method
Eine Form der Parallel Test Method, bei der zunächst eine Gruppe von Probanden in zwei vergleichbare Teilgruppen unterteilt wird. Dann wird in beiden Teilgruppen jeweils eine Erhebung mit dem gleichen Messinstrument (z.B. mittels einer Befragung) parallel und unabhängig voneinander durchgeführt. Wenn sich aus beiden Gruppen ein ähnliches Messergebnis ergibt, gilt das Messinstrument als reliabel. Diese Methode ist aufgrund ihrer einfachen Durchführbarkeit sehr beliebt.
Der Grad der Reliabilität wird bei allen diesen Methoden durch einen Korrelationskoeffizienten – einer mathematischen Konstante – berechnet und ausgedrückt: Je näher dieser an einer 1 liegt, desto zuverlässiger ist das Messinstrument.
Bei kleineren Untersuchungen, vor allem im Rahmen einer studentischen Arbeit, ist es nicht immer möglich, die Reliabilität mit den oben genannten Methoden zu testen. Solange jedoch eine passende Forschungsmethode (= Messinstrument) gewählt und nach bestem Gewissen angewendet wurde, reicht dieser Grad der Reliabilität in der Regel auch schon aus.
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