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Was ist eine Ordinalskala? Definition und Beispiel

Mit der Ordinalskala (engl. “ordinal scale” = Rangskala) werden Objekte bzw. Merkmale in Hinblick auf die spezifische Eigenschaft in eine logische Rangordnung (größer als, kleiner als) gebracht.

von Maria MalzewAktualisiert am 26. Juli 2023Lesezeit 2 Min.

Empirische Wissenschaften beschäftigen sich mit verschiedenen einfachen oder komplexen Phänomenen und Problemen unserer Gesellschaft. Um nach einer Befragung nachvollziehbare und möglichst präzise Ergebnisse zu erhalten, verwenden sie abhängig von der Art der erhobenen Daten verschiedene Mess- oder Skalenniveaus.

Möchten die Forschenden bei ihrer Studie die untersuchte Eigenschaft von Testpersonen in eine subjektive Rangordnung mit Abstufungen stellen, arbeiten sie dabei typischerweise mit einer Ordinalskala.

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Allgemeine Definition der Ordinalskala

Mit der Ordinalskala (engl. “ordinal scale” = Rangskala) werden Objekte bzw. Merkmale in Hinblick auf die spezifische Eigenschaft in eine logische Rangordnung (größer als, kleiner als) gebracht. Diese Skala bildet die Relation zwischen mehreren Merkmalsträgern ab (wie bei Schulnoten, Bestenlisten, Altersklassen). Ähnlich wie die Nominalskala ist sie eine nicht-metrische Skala, weil ihre Antwortwerte keinen direkt verwendbaren Zahlenwert aufweisen.

Mit Ordinalskalen können Aussagen über die Abfolge von Merkmalsausprägungen (Gold, Silber, Bronze bei den Olympischen Spielen) der Merkmalsträger (Sportler 1, Sportler 2, Sportler 3) gemacht werden. Bei den Olympischen Spielen lässt sich anhand von Rängen ablesen, welche Person die beste Leistung erbracht hat.

Allerdings lassen sich aus den Rängen keine Rückschlüsse über die genauen Differenzen zwischen den einzelnen Merkmalsausprägungen ziehen. Der Leistungsabstand zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten muss also keinesfalls genauso groß ausfallen wie zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten – das lässt sich mit ordinalskalierten Daten nicht überprüfen.

 

Liiert-Skala als wichtigste Ordinalskala in einem Fragebogen einer Online-Umfrage

 


Verschiedene Typen der Ordinalskala

In der empirischen Forschung werden die Ordinalskalen typischerweise verwendet, um Leistungen von Testpersonen miteinander zu vergleichen oder Aussagen über Größer-Kleiner-Verhältnisse zu machen.

Beispiel: Welchen Abschluss haben Sie?

  • Fachabitur
  • Abitur
  • Bachelorabschluss
  • Masterabschluss
  • Doktortitel

 

Ähnlich wie bei der Nominalskala können mit solchen ordinalen Daten verschiedene Kategorien erstellt werden. Zusätzlich lässt die Ordinalskala jedoch weitere Aussagen über Abstufungen bzw. Größer-Kleiner-Verhältnisse der einzelnen Kategorien zu!

Der in den Sozialwissenschaften am häufigsten verwendete Typ der Ordinalskala ist die Likert-Skala, mit der persönliche Meinungen oder Befindungen in geordneten Stufen gemessen werden können.

Beispiel: Ich finde die aktuelle politische Lage beunruhigend.

  1. Stimme überhaupt nicht zu
  2. Stimme nicht zu
  3. Stimme weder zu, noch lehne ich ab
  4. Stimme zu
  5. Stimme voll und ganz zu

 

Bei der Datenauswertung einer solchen Likert-Skala wird ein Ratingsystem erstellt. Dabei wird ähnlich wie in Persönlichkeitstests jeder Antwort ein Messwert vergeben, z.B. 1 Punkt für “stimme überhaupt nicht zu” und 5 Punkte für “stimme voll und ganz zu”. Aus den Punkten kann ein Gesamtscore berechnet werden, um die Meinungen von einzelnen Testpersonen abzubilden und miteinander zu vergleichen.

 

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