Jede empirische Studie erfordert einen einheitlichen Maßstab, mit dem verschiedene Merkmale des untersuchten Gegenstandes erfasst werden können. Bei einer quantitativen Befragung wird dafür eine passende Skala gebildet, um aus Antwortmöglichkeiten systematische Messwerte oder Daten zu bekommen. In der Sozialforschung werden psychologische und soziale Eigenschaften von untersuchten Personen größtenteils auf einer Intervallskala gemessen.
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Allgemeine Definition der Intervallskala
Die Intervallskala (lat. “intervallum” = Zwischenraum, Entfernung, Abstand) ist eine metrische bzw. numerische Skala, bei der einzelne Einheiten einen direkten Zahlenwert aufweisen. Mit der Intervallskala kann sowohl die Klassifikation von Untersuchungsobjekten (wie bei der Nominalskala) als auch die Reihenfolge von untersuchten Elementen (wie bei der Ordinalskala) vorgenommen werden.
Zusätzlich misst eine Intervallskala ebenfalls den exakten Unterschied zwischen den einzelnen Elementen. Das liegt daran, dass der Abstand zwischen zwei beliebig aufeinander folgenden Objekten auf einer Intervallskala gleich groß sein muss. Bei einer Befragung sind daher die Intervalle zwischen der 1. und der 2. Antwortmöglichkeit dieselben wie zwischen der 4. und der 5.
Zu dieser Skala zählt die Messung von Temperatur in Celsius, da zwischen den Abschnitten des Thermometers immer exakt ein Grad liegt. Allerdings hat die Intervallskala im Gegensatz zu einer Verhältnisskala keinen natürlichen Nullpunkt, also keine physikalische Untergrenze. Das bedeutet, dass die Temperaturanzeige in Celsius auch unter der Null liegen kann und damit negative Werte möglich sind.
Mit der Intervallskala kann ausgesagt werden, dass zwischen -10 und +5 Grad Celsius derselbe Abstand liegt wie zwischen + 15 und +30 Grad Celsius. Das Verhältnis zwischen beiden Merkmalen kann jedoch nicht aufgezeigt werden, da derselbe Abstand (15 Grad in beiden Fällen) ohne einen natürlichen Nullpunkt keinesfalls bedeutet, dass beide Abstände als gleich warm interpretiert werden können.
Typische Verwendung der Intervallskala
In der Forschungspraxis spielt die Intervallskala eine entscheidende Rolle. Mithilfe der Intervallskala werden unter anderem in der Marktforschung Meinungen, Vorlieben, Motive und Charaktereigenschaften der untersuchten Personen erfasst. Zur Messung von intervallskalierten Daten füllen die Befragten verschiedene Selbstauskünfte aus, wobei sie ihre Verhaltensweisen meistens stufenweise auf Ratingskalen einschätzen müssen.
Beispiel 1: Die aktuelle politische Lage finde ich beunruhigend.
- Trifft voll und ganz zu
- Trifft überwiegend zu
- Trifft gerade noch zu
- Trifft überwiegend zu
- Trifft überhaupt nicht zu
Beispiel 2: Bitte beurteilen Sie den Geschmack dieser Limonade auf einer Skala von 0 (nicht lecker) bis 10 (exzeptionell lecker).
- 0
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8
- 9
- 10
Intervallskalierte Daten können mit den am häufigsten eingesetzten statistischen Verfahren sinnvoll ausgewertet werden. Mit intervallskalierten Daten werden somit problemlos verschiedene Differenzen, Summen und Mittelwerte gebildet. Die Intervallskala ist für viele empirische Studien eine gute Wahl.
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