Entwickelt von einem US-amerikanischen Sozialforscher Rensis Likert, gilt die Likert-Skala als das in den Sozialwissenschaften am häufigsten verwendete Skalierungsverfahren. Damit können Forschende in einer quantitativen Messung, etwa in einer Online-Umfrage, die untersuchten Merkmale stufenweise erfassen und quantifizieren.
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Jetzt kostenlos startenAllgemeine Definition einer Likert-Skala
Bei der Likert-Skala (= “likert scale”) handelt es sich um die so genannte psychometrische Skala, mit der psychologische Befindlichkeiten oder persönliche Meinungen empirisch gemessen werden.
Bei einem typischen Fragebogen mit der Likert-Skala werden Indikatoren in Form von Fragen oder festgelegten Aussagen entwickelt, mit denen das untersuchte Merkmal (z.B. mentaler Zustand von Testpersonen) eindeutig identifizierbar ist. Mit der Likert-Skala streben Forschende an, den Grad der Zustimmung von Teilnehmern in messbaren Stufen zu erfassen.
Der Likert-Skala werden üblicherweise das Intervallskalenniveau (= wenn Differenzen von Merkmalen gemessen werden, um z.B. den IQ von mehreren Menschen miteinander zu vergleichen) oder seltener das Ordinalskalenniveau (= wenn eine Rangordnung gemessen wird, wie z.B. bei Schulnoten oder Fußball-Ranglisten) zugeschrieben.
Praktische Anwendung einer Likert-Skala
Likert-Skalen werden in verschiedenen Forschungsbereichen – wie etwa in der Markt- oder Meinungsforschung – immer dann eingesetzt, wenn Testpersonen eine subjektive Beurteilung abgeben müssen.
Dazu zählen im Alltag unter anderem verschiedene Persönlichkeitstests, bei denen den untersuchten Personen die Aussagen zur Beurteilung vorgelegt werden. Bei der Beantwortung können die Testpersonen dann in verschiedenen Abstufungen zustimmen und widersprechen.
Typisch wäre dann eine Behauptung wie diese, die von den Testpersonen beantwortet werden soll:
Ich fühlte mich in den vergangenen 12 Monaten oft niedergeschlagen.
Antwortmöglichkeiten:
- Stimme überhaupt nicht zu
- Stimme nicht zu
- Weder noch
- Stimme zu
- Stimme voll und ganz zu
Alternativ kann die Aussage bei einem solchen Test auch als Frage gestellt werden:
Wie oft haben Sie sich im letzten halben Jahr depressiv gefühlt?
Antwortmöglichkeiten:
- Nie
- Weniger als fünf Mal im Jahr
- Häufiger als fünf Mal im Jahr
- Weniger als fünf Mal im Monat
- Häufiger als fünf Mal im Monat
- Mehrfach pro Woche
- Täglich
In den meisten Forschungen wird eine Kombination aus einem Statement und einer 5- oder 7-stufiger Bewertungsskala verwendet, mit der eine Meinung von starker Ablehnung bis starker Zustimmung abgebildet werden kann.
Die Wahl dieser Stufenanzahl ist damit begründet, dass in der praktischen Anwendung eine Skala mit zu wenigen Stufen (z.B. mit drei oder vier Antwortmöglichkeiten) nicht sehr aussagekräftig ist. Bei extrem vielen Abstufungen (z.B. bei über zehn Antwortmöglichkeiten) ist die Differenz zwischen den Stufen für die Teilnehmenden dagegen zu feinteilig und kann bei der Analyse nur schwer interpretiert werden. Außerdem herrscht in der Forschung die Uneinigkeit darüber, ob gerade (= ohne einer neutralen Antwort in der Mitte) oder ungerade Stufenzahl (= mit einer neutralen Antwort) sinnvoller ist.
Unabhängig von der Stufenzahl, wird jeder Antwort dabei ein Messwert bzw. ein Score vergeben, die gemeinsam ein Ratingsystem ergeben. In einem Persönlichkeitstest zur mentaler Gesundheit könnte das Rating von 1 bis 5 gehen, wobei bei 1 Punkt bei “stimme überhaupt nicht zu” und 5 Punkte bei “stimme voll und ganz zu” vergeben wird. Aus dem Mittelwert aller Antworten (= Gesamtscore) kann dann bei der Auswertung der Skalenwert ermittelt werden, welcher den mentalen Zustand der untersuchten Testpersonen beschreibt.
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