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Empirische Forschung

Thema für Bachelorarbeit und Masterarbeit finden

In diesem Kapitel geben wir dir Tipps, wie du schnell zu dem Thema deiner wissenschaftlichen Arbeit kommst. Von der ersten Idee, bis hin zum passenden Thema.

von Maria MalzewAktualisiert am 26. Juli 2023Lesezeit 6 Min.

Wie finde ich eigentlich ein gutes Thema für meine Bachelorarbeit oder Masterarbeit? Was mache ich, wenn ich viele Ideen für ein Thema habe und mich nicht entscheiden kann? Woher weiß ich, ob mein Thema sich überhaupt für eine wissenschaftliche Forschungsarbeit eignet? Die Entscheidung für oder gegen ein Thema ist für die meisten Studierenden die erste Herausforderung auf dem Weg zu einer erfolgreichen Abschlussarbeit.

Während bei Haus- oder Seminararbeiten die thematische Ausrichtung durch den Seminarleiter vorgegeben ist, wird bei einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit das behandelte Thema nämlich in der Regel eigenständig gewählt. Dieser Leitfaden hilft dir dabei, von einer ersten Idee zu einem guten Forschungsthema zu kommen – und zwar schnell, systematisch und unkompliziert!

 

Thema für die Abschlussarbeit - Bachelorarbeit oder Masterarbeit - finden

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Themenfindung leicht gemacht: Von der Ideensammlung zur konkreten Forschung in nur drei Schritten

Erfahrungsgemäß fällt die Themensuche den meisten Studierenden gar nicht so leicht und kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Dabei ist die schnelle Themenfindung durchaus wichtig: Je länger du diesen ersten Arbeitsschritt deiner Abschlussarbeit hinauszögerst, desto weniger Zeit verbleibt dir für die tatsächliche Ausarbeitung.

Zu Beginn steht häufig das Problem, dass das gewählte Abschlussthema nicht nur dich persönlich interessieren sollte, sondern in erster Linie als eine kleine eigenständige Forschung durchführbar sein muss. Wir schlagen dir vor, bei der Suche nach dem perfekten Thema systematisch mit Hilfe unserer Anleitung vorzugehen:

 

Schritt 1: Ideen für ein mögliches Thema sammeln

Als erstes solltest du eine breitgefächerte Ideensammlung anlegen: Dabei hältst du alle Themen, die dir entweder auf Anhieb einfallen oder im Zuge einer ersten Recherche entstehen, schriftlich in einem Dokument auf deinem Computer fest. Im Idealfall sollte das gewählte Forschungsgebiet sowohl deinen persönlichen Neigungen und Interessen entsprechen als auch das im Studium erworbene Fachwissen veranschaulichen.

Folgende Quellen können als Inspiration bei der Themenfindung hilfreich sein:

  • Aktuelle Forschung in deinem Fachgebiet (Zeitungsartikel, Fachbücher und -zeitschriften, Podcasts usw.): Gibt es Fragen oder thematische Aspekte, die in der aktuellen Literatur bezüglich nicht hinreichend diskutiert werden?
  • Seminar- und Vorlesungsinhalte: Erinnerst du dich an ein besonders spannendes Thema aus dem Studium, welches du gern vertiefen möchtest? Womöglich hast du zu diesem Thema sogar bereits eine Seminararbeit verfasst?
  • Berufliche Erfahrung: Bist du durch einen Nebenjob oder ein Praktikum auf ein Problem gestoßen, das empirisch untersucht werden kann oder sollte? Oder gibt es einen Forschungsbereich, welcher für deine spätere berufliche Tätigkeit relevant ist? Ist es vielleicht sogar möglich, deine Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben?
  • Akademische Beratung durch deine Fakultät: Gibt es Forschungsprojekte an deiner Hochschule mit theoretischen Ansätzen, die dich interessieren? Findest du dort womöglich einen akademischen Ansprechpartner, der dich bei der Themenauswahl beraten kann?
  • Online-Service GoThesis: Hier findest du viele verschiedene Themenvorschläge als Inspiration und spannende Abschlussarbeiten von Unternehmen an einem Ort. Jetzt Themen entdecken.

 

Noch besser ist es, wenn du zuerst zumindest ein grobes Thema für deine Abschlussarbeit festlegst und erst im Anschluss einen solchen Erstprüfer wählst, dessen akademischer Schwerpunkt zum gewählten Forschungsbereich passt.

Schematische Darstellung von von Studenten, die systematisch das Thema der Thesis erarbeiten

Schritt 2: Ideensammlung eingrenzen & Klarheit verschaffen

Nachdem du eine Ideenliste angelegt hast, musst du bei jedem der gefundenen Themen herausfinden, was genau du untersuchen möchtest bzw. worüber du konkret schreiben willst. Die Festlegung auf die sogenannte Forschungsfrage gibt deinem Thema eine Richtung und bildet den Ausgangspunkt für die Planung deiner Forschung. Durch die spezifische Forschungsfrage kann das Thema definiert und dein Forschungsvorhaben geklärt werden.

Am besten nimmst du dir erneut das Dokument aus Schritt 1 vor und legst nun eine Tabelle mit drei Spalten an, wobei du jedem deiner Themenvorschläge eine mögliche Fragestellung zuordnest – und auch Platz für spätere Notizen zulässt:

 

 

Literaturtipp: Berger-Grabner, Doris (2016). Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hilfreiche Tipps und praktische Beispiele. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer Gabler.
➔ siehe vor allem Abb. 3-1 “Vorlage für Ideensammlung” aus dem Kap. 3.1.1 “Das passende Thema finden”, die uns als Inspiration für die o.g. Tabelle diente.

 

Wie unsere Beispiele zeigen, lässt ein und dasselbe Thema komplett unterschiedliche Forschungsansätze zu. Hier gilt es für dich, einen konkreten inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen (= welches konkrete Ziel hat deine Forschung?) sowie erste methodische Vorüberlegungen zu treffen (= welche Frage soll in der Arbeit beantwortet werden?).

Findest du für eine Idee selbst nach der Recherche keine passende Fragestellung, ist das Thema für eine Abschlussarbeit weniger gut geeignet. Einige deiner Ideen solltest du mit dieser Methode also ausschließen können. Gleichzeitig wirst du schnell merken, welches Thema und welche Forschungsfrage dich am meisten interessieren.

Schematische Darstellung von einer Studentin, die eine Bachelorarbeit im Unternehmen schreibt

Schritt 3: Thema analysieren & wissenschaftliche Vorgehensweise planen

In der letzten Phase der Themenfindung musst du einschätzen können, ob das gewählte Thema überhaupt durchführbar ist und welche konkreten Methoden für die Bearbeitung der Forschungsfrage für dich infrage kommen. Bevor du dich auf ein Thema endgültig festlegt, solltest du es deswegen in Bezug auf die grundsätzliche Durchführbarkeit analysieren. Folgende Fragen musst du bei der Themenanalyse berücksichtigen:

  1. Kannst du das Thema präzise in wenigen Sätzen erklären?
  2. Wie lautet die konkrete Fragestellung? Welches Problem liegt deiner Forschung zugrunde? Welche Aspekte deines Themas willst du dagegen NICHT untersuchen bzw. aus der Bearbeitung ausschließen?
  3. Wie sieht es mit dem aktuellen Stand der Forschung aus? Welche Literatur, Theorien oder Quellen gibt es zu deinem Thema? Sind diese für dich überhaupt zugänglich (z.B. über die Uni-Bibliothek)?
  4. Welche empirische Methode willst du für die Bearbeitung der Forschungsfrage einsetzen? Kannst du die gewählte Methode wie etwa die quantitative Befragung unkompliziert in der Praxis durchführen (z.B. als Online-Befragung bei empirio)?
  5. Welche grundsätzliche Rahmenbedingungen erwarten dich bei der Bearbeitung? Sind der Umfang und Schwierigkeitsgrad des Themas angemessen? Ist es für dich fachlich, zeitlich und finanziell machbar, diese Forschung durchzuführen?

 

Literaturtipp: Hunziker, Alexander W. (2013). Spass am wissenschaftlichen Arbeiten. So schreiben Sie eine gute Semester-, Bachelor- und Masterarbeit. 5. Auflage. Zürich: SKV.
➔ vor allem Kap. III: “Wie komme ich zu einem Thema?", siehe auch den Frageraster auf S. 39 - 40, von uns stark zusammengefasst und ergänzt.

 

Nutze zum Notieren deiner Antworten die 3. Spalte deiner Tabelle (siehe Schritt 2), um mehrere Themen bzw. Forschungsfragen in Bezug auf vorhandene Literatur, Daten und mögliche Vorgehensweisen miteinander zu vergleichen. Vor diesem Hintergrund kannst du bestimmen, ob die Bearbeitung für dich tatsächlich innerhalb der vorgesehenen Frist (= in der Regel drei bis sechs Monate) machbar ist. Danach dürfte es dir nicht mehr schwer fallen, das am besten geeignete Thema aus dem Ideenkatalog auszuwählen.

Obwohl die Themenanalyse auch einen gewissen zeitlichen Aufwand mit sich bringt, ist diese Zeit auf jeden Fall gut investiert. Schließlich willst du nicht erst nach dem Beginn deiner Forschung feststellen, dass du eigentlich gar keine Möglichkeit hast, deine Forschungsfrage tatsächlich zu bearbeiten. Hast du nach der Beantwortung immer noch mehr als ein Thema im Rennen, ist es an dieser Stelle sinnvoll, dich mit deinem akademischen Betreuer zu beraten!

 

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