In wissenschaftlichen Arbeiten spielt ein logischer Aufbau mit einer durchdachten Argumentationskette für die Beantwortung der aufgestellten Forschungsfrage eine entscheidende Rolle. Häufig basiert ein solcher Forschungsaufbau auf Prinzipien der Deduktion oder Induktion.
Dabei bestimmen deduktive und induktive Argumente nicht nur, wie alle Schlussfolgerungen und Aussagen einer Forschung aufgebaut sind, sondern beeinflussen von vornherein das gesamte Vorgehen. Abhängig von der konkreten Studie können Forschende entweder vorwiegend Induktion oder Deduktion einsetzen oder beide Ansätze miteinander kombinieren. In der Forschungspraxis sind verschiedene Mischformen typisch.
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Jetzt kostenlos startenAllgemeine Definition von Induktion
Bei der Induktion gehen Forschende zuerst von einem spezifischen Fall aus. Aus einzelnen Beobachtungen werden verallgemeinerte Aussagen über ähnliche Fälle, Situationen und Gesetzmäßigkeiten abgeleitet.
Induktive Schlussfolgerung im Alltag:
Kommt eine Person mehrmals zu spät, wird in ihrem Freundeskreis angenommen, sie würde auch in der Zukunft unpünktlich sein.
In der Wissenschaft müssen induktive Argumente den wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen der Prämisse (= mehrfaches Verspäten) und der Schlussfolgerung (= zukünftige Verspätungen werden vorkommen) aufzeigen sowie unter Anwendung der empirischen Forschungsmethodik (z.B. eines Leitfadeninterviews mit der Person, die sich verspätet) den möglichen Wahrscheinlichkeitsgrad (= wie wahrscheinlich sind zukünftige Verspätungen) bestimmen.
Induktion gilt in der empirischen Forschung als eine gute Strategie zur Gewinnung neuer Erkenntnisse und ist daher in der Regel an ein qualitatives Vorgehen gekoppelt. Gibt es keine theoretische Grundlage für die gestellte Forschungsfrage oder soll eine eigene Theorie aufgestellt werden, ist ein induktives Verfahren eine gute Wahl.
Allgemeine Definition von Deduktion
Bei der Deduktion leiten Forschende aufgrund einer allgemeingültigen Regelmäßigkeit logische Schlussfolgerungen über einen konkreten Einzelfall ab.
Deduktive Schlussfolgerung im Alltag:
Weil alle Laubbäume im Winter ihre Blätter abwerfen und Linden zu den Laubbäumen zählen, wird auch die spezifische Linde auf dem Rathausmarkt im Winter ihre Blätter verlieren.
In der Wissenschaft müssen deduktive Argumente so aufgebaut sein, dass die Prämisse (= alle Laubbäume werfen im Winter ihre Blätter ab) unter Anwendung der empirischen Forschungsmethodik (z.B. einer quantitativen Beobachtung im Mischwald) stringent, logisch und zweifelsfrei auf die Schlussfolgerung (= Linde auf dem Rathausmarkt wirft ihre Blätter im Winter ab) übertragbar ist.
Deduktion gilt in der empirischen Forschung als eine gute Strategie, um die Gültigkeit von aufgestellten Theorien systematisch zu prüfen. Typischerweise wird der deduktive Ansatz daher an ein quantitatives Vorgehen gekoppelt. Ist in der Literatur bereits eine allgemeingültige Theorie gegeben, die als Grundlage zum Überprüfen einer spezifischen Hypothese dienen kann, ist ein deduktives Verfahren eine gute Wahl.
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