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Offene & geschlossene Fragen: Vergleich, Unterschied

Bei geschlossenen und offenen Fragen handelt es sich um sogenannte Fragetypen. Sie können in persönlichen Befragungen oder in Online-Umfragen unterschiedliche eingesetzt werden. Bei geschlossenen Fragen kann man auf eine Frage aus einer bestimmten Auswahl an Antworten auswählen. Bei offenen Fragen stehen keine Antwortmöglichkeiten zur Auswahl.

von Marco WarzechaAktualisiert am 29. Juli 2023Lesezeit 6 Min.

Bei der Erstellung eines Fragebogens oder im Zuge einer Online-Umfrage fallen immer wieder die Begriffe „geschlossene Frage“ und „offene Frage“. In diesem Artikel lernst du die Grundlagen dieser zwei Fragetypen, wann sie verwendet werden sollten und welche Vor- und Nachteile sie bieten. Denn nur wenn du den Unterschied zwischen den beiden Fragetypen verstehst, kannst du sie zielführend in einer Befragung einsetzen.

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Geschlossene vs. offene Fragen

Bei geschlossenen und offenen Fragen handelt es sich um sogenannte Fragetypen. Sie können in persönlichen Befragungen oder in Online-Befragungen unterschiedliche eingesetzt werden. 

Bei geschlossenen Fragen kann man auf eine Frage aus einer bestimmten Auswahl an Antworten auswählen. Sie werden zur Erhebung von quantitativen - also exakt messbaren und statistisch auswertbaren - Daten genutzt.

Beispiel:
Frage: Was ist deine Lieblingsstadt?
Antworten: Paris, Rom, Madrid, Berlin

 

Bei offenen Fragen stehen keine Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Die Befragten erhalten somit keine Einschränkungen durch den Fragebogen und können eine freie Antwort formulieren. Sie werden genutzt, um qualitative - also nicht exakt messbare - Daten (bspw. in Textform) zu erheben.

Beispiel:
Frage: Warum ist Paris deine Lieblingsstadt?
Antwort: ________

 

Was ist eine geschlossene Frage?

Bei geschlossenen Fragen werden feste Antworten vorgegeben. Die Befragten wählen die passende Antwort aus vorgegeben Antworten aus. Dabei ist es egal, welche Antwortskala genutzt wird. Also ob die Befragten aus 2, 3 oder 4 Antworten auswählen können, ob nur eine Antwort (Single-Choice Fragen) oder mehrere Antworten (Multiple-Choice Fragen) ausgewählt können oder eine sogenannte Bewertungsskala (bspw. Schulnoten, Sternebewertung, Zustimmung von 0 bis 100%) eingesetzt wird. 

 

Beispiele für geschlossene Fragen:

  • Was ist deine Lieblingsstadt in Europa? Antworten: Paris, London, Berlin, Rom
  • Warst du bereits in Rom? Antworten: Ja, Nein
  • Bitte bewerte deinen letzten Urlaub: Antworten: Sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft, ungenügend

Wann sollte man geschlossene Fragen nutzen?

Geschlossene Fragen solltest du nutzen, wenn du exakt messbare Daten für deine Befragung erheben möchtest. Vor allem wenn dir Themenfeld bekannt ist und du somit die Antwortmöglichkeiten vorgeben kannst, sind geschlossene Fragen oft die effektivste Art und Weise, die benötigten Daten zu erheben. Die Daten können dann einfach und unkompliziert ausgewertet werden.

 

Welche Vorteile haben geschlossene Fragen?

  • Exakt messbare Antworten, die mit einfachsten Mitteln ausgewertet werden können
  • Die Befragten können instinktiv die richtige Antwort auswählen - ohne großen Zeitaufwand
  • Meinungsbild zu selbst vorgegebenen Inhalten 

 

Welche Nachteile haben geschlossene Fragen?

  • Die Befragten könnten durch die Reihenfolge oder Formulierung der Antworten beeinflusst werden
  • Die Inhalte für die Antworten müssen vor der Befragung bekannt sein
  • Es können keine neuen Inhalte / Ideen abgefragt, sondern nur bestehendes Wissen quantifiziert werden


Was ist eine offene Frage?

Bei offenen Fragen werden keine festen Antworten vorgegeben. Die Befragten können somit ihre eigene Meinungen, Interessen und Feedbacks frei äußern. Offene Fragen werden oftmals mit den klassischen „W-Fragen“ (Warum? Wie? Wozu? Wer? Was? Wann? Wo? Womit? Wodurch?) gestellt.
 

Beispiele für offene Fragen:

  • Warum ist Paris deine Lieblingsstadt?
  • Was gefällt dir an London nicht?
  • Welche weiteren Städte hast du bereits bereist?
  • Was möchtest du uns noch zum Schluss der Umfrage mitteilen?

 

Um auch tatsächlich die gewünschten Antworten zu erhalten, musst du genau schauen, ob die Frage nicht auch mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden könnte.Beispiel: Kennst du die Gründe dafür, weshalb Paris von vielen Menschen als Lieblingsstadt genannt wird? —> Hier könnten die Befragten mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten und du würdest nicht die gewünschten Informationen erhalten.

Besser: Welche Gründe sprechen für Paris als Lieblingsstadt?

 

Wann sollte man offene Fragen benutzen?

Offene Fragen werden vermehrt bei einem explorativen Vorgehen (Erforschung neuer Inhalte, zu denen es noch keine Informationen in der aktuellen Forschung gibt) eingesetzt. Das Ziel mit dem Fragetypen ist es, neue Inhalte von den Befragten zu erhalten. Dabei kann man offene Fragen in zwei unterschiedlichen Formen einsetzen: 

  1. Als freistehende Frage: Die offene Frage wird alleinstehend angezeigt. So können die Befragten bspw. den Grund für ihr Antwort zuvor angeben oder eine komplett neue Thematik ohne Vorgaben beantworten.
  2. Als Ergänzung zu geschlossenen Fragen: Innerhalb von geschlossenen Fragen können die Befragten vorgegebene Antworten auswählen. Darüber hinaus werden weitere Antwortmöglichkeiten, wie "Sonstiges" oder "Andere Antwort" angeboten. Hier kann dann eine freie Antwort verfasst werden. Oft spricht man bei diesem Fragetypen von "halboffenen" oder "halbgeschlossenen" Fragen. 


Welche Vorteile haben offene Fragen?

  • Keine Beeinflussung der Befragten durch vorgegebene Antworten
  • Einfacher und schneller im Fragebogen erstellt, da keine Antworten formuliert werden müssen
  • Detaillierte Erklärungen und neue Erkenntnisse durch die Befragten möglich 

 

Welche Nachteile haben offene Fragen?

  • Zeitintensive Auswertung der Antworten
  • Befragte müssen mehr Zeit investieren, um Fragebogen / Umfrage zu beantworten (ggf. höhere Abbruchquote)
  • Statistische Auswertung nur mit Kodierung / Gruppierungen möglich

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Auf die Formulierung der Fragen kommt es an

Egal ob du geschlossene Fragen oder offene Fragen in deiner Befragung nutzt, eines haben beide Fragetypen gemeinsam: Die Formulierung der Fragen muss gut bedacht sein. Denn nur, wenn die Fragen bestimmten "Richtlinien" entsprechen, erhältst du adäquate Antworten, die auch für deine Auswertungen genutzt werden können. So könnten die Befragten durch nicht neutral formulierte Fragen beeinflusst werden und somit keine aussagekräftige Antworten geben. Auch zu lange Fragen, die bspw. mehrere Themen beinhalten, sorgen für schlechte Daten, da die Frage nicht verständlich und zu unkonkret wäre.

Damit die erhobenen Daten aussagekräftig sind und so viele Fehlerquellen (wie möglich) ausgeschlossen werden können, sollten deine Fragen folgende Regeln berücksichtigen:

  • Nur einen Sachverhalt in einer Frage thematisieren
  • Nicht wertend (Was ist deine Meinung von den komischen ...)
  • Kurze und prägnante Formulierung
  • Einfache und klare Sprache
  • Keine doppelte Verneinung (Bist du dagegen, dass ... weiterhin verboten bleibt?)
  • Keine Suggestivfragen (Bist du nicht auch der Meinung, dass ...)

 

Die meisten Vorgaben können dann natürlich auch 1 zu 1 auf die Formulierung der Antworten übertragen werden. Auch hier musst du dir ganz genau überlegen, wie du die Formulierung wählst.

 

Abschließende Entscheidung

Grundsätzlich haben beide Fragetypen Vor- und Nachteile. Überleg dir im Vorfeld also ganz genau, welche Art von Daten du benötigst, um deine Forschungsfrage beantworten zu können. Diese Überlegungen sind entscheidend, welche Fragen und in welcher Form du diese stellen möchtest. Grundsätzlich gilt aber bei einer typischen, standardisierten Umfrage ein Leitgedanke: Um die Daten messbar und einfacher auswerten zu können, solltest du eher geschlossene Fragen nutzen und nur punktuell offene Fragen verwenden, um bspw. den Grund für eine Antwort zu erfahren (Wieso haben Sie die vorherige Frage mit „Ja“ beantwortet?) oder detaillierte Antworten zu vereinzelten Themen zu erhalten, die man als Forschender noch nicht kennt (Welchen Ansatz finden Sie richtig?). Die Auswertung der offenen Fragen ist dann nach der Datenerhebung deutlich komplexer, als die Auswertung von geschlossenen Fragen.

Ein beliebter Ansatz ist die Mischform aus geschlossenen und offenen Fragen. Wenn du den Befragten bspw. Antworten vorgibst, dann aber "Sonstiges" oder "Andere Antwort" als zusätzliche Option anbietest, kombinierst du die Vorteil beider Fragetypen. So erhältst du exakt messbare Daten für die Inhalte, die dir bekannt sind und wofür du messbare Daten benötigst. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit - wenn gewisse Antworten aus Sicht der Befragten fehlen - diese zu erfassen. In der Auswertung kannst du dann die vorgegebenen Antworten schnell und unkompliziert analysieren und musst lediglich einen Teil der Antworten in einem komplexeren Prozess (Codierung etc.) aufbereiten.

 

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