Welche Partei würdest du wählen, wenn morgen die Wahl wäre? Wie zufrieden bist du mit unserem Kundendienst? Wie bewertest du dein Shopping-Erlebnis bei uns? Ob online auf Shopping-Plattformen, über Social Media oder ganz klassisch in der Fußgängerzone – jeder von uns hat schon mal an einer Umfrage teilgenommen.
Nicht umsonst werden empirische Befragungen für zahlreiche wissenschaftliche Studien eingesetzt. Im Gegensatz zu Beobachtungen oder Inhaltsanalysen können nur durch Umfragen verschiedene Einstellungen, Stimmungen und Meinungen der Teilnehmenden ermittelt werden. Dazu sind vor allem Online-Umfragen schnell umgesetzt und kostengünstig.
In der Forschung gibt es verschiedene Arten von Umfragen, die sich in erster Linie durch den Grad der Standardisierung unterscheiden. Bei einer standardisierten quantitativen Befragung werden alle Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten in festgelegter Reihenfolge gestellt. Dagegen arbeiten qualitative Befragungen mit offenen und unstrukturierten Fragen, die sich teilweise aus dem Gesprächsverlauf entwickeln. Die Entscheidung, welche Befragung durchgeführt werden soll, hängt dabei in erster Linie von inhaltlichen und formalen Aspekten der konkreten Forschung ab. In diesem Beitrag zeigen wir, wie du für deine eigene Forschung die bestmögliche Art der Umfrage findest.
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Jetzt kostenlos startenQualitative Umfragen in der Forschung: Merkmale, Ziele & Umsetzung
Qualitative Forschungsmethoden entwickelten sich aus den Geistes- und Sozialwissenschaften und verfolgen das Ziel, gesellschaftlich relevante und kulturelle Phänomene im Detail zu erforschen. Dafür werden in qualitativen Studien nur wenige Fälle möglichst umfassend untersucht, um unerwartete Erkenntnisse zu gewinnen oder neue Theorien zu bilden. Die erhobenen qualitativen oder nicht-numerischen Daten (= visuell oder verbal erfassten Daten) werden im Anschluss an die Erhebung interpretativ ausgewertet.
Die qualitative Umfrage (= Leitfaden- oder Experteninterview) ist eine wichtige Forschungsmethode der qualitativen Kultur- und Sozialforschung und stellt eine nicht-standardisierte Form der Befragung dar, die persönlich oder telefonisch durchgeführt werden kann. Qualitative Interviews spielen vor allem in der Marktforschung eine große Rolle.
Durchführung: Bei der qualitativen Befragung wird ein grober thematischer Leitfaden eingesetzt. Die Reihenfolge und Gestaltung der Fragen sind jedoch flexibel und die Antwortmöglichkeiten der Gesprächspartner unbeschränkt (= offene Fragen). Der Interviewer kann mit den Befragten interagieren, Verständnisfragen beantworten und nach Bedarf eine Nachfrage stellen.
Erfasste Daten: Detaillierte Beschreibungen individueller Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen. Dabei können nicht nur ausgesprochene Antworten, sondern auch die Stimmung, Wahrnehmung, Gestik und Mimik der Befragten erfasst werden. Durch diese Vorgehensweise wird ein tieferer Informationsgehalt der Ergebnisse erreicht.
Beispiel: Kressin, Britta/Christina Rimland (2023). “Generation Z – eine qualitative Befragung zur Nutzung von Hochschulbibliotheken und Informationszentren.” O-Bib: Das Offene Bibliotheksjournal. 10(1):1-16.
In dieser explorativen und qualitativen Studie wurden persönliche Gespräche mit jungen Erwachsenen (bis einschließlich 25 Jahre) geführt, um das Nutzungsverhalten dieser Altersgruppe in Bezug auf das Bibliotheksangebot der Hochschulen zu erforschen.
Vorteile und Nachteile von qualitativen Umfragen
Aufgrund der rasanten technologischen und wissenschaftlichen Entwicklung sind qualitative Umfragen derzeit so beliebt wie schon lange nicht mehr. Vergleichsweise neue Phänomene wie die gesellschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise oder der Einfluss der Künstlichen Intelligenz im Alltag können damit erfasst werden, um eine Grundlage für spätere quantitative Forschungen zu liefern.
Vorteile:- Unbekannte Sachverhalte können entdeckt werden
- Höhere Flexibilität bei der Planung
- Subjektive Meinung der Befragten kann im Detail erfasst werden
- Nachfragen während der Befragung möglich
- Erkundung von Ursachen möglich
- Tiefer Informationsgehalt dank offener Vorgehensweise
- Weniger Aufwand bei der Erstellung der Umfrage, da vermehrt offene Fragen eingesetzt werden
Nachteile:
- Aufwändige Auswertung
- Höherer Zeitaufwand bei der Auswertung
- Größere Subjektivität der Ergebnisse & Unbewusste Beeinflussung durch den Gesprächsleiter möglich
- Keine Übertragung auf Allgemeinheit möglich
- Ergebnisse nicht in Zahlen messbar
Weiterführende Literatur
Scharler, Thomas (2019). Datenschutz kompakt: DSGVO für Webseitenbetreiber inkl. Checklisten. Norderstedt: Books on Demand.
Solmecke, Christian/Sibel Kocatepe (2018). DSGVO für Webseite-Betreiber: Ihr Leitfaden für die sichere Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung. 2. erweit. Auflage. Bonn: Rheinwerk Verlag.
Voigt, Paul/Axel von dem Bussche (2018). EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Praktikerhandbuch. Berlin: Springer.
Watteler, Oliver/Thomas Ebel (2019). “Datenschutz im Forschungsmanagement.” Forschungsmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten. Hrsg. Jensen, Uwe et al. Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich.
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