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Empirische Forschung

Gütekriterien quantitativer und qualitativer Forschung

Empirische Forschungsmethoden können nur dann sinnvoll in einem wissenschaftlichen Forschungsprozess eingesetzt werden, wenn sie bestimmte Kriterien einhalten. Diese Kriterien heißen „Gütekriterien“ und sind je nach Forschungsart (qualitative oder quantitative Forschung) unterschiedlich zu betrachten.

von Maria MalzewAktualisiert am 26. Juli 2023Lesezeit 2 Min.

Was unterscheidet eigentlich unsere Alltagsbeobachtungen von einer wissenschaftlichen Messung? Unausweichlich setzen sich alle Forschende in ihrer alltäglichen Praxis mit dieser Frage auseinander. Damit eine Messung als wissenschaftlich bezeichnet werden darf, muss sie bestimmten akademischen Grundanforderungen – den so genannten wissenschaftlichen Gütekriterien – gerecht werden.

 

Schematisches Bild von den 3 Gütekriterien quantitativer Forschung Objektivität, Reliabilität und Validität

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In der quantitativen Forschung werden drei Hauptkriterien verwendet, um die Qualität – die so genannte “Güte” – der Untersuchung beurteilen zu können:

Quantitative Forschungen müssen die Kriterien Objektivität, Reliabilität und Validität berücksichtigen.
Dabei bedeutet ...

  • Objektivität (Personenunabhängigkeit): Jede wissenschaftliche Messung muss so sachlich und neutral wie möglich ausfallen, unabhängig von Vorurteilen oder subjektiven Vorlieben der Forschenden.
     
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Eine Messung sollte so verlässlich sein, dass sie unter gleichen Bedingungen mit denselben Probanden das gleiche Ergebnis erzielen würde.
     
  • Validität (Gültigkeit): Eine Messung sollte genau den Inhalt messen, den sie messen soll – und nichts anderes. Dazu zählen sowohl der Inhalt der Forschung (= vollständige Abbildung des untersuchten Gegenstands) als auch die grundsätzlichen Rahmenbedingungen (= theoretische und empirische Grundlage).

In dem Artikel Objektivität, Reliabilität & Validität: Definition, Beispiel erklären wir dir ausführlich die Besonderheiten und Unterschiede der Gütekriterien für quantitative Forschungsmethoden.

 

Gütekriterien qualitativer Forschungsmethoden

Die klassischen Gütekriterien der quantitativen Forschung (Objektivität, Reliabilität und Validität) lassen sich nicht direkt auf die qualitativen Forschungsmethoden übertragen. Das ist auch verständlich, denn Kriterien, die die Güte von standardisierten Erhebungsverfahren beurteilen, können nicht gleichermaßen die Güte von individuellen qualitativen Forschungsmethoden bewerten. 

Wenn man nun auch für die qualitativen Forschungsmethoden Gütekriterien sucht, erhält man durchaus unterschiedliche Antworten. Eingehen möchten wir in unsere Zusammenfassung auf eine Quelle von Mairing (2002). Hier wurden sechs Gütekriterien bestimmt. Demnach zählen dabei folgende Aspekte zur Beurteilung einer qualitativen Forschung: 

Verfahrensdokumentation
Die angewandte Methodik muss detailliert dokumentiert werden, da bei qualitativen Methoden häufig speziell entwickelte Verfahren genutzt werden und damit Außenstehende zu 100% nachvollziehen können, wie der Forschende vorgegangen ist. Inhalt sollte Vorwissen, Umsetzung der Datenerhebung und -auswertung sein. 

Argumentative Interpretationsabsicherung
Da die Interpretationen der erhobenen Daten nicht überprüft werden können, muss der Forschende diese argumentativ begründen.  

Regelgeleitetheit
Die Forschung muss sich an Regeln halten und ein systematisches Vorgehen vorweisen können. Man kann davon abweichen, wenn dies dokumentiert wird.  

Nähe zum Gegenstand
Die Nähe zwischen Forschendem und untersuchter Person muss gegeben sein. Anders als in Experimenten muss dies auf vertrauenswürdiger Basis geschehen. 

Kommunikative Validierung
Um die Gültigkeit der Ergebnisse zu überprüfen, sollte der Forschende die Ergebnisse und Antworten der Untersuchung gemeinsam mit dem Befragten erneut durchgehen. Auch Ergänzungen vom Befragten sind möglich.

Triangulation
Es empfiehlt sich den Forschungsgegenstand aus zwei verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Darunter können zählen: zwei Forschende, zwei Theorien, zwei Datengrundlagen, zwei Methoden.

 

Was passiert nach der Datenerhebung?

Wir haben uns bereits im Forschungsprozess die Vorbereitungsphase angeschaut, die zeigt, wie man Schritt für Schritt zur richtigen Art der Datenerhebung gelangt und was man beachten sollte. Im nachfolgenden Kapitel geht es weiter mit der Analyse und Auswertung der erhobenen Daten.

 

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